Helau! Oder so…

Die Fassenacht ist ja bereits in vollem Gange. Hier steht trotzdem gerade kein Pferd auf dem Flur, und hier steppt auch nicht der Bär. Seit wir ins hessische Hinterland gezogen sind, betreffen mich die närrischen Tage nur noch während der Arbeitszeit und freitags abends beim traditionellen Einschlafprogramm „Mainz bleibt Mainz“.

Um es vorweg zu nehmen: Ich habe die Hofsänger natürlich wieder nicht gesehen. Ich glaube, das ist mir in den vergangenen Jahrzehnten nie auch nur ansatzweise gelungen. Schutzschlaf nennt man das.

Zudem war es diesmal auch wenig aufregend, da ja niemand von der AfD eingeladen war, der mit Pickelhaube die Bühne hätte stürmen können, um sich vom Obermessdiener zu „verabschieden“. Der Schlaf raffte mich diesmal schon bei Lars Reichow hinfort. Macht nix.

Ich entstamme ja ohnehin keiner Linie von „Narren“, sondern eher von Fastnachtsverweigerern. Bei uns ist niemand so richtig bei der Sache. Auf dem Foto aus der Fastnacht in Kattenes 1954 machen weder mein Lieblingsopa noch seine beiden Pferde einen wirklich ausgelassenen Eindruck. Muss ja auch nicht. Dafür konnte er (die Pferde eher nicht…) aber hervorragend Berliner, die von meiner Oma abgebacken worden waren, in Zucker wälzen und zu riesigen Türmen aufschichten.

Als ich nach Mainz gezogen bin, lernte ich erstmal, dass das mitnichten „Berliner“, sondern „Kreppel“ heißt. Und beim Bäcker wusste auch niemand, was „Teilchen“ sind. Das, was ich meinte, hieß „Kaffeestückchen“. Man lernt ja stets dazu.

Kreppel gab es am Donnerstag im Büro übrigens schon reichlich. Also machte ich mich daran, dem Gatten, der aus dem Westfälischen stammt, wo ja jetzt auch nicht gerade die Fassenacht erfunden wurde, heimatliches Schmalzgebackenes näherzubringen.

Gestern gab es erstmal „Nauntze“. Die kamen derartig gut an, dass ich beschloss, heute gleich noch „Mutzemandele“ nachzulegen. Gut für die Lieblingsnachbarin, dass selbst der Gatte eine komplette Rezeptmenge nicht packt. Und warm schmecken sie definitiv am besten.

Nauntze

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Zutaten

  • 500 Gramm Weizenmehl
  • 1 Teelöffel Backpulver, gestrichen
  • 100 Gramm Zucker
  • 1 Spritzer Zitronensaft
  • 1 Schuss Cognac
  • 3 Eier
  • 4 Esslöffel Milch
  • 125 Gramm kalte Butter
  • Schweineschmalz oder Kokosfett zum Ausbacken
  • Puderzucker

Zubereitung

  • Mehl und Backpulver mischen und auf die Arbeitsplatte sieben. Eine Vertiefung in die Mitte drücken und Zucker, Saft, Cognac, Eier und Milch hineingeben. Mit einem Teil des Mehls von innen zu einem dicken Brei verarbeiten.
  • Die in GFlocken geschnittene Butter darauf verteilen, alles von außen mit Mehl bedecken und zusammendrücken. Dann von der Mitte aus mit den Händen alle Zutaten zügig zu einem glatten Teig verkneten.
  • Arbeitsplatte leicht mehlen und jeweils ein Virtel des Teig dünn ausrollen. Anschließend in Rauten rädeln und schwimmend in siedendem Fett goldbraun ausbacken.
  • Auf Küchenkrepp abtropfen lassen. Dann von beiden Seiten kräftig mit Puderzucker bestäuben.

Der Teig sollte wirklich möglichst dünn ausgerollt werden. So wenig Mehl wie möglich dazu verwenden. Ansonsten hält das Fett die Backzeit nicht durch, d.h. das verbrannte Mehl macht die ganze Sache ungenießbar.

Ich beschloss, die Palminreste zu filtern und damit Vogelfutter anzureichern. Sollte klappen.

Heute schmurgelte ich dann in Rapsöl weiter. Immerhin regierte meine Heimat vier Jahre lang eine Rapsblütenkönigin. Vier Jahre, in denen ich ohnehin schon nicht mehr da wohnte. Aber egal.

Das Rezept, nachdem meine heutigen Mutzemandele gebacken wurden stammt von einer Freundin meiner Mutter. Ob da mal ein Perser eingeheiratet ist – oder wie sonst das Rosenwasser ins Rezept kommt -, weiß ich nicht. Schmeckt aber super.

Ich experimentierte mit drei verschiedenen Ausstechformen. Und ich wunderte mich. Irgendwie hatte ich immer in Erinnerung gehabt, dass der Teig flüssiger war und mit Löffeln abgestochen wurde.

Dieses Rezept war jedenfalls echt gut. Der Teig ist so, dass man ihn locker ohne Mehl auswalzen kann – und die Dinger schmecken fabelhaft.

Mutzemandele II

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Zutaten

  • 50 Gramm weiche Butter
  • 250 Gramm Zucker
  • 4 Eier
  • 650 Gramm Weizenmehl
  • 1 Tütchen Backpulver
  • 50 Gramm gemahlene Mandeln
  • Rosenwasser

Zubereitung

  • Butter und Zucker schaumig rühren. Restliche Zutaten zugeben und verkneten.
  • Teig portionsweise fingerdick ausrollen, ausstechen und in Fett schwimmend ausbacken.
  • Anschließend in der Zucker-Puderzucker-Mischung wälzen.

Wie ich dann eben feststellen musste, hatte ich das schon mal probiert. Mit Löffel-Abstechen. Nach einem Rezept aus der FAS. Dazu ein Foto aus den Anfangstagen dieses Blogs. Mit Luftschlangen – aber das ist schon so lange her, dass es nicht mehr gil(de)t. Bei der Gelegenheit: Ich habe Fassenachtsrezepte verbloggt. I-C-H! Ohne jede Spur von Konfetti. Und ohne eine einzige Luftschlange. Huldigt mir hemmungslos!

Mutzemandele I

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Zutaten

  • 110 Gramm Butter
  • 200 Gramm Zucker
  • 375 Gramm Mehl
  • 2 gestrichene TL Backpulver
  • 100 Gramm geriebene Mandeln
  • 5 Eier
  • Schmalz zum Ausbacken
  • Puderzucker und Zucker (50:50) zum Wälzen

Zubereitung

  • Butter und Zucker schaumig rühren. Mehl mit Backpulver und Mandeln mischen, Eier verquirlen. Abwechselnd unter die Butter-Zucker-Mischung rühren. Mit einem Löffel kleine Klößchen abstechen, in Schmalz ausbacken. Anschließend in der Zuckermischung wälzen.

Und morgen gibt es etwas, das ich lange probiert und endlich perfektioniert habe. Wow! Kein Konfetti, aber ein Cliffhanger! Wahnsinn.

 

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