Darf’s ein bißchen mehr sein?

Und zwar ein bißchen mehr von allem: mehr Meer, mehr Strand, mehr Berge, mehr Fisch, mehr Mitternachtssonne, mehr Regen? Und dann noch die Entdeckung eines sensationellen neuen Hobbies? Gut. Dann kommt jetzt hier der letzte Teil des Lofotenurlaubsberichts.

Auf den Weg nach Moskenesøya – der 11. Juli bestand praktisch aus einer Überführungsetappe –  machten wir uns etwas später als geplant. Nachdem alles gepackt und inklusive uns im Auto verstaut war, fiel mir ein, dass ich vergessen hatte, den Müll anweisungsgemäß in den Anbau zu stellen. Also Schlüssel wieder aus dem Kasten gefriemelt, rein, Müll, raus, los.

Ein paar Kilometer später fiel mir ein, dass ich das Buch, das ich gerade las, nicht eingepackt hatte. Ein Buch, dass mich beim Lesen total nervte, aber egal. Also wieder zurück, rein, Buch, raus, los.

Das war es dann aber auch. Unser nächster Halt war der Strand von Haukland. Wir stellten das Auto ab, um von hier zum Strand von Utakleiv und über einen Bergrücken wieder zurück zu wandern. Die Wanderung war mit drei Stunden angegeben. Das hätte am Ende auch gepasst, wenn ich nicht ständig wild herumgeknipst hätte.

Besonders Utakleiv ist toll. Eine ganz herrliche Bucht – und sehr fotogen. Allein das Wetter hätte etwas besser sein können, aber das wäre Jammern auf hohem Niveau, wie sich später zeigen würde.

Nachdem wir wieder am Auto waren, ging es weiter nach Sakrisøy, wo wir unsere zweite Unterkunft bezogen. Der Gatte hatte uns in der örtlichen Rørbueranlage eingebucht. Ich stellte fest, dass ich schon zahllose Fotos der ehemals von Fischern bewohnten und liebevoll restaurierten Häuschen gesehen hatte. Immerhin wusste ich schon, wie das im Winter aussehen würde. Vor den weiß verschneiten Bergen. Ein sehr beliebtes Motiv.

Die Wohnung war dann auch super. Ich war begeistert, weil ich jetzt vier statt drei Kochplatten haben würde. Die Begeisterung flaute etwas ab, als ich feststellte, dass mir nur zwei Töpfe (einer winzig, einer riesig) und eine Pfanne zur Verfügung stehen würden. Was nützt die schönste Herdplatte, wenn man nichts drauf stellen kann?!

Nach dem Abstellen des Gepäcks zogen wir erstmal los, um uns den vielgelobten Fischladen „Anitas Sjømat“ direkt gegenüber anzuschauen. Und wir wurden nicht enttäuscht. Ein Frischfischparadies. Und ein Tørrfiskparadies dazu! Wir waren recht spät und rissen uns aus der mittlerweile deutlich dezimierten Auswahl ein Stück Laks und ein Stück Torsk unter den Nagel. Lasset die Fischlein zu mir kommen!

Den Lachs gab es kurz darauf mit – Überraschung! – Kartoffeln und Tomaten. Und Paprika. Yeah!

Noch begeisterter waren wir, als wir nach dem Abendessen vor unserem Haus eine Anlegestelle entdeckten, an der zwei Tretboote lagen, ein rotes und ein gelbes. Im Haus hatte sich ein Hinweis befunden, dass die Dinger kostenfrei zu nutzen seien. Einzige Bedingung: Rettungsweste. Mittlerweile war es recht spät, aber wir fanden die Rettungswesten dann doch noch in einem Schuppen auf dem Gelände mit der Aufschrift „Redningsvester“. Perfekt!

Weste angelegt und ab aufs Boot. Wir entschieden uns für das rote, da es perfekt mit meinen roten Chucks harmonierte. Auf ging es in den Fjord, um die Ecke unserer Insel und vorbei an Anitas Tørrfiskgestellen. Einfach herrlich – abgesehen von der Tatsache, dass das Boot erst ein wenig und dann immer penetranter quietschte.

Als wir auf dem Rückweg die Brücke über den Fjord wieder passierten, riefen uns zwei Brückenarbeiter (deutlich nach 22 Uhr!) zu, dass unser Boot wohl ein wenig Öl benötige. Aaach…

Wir lachten. Wir traten in die Pedale. Ab in die Mitternachtssonne und wieder um die Ecke!

