Ich mach’s nur mit!

Mit Brille. Stricken. Seit heute isses offiziell: Ich kann nur noch mit Lesebrille handarbeiten. Verdammt! Nachdem gestern bereits auf der zweiten Runde der gerade begonnenen Socken ein ziemliches Chaos entstanden war, warf ich das Strickzeug weg. Heute kramte ich es wieder raus, korrigierte die Fehler – und trug dabei die Brille. Oh Gott! Ich bin alt!!!

Den Gedanken hatte ich vergangene Woche schon einmal. Und zwar genau am Donnerstag Abend um 20:15 Uhr. Da sank ich nämlich aufs Sofa, um mir den „Bergdoktor“ anzuschauen. Ich geb’s zu: Das war nicht meine erste Folge. Natürlich schaue ich das nur wegen der herrlichen Landschaftsaufnahmen. Is‘ klar! Muss ja nicht extra hervorgehoben werden, oder?!

Vorher – also im Verlaufe des Donnerstags – erging es mir nicht viel besser. Excel-Schulung für Fortgeschrittene. Acht Stunden stillsitzen und zuhören. Und begreifen. Dass wir uns nicht missverstehen: Ich liebe Excel! Wirklich und wahrhaftig! Ich verliebte mich bereits in die erste Version, die ich auf meinem 286er laufen hatte. Und noch heute schreibe ich Briefe mit Excel. Und führe Tabellen über alles mögliche.

Momentan zum Beispiel über den Fortschritt meiner Low-Carb-Bemühungen. Und seit Donnerstag ist mir jetzt auch endlich klar, was die „bedingte Formatierung“ alles kann. Phantastische Sachen. Und es gab einen Moment kurz vor der Mittagspause, als ich am liebsten meinen Kopf auf den Tisch geschlagen hätte. Mehrfach. Mit wachsender Intensität. Wenn ich DAS vor zwanzig Jahren schon gewusst hätte…!

Ich suche gerade nach der Formel, die mir den Verlust an Lebenszeit errechnet, die mich meine Unwissenheit gekostet hat. Egal! Was ich eigentlich sagen wollte: Die Kraft, die einen acht Stunden Stillsitzen und Zuhören kosten, steigt proportional zum Lebensalter. Sage ich mal so. Themenwechsel.

Freitag habe ich die Fischtheke geplündert. Keine Ahnung, weshalb, aber „tegut“ hat schubweise alle paar Wochen alles, was man sich wünschen kann. Ich schleppte den ersten Skrei der Saison nach Hause. Und zwei dicke Stücke  Seeteufel. Und ich ärgere mich jetzt noch, dass ich die beiden Langustenschwänze nicht eingepackt habe, die da so aufreizend rumlagen.

Den Skrei jedenfalls gab es auf Selleriepüree. Wobei ich sagen muss, dass meine Sellerieknolle von gestern mich fast in eine Sinnkrise stürzte. Irgendwie wurde die nicht so wie sonst. Der Gatte fand das Püree lecker, aber irgendwie… Egal! Dazu gab es Vitelottechips und Petersilienöl. Und den Skrei auf der Haut gebraten. Ach! Und Senfkresse. Endlich mal wieder ein Kästchen erwischt!

Und: Endlich mal wieder ein unterbelichtetes Essensfoto gemacht. Das letzte lag schon 24 Stunden zurück. Die Kälte im Winter ist ja noch auszuhalten, aber dieser dauernde Mangel an Licht! Ich vermute, die Kabeljauschwärme werfen sich auf Höhe der Lofoten freiwillig in Schleppnetze und an Köder, weil sie sonst rammdösig werden.

Leider kann ich das nicht überprüfen, wenn wir im Juli dort sein werden. Der Urlaub ist geplant. Es werden die Lofoten.  Im Juli dürfte das Problem wohl eher nicht der Lichtmangel sein. Ich kann praktisch bei Attacken seniler Bettflucht mit der Kamera durch die Gemarkung streifen. Und keins der Fotos kurz vor Mitternacht wird ähnlich schummrig wie die von den momentanen Abendessenstellern sein.

Jedenfalls ist dann heute der Seeteufel dran. Bei hässlichen Fischen fällt das Essen leichter. Finde ich. Und der Seeteufel ist nicht nur hässlich, er ist sauhässlich.

Ein Filetstück vom Seeteufel alla Saltimbocca dagegen wirkt recht hübsch. Dazu gab es eine Mischung aus Ratatouille und Peperonata – improvisiert aus Resten. Das passte hervorragend. So ein Seeteufel kann schon ein wenig „Schmackes“ in den Beilagen ab.

Sogar Piri-piri und Oliven. Und es war köstlich – auch wenn es wieder unterbelichtet ist.

 

4 Kommentare

  1. „Ich liebe Excel?“ Komischer Vogel, ich habs gewusst. Skrei gibt es in Bayern noch nicht. aber den hässlichen Teufel schau ich mir mal an. und übrigens, wenn du denkst du hast ein Problem wegen Lesebrille brauchen – du wirst mit Nostalgie auf dieses Problem zurückblicken…

    1. für mich ist das brillenproblem echt hart. zeit meines lebens wollte ich eine, bekam aber nur eine zahnspange. zwischendurch habe ich mir zweimal welche mit fensterglas angeschafft. aaaber – als ich endlich wirklich eine brauchte, war es eine gegen „altersweitsichtigkeit“. verdammt!!! *grrrrr*

  2. Too much information dachte ich schon… aber dann ging’s mal wieder nur um Handarbeit. :\

    Ja, Excel ist toll. Vor vielen Jahren habe ich mal Maschinenlaufpläne mit Excel-Kästchen gezeichnet. Oder die Maschinenkonstruktionspläne zweier Fertigungshallen mit der Word-Zeichenfunktion (CAD-Software war der AG zu teuer für den Zweck :D). Aber die Idee, Briefe mit der Tabellenkalkulation zu schreiben, ist sogar mir neu. :haha:

Kommentar verfassen