Was für ein herausragender Jahrgang…

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… wir doch sind! Gestern haben wir es zum wiederholten Male bewiesen. Dem Morgen Der Morgen graute es bereits, als ich mich auf den Heimweg machte. Aber mal von Anfang an:

Es war eine etwa zweistündige Wanderung angesetzt. Nachdem ich bereits auf der A3 in ein veritables Unwetter geraten war, das höhere Geschwindigkeiten als 60 km/h nicht erlaubte, traf ich schon verspätet bei der Schwester ein. Dort stellte ich dann fest, dass ich den Abmarschtermin irgendwie als 15:30 Uhr im Kopf hatte. Tatsächlich sollte es bereits um 15:00 Uhr losgehen. Es regnete in Strömen. Ich ging erstmal davon aus, das der geplante Außentermin so ohnehin nicht würde stattfinden können.

Weit gefehlt! Die ganz Harten waren tatsächlich im Regen aufgebrochen, hatten in einer Regenpause die Schutzhütte erreicht – nur um auf dem Rückweg erneut aufgeweicht zu werden. Aber sie hatten es durchgezogen! Da ich ohnehin zu spät dran war, fuhr ich ein wenig in der Gegend herum, um die Zeit bis zum Begrüßungssekt zu überbrücken.

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Mit dem Handy und bei gruseligstem Wetter brachte ich zumindest ein Foto vom Schloss Bürresheim zustande. Dazu muss man sagen, dass sich zwischen dem Schloss und dem Stadteingangsschild von Mayen ein riesiges Funkloch befindet, indem wir den kompletten Abend bis zu seinem erschütternd abrupten Ende verbrachten. Ich gondelte also nochmals nach Mayen zurück, um ein paar Gratulationen aus der Zivilisation entgegenzunehmen und den Gatten über meine unbeschadete Anreise zu informieren. So langsam rückte dann auch der Aperitif-Zeitpunkt näher.

Es stellte sich heraus, dass die Wanderer es allesamt heil überstanden hatten. Der Rest der Weichlinge und Drückeberger rückte etwa zeitgleich mit mir an.

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Als endlich alle anwesend waren, sollte noch ein Gruppenfoto gemacht werden. Das nahm aufgrund unserer nach wie vor auffallenden Undiszipliniertheit derartig viel Zeit in Anspruch, dass man – also das Personal der Restauration – sichtlich nervös wurde.

Alle rein, Vorspeise! Hopp-hopp! Anschließend Buffet für Hauptgang und Dessert. Ich glaube, für Ortskundige muss ich nicht erwähnen, wo wir waren. Zwischen Mayen und dem Schloss gibt es nicht so wahnsinnig viele Restaurants… Ich habe lange überlegt, ob ich den Namen nennen soll, mich dann aber dagegen entschieden.

Kurz zusammengefasst: Wenn der – an sich nette – Service sich etwas mehr mit Gläser füllen als mit ununterbrochenem und nervigem Gläser wegschleppen beschäftigt hätte, wären am Ende des Tages alle glücklicher gewesen: wir, der Spüler, die Kasse und das Personal mit dem Trinkgeld.

Als man uns dann um 00:00 Uhr mehr oder weniger freundlich, aber bestimmt (eigentlich mehr bestimmt als freundlich…) hinauskomplimentierte („Wir sind ein Restaurant, keine Bar!“), waren wir entsetzt, einige gar renitent. Wir sind halt ein 1986er Abijahrgang. Da durfte man noch renitent sein. Es gehörte praktisch zum guten Ton. Insgesamt gut 60 Gäste einer geschlossenen Veranstaltung fanden sich plötzlich auf dem Parkplatz wieder. Wenigstens regnete es gerade mal nicht.

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Zwei Drittel der Anwesenden begaben sich daraufhin nach Hause, das letzte Drittel fuhr im Konvoi nach Mayen. Ins „Emil’s“ in der ehemaligen Markt-Apotheke. Da mochte man uns. Das war noch sehr nett – auch wenn mir hinterher ein ganz klein wenig schlecht wurde von zuviel alkoholfreiem Bier. Aber was tut man nicht alles, um lebendig nach Hause zu kommen…

Und als ich mich schließlich um kurz nach vier Uhr in der Früh‘ auf den Heimweg machte, hatte ich einen sehr lustigen, sehr lauten und einfach rundum herrlichen Abend hinter mir.

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Dementsprechend angeknockt schleppe ich mich jetzt allerdings durch den heutigen Tag. Nach gut drei Stunden Schlaf war irgendwie die Nacht vorbei. Senile Bettflucht?! Isses jetzt so weit?!

Zwischenzeitlich dämmerte ich mal kurz auf dem Sofa weg. Längere Bewusstlosigkeiten verbot ich mir allerdings strengstens angesichts des hervorragenden Wetters. Und angesichts der Tatsache, dass der Gatte heute dann auch mal wieder etwas anderes als belegte Brötchen zu Abend kredenzt bekommen sollte.

Und dann sollte es ja auch noch Fußball geben. Für Deutschland schickte ich den allerletzten (jetzt wirklich ultimativ allerallerletzten!) Ingelheimer Spargel ins Rennen. Dazu einen Rest Lachs, der nur zwei Optionen hatte: zubereitet oder eingefroren zu werden. Ich hätte ihn „Salmon“ nennen und für Frankreich ins Rennen schicken können, gab dem ganzen aber zur Sicherheit noch ein Estragonsößchen mit auf den Weg.

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Und dann kam noch Belgien ins Spiel. Erneut mit Waffeln, weil die Erdbeeren etwas zum Ankuscheln brauchten. Und weil ich das letzte – äußerst gelungene – Rezept noch nicht verbloggt habe:

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BELGISCHE WAFFELN
Zutaten:
Mark einer Vanilleschote
150 g weiche Butter
120 g Zucker
1 Prise Salz
1 Ei
5 EL Milch
200 g Mehl
1 TL Backpulver
Zubereitung:
Butter, Zucker, Vanillemark und Salz schaumig aufschlagen. Ei und Milch dazugeben und unterrühren. Anschließend Mehl und Backpulver in den Teig einarbeiten. 30 Minuten ruhen lassen.
Waffeleisen vorheizen. Waffeln nacheinander abbacken.
Wenn man belgischen Perlzucker im Haus hat, kann man statt der 120 g Zucker etwa 50 g Haushaltszucker und 100 g Perlzucker verwenden. Den Perlzucker dann zuletzt unterrühren. Den ultimativen Authentizitätsgegenvergleich kann ich leider erst durchführen, wenn ich in zwei Wochen den Perlzucker aus Belgien mitgebracht bekomme 😀
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Das Waffel-mit-Erdbeeren-und-Sahne-Foto ist so dermaßen abgrundtief hässlich, dass es hier nicht zu sehen sein wird. Niemals! Ich habe es gelöscht und mich anschließend geblitzdingst, kann mich also gottlob nicht mal mehr daran erinnern. Als der Teller da stand und nach den frischgebackenenen Waffeln und den Erdbeeren roch, siegte einfach die Gier.

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