We wore sunglasses at night!

2017 – was für ein Jahr! Ich feierte Goldenen Geburtstag und Silberne Entbindung. 2018 hält in dieser Hinsicht allerdings auch zwei Jubiläen bereit: den zehnten Hochzeitstag und den zehnten Bloggeburtstag. Und damit auch den zehnten Bodenplattengeburtstag unseres Hauses. Schließlich hat das hier mal als Baublog begonnen.

So rein privat gesehen war das ein wirklich schönes Jahr. Kommt hinzu, dass ich jetzt stolze Besitzerin einer Hollywoodschaukel bin. Und einer Getränkekühlpalme.

2017 hat mir zudem einen Berg von Fotos eingebracht. Leider gegen Ende nur noch Handyfotos, da meine Kamera immer noch nicht aus der Reparatur zurück ist. Ich bin allerdings guter Hoffnung, dass ich in der kommenden Woche wieder be-kamera-t sein werde.

Gekocht wurde auch. Hier kamen dann oft Highlights aus den Urlauben zum Zug: Tørrfisk-Bällchen, Mελιτζανoσαλάτα, Kanelboller und sizilianische Tomatenmarmelade, die wir auf Gozo beim Sizilianer entdeckt haben. Ich habe Tomaten ohne Ende eingekocht, mit Spargel, Artischocken und Auberginen hantiert und mit Hummern und Langusten gespielt.

Die Schwester brachte das Rezept für den perfekten Pizzateig aus der Toscana mit, ich experimentierte mit Rosenkohl im Ofen und zog am Ende auch brutal meine alljährliche Plätzchensession durch. Und zuletzt das Weihnachtsmenue. Enden wird das Jahr heute mit einem Linseneintopf – auf vielfachen Wunsch eines einzelnen Herrn.

Essenstechnisch erwähneswert sind dabei – was aushäusiges Essen angeht – das ‚Maren Anna‘ in Sørvågen auf den Lofoten, das ‚Qbajjar‘ in der Qbajjar Bay auf Gozo und die ‚Blauen Tische‘ und das ‚Caligari‘ in Neukölln.

Hinzuzufügen wären noch die Rievkooche auf dem Kölner Weihnachtsmarkt, die Lichtjahre von dem entfernt sind, was in Mainz aus Eimern ins ranzige Fett verklappt wird. Die kulinarische Enttäuschung des Jahres fand gleich zu Beginn in Form des Silvestermenues in Franz Kellers ‚Adlerwirtschaft‘ in Eltville-Hattenheim statt. Sehr schade. Kein Vergleich zu unseren vorherigen Besuchen.

Zuletzt noch ein ultimativer Favourite-Fish-Dealer-Tipp: ‚Anitas Sjømat‘ in Sakrisøy. Der frischeste Fisch, den ich je in der Pfanne hatte. Und auch wenn die Kochmöglichkeiten aus verschiedenen Gründen während des gesamten Urlaubs stark limitiert waren: An den Zutaten lag es nicht!

Zum Thema „Urlaub“ gehört aber noch mehr als nur essen. Aaach…

Der Gatte startete Anfang Januar zu einem ersten Solotrip nach Gozo durch. Tauchurlaub war geplant. Wobei das ja kein richtiger Urlaub ist, wie ich mir erklären lassen musste. Empörter O-Ton: „Ich fahre ja nicht zum Spaß da hin!“ Blöderweise wurde aus dem Tauchurlaub dann ein Wanderurlaub. Das Wetter spielte nicht mit. Immerhin zweimal konnte er zu Wasser gelassen werden. Dann kam der Sturm.

Links sieht man zum letztenmal das Azure Window in der Dweijra Bay. Ein ähnlicher Sturm am 08.03.2017 hat es leider komplett in der Bucht versenkt. Ein Opfer dieses Jahres.

Da das Tauchen im Januar sozusagen fast komplett „ins Wasser gefallen“ (bzw. eben genau das nicht…) war, „musste“ der Gatte seinen nächsten ernsthaften, ungeplanten Trainingsurlaub auf Mallorca noch vor unserem gemeinsamen Sommerurlaub einschieben. Morgens ging es ins Wasser, nachmittags auf einem Rad aus dem Danilo-Hondo-Radverleih auf die Straße. Da das aber ja kein Urlaub war (nein, nein…), gibt es auch keine Fotos. Pah!

Die gibt es erst wieder vom Sommerurlaub. Es ging wie bereits erwähnt auf die Lofoten. Und vorher für drei Tage nach Berlin.

Ich verliebte mich spontan in Neukölln. Wir hatten sagenhaftes Glück, lag unsere Stippvisite in der Hauptstadt doch exakt in einer Überflutungspause. Und wir besuchten den Botanischen Garten, in dem genau am Tag unseres Besuchs der Titanenwurz in voller Blüte stand. Und dann hatten wir – abgesehen vom Extrem-Sightseeing – einen sehr schönen Abend mit Joaquin beim Griechen. Ein sehr vielversprechender Start in den Norwegenurlaub, zu dem wir von Tegel aus aufbrachen.

