„Herr: Es ist Zeit.“

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Ich vermelde die Punktlandung des ersten Wirsings der Wirsingsaison 2016/17 (i.ü. bitte zwotausendsechzehnsiebzehn zu lesen – nicht zwanzigsechzehnsiebzehn…). Ich ließ ihn gestern gleich mal ran, den Wirsing, leichtes Mädchen das ich bin. 

Etwa zwei Minuten, bevor ich ihn kaufte, erblickte ich vor dem Hofladen des Bornhofs bei meinem samstäglichen Besuch folgendes Schild:

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Juhuuuu! Die kommende Woche ist gerettet! Da muss ich wohl morgen auf dem Heimweg aus der Hölle einen kurzen Zwischenstop einlegen. An mein Herz, Hühner!

Anschließend ging es im Garten zur Sache. Ich habe die Tomatensaison offiziell beendet, die Pflanzen beerdigt und die letzten Früchte ins Haus geschleift. Alles, was Farbe hat, darf gleich noch in den wärmenden Ofen. Alles Grüne kriegt noch ein paar Tage zum Nachreifen spendiert.

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Das in der Mitte sind übrigens keine besonders hässlichen Tomaten, sondern zwei Zitronengurken. Ich glaube, ich verarbeite sie zu einem Zaziki nach aus Griechenland angeschlepptem Rezept. Dann kann ich das endlich mal schriftlich fixieren – auch wenn die Grillsaison, die hier ohnehin nur auf einen einzigen Tag beschränkt ist, mittlerweile auch bei grillfreudigeren Menschen als wir es sind, beendet sein dürfte. Genial: Ich blogge jetzt antisaisonal.

Apropos „Saison“. Ich gebe auf. Freihändiges Abendessenfotografieren hat sich ohne Hilfsmittel jetzt für dieses Jahr erledigt. Ab heute hetze ich wieder mit (m)einem Teller die Treppe hoch und lasse ihn im Lichtzelt abkühlen, während der Gatte unten schon mal anfangen darf zu essen. Die beiden Fotos von gestern ließen sich selbst durch intensive Bearbeitung nicht mehr in einem präsentablen Zustand bringen. Deshalb erspare ich sie der Öffentlichkeit jetzt auch mal.

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Als Vorspeise gab es Ofenkürbis und Ofentomaten mit Sesam, gerösteten Kürbiskernen, selbstgemachten Balsamicozwiebeln und reichlich Petersilie. Sehr leckere Kombi. Nach Otolenghivorbild wurden die Muskatkürbiswürfel nach dem Ofengang in Za’atar und den Kürbiskernen gewälzt. Mjam.

Anschließend gab es Fisch auf Wirsing. Den Wirsing hatte ich in Streifen angebraten und mit Sushiingwer und Rotisseursenf gedünstet. Ein Versuch nach einem Chinakohlrezept von André Jäger. Aus diesem Rezept („Auf der Haut gebratener Heilbutt mit Chinakohl und Moutarde de Meaux“ aus „Fischerzunft“) stammt auch die Sache mit den Senf-Chips, die es dazu gab.

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SENFCHIPS
Zutaten:
1 EL Moutarde de Meaux
200 g mehlig kochende Kartoffeln, weich gekocht und püriert
1 Prise Salz
Zubereitung:
Den Senf unter fließendem Wasser auswaschen, so dass nur die Körner zurückbleiben. Mit Kartoffeln und Salz mischen. Auf einer Backfolie in der gewünschten Größe dünn ausstreichen und trocknen lassen.

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Sehr genial. Foto gibt es aus den vorab genannten Gründen leider keins. Ich habe etwas getan, das man nienieniemals tun sollte: den Püriertstab in die Kartoffel halten. In diesem Falle hielt ich das für gut. Und das war es auch – auch wenn ich gar nicht hinschauen mochte. Die Masse wird richtig schön klebrig und lässt sich prima hauchdünn ausstreichen. „Getrocknet“ habe ich im Ofen bei 180°C Umluft bis alles schön knusprig war.

Ich bin sicher, dass sich diese Kartoffelpampe-Idee prächtig variieren lässt. Mit verschiedenen Gewürzen und Kräutern. Vielleicht gibt es dann ja auch mal ein Foto, das man vorzeigen kann…

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Coole Sache – kein Foto. Und jetzt: Zufriedenstellendes Foto – schmeckt aber Kacke. Das ist der Hopfenlikör, den ich spaßeshalber aus unseren dreieinhalb Hopfenblüten angesetzt habe. Guuut… Laut Rezept sollte er jetzt noch sechs Monate durchziehen, aber ich befürchte, dass ihn auch das nicht wirklich lecker machen wird. Vielleicht muss man ihn auch einfach als Medizin ansehen und runterwürgen. Keine Ahnung.

Fürs Foto durfte er übrigens im Oscar-Wilde-Glas Platz nehmen. Das Glas ist aus der Serie „Drink with the great drinkers“. Je nach Stimmung kann man sich beispielsweise auch mit Dorothy Parker oder Winston Churchill abschießen. Vielleicht ein früher Weihnachtsgeschenktipp? Zu erwerben über die geniale „Unemployed Philosopher’s Guild“. In meinem Besitz befindet sich auch seit einer Weile das Hl. Sebastian-Nadelkissen. Leider mittlerweile „out of stock“. Das musste ich einfach haben – auch wenn ich dafür wahrscheinlich in der Hölle schmoren werde. Ach was… Das Nadelkissen macht den Bock wahrscheinlich auch nicht mehr fett…

 

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