„Alla hopp!“

Die Geschichte der Pfalz ist eine Geschichte voller Missverständnisse. Glaube ich. Ich telefoniere fast täglich mit „Pälzern“ – und sie sind mir fast ausnahmslos sympathisch. Besonders gern mag ich die „Palz“ an der Fassenacht. Da gibt es bei Bäcker Werner in Mainz nämlich „Pälzer Grumbeere“.

Dass es die beim Bäcker gibt, lässt bereits vermuten, dass es sich nicht um handelsübliche Kartoffeln handelt. Nein, das ist etwas sagenhaft Wohlschmeckendes und Süßes. Eine Nachfrage bei der Bäckereifachverkäuferin vor Jahren ergab, dass es sich bei der Füllung um Bayerische Crème handelt. Ein guter Hinweis. Dass der Rest aus Brandteig besteht, war klar. Und dann Zimt und Zucker außen rum. Und das reichlich.

Und so dachte ich mir, ich könne ja schließlich auch die fassenachtliche Völlerei würdig mit Pälzer Grumbeere abschließen, bevor es morgen in die Fastenzeit geht. Gut, der Plan.

Pälzer Grumbeere

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Zutaten

Brandteig

  • 450 Milliliter Wasser
  • 125 Gramm Butter
  • 1 Prise Salz
  • 250 Gramm Mehl
  • 5 Eier

Bayerische Crème

  • 200 Gramm Milch
  • 30 Gramm Zucker
  • 1 Vanilleschote
  • 30 Gramm Zucker
  • 2 Eigelb
  • 4 Blatt Gelatine
  • 200 Gramm Sahne

Weiterhin

  • Fett zum Ausbacken
  • Zucker und Zimt zum Wälzen

Zubereitung

  • Zuerst den Brandteig herstellen. Nichts einfacher als das! Wasser und Butter in einen Topf geben und kurz aufkochen. Mehl in einer Portionen hineinkippen und mit einem Holzlöffeln rühren. Erst sieht das scheußlich aus, dann ergibt es einen dicken Kloß. Das muss so. Und zwar bis sich eine weiße Schicht am Topfboden bildet. Teigklumpen in eine Rührschüssel geben und etwas abkühlen lassen.
  • Dann nach und nach die Eier unterrühren. Fertisch! Teig in einen Spritzbeutel füllen und beiseite stellen.
  • Fett auf Fritiertemperatur erhitzen. Derweil mit dem Spritzbeutel in der gewünschten Größe Teigklekse auf Backpapier spritzen. Die Ursprungsgröße verdoppelt sich etwa. Also nicht übertreiben!
  • Teigportionen kurz mit den Händen abrunden und ins heiße Fett geben. Langsam ausbacken, bis die Kugeln goldgelb sind. An dieser Stelle ein kurzer Hinweis: Ich bin mir nicht sicher, ob es fürs Füllen eventuell günstiger sein könnte, den Teig erst im Ofen abzubacken und dann kurz zu fritieren. Das teste ich beim nächstenmal. Bis dahin bleibt das hier mal so.
  • Nach dem Abbacken alle Teigkugeln auf Küchenkrepp abtropfen lassen.
  • Jetzt wird's anstrengender. Es geht an die Bayerische Crème. Vanilleschote auskratzen und Mark und Schote mit Milch und Zucker aufkochen. Vom Herd nehmen.
  • Derweil Eier und Zucker aufschlagen.
  • Aus der nicht mehr ganz heißen Milch die Vanilleschote entnehmen. Milch zügig in die Eier-Zucker-Mischung rühren. Abschließend komplette Masse auf einem Wasserbad aufschlagen. Zur Rose abziehen. In eine Schüssel geben und luftdicht mit Frischhaltefolie abdecken, damit sich keine Haut bildet. Kalt stellen.
  • Gelatine in kaltem Wasser einweichen. Sahne schlagen. Wenn die Crème etwa 25 - 30 Grad hat, Gelatine ausdrücken und kräftig einrühren. Zuletzt Sahne unterheben. Nochmals kalt stellen, bis die Creme anzieht. In einen Spritzbeutel mit spitzer Metalltülle füllen.
  • Abgekühlte Crème in die Brandteigkugel spritzen und diese anschließen in einer Zimt-Zucker-Mischung wälzen.

Wer das nicht mag, dem ist wirklich nicht zu helfen. Und am Ende war es geschmacklich kein Vergleich mit der Bäcker-Werner-Massen-Ware, an der eine Vanilleschote maximal im Eselsgalopp vorbeigerannt ist.

Mein Zucker ist übrigens so pudrig, weil ich Reste von der Mutzemandelummantelung aus Puderzucker-Zucker-Mischung verwendet habe. Und dann Zimt dazu. Klebt viel besser als nur Zucker.

Und ab morgen gilt für die Fassenacht wie für die Völlerei: „Da is‘ die Beer‘ geschält!“ Auch die Grumbeer. Ist auch gut so. Was ich in den letzten Tagen durch siedendes Fett getrieben habe, gibt es sonst im ganzen Jahr nicht. Egal.

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