Ein feucht-fröhliches Wochenende

 

Es begann mit dem Marktfrühstück in Mainz. Und exakt für den Samstagmorgen hatte sich der Herrgott (also der, der „en Meenzer soi“ muss) überlegt, man könne ja mal für einen halben Tag die Sonne anwerfen und den Regen kurz abschalten. Schön war’s! ‚Weck, Worscht un Woi‘ und ausgezeichnete Stimmung. Auf dem Weg zum Treffpunkt ergatterte ich noch vier interessant aussehende Basilikumsorten an einem Marktstand. Guuut… Die schleppte ich dann den ganzen Morgen mit mir herum und quetschte mich mit ihnen bis zum Weinstand durch. Gibt Schlimmeres!

Sie haben es jedenfalls überlebt und genießen zur Zeit den sanften Landregen auf der Terrasse. Gemeinsam mit ihren neuen Freunden, die ich bereits gestern  raus geschafft habe, damit sie mal etwas Sonne abkriegen. Vor allem die Santorini-Tomaten machten abends einen sehr glücklichen Eindruck.

Zurück zum Marktfrühstück. Wir schwatzten und lachten und pichelten Wein und aßen Käse aus dem All(gäu), wie es unsere Pflicht war. Und am Ende musste ich flott zurück nach Hause, da der Gatte und ich noch eine Weinprobe geplant hatten. Der Geburtstagswein muss ausgesucht werden. Man möchte ja nicht, dass am Ende jemand verdurstet. Ende Juni kann es ja auch mal ziemlich heiß und trocken sein.

Der Gatte erklärte sich bereit, das Auto zu fahren, damit ich ausgiebig probieren konnte. Sehr nett. Tat ich dann auch. Und ich denke, das Weinproblem ist damit gelöst. Zum Schluss durfte ich noch ein Gläschen des köstlichen Himmel-„Perlenspiel“-Sekts probieren. Und bekam dazu zwei Flaschen davon vom Gatten geschenkt. Was für ein ausgesprochen hervorragender Tag!

Wobei ich mir gerade beim Fotoupload überlegt habe, dass „Dem Himmel ein Stück näher“ auf einen runden Geburtstag des Ausmaßes meines bevorstehenden runden Geburtstags ein durchaus realistisches Licht wirft. Verdammtverdammtverdammt!

Egal. Muss ja. Alt sein will ja lustigerweise niemand, obwohl alle alt werden wollen. Ganz ehrlich. Mir macht das nix. Dreißig war übel. Da passte gerade gar nichts. Und als ich schließlich um Mitternacht in Tränen des Selbstmitleids aufgelöst vor dem Badezimmerspiegel stand, klingelte es an der Tür. Und ab 00:01 Uhr wurde es dann doch noch ein sehr lustiger Abend.

Essensfotos könnte ich eigentlich bleiben lassen. Es gibt Spargel, Spargel oder auch mal Spargel. Hier mit Forelle und ein wenig angebratenen Falafeln. Heute steht Ähnliches bevor. Gestern gab es grünen Spargel aus der Pfanne mit Kabeljau. Ich erwäge übrigens, mir die Spargeldiät patentieren zu lassen. Nach einer zweiwöchigen Durststrecke geht es gerade mit dem Gewichtsverlust richtig ordentlich voran. Insgesamt gesehen ist das natürlich alles deutlich mühsamer als mit zwanzig oder auch mit dreißig (oder auch…), aber es geht.

Der Gatte hat gerade in Radklamotten den Rasen gedüngt, um wenigstens etwas Bewegung zu haben, wenn es schon nicht aufhört zu regnen. Der Meenzer würde sagen: „Heit reschent’s nur oi mal!“ Nämlich von morgens bis abends. Danke auch.

Dafür habe ich die Zucchinisamen im momentan letzten freien Hochbeet verteilt. Das Vorziehen habe ich mir mal gespart, nachdem im vergangenen Jahr die vorgezogenen von den nachgesäten Zucchini innerhalb kürzester Zeit eingeholt wurden. Desgleichen die Kürbisse.

Und wenn ich das erwische, das gerade an meinen Radieschen frisst, ist es des Todes. Ich würde ja gerne eine Schnecke verdächtigen, aber ich finde sie einfach nicht. Ich werde das im Auge behalten. Das Schneckenkorn steht bereit.

Die Blaumeisen wirken mittlerweile etwas erschöpft. Es geht nur noch ein und raus in den Nistkasten zu den gierigen Blagen. Und wenn gerade niemand füttert, wird rumgenervt. Um die Alten nicht zu stören, wage ich es mittlerweile nicht mehr, nach den Kräutern hinterm Haus zu sehen. Jetzt regnet es ja. Ist also nicht so schlimm.

Ja. Das ist eine fiese, dicke, fette, grüne Raupe auf dem Foto. Geschmackssache. Wer’s mag…

Momentan sieht man noch keine Blaumeisenbabies am Einflugloch. Vielleicht dauert es ja noch eine Woche. Hauptsache, die Biester verabschieden sich nicht unter der Woche vormittags, wenn niemand mit Teleobjektiv im Garten zur Stelle ist.

Derweil wird Anselms Nachfolger immer zahmer. Erschreckenderweise. Ich darf jetzt etwa einen Meter neben im stehen, während er die Regenwürmer aus dem Rasen zerrt. Blöderweise war das bei Anselm genau in dem Moment auch der Fall, als ihn die Katze holte…

Das letzte Foto für heute wollte ich eigentlich wegen miesen Timings beisetzen. Bis ich merkte, wie cool der Schatten der Meise auf dem Nistkasten ist. So ist es jetzt doch hier gelandet. Ein klassisches „Und tschüss!“-Foto.

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