Die Geister, die ich rief…

Jetzt hab‘ ich mich die ganze Zeit wie verrückt auf die ersten Holunderblüten gefreut – nach dem Bärlauch immerhin der zweite echte „Ertrag“ des Jahres -, und jetzt das: Dieser Strauch übertreibt. Definitiv. Und er ist innerhalb von zwei Jahren und trotz Rückschnitt viel zu monströs geworden. Und die Mengen an Holunderblüten, die er „liefert“, erschrecken mich mittlerweile. Um nicht zu sagen „Sie machen mir Angst“.

Nachdem ich jetzt 15 Liter Sirup eingekocht habe, sieht der Strauch immer noch aus wie vorher. Und dafür bin ich früher stundenlang durch die Gemarkung gezogen mit Schere und Plastiktüte. Unfassbar. Mit dem Gedanken, alle Blüten zu verkochen, habe ich jetzt abgeschlossen. Ich lasse den Rest reifen und ernte dann nochmal. Diesmal Beeren. Falls die Vögel welche übrig lassen. Im vergangenen Jahr haben sie während unseres Urlaubs alles aufgefressen, was noch da war. Aber da waren die Mengen auch deutlich geringer. Wir werden sehen.

Zurück zum Sirup. Meine bewährte Methode funktioniert etwa so:

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HOLUNDERBLÜTENSIRUP
Zutaten:
1 Schüssel Holunderblüten (nachgezählt etwa 40-50 große Exemplare)
2 l Wasser
2 kg Zucker
2 Bio-Zitronen
1 Bio-Orange
50 g Zitronensäure
Zubereitung:
Wasser und Zucker aufkochen und „läutern“. Zitronensäure zugeben. Umrühren.
Zitronen und Orange unter heißem Wasser abspülen und in Scheiben schneiden. Zu den Holunderblüten geben und mit dem Läuterzucker übergießen. Schüssel verschließen und zwei Tage durchziehen lassen.
Flaschen sterilisieren. Schüsselinhalt durch ein Tuch passieren, in einen Topf geben und nochmals aufkochen. Heiß in die Flaschen füllen, sofort verschließen.
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Das gleiche funktioniert auch mit Waldmeister. Dann allerdings einfach die Orange ersatzlos streichen und den Waldmeister nach der Ernte waschen und ein paar Stunden in der Sonne antrocknen lassen. Eigentlich war das der Plan, den die Nachbarin und ich für heute hatten, da sie in diesem Jahr in Waldmeister umkommt, aber blöderweise schüttet es gerade wie aus Kübeln, so dass wir das wohl auf morgen vertagen müssen.

Mittlerweile landet die größte Menge Sirup bei mir in einem Joghurteis. Das geht mit beiden Sorten hervorragend. Das Rezept gab es schon mal, aber es dümpelt irgendwo in den Untiefen der Bloghistorie herum. Deshalb hier nochmal. Und weil es wirklich so simpel wie köstlich ist.

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HOLUNDERBLÜTEN-JOGHURT-EIS
Zutaten (für eine Eismaschinenfüllung):
400 g Joghurt 10%
150 ml Sahne
250 ml Holunderblütensirup
Zubereitung:
Joghurt und Sirup mit dem Schneebesen zu einer homogenen Masse schlagen. Sahne fast steif schlagen und unterheben. Ab ins Maschinchen!
Bis zu cremiger Konsistenz rühren lassen. Sofort servieren.
Ohne Eismaschine: Masse in einem Gefrierbehälter in den Gefrierschrank stellen. Alle 30 Minuten kurz umrühren.
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Ansonsten bin ich vergangene Woche in den Besitz von drei Gurkenpflänzchen gekommen. Im Tausch gegen drei Tomaten. Die Tomaten werden sicher bei nurkopfler.de jetzt etwas mehr Erde als in den Anzuchttöpfchen bekommen und aufleben. Die Gurken sind bereits ins Hochbeet gewandert und scheinen den Umzug einigermaßen verkraftet zu haben. Go, gherkins, go!

Was unbedingt auch erwähnt werden muss: Ich werde niemals mehr Zucchini vorziehen. Einfach deshalb, weil es keinen Sinn macht. Und nur Arbeit. Das am 7. Mai direkt ins Beet gesteckte Saatgut von Kürbissen und Zucchini sieht heute – also nach etwa vier Wochen – so aus:

Wobei man natürlich zugeben muss, dass in genau diesen Wochen perfektes Wachstumswetter herrschte. Egal. Für mich steht jedenfalls fest: Ich ziehe keine Zucchini mehr vor.

Auch die Tomaten geben gerade alles. Die vor kurzem noch verloren wirkenden Pflänzchen zwischen den vermeintlich riesigen Basilikumpflanzen wuchern geradezu. Ich komme mit Ausgeizen und Bewundern kaum nach.

Das alles wäre natürlich noch viel toller, wenn ich nachts mal irgendwie wieder durchschlafen könnte. Dieser Dreckshusten!!! Heute bin ich von den durchhusteten Nächten der vergangen Woche derartig umgehauen worden, dass ich „das Projekt“ auf morgen verschieben musste. Im Flur stehen nämlich vier riesige Kartons mit Badmöbeln, die ins obere Bad sollen. Die beim Einzug als Notlösung günstig erworbenen Übergangsdinger haben endgültig ausgedient.

Und eigentlich war der heutige Tag bereits gestern verplant für Ausräumen, Putzen, Montage und Einräumen. Aber ich schaff’s nicht. Echt nicht. Und ich würde mich eher nicht in die Kategorie „Jammerlappen“ einordnen. So wird der Eingangsbereich wohl leider bis morgen blockiert sein. Vielleicht schaffe ich ja gleich wenigstens noch ein wenig im Bereich „Ausräumen“. Wenigstens das.

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3 Kommentare

    1. nur nichtkommerzielle. zwei liter kann ich dir gerne noch herstellen. das ist ja nur ein tropfen auf den heißen stein 😀 du müsstest mir bloß die versandadresse schicken – zum beispiel über instagram-nachricht oder mail =)

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