Herrlich! Die besinnliche Adventszeit…

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Es ist ja fast nicht auszuhalten. Wie in jedem Jahr sind sämtliche Leute, mit denen ich den Tag über zu tun habe, unglaublich genervt. Und gereizt. Und Tag für Tag sinkt die Reizschwelle. Herrgottsackzementnochmal!

Wie gut, dass ich mich in der kommenden Woche ausschließlich mit Plätzchenteigen zu beschäftigen gedenke. Die motzen wenigstens nicht rum. Und falls doch, gibt’s halt eins mit dem Nudelholz.

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Außer dem Einhorn habe ich noch einen Fisch angeschleppt, in den ich mich spontan verliebt hatte. Bei näherem Betrachten finde ich ihn jetzt allerdings doch wieder angsteinflößend filigran. Wir werden sehen…

Meine eigene Laune ist übrigens momentan noch ganz hervorragend – dank der ausgezeichneten Rindfleischsuppe von gestern, deren Reste gerade erwärmt werden. Der samstägliche Besuch auf dem Ahrtalhof bescherte mir außer einem hübschen Stück Querrippe noch einen großen Beutel Knochen. Manche Frauen wünschen sich Preziosen. Mit genügt ein Beutel Rinderknochen zum Glücklichsein.

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Nachdem die Suppe zwei Tage lang gaaanz langsam vor sich hingeblubbert hatte, war sie gestern ein Hochgenuss. Erfahrungsgemäß ist sie heute noch besser. Und ein oder zwei Gläser dürften auch noch in den Kühlschrank wandern – vom flüssigen Gold. Die Einlage sind übrigens Mehlklößchen nach Mutterns Rezept. Mit viel Petersilie.

Ansonsten habe ich meine Schwarzkohldefloration erfolgreich hinter mich gebracht. Den hatte ich mir für die Gemüsekiste am Donnerstag ausgesucht. Und er erwies sich als ausgesprochen lecker.

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Zusammen mit einem frischen Würstchen, das mir ebenfalls vom Ahrtalhof aus gefolgt war, und dreierlei Hasselbacks blieben kaum Wünsche offen. Den Kohl hatte ich blanchiert, in angeschwitzten Schalotten kurz mitgeschwenkt und dann unter Zugabe von getrockneten Gozo-Tomaten, etwas Hühnerbrühe, Sahne, Salz und Pfeffer kurz etwas angeschmurgelt.

Die lila Kartoffeln sind von der Sorte „Violetta“, die der Hof Ardema seit diesem Jahr anbaut. Deutlich anspruchsloser zu schälen als Vitelotte, da glattere Oberfläche, gleiches Lila, aber deutlich weniger maronig. Schmeckt wie gelb, ist aber lila.

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Und dann gab es noch die Petersiliennudelreste. Der Teig war übrigens am zweiten Tag eine wahre Freude. Am Tag vorher hätte ich ihn am liebsten in die Tonne gekloppt. Kann passieren.

Unter den Nudeln befindet sich eine hervorragende Roquefortsauce, die man dank des geringen Kontrasts zum weißen Teller kaum erahnen kann. Sie war, wie eine Roquefortsauce schmecken muss: cremig und doch fluffig. Schlimm nur, dass ich mich nicht mehr wirklich erinnern kann, wie ich sie gemacht habe. Ich versuche es mal mit Schimmelkäsemeditation:

Ich habe Schalottenwürfel angeschwitzt und mit Weißwein abgelöscht. Den Weißwein habe ich fast komplett einkochen lassen und dann mit etwas Geflügelbrühe aufgefüllt. Und gleich nochmal einkochen lassen. Schließlich einen guten Schuss Sahne dazu. Das Ganze flott durch ein Sieb passiert und wieder erwärmt. Roquefort in Stückchen dazu und in der Sauce schmelzen lassen. Achtung! Nicht mehr aufkochen. Bloß das nicht! Dafür vor dem Anrichten ganz kurz aufmixen.

Schließlich mit noch einem Schluck Wein, Salz, schwarzem Pfeffer und einem Hauch Muskat abgeschmeckt. Mjam!

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Deutlich weniger „Mjam!“ das obige Foto. Die gruselige schwarz-rot-güllene Kartoffelkombi fiel mir erst beim Bearbeiten des Fotos so richtig unangenehm auf. Violetta, Cherie, Soraja in unnachahmlicher Schland-Pose. Reißt euch mal zusammen, Mädels! Diese kartoffelige Deutschtümelei ist ja eklig. So sehen vielleicht die Kartoffeln auf Markus Söders Tisch aus. Aber nicht hier! Nicht in diesem Haushalt!!!

Zum Schluss noch ein Fundstück aus Idstein, das ich eigentlich dem Fahrradschrauber der Familie stolz präsentieren wollte, der ansonsten Scherze wie „Why is six afraid of seven?“ – „Because seven ate nine!“ (schriftlich jetzt natürlich nicht so der Oberhammer…) zu schätzen weiß, der es aber leider bereits kannte. Ich mag’s trotzdem.

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4 Kommentare

    1. @astrid @ilse: wer kann schon einen mann nicht lieben, der sich im folgenden zitat das wort „korpsgeist“ verkniffen hat?! „Wenn wir Reformen machen wollen, brauchen wir einen Mannschaftsgeist. Und dieser Mannschaftsgeist ist der Patriotismus.“ 😀

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