Ein wirklich guter Tausch!

Vielleicht einer der besten meines Lebens. Ich habe die Überstunden für drei freie Frühlingstage mit herrlichem Wetter fast ausschließlich im Winter zusammengespart. An düsteren Nachmittagen. Und früh morgens, wenn man eh nichts mit der Zeit anfangen konnte – außer schlafen. Und jetzt hat mir das drei ausgezeichnete und total freie Sonnentage beschert. Genial!

Dazu wurde gestern aus der Not eine Tugend. Die Heimkehr des Gatten sollte mit gefüllten Paprika gefeiert werden. Die gibt es hier üblicherweise mit Curryreis. Reis. Möööp! Ich bastelte an einer reisfreien Variante. Und am Ende war sie eigentlich leckerer als die, die wir seit Jahren essen.

Als Beilage gab es scharfes Gemüse mit Kräutern (reichlich Petersilie und etwas Koriander) und mit einem Hauch von Orient. Ras El Hanout könnte ich ohnehin gerade an alles kippen. Wagenladungsweise. Damit kann man einfach nichts falsch machen. Genauso wenig wie mit Kreuzkümmel.

Nachdem für heute zwar noch Paprika, aber nur noch wenig Beilagen übrige waren, beschloss ich eben, eine Art Bratlinge herzustellen. Guuut… Meine Ökozeiten liegen mittlerweile auch weit mehr als dreißig Jahre zurück – aber so ein Bratling… Man wird ja mal Couscous benutzen dürfen.

 

Steht hier eh schon länger unbeachtet rum. Man hört praktisch beim Betreten des HWR immer dieses leise und unterschwellige „Büttebüttebütte! Ich!“. Heute durfte der Beutel ran. Er freute sich. Und ich mich am Ende auch. Ganz ehrlich: Das ist nicht nur lecker. Das ist ein Traum. Ein Ökotraum, aber ein Traum.

Ich versuche das jetzt mal einigermaßen nachzuvollziehen.

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COUSCOUS-SÜSSKARTOFFEL-KÜCHLEIN
Zutaten:
125 g Couscous
250 ml Hühnerbrühe (oder Gemüsebrühe oder…)
1 rote Zwiebel
1 große Süßkartoffel (im Nachgang schätze ich sie mal auf etwa 400 g)
Olivenöl
Madras Curry, Ras El Hanout (jaune), Kreuzkümmel – jeweils nach Geschmack
etwa 10 Blätter Bärlauch, fein gehackt
Salz, Pfeffer
2 EL Schmand
1 Ei
nach Bedarf etwas Paniermehl
Zubereitung:
Couscous und Brühe aufkochen und quellen lassen. Süßkartoffel fein raspeln, Zwiebel hacken.
Olivenöl erhitzen, Zwiebelwürfel darin glasig anschwitzen, Süßkartoffel zugeben und langsam etwas garen lassen.
Couscous und Süßkartoffelmasse vermengen. Bärlauch und Gewürze unterkneten. Desgleichen den Schmand, das Ei und etwas Semmelbrösel.
Masse zu „Frikadellen“ formen und ausbraten.
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Das sieht jetzt auf dem Foto deutlich dunkler aus, als es eigentlich war. Röstaromen halt… Also: Foto ignorieren! Nachkochen!

Erst waren die Dinger etwas zu feucht. Nachdem ich einen Löffel Paniermehl untergeknetet habe, ließen sie sich perfekt ausbacken. Einfach probieren. Ist auch von der Größe des Eis abhängig. Is‘ klar. Und der Bärlauch kann natülich zu Nichtbärlauchzeiten durch Knoblauch ersetzt werden. Petersilie, Thymian, Oregano schaden . sicher auch nicht. Und scharf geht auch. Logisch.

Hier ist übrigens gerade Mandelblütenstimmung angesagt. Wir feiern die Mandelblüte. Singular. In diesem Jahr gibt es nämlich exakt eine. Direkt am Stamm. Sehr unfotogene Stelle. Das kommt davon, wenn man den Kahlschlag zu spät im Jahr durchzieht. Das Mandelbäumchen blieb im vergangenen Jahr zum ersten Mal weitgehend von der Monilia-Spitzendürre verschont. Da sah ich bis nach dem Urlaub davon ab, die „Full-Metal-Jacket“-Nummer durchzuziehen. Fehler!

In diesem Jahr wird er frühzeitig geschoren. Monilia hin, Kräuselpest her. Da muss er durch, der Kleine.

Und ich setze mich jetzt noch kurz zu meinem Tomatenkindergarten in die Abendsonne. Wir mögen das nämlich recht gerne.

sdr

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