Ein Teufelskreis!

Wann war das nochmal, als ich voller Ehrfurcht meine winzigen Tomatenpflänzchen in die Sonne und zurück in den ersten Stock geschleppt habe? Die niedlichen Dinger sind jetzt jedenfalls wieder an dem Punkt angekommen, an dem sie mich mit Früchten überfluten. Es ist jedes Jahr das gleiche Spiel: Oh! Die erste Pflanze keimt! Oh! Ein Tomatenbaby! Oh! die erste Blüte! Oh! Die erste, noch grüne Frucht! Und dann nur noch: Waaaaah! Schon wieder drei Kilo!!! Verdammt!

Immerhin half mir das, mein Tomatenketchuprezept zu überarbeiten. Ziel war es, ohne – oder zumindest mit einem Minimum an – Zucker auszukommen. Zuletzt war ich bei drei Esslöffeln pro Kilo Tomaten angelangt. Jetzt wollen wir doch mal sehen. Da geht doch noch mehr. Beziehungsweise weniger.

Dazu nach dem Test der gerade auf dem Herd befindlichen Portion mehr. Kommen wir erstmal zu einem Rezept, das gleichermaßen simpel wie vielseitig und flexibel ist. Dazu spart es Platz, weil zwei Drittel der Masse verdampfen, bevor es abgefüllt wird. Und! Es sorgt für ein kuscheliges Raumklima im ganzen Haus, weil die Tomaten etwa acht bis zehn Stunden auf dem Herd vor sich hindampfen. Ein Super-Passivhaus-Winterrezept – wenn es da Tomaten gäbe.

So roch es zwar extrem gut, aber es war ein wenig warm im Haus. Man muss Prioritäten setzen. Mein nächstes Haus hat übrigens eine Garagen- oder Anbauküche, von der aus ich hemmungslos Dampfschwaden in die Nachbarschaft blasen werde, während es im Haus selbst herrlich kühl bleibt. Im Sommer zumindest.

Stephan Hentschels Tomatencreme

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Zutaten

  • 1 Teil weiße Zwiebeln
  • 2 Teile Tomaten
  • Majoran (hier: Thymian)
  • Salz

Zubereitung

  • Für die Tomatencreme kommt ein Teil weiße Zwiebeln auf zwei Teile Tomaten. Ich hatte 2,4 kg Tomaten übrig - also 1,2 kg Zwiebeln. Sehr praktisch, da man die Menge jeweils problemlos an die vorhandenen Zutaten anpassen kann.
  • Tomaten und Zwiebeln grob schneiden und in einen großen Topf geben. Anschwitzen. Etwas frischen Majoran (ich nahm Thymian wegen meiner einseitigen und zugegebenermaßen etwas krankenhaften Vorliebe für Thymian) und wenig Salz zugeben. Die Tomaten ziehen gleich zu Anfang ordentlich Wasser. Unbedingt bei niedriger Temperatur sanft köcheln lassen – rühren und rühren und immer wieder rühren. Das geht so weiter, bis die komplette Flüssigkeit der Tomaten verdampft ist. Bei meiner Menge dauerte das etwa zehn Stunden. Anschließend Masse aufmixen.
  • Ich habe die pürierte Creme im Topf heiß gehalten, während ich die Gläser sterilisiert habe, und anschließend alles sofort heiß abgefüllt und verschraubt.

Für das Rezept nochmal herzlichen Dank in die Hauptstadt. Es ist perfekt! Ich werde bei Gelegenheit noch eine Portion nachlegen und schicke dann ein Gläschen.

Am Ende entstand dann wieder eines der Fotos, die mich mittlerweile ein wenig langweilen, die ich aber deshalb keinesfalls zukünftig mit lustigen Accessoires aufzupeppen gedenke, die mit dem Rezept nichts zu tun haben. Man kann ja auch die Tomaten immer wieder anders gruppieren. Und es sind ja auch immer wieder andere Tomaten. Das muss langen. Und ab in den Vorrat!

Die bislang eingeköchelten Vorräte bewähren sich allabendlich, wenn es schnell gehen muss. Nur mal so als Beispiel: Thunfisch in Sesam – dazu je ein Glas Ofentomaten und ein Glas Paprika-Zucchini-Chutney. Frühlingszwiebeln, Kartoffeln… Fertig!

Oder – und das hat mir die Woche gerettet: gefüllte Auberginen. Rinderhack angebraten, das gewürfelte Innere der ausgehöhlten Auberginen dazu, je ein Glas Ofentomaten, Paprika-Zucchini-Chutney und scharfe Soße aus Tomaten und Zucchini drauf. Einköcheln lassen. In die Auberginenhälften füllen und ein paar kleine Fetawürfel darauf verteilen. Die Fetawürfel waren echt klein. Aber die Auberginen auch. Deshalb wirkt das ein wenig seltsam im Hinblick auf die Anleitung.

In die Auflaufform Rinderbrühe und Passata (stammt noch aus der Produktion des vergangenen Jahres) geben und bei 175°C etwa eine halbe Stunde im Ofen garen.

Mit panikartig in letzter Sekunde gebratenen Kartoffelscheiben und Frühlingszwiebeln ein Abendessen, das trotz der Hektik und des gnadenlosen Improvisierens große Begeisterung hervorrief. Und im Garten reifen derweil unzählige weitere Auberginen heran. Die weißen aus den griechischen Samen haben sich übrigens bewährt. Die schmecken fast etwas intensiver als ihre lila Brüder.

Und jetzt muss ich mal nach dem Ketchup schauen. Wenn alles läuft wie geplant, lege ich nachher noch das Rezept nach.

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