Gozo Second Hand

Da ich ja alljährlich zwischen Mitte Dezember und Mitte Januar nur unter erschwerten Bedingungen versuchsweise und kriechend einen Urlaubsantrag einreichen kann, sitze ich jetzt Tag für Tag im Büro, während der Gatte für ein paar Tage zum Tauchen auf Gozo gelandet ist. Ich gönne es ihm. Ehrlich.

Um diese Jahreszeit waren wir noch nie dort. Und ich kann echt nicht fassen, wie grün es allüberall ist. Wobei offensichtlich selbst die Gozitaner von dieser Grünheit überrascht sind. Es regnete wohl in den vergangenen Wochen recht häufig und ausdauernd. Häufiger und ausdauernder als üblich.

Und während ich hier allmorgendlich den Eiskratzer und die Schneeschaufel schwinge, weilt der Chef in angenehmen 15 bis 20 Grad. Allerdings war die Tauchfreude von kurzer Dauer, da seit gestern Nachmittag starker Wind aufkam. Schluss mit lustig!

Wirklich lustig allerdings die derzeitige Sensation auf Gozo: Schwäne!!! Das Lesen der Kommentare wird empfohlen. Der Gatte berichtete, dass permanent drei Polizisten auf die zwölf Schwäne aufpassen. Scheint nötig zu sein. Jagen ist auf Gozo was für echte Kerle. Beim letzten Mal sind wir über Kaninchenfallen und zwischen Schießscharten an der Küste entlang gehüpft.

Zurück zum Wind: Der Platz, an dem unser Tisch beim köstlichen letzten Essen im „Pulena“ stand, wurde heute geflutet. Und auf der Kaimauer an der Marsalforn Bay mag ich gerade auch nicht in Rock und Schläppchen sitzen.

Dafür kasteie ich mich im kalten Untertaunus. Das sind keine „guten Vorsätze“, das ist ein Muss. Ich schalte auf ordentliche Ernährung um. Die vielen Mon Cheries im Büro zur Beruhigung, das endlose Sitzen, meine eigene Zügellosigkeit – sie haben mich in eine Situation gebracht, in der ich mich – mal wieder – einer ordentlichen Menge Körperfetts entledigen muss. Danke auch!

Deshalb gibt es in der nächsten Zeit auch sehr kohlenhydratarme Essensfotos. Ich bin da gerne sehr streng zu mir selbst. Weichet, Kartoffeln! Geh weg, du bist böse, Weißbrot!

Gestern gab es Gemüse mit Hähnchen und Pecorino. Was mich immer wieder erstaunt, ist die Tatsache, dass man innerhalb kürzester Zeit Gefallen an einem simplen Apfel findet. Oder an einem Brot mit Käse und Gurke. Für heute wartet ein wunderschönes Stück Kabeljau in der Küche. Und die Reste des versehentlich zuviel gekauften Lauchs. Mit Orange. Her damit!

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