Auf den Lofoten schliefen wir mit der Mitternachtssonne im Gesicht tief und fest in unserem kleinen Haus auf Austvågøya mit eigenem Strand: Nettvika – sehr empfehlenswert! Wir (also ich) kauften Wein in der staatlichen Apotheke zu Preisen, die einem die Schuhe auszogen, und in einer Qualität, die ich zu Hause maximal zum Kochen eines Abendessens für persönliche Feinde benutzt hätte. Ich sag‘ nur: The Adventures of Lady Riesling – im Kanister!

Dafür schwelgten wir zwei Wochen lang im siebten Lakritz- und Frischfisch-Himmel. Der Lakritz-Himmel gehörte mir dabei ganz allein.

Die zweite Station der Reise war Sakrisøy. Auch hier die Unterkunft ein Volltreffer. Wir entdeckten den schönsten Strand, den ich je gesehen hatte. Wir fuhren Tretboot um Mitternacht. Und ich überlebte die brutale Matmora-Wanderung. Alles nochmal im Detail ab hier: A tribute to Slartibartfast.

Bevor es im Herbst dann wieder auf die maltesischen Inseln ging, absolvierte der Tauchgatte noch eine einwöchige Trainingseinheit auf Zypern. Er sondierte praktisch die Insel für einen gemeinsamen Urlaub im kommenden Jahr. Pflichtprogramm also wieder. Kein Urlaub!

Auf Gozo sahen wir uns dann zum erstenmal die Dwejra Bay ohne Azure Window an, entdeckten neue Küstenabschnitte und verbrachten einen fantastischen Nachmittag in der San Blas Bay. Entschleunigter geht es wirklich nicht.

Und am Ende investierten wir noch einen Tag und eine Nacht in Valletta. Spannende Stadt – aber das entspannte Gozo ist uns am Ende doch lieber. Die komplette Gozo-Woche auf dem Blog: Let the sunshine in!

Schluss mit Urlaub und Nicht-Urlaub. Wenden wir uns kurz dem Garten zu. Der war in diesem Jahr wieder sehr ergiebig. Besonders die Anpflanzung von Petersilie an drei verschiedenen Stellen, die abwechselnd beerntet wurden, erwies sich als genial. Ich war zum erstenmal absolut petersilienautark!

Dazu kamen Tomaten, Zucchini, Chili, Auberginen, Möhren, Mangold, Erdbeeren, Himbeeren, Johannisbeeren und Kräuter in rauhen Mengen. Besonders erfolgreich war der Anbau der aus dem Griechenland-Urlaub des Vorjahres importierten weißen Auberginen. Und der Grünkohl kommt ja auch noch.

Fassen wir die in 2017 erworbenen wichtigsten Erkenntnisse und Eindrücke doch noch einmal kurz als Liste zusammen. Die Reihenfolge ist beliebig.

  1. Deutschland hat gewählt. Eine Regierung hat es an Silvester immer noch nicht. Trotzdem darf das „geschäftsführende Kanzlerin“ die Neujahrsansprache halten.
  2. Morrissey nervt.
  3. Maniokplätzchen schmecken ausgesprochen gut, enthalten aber leider keinen einzigen ernährungsphysiologisch wertvollen Bestandteil.
  4. Helmut Kohl ist tot und hat die Namen seiner Bimbesbrüder mit ins Grab genommen.
  5. Hollywoodschaukeln sind eine geniale Erfindung.
  6. Chris Froome ist endlich aufgeflogen. Oder auch nicht.
  7. Der FC Bayern nervt. Und das von Jahr zu Jahr mehr.
  8. Nach knapp zehn Jahren kann man in einem Neubau mit Renovierungsarbeiten anfangen. Und nach knapp zehn Jahren kann auch ein Flachdach undicht werden.
  9. Pizza geht immer.
  10. Billy Bragg arbeitet immer noch am Soundtrack meines Lebens.
  11. Glühwein auf Weihnachtsmärkten kann lecker sein. Man muss nur soviele Stände wie möglich ausprobieren.
  12. Canon Kameras können auch ohne Kontakt mit Flüssigkeiten einen Feuchtigkeitsschaden haben.
  13. Betriebsräte könnten eine nützliche Sache sein. Wenn die richtigen Leute darin säßen.
  14. Man kann auch mit fünfzig Jahren noch mehr als zwanzig Kilo abnehmen.
  15. Kanelboller helfen einem dabei leider nicht wirklich, müssen aber trotzdem ab und zu sein.
  16. Urban Priol ist auch beim zehnten Jahresrückblick nicht langweilig.
  17. Selten habe ich jemanden so gehässig feixen sehen wie Andrea Nahles am Wahlabend.
  18. Möweneier sollte man nur hartgekocht essen.
  19. Ein Leben ohne Tomaten ist möglich, aber sinnlos.
  20. Man muss sich entscheiden: Entweder man ist Teil des Problems, oder man ist Teil der Lösung.

Und zum Schluss noch Musik. Ich wünsche allen Lesern einen „Guten Rutsch“ und nur das Beste für 2018.

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