In der schwarz-rot-güllenen Zwickmühle

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Geranien, eine Flagge und ein Gitter, das einem in den schlimmsten Albträumen erscheinen könnte, beleidigten heute Morgen bereits in aller Frühe mein Auge. Ich gerate ins Grübeln. Nachdem ich seit gestern ja nun endgültig der Meinung bin, dass der Ausgang der noch folgenden EM-Spiele von der Auswahl meines Abendessens abhängt, habe ich jetzt ein Problem. Befördere ich den Autofähnchenwahnsinn auf meinem Arbeitsweg, oder koche ich etwas Leckeres – und eine Mannschaft, die ich noch nie leiden konnte, bleibt im Turnier?!

Es ist schlimm. Und es führte zu Übersprungshandlungen. Ich machte mich als erstes an den Nudelsalat für morgen. Italienisch angehaucht. Er riecht so gut… Verdammt.

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Fette Zucchiniblüten im Beet. Zucchini. Doppel-C und H – kein deutsches Wort… Ich muss allerdings zugeben, dass ich mich in den letzten Tagen immer erst kurz vor Toresschluss entschieden habe, was es geben wird.

Vielleicht sollte ich die Entscheidung nochmal aufschieben? Zum Beispiel auf den Einkauf gleich. Da springt einem ja schon mal was ins Auge, das den Ausschlag gibt.

Bis dahin hier das Pastéis-de-Nata-Rezept:

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PASTÉIS DE NATA
Zutaten (für etwa 12 kleine Törtchen):
1 Rolle küchenfertiger Blätterteig (bei Gelegnheit mal ein funktionierendes Rezept für einen selbstgemachten)
250 ml Vollmilch
2 EL Speisestärke
200 g Zucker
Mark einer halben Vanilleschote
3 Eigelbe
Zubereitung:
Blätterteig ausrollen, passende Kreise für kleine Förmchen ausstechen. Förmchen fetten, Teig hineindrücken. Ofen auf 230°C vorheizen.
Milch erhitzen, Stärke und Zucker einrühren. Vanillemark und Schotenstück in die Milch geben und alles aufkochen. . Bei reduzierter Hitze etwa 20 Minuten einköcheln lassen.
Topf vom Herd nehmen und Crème abhühlen lassen. Eier trennen und Eigelbe unter die Masse ziehen. Topf wieder auf den Herd stellen, unter ständigem Rühren (Schneebesen!) leicht aufkochen, bis etwa Puddingkonsistenz erreicht ist.
Förmchen etwa zu drei Vierteln mit der Crème füllen. Törtchen goldgelb abbacken.
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Weiter geht es mit den Zitronenkartoffeln. Sehr einfach. Nicht mal ein „Rezept“ wert: Kleine Kartoffeln ordentlich schrubben und halbieren oder vierteln – je nach Größe. Aus Olivenoel, Zitronensaft, Zitronenzesten, Salz und schwarzem Pfeffer eine Marinade herstellen und in einen größeren Gefrierbeutel eben. Kartoffeln zugeben, alles ordentlich durchkneten, Inhalt in eine Auflaufform füllen. Bißchen Rosmarin – oder andere Kräuter nach Geschmack, z.B. auch Thymian – auflegen und ab in den Ofen. Garen, bis die Kartoffeln an den Rändern gebräunt und insgesamt durch sind. Knoblauch schadet übrigens auch nicht.

Simpel auch die walisischen Glamorgan Sausages von gestern, die wirklich ausgezeichnet als Vorspeise geeignet sind. Mit einem kleinen Salat zum Beispiel. Tomatensalat oder auch grüner Salat – reichlich dunkler Balsamico und Öl dran. Und etwas Honig.

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GLAMORGAN SAUSAGES
Zutaten (für etwa 12 „Würtschen“):
150 g Lauch
2 EL Butter
200 g frisches Paniermehl
125 g geriebener Käse
3 kleinere Eier
Milch nach Bedarf
Salz und Pfeffer
etwas Senf
fein gehackte Petersilie nach Geschmack
Paniermehl, Ei, Milch, Öl – zum Panieren und Abbacken
Zubereitung:
Lauch fein schneiden und in der Butter kurz anschwitzen. Abkühlen lassen.
Alles Zutaten – bis auf die für die Panade – verkneten. Je nach Gefühl noch etwas Paniermehl oder mehr Milch zugeben. Es sollte ein recht fester Teig entstehen.
Aus dem Teig kleine Würstchen formen. Panierstraße: Ei mit Milch verkleppern, Paniermehl salzen und pfeffern. Würstchen erst durchs Ei ziehen und dann im Paniermehl wälzen. Eine halbe Stunde lang abkühlen lassen.
Öl in einer Pfanne erhitzen, Würstchen bei mittlerer Hitze rundum knusprig anbraten. Sie sollten innen allerdings auch durch sein – deshalb nicht zu flott.
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So. Noch flott mein Rhabarberkuchen mit dem letzten Rhabarber aus dem Garten. Den wollte ich eigentlich längst geerntet haben. Gut, dass ich es nicht getan habe. Hat mir die Entscheidung für gestern echt erleichtert.

Bei mir langten die Mengen für eine kleine Tarteform. Der Kuchen ist sehr flach. Und wunderbar unsüß. Der Teig hat etwas von Shortbread mit reduziertem Zuckeranteil. Perfekt zum Rhabarber. Und noch perfekter mit einem ordentlichen Löffel Vanilleschlagsahne.

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WALISISCHER RHABARBERKUCHEN
Zutaten (für eine kleine (!) Tarteform)
… für den Teig:
125 g Butter
250 g Mehl
40 g Zucker
1 gestrichener TL Zimt
eventuell etwas Wasser
… für die Füllung:
300 h Rhabarber
80 g Zucker
4 EL Granatapfelsirup (statt Wasser wie im Original)
Zubereitung:
Alle Teigzutaten verkneten, zwei Kugeln formen, kühl stellen.
Ofen auf 200 °C voheizen.
Rhabarber putzen und in insgesamt feine Streifchen schneiden. Sieht man auf dem Foto vom offenen Kuchen ganz gut. Streifchen in einer Schüssel mit Zucker und Sirup kurz durchziehen lassen.
Derweil Form fetten. Eine der Teigkugeln ausrollen und in die Form geben. Am Rand hochziehen. Rhabarber einfüllen.
Zweite Teigkugel ebenfalls ausrollen und als Deckel verwenden. Überstehende Teigränder nach innen einklappen oder abschneiden.
Etwa 45 Minuten lang abbacken. Eventuell am Ende etwas mit der Hitze herunter gehen.
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So. Pflicht erfüllt. Ich gehe dann mal beim Einkauf das Abendessen meditieren…

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