Mehr Meer, bitte!

Vielleicht die letzten Muscheln für diese Saison? Ich bin mir noch nicht sicher. Ich wollte noch eine Variante mit Tomaten im Sud ausprobieren. Dieser Versuch hier jedenfalls kam echt gut an, woran ich im Vorfeld größere Zweifel gehabt hatte.

Als ich letztes Wochenende halb bewusstlos auf dem Sofa lag, sah ich mir als Einschlafhilfe und zur Entspannung allerlei Kochsendungen in der Mediathek an. Und irgendwann zwischen Koma 2 und Koma 3 beobachtete ich Meta Hiltebrand dabei, wie sie Muscheln in einem Kokossud mit Vanille und Zitronengras zubereitete. Das klang irgendwie verlockend und ganz anders als meine übliche Zubereitungsweise.

Allerdings kochte sie die Muscheln in Wasser ab und zog sie dann durch die Soße. Das hielt ich für sinnlose Vergeudung wertvoller Resourcen. Da kippt man ja praktisch den ganzen Meergeschmack in den Ausguss! Ich gönnte dem Sud noch ein wenig Wein und Sahne – und bedampfte die Muscheln dann gleich darin. Bei allem anderen, ginge mir unnötig viel Meer verloren.

Muscheln im Zitronengras-Vanille-Kokos-Sud

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Zutaten

  • 1 Kilo Miesmuscheln
  • Olivenöl zum Anschwitzen
  • 2 Frühlingszwiebeln
  • 2 Stengel Zitronengras
  • 3 Kaffirlimettenblätter
  • 1 Vanilleschote
  • 250 Milliliter Kokosmilch
  • 100 Milliliter Weißwein
  • 100 Milliliter Sahne
  • schwarzer Pfeffer, wenig Meersalz

Zubereitung

  • Muscheln putzen und sortieren. Vanilleschote ausschaben. Zitronengras mit dem Fleischklopfer plätten und halbieren. Frühlingszwiebeln in feine Rinde schneiden.
  • Zwiebeln, Zitronengras, Kaffierlimettenblätter und Vanilleschote kurz anschwitzen, mit der Kokosmilch ablöschen. Etwas einköcheln lassen. Zitronengras, Limettenblätter und Schote entfernen. Vanillemark zugeben.
  • Wein und Sahne angießen und kräftig zum Kochen bringen. Muscheln in den Topf geben und Deckel schließen. Wenn sich alle Muscheln im Dampf geöffnet haben, mit einem Schaumlöffel herausnehmen und auf zwei Schüsseln verteilen. Sud mit Salz und Pfeffer abschmecken und über die Muscheln gießen.

Das Ergebnis begeisterte sowohl den Gatten als auch mich. Blöd nur, dass mir zu spät einfiel, dass ich ja noch ein Ciabatta zum Tunken ansetzen wollte. Während der Teig ging, wurde mir klar, dass das nicht mehr in die Kategorie „knappe Sache“, sondern eher in „It’s all over now, Baby Blue“ fiel.

Ich warf nacheinander vier Papadams in die Pfanne, die ich irgendwann exakt für eine solche Situation gekauft hatte. Passte gut.

Das Brot wurde dann irgendwann mitten in der Nacht aus dem Ofen gezogen. Fürs Frühstück kam es gerade recht. Und: Ich war wieder völlig begeistert vom absolut gelingsicheren Ciabatta-Rezept.

Vom Muschelsud blieb recht viel übrig, da die Saugkraft des Papadams deutlich hinter der des Ciabattas zurück lag. Zum Wegkippen viel zu schade. Ich beschloss, ihn heute Abend irgendwie „an den Skrei zu bringen“. Dazu muss ich unbedingt noch erwähnen, dass ich gestern das schönste Stück Skrei aller Zeiten erbeutet habe. So schön, dass ich stundenlang den rohen Fisch anglotzen und ihn zwischendurch ein bißchen streicheln könnte.

Ehrlich: Isser hübsch oder isser hübsch?!

Am Ende durfte er es sich auf Kartoffelpüree bequem machen. Und zur Gesellschaft gab es noch Möhren und Lauch im Muschelsud. Eine ausgezeichnete Idee. Ich glaube, dem Skrei hat es auch gefallen.

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