Am nächsten Tag stellten wir übrigens fest, dass wir so weit gar nicht hätten fahren dürfen. Auf unserem Merkblatt stand eindeutig: „During summer our row boats and pedaloes are free to use. You must always wear life vests and never go outside the bay between Sakrisøy and Olenilsøy with these boats. The weather can change rapidly.“  Wer liest schon Merkblätter weiter als bis zu der Stelle, die ihn interessiert?!

Glücklicherweise änderte sich das Wetter an diesem Abend nicht. Auch nicht „rapidly“. Puh!

Bis zum Frühstück hatten wir dann festgestellt, dass wir schreckliche Nachbarn hatten, von denen einer offensichtlich mit offener TB kämpfte. Wir bewohnten praktisch ein Doppelhaus mit täglich wechselnden Nachbarn. Dass diese täglich wechseln würden, wussten wir zu diesem Zeitpunkt natürlich noch nicht. Und wir wussten auch nicht, dass die Tuberkuloseerkrankung der aktuellen Nachbarn ein Witz war. Wir Idioten freuten uns auch noch, als sie auszogen!

Zum Frühstück gab es für mich ein Ei. Ein Möwenei, um genau zu sein. Die gab es nämlich auch bei Anita. Aus Neugier hatte ich eins mitgenommen.

Man empfahl uns, es hart zu kochen. Ich stehe ja jetzt nicht so auf hartgekochte Eier, aber das „I would recommend to boil it“ der Verkäuferin ließ keinen Zweifel daran, dass dies die einzig sinnvolle und zulässige Zubereitungsart für das Möwenei sei. Ich tat wie geheißen.

Es schmeckte ein wenig fischig, aber nicht sehr. Das Eiweiß war etwas klarer als das eines Hühnereis. Ansonsten war es halt ein riesiges, geflecktes Ei, das zwar durchaus schmeckte, aber nicht so gut schmeckte, dass ich es unbedingt am nächsten Morgen wieder haben musste.

Nach dem Frühstück kamen wir durch die Rückgabe unseres Lettøl-Dosenpfands im COOP in Reine zu unverhofftem Reichtum und füllten unsere Vorräte auf. Das gute „Grans“ gab es hier nicht, so dass wir auf „Hansa“ umsteigen mussten. Es kam zu einer kleineren Ølkrise.

Anschließend ging es weiter nach Å. Genau. Å. Å ist ein kleiner Fischerort am äußersten westlichen Rand der Lofoten, sozusagen am Å der Welt. Die Straße endet hier. Es lebt dort offensichtlich niemand mehr außer Touristen in der Saison, und es gibt das Tørrfiskmuseum. Im Prinzip ist aber ganz Å das Museum.

Es wird betrieben von einem ausgesprochen netten Norweger namens Steinar Larsen, der fließendes und fast akzentfreies Deutsch spricht. Es gibt einen Film über das Leben der Dorschfischer und ausführliche Informationen über den Dorschfang und  die Verarbeitung zu Stockfisch. Und einen Aufkleber als Eintrittskarte, und nach dem Film Kaffee und Tee umsonst.

In Å gibt es auch eine Bäckerei, in der wir ein ausgesprochen köstliches Kaneldingensgedöns kauften, das wir anschließend auf einer Bank in der Sonne verspeisten.

Nach einem kurzen Halt am Ortsschild – Das musste ich einfach fotografieren! – ging es zurück.

Wir hielten für Fotos in Solvågen, wir hielten für Fotos in Reine. Wir liefen ein wenig durch Reine. Der Gatte schaute bei der ortsansässigen Tauchbasis „Aqua Lofoten“ vorbei, was eine doofe Idee war. Er fragte ganz freundlich, ob es denn möglich sei… Als Antwort erhielt er ohne weitere Erklärungen ein kategorisches „No!“ Sonst nix. Braucht kein Mensch…

Von Reine aus fuhren wir nach Hamnøy, liefen auch dort ein wenig herum. Ich fotografierte mich kreuz und quer durch den Hafen. Als wir uns vom Hafen entfernten, griff uns eine Möwe an. Der Gatte meinte, sie wisse sicher, dass ich ihr Ei gegessen hätte. Die Möwe beruhigte sich wieder.

Ein Stück weiter fand ich endlich ein unbeobachtetes Exemplar der allüberall vor den Häusern stehenden, fliederähnlich aussehenden Bäume und riss mir einen Trieb unter den Nagel. Vielleicht schaffe ich es ja, ihn durchzubringen. Momentan steckt er unter einer Plastiktütenhaube in feuchter Erde und tut hoffentlich, was er tun soll: Wurzeln ziehen.

