Man muss auch mal was riskieren. Oder so.

Als ich heute morgen die Botschaft in der Tomatenverpackung entdeckte, war ich ein wenig geplättet. Tomaten sprechen zu mir! Mit einem Hauch Lou Reed. Okeeeehhhh… Marketingexperten von Tomatenproduzenten sprechen  zu mir. Kling aber blöder. Deutlich blöder.

Ich mach’s mal kurz: Auch Karsamstag kann ein „perfect day“ sein. Nicht für jeden. Nicht für den, der am Kreuz hängt zum Beispiel. Aber für mich. Da muss man auch mal was riskieren. Zum Beispiel ein Rezept für einen „Osterkuchen von den Balearen“. Ich habe da so ein Kochbuch, das etwa zehn Zentner wiegt und Rezepte aus vierzig Ländern beinhaltet. Die Fotos sind etwas oldschool, aber die Rezepte funktionieren. Zumindest die, die ich bislang getestet habe.

In dem hier ist Anislikör drin. Und Minze. Was soll da eigentlich schief gehen? Eben. Nix!

Ich habe es getestet, es funktioniert und hier ist es:

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OSTERKUCHEN VON DEN BALEAREN
Zutaten (für eine 26cm-Form)…
… für den Teig:
250 g Mehl
25 g Zucker
100 ml Milch
1 Messerspitze Zimt
1 Schuss Anisschnaps
10 g frische Hefe
75 g Butter auf Zimmertemperatur
… für die Füllmasse:
6 große Minzblätter
4 Eier
250 g Zucker
500 g Ziegenfrischkäse (im Original war es Schafsfrischkäse, aber den habe ich auf die Schnelle nicht bekommen)
50 ml Anisschnaps
Zubereitung:
Mehl auf die Arbeitsfläche geben und eine Vertiefung in die Mitte drücken. Zucker, Milch, Zimt, Anisschnaps und zerkrümelte Hefe hineingeben. Das Mehl von außen mit den Zutaten verkneten. Zuletzt die weiche Butter einarbeiten.
Minze abspülen und trocken tupfen. In feine Streifen schneiden.
Die Eier in einer Schüssel verquirlen. Unter Rühren den Zucker inrieseln lassen. Masse blassgelb cremig aufschlagen.
Frischkäse, Minze und Anisschnaps unter die Eimasse rühren und zu einer glatten Creme aufschlagen.
Ofen auf 160°C vorheizen. Teig ausrollen und eine gefettete Form damit auskleiden. Boden mit einer Gabel einstechen.
Frischkäsemasse in die Form gießen. Kuchen etwa 45 Minuten abbacken. Mit Minze und / oder Puderzucker garnieren.
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Ja, jetzt bin ich so weit für Ostern. Zumindest ab heute Nacht. Der Kuchen ist schon mal bereit.

Beim Abendessen durfte eine der gestern angeschleppten Forellen ran. Und dazu allerlei Reste: ein Zucchino, ein paar Kirschtomaten, Champignons. Dazu zwei nach bewährter Methode doppelt in Sesam panierte Ziegenkäse.

Mehr kann man von einem Karsamstag nicht erwarten.

Und morgen steht Muttern am Herd. Und ich habe einen kochfreien Tag. Auch irgendwie nett.

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