Lamm, Esel und Igel

Was da klingt wie eine Endlosserie auf einem dritten Regionalprogramm mit tollen Berichten aus den Zoos, mag einen vielleicht zu einer Fehleinschätzung dieses Blogposts verleiten. Ich sage es gleich: Dem Lamm ist nicht mehr zu helfen. Es wurde geschmort und ist mittlerweile restlos verspeist. Ooopsi!

 

Und es war köstlich. „Non, rien de rien, non, je ne regrette rien …“ Es war ja auch kein ganzes Lamm, sondern nur ein Hüftstück. Will meinen: Ich bin nicht allein schuld an seinem Tod. Andere Menschen haben andere Stücke von ihm gegessen.

Und immerhin war es unser „Sonntagsbraten“. Ich finde, das ist ein ehrenvoller Titel für einen ehrenvollen Abgang im Schmortopf. In Gesellschaft einiger der letzten Möhren aus dem Garten. Unter anderem.

Kartoffelplätzchen

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Zutaten

  • 500 Gramm Kartoffeln (hier: Blauer Schwede)
  • 2 Eier
  • 30 Gramm Speisestärke (es geht auch ohne, aber dann ist das Abbacken deutlich frickeliger)
  • Salz, Pfeffer, Muskat
  • Petersilie oder Kräuter je nach Geschmack und / oder Saison

Zubereitung

Dieses Rezept hat keine Schritte

Lamm hin, Lamm her. Es schmeckte ausgezeichnet. Dazu gab es Rosenkohl aus dem Ofen und violette Kartoffelplätzchen. Und eine Soße, die ich aus dem Schmorfond gezogen habe.

Und tolle Schatten wegen des miesen Lichts nach stundenlanger Schmorerei. Egal.

Kommen wir zum Esel: Mein Sofaesel war am Wochenende eine der überfälligen Näharbeiten. Das arme Ding löst sich langsam in seine Bestandteile auf. Aber ich konnte ihn retten. Für wie lange weiß ich nicht. Und ein Video vom Gespräch mit seinem Tierpfleger gibt es auch nicht.

Er hat jetzt eine brutale Narbe über die komplette Nase. Ich werde angesichts seiner desolaten Gesamtverfassung wohl bald ein Schnittmuster von ihm nehmen müssen. Das funktioniert. Immerhin diente er bereits als Vorlage für ein Einhornkissen für Max.

Nun zum Igel. Es wird auch höchste Zeit. Nach Durchstöbern sämtlicher (und ich meine sämtlicher!) Igelinformationen im Netz war ich etwas verunsichert. Werner war ja ausgewachsen, bekam ab und an im Herbst etwas Futter und schnarchte ansonsten friedlich unter der Terrasse oder war unsichtbar. Kein Problemigel also.

Der hier erschien mehr – je mehr ich über Igel las – immer kleiner und hilfsbedürftiger. Das verunsicherte mich ein wenig.

Insgesamt betrachtet war er natürlich schon deutlich kleiner als Werner. Verdammt! Nach drei Tagen mit Katzenfuttermast schleppte meine Lieblingskollegin Igelfutter an. Die Mast ging lustig weiter. Und gestern hielt ich es nicht mehr aus und setzte ihn in einer Schüssel auf die Küchenwaage.

492 Gramm! Das sollte reichen, um ihn durch den Winter zu bringen. Ohne nennenswertes Eingreifen in den „Circle of Life“. Zumal er einen äußerst agilen und gesunden Eindruck macht.

Ich werde ihn jetzt mal lustig weiter mit Futter vollstopfen und hoffen, dass er weiterhin – auch im nächsten Herbst – lustig mit Laub unter der Terrasse kruschelt.

Wir haben ihn übrigens „Fidel“ genannt. Zu Ehren des kürzlich verstorbenen „Maximo Lider“. Der Gatte meinte, ein Igel brauche einen „Kampfnamen“. Stimmt. Vor allem dieser Igel, der sich jetzt durch seinen ersten Winter kämpfen muss.

Wir selbst kämpften uns nach der Igelaktion durch den Winter, indem wir ein Rote- und Gelbe-Bete-Carpaccio vernaschten. Mit Feldsalat und Chapignons. Und Pecannüssen. Und vor allem doppelt paniertem und seeehr langsam ausgebratenem Ziegenkäse. Gibt Schlimmeres.

Igelgutter zum Beispiel. Selten etwas so Ekliges gerochen. Egal. Fidel mag es. Mahlzeit! Hier gibt’s Linseneintopf.

Update eine halbe Stunde später: Okeeeehhhh… Jetzt habe ich zwei Igel. Beide gewogen: 563 und 523 Gramm.

 

 

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4 Kommentare

  1. Igel sind schon cool. 🙂 Auch wenn sie stinken (warte mal, bis das Igelfutter wieder hinten raus kommt.^^) Und seit Jahren meine Igelkiste verschmähen. :rolleyes:

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