Recht früh trafen wir „zu Hause“ ein, was insofern perfekt war, als dass ich bei Anita noch ein Königskrabbenbein und ein halbes Pfund Krabben erwischte, für die ich dann aus den Krabben- und Crabclawschalen ein Krustentiersößchen einkochen konnte, bevor es Nacht wurde. Wobei… Genaugenommen wurde es ja eigentlich nie Nacht.

Das Sößchen köchelte im Riesentopf, die Kartoffeln wurden im winzigen Töpfchen vorgekocht, in dünne Chipsscheibchen geschnitten und dann in der einzigen Pfanne angebraten. Die Chips landeten im Ofen. Die Pfanne wurde gespült. Der winzige Topf wurde gespült. Darin setzte ich ein Tomaten-Zwiebel-Paprika-Gemüse an. Ein kleines Tomaten-Zwiebel-Paprika-Gemüse.

In der Pfanne landeten nacheinander die Shrimps, das Krabbenfleisch und zwei Stücke Dorsch. Und es wurde ein Festmahl.

Währenddessen war draußen leider Wind aufgekommen. Die Strömung wurde etwas stark für unser Tretboot. Mist! Die Abendrunde musste leider abgesagt werden.

Nebenan waren neue Nachbarn eingezogen. Ein jüngeres deutsches Paar. Blöderweise konnte man jetzt verstehen, was geredet wurde. Und dann dieses gackernde, hysterische Lachen. Am übelsten war jedoch, dass den Beiden wohl niemand erklärt hatte, wozu sich an Türen ein Türgriff befindet. Der komplette Abend war von Türenknallen und Gackern erfüllt. Grmpf… Und statt der Pedalorunde gab es Lakritze. „Panda“ war inzwischen meine Lieblingsmarke.

Am nächsten Morgen stand eine Wanderung über den Fiskersti von Nesland nach Nusfjord an. Das Wetter hielt sich einigermaßen, wenngleich es mich aus Fotogründen auch nicht gerade zu Begeisterungsstürmen hinriss.

Die Wanderung war keine Rundwanderung, wir mussten also wieder auf gleichem Weg von Nusfjord zum Ausgangsort – Nesland – zurück.

Wir warteten unterwegs eine Weile an einer Stelle, die der Wanderführer als möglichen Aussichtspunkt auf Robben angepriesen hatte. Keine Robben. Klar. Gab ja auch keine Elche.

Wobei der Gatte mich gerade darauf aufmerksam macht, dass da vielleicht doch eine Robbe war. Eine winzige Robbe. Vielleicht.

Der Weg war an sich ganz abwechslungsreich. Mal hatte man Angst, von einer Leiter zu fallen, mal balancierte man über riesige Steinbrocken oder schlitterte durch Schlamm. Aber das war alles nichts. An besagter Leiter trafen wir einen Menschen, der mit dem Rad unterwegs war!

Der Weg war dafür vollkommen ungeeignet, und wir fragten uns den Rest der Strecke bis Nusfjord, wie er das schaffen wollte – und aus welchem Grund. Wir trafen ihn nicht wieder. Auch nicht auf dem Rückweg. Keine Ahnung, was aus ihm geworden ist.

In Nusfjord, einen Ort, für den man Eintritt bezahlen muss, wenn man mit dem Auto kommt, da er sich fest in der Hand irgendeines Tourismusmultikonzerns befindet, machten wir eine Pause und gönnten uns im Café je ein koffeinhaltiges Heißgetränk und eine Waffel mit Saurem Rahm und Kirschen. Erquickend und erfrischend!

Gestärkt ging es an den Rückweg. Irgendwie ist es deutlich netter, einen Weg zu gehen, den man schon kennt. Und so waren wir diesmal auch wesentlich schneller unterwegs als auf dem Hinweg.

Abends gab es mal wieder ein Dorschessen. Und die Deutschen gackerten und türenschlugen sich erneut durch den Abend. Immerhin ließ das Wetter eine Tretbootrunde zu. Wir nahmen das gelbe. Es quietschte erheblich weniger.

Am nächsten Tag wachten wir bei strömendem Regen auf. Wir erledigten einige Einkäufe in Reine und hofften auf Wetterbesserung. Die trat aber leider nicht ein.

Die Deutschen zogen endlich aus, und ein älteres, asiatisches Ehepaar zog ein. Erleichterung. Wie schlimm, konnten alte, asiatische Menschen schon sein?! Sehr schlimm, wie sich später herausstellen würde.

Wir verbrachten den Tag im Haus, lasen (der Gatte) und spielten mit dem Handy herum (ich). Wir erbeuteten bei Anita Lachs und weißen Heilbutt (weißen Heilbutt!!!). Der Regen hörte nicht auf.

