Ein wirres Blogpost

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Gut… Vielleicht nicht ganz so wirr wie die Störchin oder der „Stern“, aber wirr.

An dieser Stelle – um der „Wirrnis“ gleich zu Anfang die Ehre zu erweisen – erstmal ein Wort zu Gauland. Ich finde, es ist nicht sehr schwer zu verstehen, was er eigentlich meint. Oder ob er nur etwas wiedergibt, was seiner Meinung nach so ist. Darum geht es doch gar nicht. Es geht darum, DASS er sich äußert. Thilo Sarazin hat diesem Schwachsinn (natürlich mit Hilfe der Springer-Presse…) den Weg geebnet. Plötzlich fühlen sich sämtliche Deppen, die jahrzehntelang wohlweislich (!) den Mund gehalten haben, in ihrer Ansicht bestärkt, dass sie ja schließlich auch mal ihre „Meinung sagen“ dürften.

Und sie tun es. Täglich. Überall. Und sie schämen sich nicht mal mehr dafür.

Das wirklich Üble daran ist, dass jede dieser „Meinungsäußerungen“ die Grenzen verschiebt. Jedes einzelne Mal, wenn solcher Schwachsinn geäußert wird, fühlen sich wieder zehn Deppen ermutigt, auch ihren Dreck von sich zu geben. Weil: „Das ist halt meine Meinung. Die darf ich ja wohl noch sagen!“

Gutes Beispiel übrigens: Sandro Wagner. Das grauenvollste Interview aller Zeiten im Aktuellen Sportstudio. Und da gab es schon viel Elend. Aber dieses Interview erklärt genau, was ich meine. Das ist es, was einen auf die Idee bringen könnte, das „Recht auf freie Meinungsäußerung“ sollte vielleicht doch noch einmal überdacht werden. Es kann der größte Schwachsinn herausgeblökt werden. Argumente sind auch unnötig. Erklärungen oder Quellenangaben ebenfalls – Hauptsache „meine Meinung“. Kotz!

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Wirr weiter. Wo wir gerade beim Fußball sind: Gestern war es endlich soweit. Der erste Schlandüberzieher an einem Rückspiegel kam in mein Blickfeld. Ich stand an der Ampel und da war er. Auf der Fahrerseite des entsprechenden Wagens übrigens auch. Es geht wieder los. Die schwarz-rot-güllene Euphorie. Waaah!

Wie war das?! Merkel will die EM abschaffen?! Ja! Bitte jetzt! Und bitte, bitte, bitte dem albernen Gröhe bei Gelegenheit wieder mal das Fähnchen aus der Hand nehmen. Und am besten auch gleich darauf herumtrampeln. Das hat mir echt gefallen. Einer der ganz großen Momente der Kanzlerin. Viele andere fallen mir jetzt irgendwie auch gerade nicht ein.

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Themenwechsel. Heute will ich ja so unberechenbar und wirr bleiben wie Beatrix von Storch und der Kopp Verlag zusammen. Hoch drei. Mindestens!

Neues Thema: perfekte Desserts. Erdbeer. Rhabarber. Schokolade. Baiser. Heiß, kalt, süß. Aus einer weiteren Rhabarberernte vom Wochenende stammt das neue Sorbet. Rezept unverändert, weil unübertrefflich lecker. Cioccolataccia nach dem Standardrezept von Mimmo Nicoli. Denn das geht auch nicht besser.

Hinzu kam ein Erdbeerparfait, dessen Rezept aus der Kochzeitschrift  einer Kollegin ich irgendwann abfotografiert hatte. Keine Ahnung mehr, woher genau es stammt. Etwas abgewandelt war es genial. Ich habe es in Halbkugelsilikonmatten eingefroren. Ergebnis waren zwölf Portionen:

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ERDBEERPARFAIT MIT FRUCHTMARK
Zutaten (für zwölf Portionen):
500 g Erdbeeren
175 g Zucker
4 Eigelb
400 ml Sahne
1 Schuss weißer Rum (o.ä.)
Zubereitung:
Erdbeeren putzen und pürieren. Mit 100 g Zucker und dem Rum mischen. Beiseite stellen und durchziehen lassen.
Eigelbe und restliche 75 g Zucker im Wasserbad hellcremig aufschlagen. Kalt abschlagen.
Sahne fast steif schlagen. 400 g Erdbeerpüree unter die Eigelbmasse rühren. Sahne zugeben und ebenfalls unterrühren.
Restliches Erdbeerpüree auf die Halbkugelförmchen verteilen, kurz anfrieren. Sahnemasse ebenfalls verteilen und alles für etwa zwei Stunden gefrieren lassen.
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Wichtig: Rechtzeitig vor dem Servieren gründlich antauen lassen. Zu hartes Eis finde ich nämlich genauso schlimm wie Björn Höcke die Schändung der Reichskriegs deutschen Flagge.

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Aus den Eiweißresten des Parfaits stellte ich Baisermasse her und bin so jetzt im Besitz einer größeren Dose köstlicher und handlicher Baiserhäufchen für Dessertdekorationen und zum Vor-dem-Fernseher-Reinstopfen.

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Essensmäßig spargelten wir uns so durch die Woche. Gestern hab es auch mal ein Spargelrisotto. So zur Abwechslung. Darf ich ja auch mal kochen. Ist ja meine Meinung. Usw. usf.

Im Garten läuft es dank der immensen Niederschläge der vergangenen Tage ganz hervorragend. Bei meiner Rückkehr heute stand Iris No. 5 vor der Haustür in voller Blüte.

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Blüten haben auch mittlerweile alle Tomaten in den Beeten. Teilweise traumhaft schöne Blüten – wie zum Beispiel das gelbe Ochsenherz von der Schwester:

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Die letzten vakanten Tomatenpflanzen gingen heute auch weg. Sie wechselten auf einem hessischen REWE-Parkplatz den Besitzer. Dafür gab es interessante Samen für die nächstjährige Anzucht. An dieser Stelle nochmal: Vielen Dank! Sei nett zu ihnen. Und: Eine F1 ist dabei: die Cocktailtomate „Piccolino“.

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Und während hier tatsächlich auch endlich der Holunder zu blühen beginnt, stellt sich doch am – wirren – Ende nur eine Frage: Ist Jérôme Boateng bereit, im Winter Schnee zu räumen? Wenn ja, kann er auch gerne gegenüber einziehen. Wenn nicht, dann nicht. Gauland und Konsorten sind jedenfalls selbst mit Räumfahrzeug nicht willkommen. Pah!

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2 Kommentare

  1. Von mir aus kann das Schwarzrotgoldfest auch den Umständen zum Opfer fallen – no problem. Aber wissen möchte ich, wie dein Baisertipp aussieht – das Resultat ist jedenfalls eine Augenweide.

    1. baisertipp: doppelte menge zucker auf eiweiß. erst nur den eischnee mit einer prise salz aufschlagen. bei mir funktioniert das mit der küchenmaschine deutlich besser als mit dem handrührgerät. immer nur halbe power. sobald das eiweiß fest ist, nach und nach zucker zugeben. besonders hübsch wurde es diesmal mit einer tülle aus der nach dem backkurs bei bernd siefert für eiweißexperimente georderten, schicken kollektion. abbacken bei 90°c ober-/unterhitze mit leicht geöffneter ofentür (topflappen!). laaaange trocknen lassen. wichtig: zwischendurch probieren! 😀

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