Ziemlich voll hier heute…

2016-06-02_09-02-45

Sogar WordPress war offensichtlich höchst erstaunt. Und das war so um die Mittagszeit, als mich diese erschütternde Meldung über die entsprechende App erreichte. Da war ich aber bereits im Tunnel des Grauens und beschloss, dass man sich auch später noch um dieses absonderliche Phänomen kümmern könne.

Um diesen ansonsten abgrundtief gruseligen Tag hinreichend zu würdigen, muss ich wirklich ganz vorne anfangen. Praktisch vorgestern. Da lief mir nämlich nach dem Einkauf ein Becher Sahne im Fußraum der Beifahrerseite aus. Ich merkte es natürlich erst, nachdem ich die tropfende Einkaufstasche bis in die Küche geschleift hatte. Na, danke!

Gestern morgen stellte ich dann fest, dass das Auto gar grässlich roch. Ooopsi! Da war dann offensichtlich doch mehr Sahne im Fußraum gelandet, als ich gedacht hatte… Was soll’s. Den stinkenden Fiat mit weit geöffneten Fenstern nach Mainz gepeitscht und auf dem Heimweg beherzt eine Dose Teppichschaum besorgt. Ich weiß gar nicht, wann ich zuletzt sowas gekauft habe…

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Was mich wirklich beeindruckte war der Satz „… stoppt wirkungsvoll unangenehme Gerüche“. In den Wagen, Chemie! Hinein!!! Das „Raum gut lüften“ überlas ich geflissentlich, während ich das Auto im Carport abstellte, den gut geschüttelten Schaum auf die Fußmatte der Beifahrerseite sprühte und dann schnell die Tür zuwarf. Man kann sich ja nicht um alles kümmern. Und das Auto kann ja auch nicht offen vor dem Haus herumstehen. Was würde die Versicherung dazu sagen?!

Als ich heute morgen die Fahrertür öffnete, war mir schlagartig sch***egal, was irgendwelche Versicherungen sagen würden. Verdammt! Pestilenz im Endstadium! Überflüssig zu erwähnen, dass ich ziemlich knapp dran war. Fußmatte rausreißen, noch fiesere Sahnestelle darunter entdecken, abermals kniehoch Teppichschaum darauf verteilen – alles eins!

Kurz gesagt: Die Bodenbeläge hatten irgendeine ganz schlimme Krankheit. Irgendwas mit Verwesung oder so. Anders konnte es nicht sein. Das Auto stank dermaßen abartig. Man kann es wirklich nicht beschreiben. Wer genau wissen möchte, wie es war, kippt am besten selbst einen Becher Sahne in sein Auto.  Tolle Erfahrung!

Egal. Abfahrt. Das Auto stank kurz danach fast nur noch nach Chemie. Nicht nach irgendeiner Chemie, sondern nach „Raum gut lüften!“-Chemie. Ich röchelte. Alle Fenster runter. Es begann zu regnen. Natürlich. Was auch sonst. Das war der Augenblick, in dem ich feststellte, dass ich jetzt mindestens drei Todesarten zur Auswahl hatte: Erstickung, Vergiftung und Ertrinken.

Ich entschied mich spontan für Ertrinken und hing bei der Fahrt über die Platte stramm nach links, um möglichst viel Frischluft abzubekommen. In Mainz legte ich nochmal Teppichschaum nach (remember: „… stoppt wirkungsvoll unangenehme Gerüche.“) und stellte die Kiste am Hauptbahnhof ab. Als ich halb betäubt zum Parkscheinautomaten wankte, fühlte ich mich wie ein Reiter der olfaktorischen Apokalypse. Kreditkarte in den Automaten – Schock! Parkgebührenerhöhung ohne Vorankündigung von EUR 5,00 auf EUR 8,00 für 24 Stunden.

Zu diesem Zeitpunkt war ich dann aber bereits sooo spät dran, dass es darauf auch nicht mehr ankam. Kurzes hysterisches Lachen. Beim Zahlen überschlug ich kurz, wie lange ich gleich würde arbeiten müssen, um den Parkplatz zu bezahlen, als ich merkte, dass ich schon ziemlich lange rechnete und der Parkschein immer noch nicht da war. Es kam auch keiner mehr. Ein Leidensgenosse empfahl mir, die Telefonnummer auf dem Automaten anzurufen und die Sache zu klären.

Guuut. Stinkend, finanziell ruiniert und mit Schaum vor dem Mund traf ich am Schreibtisch ein. Erste Amtshandlung: Nummer wählen. Knapp zwölf Minuten Warteschleifengedudel und einen extrem schlecht gelaunten Callcenteragent später hatte ich mein Kennzeichen registrieren lassen und die Zusicherung, dass es keinen Strafzettel geben würde.

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Als ich nach elf Arbeitsstunden ans Auto kam, klemmte genau das unter dem Scheibenwischer: ein Strafzettel. Und das Auto stank immer noch bestialisch. Jetzt bloß nicht heulen! Depression in Energie umwandeln. Oder sonst so. Jedenfalls ab nach Hause.

Und was heißt eigentlich „Vertragsstrafe nicht steuerbar“. Contipark Parkgaragengesellschaft mbh! Friss Sch***e und stirb!!!

Essen gab es dann nicht. Viel zu spät. Aber dafür verstand ich eben endlich, was die WordPress-Push-Nachricht von heute mittag sollte. Da waren Menschen auf diesem Blog. Ziemlich viele Menschen. Es hat sie jemand hergelockt: Astrid! Zuviel der Ehre! Aber trotzdem herzlich willkommen an alle, die sich heute hierher verirrt haben. Haaalloooo! Und das ausgerechnet an einem Tag, wie er insgesamt prächtiger nicht hätte sein können. Setzt euch. Bißchen Teppichschaum?!

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6 Kommentare

  1. Ich bin tatsächlich auch eine von den „Neuen“ bei deinem Blog! Ich habe mich köstlich amüsiert über deinen aktuellen Post! Ja, solche Tage gibt es – kenne ich selber zur Genüge. Lass dich nicht ärgern, es wird wieder besser…….

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