Ich bereitete den Heilbutt zu. Mit ofengerösteten und anschließend gehäuteten Paprika und Kartoffeln. Die Kartoffeln bereitete ich – um genau zu sein – zweimal zu, weil ich die erste Ladung verkohlte. Aber das tat alles dem Genuss keinen Abbruch, kostete nur ein wenig Nerven. Ich lege mich fest – und das ist unabhängig von der mehr als simplen Zubereitung: Das war einer der besten Fische, die ich je gegessen habe. Vielleicht auch der beste.

Wir legten uns ins Bett, weil an Tretbootfahren bei diesem Regen ohnehin nicht zu denken war. An Schlafen allerdings auch nicht. Unsere älteren, asiatischen Nachbarn entpuppten sich als Skypomanen. Sie sprachen Englisch, und wir verstanden leider jedes Wort durch die relativ dünne Wand.

Nachdem sie zum drittenmal jemandem, der kurz zuvor joggen war, was ihm dieses Gespräch bereits eine Stunde früher erspart hatte, erklärt hatten, dass sie in der „Midnight sun“ säßen (Gelogen! Im Schlafzimmer!) und mit dem Laptop oder was auch immer im strömenden Regen nach draußen rannten („I’ll show you the midnight sun!!!“), drehte der Gatte durch und verzog sich mit einem Buch aufs Sofa. Gereizt!

Kurz vor Mitternacht erreichte die Dame den letzten Gesprächspartner, was sie erneut überglücklich machte, weil sie ihm the midnight sun zeigen musste. Ich fiel ins Koma. Als endlich Ruhe war, konnte auch der Gatte schlafen. Waaah!

Am nächsten Morgen entdeckte er ihren Instagram-Account. Ich addete sie. Wir folgten ihnen – von einer Mischung aus Masoschismus und Neugier getrieben –  nach ihrer Abreise bis zum Ende ihres Urlaubs am Preikestolen. Es handelt sich um ein Ehepaar aus Singapur. Das erklärt es vielleicht.

Es folgte ein erneuter deprimierender Regentag ohne Tretbootrunde. Breiten wir den Mantel des Schweigens über ihn. Zu Abend gab es Max‘ Lieblingsessen ohne Max: Lachsnudeln. Zu mehr konnte ich mich nicht aufraffen.

Dafür musste ich übrigens gerebelten Basilikum besorgen, da das einzige armselige und vertrocknete Töpfchen im COOP etwa den Preis eines deutschen Mittelklassewagens hatte. Äh. Nein.

Es zogen neue Nachbarn ein. Ein amerikanisches Ehepaar, dessen erster verständlicher Satz im Schlafzimmer sich um „bloody Germans“ drehte. Super! Und sie husteten beide! Und knallten die Türen. Wir sahen uns nur an und sagten nichts. Manchmal sagen Blicke mehr als Worte.

Am nächsten Morgen regnete es – quelle surprise! – immer noch. Aber es sah nach Wetterbesserung aus. Und tatsächlich klarte es gegen Mittag auf. Der Regen verschwand wie er gekommen war.

Um etwa 15 Uhr wagten wir es, das Haus zu verlassen. Es hatte seit etwa einer guten Stunde nicht mehr geregnet. Des Gatten genialer Plan bestand darin, eine vorsichtige und kurze Wanderung um den Sørvågvatnet und dann hinauf zum Leuchtturm zu machen. Gesagt, getan. Es blieb trocken.

Wir atmeten durch. Schließlich wollten wir am bevorstehenden letzten Tag der Reise nochmal etwas sehen. Nach dem Abendessen (einem Eintopf aus Resten, die weg mussten – dazu das restliche Knäckebrot, das weg musste) sah es plötzlich wettermäßig richtig gut aus! Tretbootwetter!!!

Wir drehten eine begeisterte und begeisternde Runde. Ich erwog, mir zum 75. Geburtstag ein Tretboot zu wünschen. Blöderweise fehlt mir momentan noch das passende Wasser dazu. Ich werde daran arbeiten. Sind ja immerhin noch 25 Jahre.

Morgens war eigentlich geplant, noch einmal auszuschlafen, da wir am Morgen darauf bereits zum 3:30 Uhr raus mussten, um unseren Flieger zu erreichen. Genialer Plan – wenn da nicht der Feueralarm um 7:00 Uhr gewesen wäre. Als wir uns endlich berappelt, mit den amerikanischen Nachbarn besprochen und angezogen hatten, verstummte er. Danke auch.

Wir sahen raus: Die Sonne schien! Perfektes Wetter für den letzten Tag! Wir tranken Kaffee, frühstückten und fuhren erneut nach Sørvågen. Von dort startet nämlich der Wanderweg zur Munkebu-Hütte (405 m).

