„Weiße Spargel aus Athen…

… sagen dir ‚Komm‘ recht bald wie-hiedeeeer’…“

Möööp! Falsche Überschrift, aber gute Zusammenfassung dieses Blogposts. Eigentlich muss es heißen „Weiße Spargel aus Ingelheim…“ und „Rote Tomaten aus Athen…“ – aber wir sind ja hier keine pingeligen Kleingeister. Am Ende darf auch Südtirol noch mitmischen. Bolzano bzw. Bozen nämlich. Ingelheim… Athen… Bozen… – finde den Fehler in der Reihe! Richtig. In Athen und Bozen war ich schon mal in Urlaub. In Ingelheim nicht. Ach was…!

Beginnen wir mit den Spargeln. Meine kommen zur Zeit aus dem schönen Ingelheim am Rhein. Und gestern habe ich mir ein paar besonders schöne als Trost gegönnt. Bin ich doch schon wieder Strohwitwe und habe eigentlich gar keine Lust, allein zu essen.

Angesichts der Tatsache, dass mein Schnittlauch bereits einen hochmotivierten Eindruck macht, und der Gatte nicht da ist, setzte ich einen vielumschlichenen Plan in die Tat um: Spargel mit Bozener Soße. Die ist mir jetzt seit Jahren immer mal wieder über den (Lese-)Weg gelaufen – und immer habe ich leicht hyperventiliert wollte ich diese Soße testen, was aber stets an der extremen „Hartgekochte Eier“-Aversion des Eh’gemahls gescheitert ist.

Mann aus dem Haus, Schnittlauch geht ab wie verrückt. Das war mein Tag!

Habe meiner improvisierten Bozener Soße noch etwas Pimpinelle gegönnt, weil ich den nussigen Geschmack mag. Und weil sie neben dem Schnittlauch stand und mich beim Abschneiden intensiv fixierte. Dazu drei Radieschen, weil ich die bei Arthurs Tochter in diesem Zusammenhang so schlüssig und verlockend fand.

Insgesamt ist das mit der Bozener Soße eine recht simple Angelegenheit. Simpel und überaus köstlich. Ich bin überzeugt. Und ich werde sie dem Gatten nach seiner Rückkehr auch gegen seinen Willen aufdrängen, weil ich weiß, dass er sie auch lieben wird. Trotz der hartgekochten Eier.

Schließlich hat er mir ja auch Südtirol kurz nach unserem Kennenlernen gegen meinen Willen aufgedrängt, obwohl ich das nach einem Urlaub mit meinen Eltern in St. Leonhard im Passeiertal gar grässlich fand. Mag daran gelegen haben, dass ich da dreizehn und ohnehin nicht gerade interessiert an Urlaub mit meinen Eltern und dann auch noch ausgerechnet in den Bergen war. Wobei meine Schwester auf dem Foto noch deutlich weniger begeistert wirkt als ich.

Ungefähr so begeistert wie Max, als wir ihn mit auf den Dolomitenhöhenweg 2 schleppten. Allerdings hat er letzthin geäußert, dass er mittlerweile soweit wäre, nochmals eine ähnliche Tour mit uns zu gehen, falls wir das vorhätten. Wer sagt es denn?! Wir werden alle erwachsen. Irgendwann.

Die Lachswürfel hatte ich gaaanz behutsam im Ofen gegart, was leider dazu führte, dass sie in einem unüberwachten Augenblick ihr böses Eiweiß absonderten. Verdammte Lachswürfel! Sieht jetzt halt nicht so hübsch aus, schmeckte aber außerordentlich gut. Isch schwöre.

Zurück zur Soße. Sie funktioniert etwas so:

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BOZENER SOSSE (für zwei hungrige Personen und nur mit reichlich Spargel)
Zutaten:
2 Eier
Schnittlauch nach Geschmack (evtl. andere Kräuter zusätzlich)
1 TL Senf (ich hatte groben Rotisseursenf)
einen guten Schuss neutrales Öl (ich nahm Rapsöl)
einen Schuss Rinderbrühe (oder eine andere Brühe, von der gerade etwas verfügbar ist)
etwas Salz und Pfeffer zum Abschmecken
evtl. Radieschen oder Rettich (oder vielleicht Frühlingszwiebeln?) zum Anrichten
Zubereitung:
Zuerst die Eier hart kochen und abschrecken, Eiweiß und Eigelb trennen. Eiweiß in feine Würfelchen hacken und beiseite stellen.
Eigelb mit Senf und Brühe kurz pürieren, Öl unterrühren. feingehackte Kräuter und Eiweißstückchen zugeben und abschmecken.
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Dazu mein hübschestes Foto vom Rosengartenmassiv. Mahlzeit!

Kommen wir abschließend zu den Tomaten. Aus Athen. Und von Santorini und Naxos. Das Santorini-Saatgut hatte ich im letzten Sommer einem Beutel der in Oía von einem alten Bauern angebotenen Tomaten entnommen. Bei unserem Besuch der Tomatenfabrik hatte man uns erklärt, dass es das nicht zu kaufen gäbe, weil jede Familie ihre eigenen Kerne hätte – und strikt unter Verschluss hielte. Und weil die Tomatenproduktion auf Santorini mittlerweile praktisch tot sei. Ich schlug angesichts des Beutels sofort zu.

Die Naxos-Tomaten stammen aus den im „Paradiesgarten“ unauffällig eingesackten Tomatenstückchen der freundlichen Hexe. Alles weitere in den Griechenlandposts aus dem vergangenen Jahr: Athen! Andros! Naxos! Nochmal Naxos! Amorgos! Santorini!

Und meine ausgezeichneten Tomatenpflanzen wachsen und gedeihen zur Zeit ganz hervorragend. Wahrscheinlich weil sie noch drinnen hinter Dreifachverglasung und nicht im Beet stehen.

Ich möchte diesen Moment nutzen, um eine eindringliche Bitte abzusetzen: Wetter! Bitte! Mit den Nachfrösten muss es jetzt mal gut sein. Ich schlage mal Mindesttemperaturen von 5°C nachts vor. Das würde mir reichen. Ich will ja nicht unbescheiden sein. Und etwa 20 Liter Regen pro Nacht auf den Quadratmeter. Nur so als Richtwert…

Und tagsüber wären mir 25°C und Trockenheit recht. Sind ja keine übertriebenen Forderungen. Ein bißchen Mühe kann man sich schließlich auch mal geben, Wetter!

Dann könnte ich auch beruhigt die Strohblumen draußen lassen, die ich mir aus sentimentalen Gründen am Dienstag gegönnt habe. Danke, Wetter. Das ist nett von dir.

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2 Kommentare

  1. Köstlich! Ich hatte noch keinen weißen Spargel in dieser Saison (jedenfalls nicht zuhause) und auch keine Bozner Sauce. Was ich anprangere, beides!
    Das heißt aber auch, Dein Mann isst keine Soleier? Dabei war er mir ob seiner Weinvorräte bisher so sympathisch…

    Übrigens: Wenn Du den Lachs vorher 10 Minuten in eine 10% Salzlösung legst (Prise Zucker dazu ist optional), tritt kein Eiweiß während des Garens aus. Er bleib ganz wunderbar rosa, versprochen!

    1. es musste einen trick geben! danke! wird umgehend getestet.
      nix soleier, nix ostereier, nix senfeier – und auch keine von diesen stinkigen marmorierten, deren Rezept ich neulich in die hand gedrückt bekam. menno…

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