Aus und vorbei…

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Die Freiheit hat sich ab morgen wieder erledigt. Es geht zurück an den Schreibtisch. Ich hatte mich gerade so schön daran gewöhnt, den Tag zu vertrödeln, womit ich mag. Menno! Was soll’s?! Nach dem Urlaub ist vor dem Urlaub. Schlauerweise hatte ich an meine drei Wochen noch zwei Überstundentage angehängt, sodass diese – erste – Woche zum Eingewöhnen ja nur drei Arbeitstage hat. Langt auch gerade.

Der Garten hat sich in unserer Abwesenheit ganz brav verhalten. Die Tomaten haben praktisch auf uns gewartet. Zur Zeit färbt sich täglich eine, heute auch mal drei.

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Aber meine beiden Tomatenbeete hängen voll. Da lohnt es sich am Ende doch noch, das ein oder andere Glas für den Winter zu konservieren. Momentan wird alles sofort verschlungen, das reif ist. Und dann hatte ich ja noch die Santorinitomaten im Koffer geschmuggelt.

Aus gut der Hälfte habe ich das Saatgut herausgepresst. Den Rest haben wir mit Genuss verspeist. Mit großem Genuss.

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Dazu gab es die erste Kartoffelernte aus dem eigenen Garten. Zwei meiner Pflanzen – ein Bamberger Hörnchen und eine Vitelotte – hatten während des Urlaubs den Geist aufgegeben und ich grub mal aus, was noch zu retten war. Ich wage fast nicht, das Foto hochzuladen. Man muss schon sehr genau hinschauen, um sie zu erkennen. Eine Lesebrille hilft. Oder ein Rasterelektronenmikroskop. Sie tummeln sich übrigens in dem niedlichen Schüsselchen, das ich aus Griechenland mitgebracht habe.

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Dazu gesellte sich eine Champignonrekonstruktion, an der aber noch gefeilt werden muss. Sollte sie jemals so schmecken wie die auf Amorgos, gibt es ein Rezept.

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Damit waren die „Kleinigkeiten“ erstmal verbraucht. Blieb noch, die sich anbahnende Zucchinischwemme im Keim zu ersticken. Dazu habe ich gestern versucht, Zucchini zu fritieren. Auf Naxos hatten wir welche gegessen, und mir war nicht klar, wie die außen so herrlich knusprig sein konnten. Zucchini sind ja eher für ihre Schwabbeligkeit bekannt. Sorry, Zucchini!

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Und da hier gerade diese UFOförmigen „Sunburst“ geradezu explodieren, sind gestern zwei davon in einen Test investiert worden. An dieser Stelle ein Lesetipp für Menschen, die sich mal an griechischer Küche versuchen möchten: My Greek Dish. Darauf bin ich über Herrn Google im Urlaub gestoßen. Sehr empfehlenswert, sehr hilfreich – und vor allem: in Englisch.

Jedenfalls gibt es dort eine Anleitung, wie man die Dinger knusprig und nicht fettig kriegt. Sie heißen „Kolokithakia tiganita“. Und es klappt. Ich habe es getestet und auf Deutsch zusammengefasst:

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FRITIERTE ZUCCHINI (Kolokithakia tiganita)
Zutaten:
Zucchini (geht auch mit Auberginen)
Salz
Mehl
neutrales Pflanzenöl (hier Rapsöl)
Meersalz, Pfeffer aus der Mühle
Kräuter nach Belieben
Zubereitung:
Die Zucchini in gleichmäßige Streifen schneiden. Ich habe es mit dem Pommes-frites-Format getestet, im Restaurant sahen sie hübscher aus und waren dünner und länger.
Die Schale kann bei den üblichen, länglichen gelben oder grünen Exemplaren dran bleiben. Die von meinen UFOs ist zu dick, die habe ich entfernt.
Alle Zucchinischnitze in ein Sieb geben und kräftig salzen. Etwa eine Stunde abtropfen lassen. Erstaunlich, was da an Flüssigkeit austritt.
Zucchini mit kaltem Wasser abspülen und mit Küchenkrepp ordentlich trocken drücken. Alle in Mehl wenden und nebeneinander auf ein Schneidbrett oder Backblech (je nach Platz im Kühlschrank) legen.

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Jetzt ist erstmal Pause. Die Dinger brauchen drei Stunden Kühlung. In dieser Zeit verkrustet das Mehl mit noch austretender Zucchiniflüssigkeit.
Das Öl erhitzen (Holzlöffeltest) und die Zucchinistücke portionsweise darin fritieren. Auf Küchenkrepp abtropfen lassen. Mit frischgemahlenem Pfeffer und Meersalz würzen. Nach Belieben Kräuter zugeben. Mein Test mit Thymian verlief zufriedenstellend.
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Da ich den Gatten, der heute schon wieder im Flieger sitzt, nicht zur meistgehassten Person an Bord machen wollte, habe ich keinen Tzaziki dazu gemacht, sondern einen sehr leckeren Fetadip mit ein wenig Chili. Das passte sehr gut. Ich verspreche auch, beim nächsten Versuch etwas an der Formschönheit zu arbeiten. So sehen sie halt eher belgisch als griechisch aus.

Bevor ich mich jetzt mental auf den morgigen Arbeitstag, dessen Ende ich momentan noch nicht abschätzen kann, einstelle, noch ein Foto von meinem aus einem Kern gezogenen Mispelbäumchen. Keine Ahnung bislang, ob ich riskiere, es im Winter draußen zu lassen. Bin mir noch nicht so sicher. Wirkt so hilfsbedürftig. Ungefähr so wie ich morgen früh um sieben…

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