Der Weg war nicht ohne – zumal nach dem Regen der vergangenen Tage. Aber er war es wert. Wir arbeiteten uns bergauf an den sogenannten „Parternoster-Seen“ entlang. Jeweils ein See pro Höhenstufe, der jeweils in den darunterliegenden abfloss.

Dazu ein hervorragender Blick zurück aufs Meer:

Weiter oben wurde es etwas diesig, aber als wir eintrafen, hatte man vom höchsten Punkt der Wanderung aus einen herrlichen Blick auf den Djupfjorden und die Brücke, die wir kurz vorher passiert hatten. Dazu ein wunderbares Bergpanorama. Was will man mehr?!

Der Gatte beschloss, aus Vollständigkeitsgründen noch den Abstieg zur Munkebu-Hütte mitzunehmen. Ich entschied, oben zu warten und weitere Fotos zu machen.

Innerhalb von zehn Minuten zog es sich zu. Das war perfektes Timing! Als die Leute nach uns eintrafen, sah es so aus:

Wir stiegen wieder ab zum See und fuhren zurück zur Unterkunft. Schließlich mussten wir uns noch auf einen einigermaßen gesellschaftsfähigen Standard bringen, bevor es zum Essen ging.

Man mag es nicht glauben, aber wir hatten entschieden, am letzten Abend aushäusig zu speisen. Bereits vor der Abreise hatte der geniale Gatte das „Maren Anna“ in Sørvågen ins Visier genommen. Im Prinzip erschien es uns als einziges lohnenswertes Restaurant auf den gesamten Lofoten. Und so hatten wir zwei Tage vorher einen Tisch reserviert, was sich als gute Idee erwies. Das Ding war ziemlich voll. Ständig während unseres Aufenthalts. Und wir hatten einen hübschen Tisch mit Blick auf den Hafen.

Und wir genossen das wirklich köstliche Essen. Der Gatte hatte sich angesichts der andauernden Lektionen in Sachen Tørrfisk für das Stockfish puree with tomato salsa, crostini, salad und herbs oil und den Tørrfisk mit Pommes Anna, carrot puree, tomato sauce, artichoke chips, onions, green beans und cherry tomatoes entschieden.

Ich nahm die Vildes cod cheeks mit white wine sauce, herb emulsion, pickled red onion und cucumber, und als Hauptgang den Arctic Char mit confit cherry tomatoes, salsa with capers, almandine potatoes und local herbs pesto.

Das war alles ganz wunderbar. Hier würde ich jederzeit wieder herkommen. Wir nahmen noch Desserts (Mousse au chocolat und Crème brûlée) und waren vollauf zufrieden mit dem letzten Abend. Beim Verlassen des Restaurants fiel mein Blick auf den Tresen – und da hatte ich es: mein obligatorisches Urlaubskochbuchmitbringsel für mich selbst.

Es folgte eine letzte Tretbootrunde, ein Aufwachen mitten in der Nacht und dann die Leihautofahrt zum Flughafen Evenes. Diesmal wurde der Gatte der Sprengstoffabstrichprozedur unterzogen und ich blieb unbehelligt.

Wir flogen nach Oslo. Wir warteten eine Stunde darauf, dass die Bremsen des Flugzeugs repariert wurden. Wir flogen nach Berlin. Am Flughafen Tegel wurde einer unserer Koffer mutwillig zerstört und musste reklamiert werden. Wir erreichten den ICE auf den allerallerletzten Drücker und verbrachten die Fahrt im Dämmerzustand mit einem Menschen im Sitz hinter uns, der schlimmer röchelte als der Hund mit der übergroßen Zunge auf dem Hinweg.

Am Frankfurter Hauptbahnhof stiegen wir zum letzten Mal um. In seine Regionalbahn. Und dann waren wir irgendwann kurz vor Mitternacht zu Hause.

Ich habe Fotos bearbeitet, ich habe gebloggt, ich habe Zucchiniketchup eingekocht und drei Abendessen gekocht. Und jetzt würde ich wahnsinnig gerne eine Runde mit dem Tretboot in der Mitternachtssonne drehen. Aber das geht ja leider nicht. Menno!

4 Kommentare

    1. sagen wir: traumhafte landschaft, aber die wohnmobile stören etwas auf den single track roads 😀

      „Angebot ohne Motor –> kann separat bei uns erworben werden“ mooooment! das ist ja mehr was für cancellara! wenn ich mir eins aussuchen kann, dann vielleicht so eins mit integrierter rutsche?!

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