„Wenn der Abfluss mal verstopft ist…

 

… ja, was ist denn schon dabei…?!“

Die Abflussaktion trieb uns nahezu in den Wahnsinn. Zumindest während der ersten Hälfte des heutigen Tages. Nachdem ich zum wiederholten Male den kompletten Ablauf zerlegt und inspiziert hatte, sagte uns die Logik, dass die Verstopfung irgendwo in der Wand sein müsse. Mit einem dieser Spiraldinger arbeiteten wir uns vor. Nix. Das gleiche von allen Stellen im Erdgeschoss, an denen Rohre in der Wand verschwanden: Toilette, Dusche, HWR-Ablauf. Nix!

Verdammtverdammtverdammt! Mein Handwerkerselbstbewusstsein entsprach exakt dem Zustand des Betons in der Tiefgarage auf dem Foto oben. Nirgendwo trafen wir mit der saublöden Spirale auf einen Widerstand. Und trotzdem sprudelte das Spülmaschinenablaufwasser auch nach dem x-ten Versuch lustig gluckernd in der Spüle hoch. Sowas kann einem schon das Wochenende vermiesen.

Am Ende waren wir sicher, dass aufgrund der Wassermenge, die in den Abfluss lief, bevor es sich staute, die Verstopfung irgendwo nicht allzu weit hinter dem Wandeintritt des Küchenrohrs liegen musste. Und der Gatte griff erneut beherzt zum Black-und-Decker-Kärcher. Beim ersten Versuch fluteten wir die Küche. Beim zweiten verschwand das Wasser in der Wand. Also da, wo es hin sollte. Der Jubel war groß, als nichts mehr in den Eimer zurück lief, sondern auf Nimmerwiedersehen in den Tiefen der heimischen Kanalisation verschwand. Der Gatte erwägte kurz eine zweite Karriere als Gas-Wasser-Sch***e-Mann. So berauschend war das Gefühl, dieses Problem gelöst zu haben.

Das neugewonnene Selbstwertgefühl kanalisierten wir anschließend auf unterschiedliche Art und Weise. Ich bepflanzte die Kübel vor der Tür neu (will meinen: Ich entfernte die Schande des Winters), der Gatte arbeitete sich mit der Heckenschere durch unseren nicht endemischen Kirschlorbeer. Anschließend rückte ich mit der Schere den Stauden auf den Pelz. Als wir wieder einigermaßen geerdet waren, fing es an zu regnen.

Ein richtig netter Fastsommerregen plätschterte sanft auf meine Babies hernieder, die ich auf der Terrasse in der Sonne geparkt hatte.

Kommen wir aber nach all der Rohrreinigungs- und Tomatenaufzuchtromantik mal noch zu einem Thema, das mich auch heute Abend noch beschäftigen wird: Feta Saganaki. Wie lecker das erst mit eigenen Tomaten sein wird?!

Irgendwann unter der Woche bereitete ich es zu. Es musste flott gehen. Und es gab mal wieder sautierte Champignons dazu. Und am Ende stellten wir fest, dass es etwas ist, bei dem man Fleisch oder Fisch null vermisst. Diese Südländer haben es halt drauf. Hier das Rezept und die Bauanleitung:

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FETA SAGANKI
Zutaten (für zwei Portionen):
12 Cocktailtomaten
Basilikum in feinen Streifen
Knoblauch gehackt oder wie bei uns Bärlauch in Streifen
250 g Feta, gewürfelt
10 Oliven, entsteint und geviertelt – eigentlisch schwarz, aber meine grünen von Gozo mussten weg
1 rote Paprika, in kurzen Streifen
Paprika – also das Gewürz (hier portugiesisches, süßes)
gerebelter Oregano
Olivenöl
Zubereitung:
Tomaten halbieren und auf zwei Förmchen verteilen. Gehackten Basilikum und Knoblauch darauf geben (ich nahm der Kollegen zuliebe Bärlauch). Fetawürfel auf die Tomaten geben.
Paprikaschnippel zwischen die Tomatenhäften stecken. Restlichen Feta und die Olivenstücke darüber verteilen. Mit Paprika und Oregano bestreuen, mit Olivenöl beträufeln und ab in den Ofen: 200°C Umluft, etwa 20 Minuten.

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Das ist jetzt optisch nicht das totale Highlight, aber es ist sehr lecker. Wenn man Feta mag. Ich freue mich schon auf den Sommer. Dann wird mein Basilikumbaby soweit sein, darauf geschnippelt zu werden. Und vielleicht habe ich am nächsten Tag frei und kann nach Herzenslust Knoblauch drauf streuen.

Apropos „frei“: noch vier Tage arbeiten. Dann isses soweit. Ab Freitag habe ich Urlaub. Bis nach Ostern. Yeah! Aber jetzt genieße ich gleich erstmal das glückliche Gefühl, dass die Spülmaschine abpumpt und es nicht gluckert. Das Leben ist schön. Besonders an der Seite eines Mannes, der mit einem Hochdruckreiniger umzugehen versteht.

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2 Kommentare

  1. oh… mhm. Klingt gut, das Tomatenzeug. Habe ich alles da, bis auf die Oliven… könnte man ja mal machen, heute. Oder morgen. Der Fisch muss weg.
    Wie immer danke für die Inspiration!
    (nur weil ich leise bin, bin ich nicht weg – herzliche Grüße!)

    1. perfekter satz: „nur weil ich leise bin, bin ich nicht weg.“ geht mir zur zeit exakt genauso. lesen (und nachwuchs-&-ehrgeizige projekte-bewundern auch) schaffe ich meist gerade noch so. zum tippen fehlt die kraft.
      aber wem sage ich das… 😀

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