Silberne Entbindung, Männergrippe & Gartenreste. Und das erste Huhn der Saison.

Vergangenen Mittwoch vor 25 Jahren lief ich im Mainzer Vinzenz-Krankenhaus so lange das Treppenhaus hoch und runter bis mir ein Gynäkologe sagte, dass es im Prinzip sinnvoller wäre, mit dem Aufzug hochzufahren und dann runter zu laufen. Zu dieser Zeit hatte sich der Wal, in den ich mich damals verwandelt hatte, allerdings bereits hundertfach unter Auferbietung seiner letzten Kräfte aus dem Erdgeschoss in den vierten (?) Stock und zurück geschleppt. Erfolglos übrigens.

Irgendwann entschloss sich das Kind dann doch noch, dass es genug von der Dunkelheit habe und dann jetzt auch mal einen Blick aufs „Licht der Welt“ riskieren könne. Und – schwupp! – da war es. Es war ein Max.

25 Jahre später wünschte er sich Sesamhippen zum Geburtstag. Und Eis. Aber – O-Ton: „Mach‘ dir keinen Stress. Sesamhippen sind primäres Ziel!“ Ich hab‘ dann mal das dreifache Rezept hergestellt. Das ergab eine ausreichende Menge, um selbst das gierigste Kind und seine Freunde zufrieden zu stellen. Sechs Bleche.

Ich habe schließlich noch drei Sorten Eis dazu spendiert (Vanille, Schoko, Weinbergpfirsich) und beschlossen, das Hippenrezept endlich mal ordentlich zu posten, damit ich es nicht wieder ewig suchen muss, wenn ich es brauche. Hier isses:

Sesamkrokanthippen

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Zutaten

  • 10 Milliliter Orangenlikör (Cointreau oder Grand Marnier)
  • 15 Milliliter Zitronensaft, frisch gepresst
  • 60 Gramm Puderzucker
  • 30 Gramm Butter
  • 15 Gramm Mehl, Tipo 0
  • 40 Gramm Sesam

Zubereitung

  • Likör und Zitronensaft verrühren. Gesiebten Puderzucker darübergeben und glattrühren. Beiseite stellen.
  • Butter auslassen und wieder etwas abkühlen lassen. Unter die Zucker-Saft-Mischung rühren. Mehl und Sesam hinzufügen und ebenfalls unterrühren.
  • Das funktioniert übrigens alles hervorragend mit einem Esslöffel, den man dann anschließend auch benutzen kann, um winzige Häufchen in größerem Abstand auf ein mit Backpapier ausgelegtes Blech zu verteilen. Auf ein Blech passen neun kleine Löffelchen.
  • Bei 180°C Umluft abbacken, bis die Tupfer ordentlich verlaufen und goldbraun sind. Bevor die Ränder zu dunkel werden aus dem Ofen nehmen und auskühlen lassen.
  • Für Körbchenformen noch warm über passende Förmchen legen.

So sieht das dann bei ungeschickter Verteilung auf dem Blech aus. Ist aber kein Problem. Einfach auskühlen lassen und in passende Stücke brechen.

Leider gibt es sowas wie eine „Silberne Entbindung“ nicht. Haben wir halt Max‘ Geburtstag gefeiert. Und meine Geschenke – also die für mich – hatte ich mir selbst bestellt: neue Tapeten für ein neues „Bauprojekt“ und eine „Staub“-Pfanne. Gar nicht mal so übel. Hätte schlechter kommen können.

Zum Tapetenprojekt (Arbeitstitel „Wir verabschieden uns nach acht Jahren von der Notlösung und verschönern die Garderobe“) gehören noch ein Kommodenprojekt (steht gerade in Kartons im Weg rum) und ein Spiegelprojekt (befindet sich gerade beim Glaser). Für das Spiegelprojekt hatte ich mir vor geraumer Zeit den Rahmen des Bildes, das bei meinen Großeltern mütterlicherseits während deren gesamter Ehe über dem Bett hing, erbettelt. Die Glasscheibe und das Bild selbst sind aufgrund eines kleineren Unfalls kaputt, aber der Rahmen ist traumhaft. Und da soll jetzt ein Spiegel rein.

Gestern habe ich ihn beim Glaser abgegeben. Bin gespannt, wie das aussieht, wenn ich es abhole.

Zum Aufbau der Kommode ist es bislang nicht gekommen, weil ich schlichtweg praktisch tot bin. Der Gatte hat sich auf Gozo bei Tauchbasis-Brian eine Männergrippe eingefangen. Jetzt hab‘ ich sie. Und ich weiß jetzt aus erster Hand: Das ist kein Spaß!

Durch die letzten drei Arbeitstage habe ich mich mühsam hindurch geschleppt. Jetzt habe ich bis Donnerstag frei. Dafür klopfe ich mir hiermit nochmal ausdrücklich auf die Schulter. Geniale Planung! Wochenende + ein Urlaubstag + ein bundesweiter Feiertag + ein rheinland-pfälzischer Feiertag = fünf Tage Freiheit! Als Hessin!

Ähnlich genial war ich nur ganz kurz am Mittwoch, als ich beschloss aufgrund der üblen Witterung die Linseneintopfsaison zu eröffnen. Hat mir den Hals gerettet, weil ich an den beiden Tagen, an denen es mir am dreckigsten ging, nur aufwärmen, aber nicht kochen musste. Und allerlei Gemüsereste wurden bei der Gelegenheit auch gleich verklappt.

Seit ich bei der heutigen Einkaufsrunde („MrsFlaxy und ihr Chauffeur“ – selbst fahren ging nicht…) mit trübem Blick das „Heute frische Bornhof-Suppenhühner“-Schild erblickt hatte, weiß ich, das es stimmt: „Wenn die Nacht am tiefsten ist, ist der Tag am nächsten“. Rechts und links je ein totes Huhn untergehakt – und ab ins Auto. Irres Lachen.

Das erste landet gleich in der Hühnerwanne aka großer Kochtopf mit allerlei Suppengemüse, Ingwer und Safran. Das zweite wurde im Gefrierfach „geparkt“. Jetzt – wo Rettung in Sicht ist – fühle ich mich gleich viel besser.

Ich werde die Gelegenheit nutzen, an meinem Hühnersuppenrezept zu feilen (sprich: mal gewissenhaft mitzuschreiben – soweit es mein aufgeweichtes Hirn erlaubt) und es ordentlich zu verbloggen. Bwark!

Und die letzten, nachgereiften Tomaten warten auch noch. Dazu ein paar Jalapenos von der Schwester. Da ich gerade wenig schmecke, werde ich sie wohl einfach experimentierfrei einkochen. Wahrscheinlich nochmal als Marmelade.

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