Fifty Shades of Brown

Das ist es ungefähr, was man bei der Herstellung von Sticky Toffee Pudding zu sehen bekommt. Lange gab es hier keinen mehr. Der Gatte wünschte ihn sich für Dienstag, wenn Gäste erwartet werden. Bei klassischem Stickywetter, das für den Feiertag vorhergesagt ist, passt das perfekt. Praktischerweise hatte ich sowohl Datteln als auch Self raising flour im Haus. Why wait?!

Bei der Herstellung von Sticky fühlt man sich immer ein wenig wie der Mad Professor aus B-Movies. Besonders der Augenblick, in dem das Natron in die Dattelpampe gekippt wird, ist spektakulär. Ich hatte das schon mal hier („Stay calm and carry on“) beschrieben. Da mein Rezept in diesem Haushalt mittlerweile ein Standard ist, wandert es jetzt in die Datenbank.

Sticky Toffee Pudding

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Zutaten

... für den Pudding:

  • 300 Milliliter Wasser
  • 200 Gramm getrocknete und entsteinte Datteln (vorzugsweise die dicken, köstlichen Medjoul)
  • 1 gestrichener Teelöffel Natron
  • 85 Gramm Butter
  • 175 Gramm Puderzucker
  • 2 Eier
  • 175 Gramm self raising flour

... für die Sticky Sauce:

  • 200 Milliliter Sahne
  • 150 Gramm Butter
  • 150 Gramm Muscovado Zucker
  • 2 Teelöffel Aberlour a’bunadh

Zubereitung

  • Datteln entkernen und fein hacken.
  • Gehackte Datteln und Wasser in einen kleinen Topf geben und aufkochen. Etwa zehn Minuten köcheln lassen, damit die Früchte aufweichen. Immer mal umrühren. Dann das Natron in den Topf geben und einrühren. Hitze reduzieren und noch ein bißchen weiterköcheln lassen. Gelegentlich umrühren.
  • Schließlich die Masse in einen hohen Rührbecher geben und mit dem Pürierstab zerkleinern. Abkühlen lassen.
  • Für den Teig Butter und Puderzucker schaumig aufschlagen, nach und nach Eier und Mehl zugeben und kräftig weiterschlagen. Schließlich die Dattelmasse unterheben.
  • Den Teig in eine gefettete Form oder mehrere kleine Souffleeförmchen geben – sie sollten jeweils etwa zu zwei Dritteln gefüllt sein – und bei 160°C (Umluft) 40 bzw. 30 Minuten abbacken.
  • Jetzt geht es an die Toffeesoße: Muscovado, Butter und Sahne in einen Topf geben und bei kleiner Hitze simmern lassen, bis sich der Zucker komplett aufgelöst hat. Weiterköcheln, bis die Soße einen Zustand erreicht hat, der in englischen Rezepten stets „lovely toffee colour“ genannt wird. Zuletzt – kurz vor dem Anrichten – den Whisky einrühren.
  • Pudding nach dem Ende der Backzeit vorsichtig aus den Förmchen nehmen (oder aus der großen Form und dann in Stücke schneiden), jeweils einen noch warmen Pudding mit der Soße übergießen und mit einer Kugel Vanilleeis anrichten. Sofort servieren.
  • Der Sticky Toffee Pudding lässt sich hervorragend vorbereiten und kann dann kurz aufgewärmt werden. Auch Einfrieren funktioniert bestens.

Was zum Sticky natürlich nicht fehlen darf, ist ein gutes Eis. Vanille ist perfekt, aber auch die Butterscotch Ice Cream nach David Lebovitz ist genial dazu. Etwas Fruchtiges (Erdbeeren, Himbeeren – ich werde es am Dienstag mit Feigen testen) dazu. Ein geniales Dessert.

Das Vanilleeis nach den „Icecreamists“ war das beste, das ich bisher selbst gemacht habe. Blöderweise fehlte mir heute die Crème double. Genau wie letztesmal, wie ich eben festgestellt habe. Damals habe ich die Milch und die Crème double durch je 200 ml Sahne und Crème fraîche ersetzt. Funktionierte hervorragend. Heute auch. Trotzdem hier das Originalrezept:

Vanille Monolog

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Zutaten

  • 250 Milliliter Vollmilch
  • 125 Milliliter Crème double
  • 1 dicke Madagaskarvanilleschote, längs aufgeschlitzt (oder drei Bourbon)
  • 2 Eigelbe
  • 88 Gramm extrafeiner Zucker
  • 1 Prise Meersalz

Zubereitung

  • Milch und Crème double in einen großen Topf geben. Die Vanillesamen hineinschaben, dann die leere Schote zufügen und unter gelegentlichem Rühren leicht erhitzen, bis die Mischung anfängt zu dampfen, ohne jedoch zu kochen.
  • In der Zwischenzeit die Eigelbe in einer hitzefesten Schüssel glatt rühren. Zucker und Salz hinzufügen und verquirlen, bis die Masse blass und leicht luftig ist. Die heiße Milch nach und nach zur Eimischung geben, dabei ständig rühren, damit die Eier nicht stocken. Die Mischung in den Topf zurückgeben und bei schwacher Hitze häufig umrühren, bis die Crème auf der Rückseite eines Holzlöffels eine dünne Schicht bildet. Nicht kochen lassen.
  • Zurück in die Schüssel gießen und etwa 30 Minuten lang zur Seite stellen, gelegentlich umrühren, bis die Masse auf Raumtemperatur abgekühlt ist.
  • Die abgekühlte Mischung abdecken und in den Kühlschrank stellen, möglichst über Nacht, jedoch mindestens sechs Stunden lang, bis die Mischung gut durchgekühlt ist (mindestens 4°C).
  • Die Vanilleschote entfernen und die Mischung in eine Eismaschine geben. Gemäß den Herstelleranweisungen rühren lassen.
  • Die fertig gerührte Eiscreme mit Hilfe eines Spatels aus der Schüssel in einen Gefrierbehälter schaben. Mit einem Deckel verschließen, damit die Oberfläche im Tiefkühler nicht vereist. Solange gefrieren, bis eine löffelfähige Textur erreicht ist (mindestens zwei Stunden).

Mit dem Sticky zusammen sollte das dann etwa so aussehen:

Auch braun in vielen verschiedenen Schattierungen: die aktuelle Lage der CDU. Die Zeit: „Stanislaw Tillich fordert Kursschwenk der CDU nach rechts“ Mehr Angst als die AfD machen mir dabei die hier zitierten „rechtschaffenen Leute, die an Recht und Ordnung glauben“. Gulp.

Mit achtzehn fand ich es immer wieder erstaunlich, dass in Koblenz – an der ersten Dönerbude, die ich überhaupt kannte – allabendlich die Glatzenjungs in Springerstiefeln herumstanden und es nicht seltsam und irgendwie absurd fanden, gleichzeitig „Ausländer raus!“ zu brüllen und sich dabei einen Döner zwischen die urdeutschen Zähne zu schieben. Dumpfbacken. Klar. Blöderweise ist das Land mittlerweile voll davon. Und keiner ist sich mehr zu blöd für irgendwas.

„Norma“ zum Beispiel hat in seinem Angebotsblättchen für den „Tag der deutschen Einheit“ zwei Extraseiten „Genuss aus Deutschland“ dargeboten. In schwarz-rot-güllener Herrlichkeit gibt es unter dem Foto des Brandenburger Tors „Maggi“-Tütchen (aus Nordrhein-Westfalen!). Lasagne… Spaghetti Bolognese… Gulasch… Chili con carne… Ich lach‘ mich schlapp.

Was würde „der Deutsche“ (also einer dieser „rechtschaffenen Leute, die an Recht und Ordnung glauben“) eigentlich essen, wenn nicht längst die Gerichte anderer Nationen in die Alltagsküche eingewandert wären?! Am Ende gar unkontrolliert und ohne Zutun des Merkels?! Skandal! Doppelskandal!!

Die Bigotterie hinter all dem ist nahezu unerträglich, wenn man mal darüber nachdenkt. Ich finde, „der Deutsche“ sollte dann auch soviel „deutschen Stolz“ im Leibe haben, „hart wie Krupp-Stahl“ zu sein und sich wieder an die Zubereitung von Steckrüben, Kohl und Schweinemett zu machen. Wahrscheinlich hat selbst Beate Zschäpe die NSU-Jungs mit Tüten-Bolognese und Barilla-Spaghetti durchgefüttert. Glückwunsch auch! Wir werden es nie erfahren, weil sie ja auch ihre Küche abgefackelt hat. Aus gutem Grund wahrscheinlich.

Wir hier hatten gestern jedenfalls einen weiteren Test für Dienstag: Spinatravioli mit Pfifferlingsfüllung, Haselnussbutter und Ofentomaten. Nicht so wahnsinnig deutsch, aber den Anspruch habe ich ja schließlich auch nicht.

Unter der Überschrift „Man(n) kocht deutsch“ gibt es demnächst in loser Folge Gerichte, die in diesem Land als „Stammessen“ adaptiert wurden, aber „nicht von hier“ sind. Und ich werde mal zeigen, was von ihnen übrig bleibt, wenn man sie wirklich „eindeutscht“. Bin selbst gespannt.

Pasta gibt es dann jedenfalls nur noch in Spätzle- oder Maultaschenform. Und die Kartoffel ist ja eigentlich auch nicht deutsch. Nicht wirklich. Bleiben nur Sauerkraut und Schweinemett. Mahlzeit!

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