Suchtprobleme

„Ähemm… Ich bin die Manuela, und ich habe ein Problem mit Bärlauch.“ So. Jetzt isses raus! Eigentlich habe ich momentan allerdings eher ein Problem OHNE Bärlauch. Etwa alle vierundzwanzig Stunden müssen die Bärlauchspeicher meines Körpers konsequent aufgefüllt werden. Schlimm sowas.

Jedenfalls ist unser Gartenbärlauch, der noch eher zaghaft austreibt, meinen Gelüsten nicht gewachsen. Ich musste Stoff zukaufen.

Und von der Großfamilienportion Pesto, die ich daraus herstellte, fällt mir seit Tagen ständig was ins Essen.

Es begann mit Cappellini mit Chiligarnelen, Zitrone und Bärlauch. Dabei ging unsere komplette bisherigen Eigenproduktion drauf.

Es folgten nochmals Industrie-Cappellini mit Pesto – ohne großen Schnickschnack, weil Donnerstag war. Da komme ich stets sehr spät nach Hause.

Gestern blieb dann etwas mehr Zeit zum Kochen. Statt grüner Nudeln gab es grünen Reis: Bärlauchrisotto mit Freitagsfisch oben drauf.

Ich habe im Pesto übrigens Pinienkerne und Pecorino – also landete auch Pecorino statt Parmesans im Risotto. Der Kabelau war einfach nur langsam gegart. Dazu ein paar angeschwitzte Kirschtomaten. Fertig!

Jetzt ist immer noch Pesto übrig. Verdammt! Schauen wir mal, was es heute Abend geben wird…

Gestern – als Nachtisch – habe ich mich noch an einen zypriotischen Orangenkuchen gemacht. Mit den Hinweisen von Marina (Es kommen ganze Orangen rein. Es kommt kein Mehl rein, nur Mandeln.) habe ich mich auf die Rezeptsuche gemacht. Vorbild war der Kuchen aus Kouklia. Hier nochmal ein Foto:

Mein Verdacht, dass da Grieß drin sein könnte, erhärtete sich anhand der Rezeptrecherche. Ich beschloss allerdings, es beim ersten Versuch ohne zu testen.

Bei Tegut fand ich die perfekten Bio-Orangen aus Italien – dünne Schale, sehr reif. Ich dachte mir, je weniger Weiß die Schale hat, desto besser.

Portokalopita

zypriotischer Orangenkuchen Ähnliche Beiträge

Zutaten

  • 4 mittlere Blutorangen oder Orangen, unbehandelt
  • 3 Eier
  • 240 Gramm Zucker
  • 200 Gramm gemahlene Mandeln (ohne Schale)
  • 1 Teelöffel Backpulver
  • 1 Schuss Cointreau

Zubereitung

  • Zuerst die Orangen gründlich schrubbeln und Blattansatz entfernen. Wasser in einem Topf zum Kochen bringen. Orangen ins kochende Wasser geben. Alles etwa 20 Minuten köcheln lassen bis die Orangen weich sind.
  • Früchte ablühlen lassen, halbieren und mit dem Pürierstab (oder in einer Küchenmaschine) sehr fein pürieren.
  • Orangenpüree mit den restlichen Zutaten verrühren. Eine runde Springform fetten und den Ofen auf 180°C vorheizen.
  • Orangenmasse in die Form geben und etwa eine Stunde abbacken. Falls der Kuchen von oben zuviel Farbe nimmt, gegen Ende der Backzeit abdecken.
  • Beim nächsten Mal teste ich die Zugabe von 125 Gramm Hartweizengrieß und / oder Joghurt, um eine echte Portokalopita zu backen. Das mehr so als Memo to myself. Und dann kann man den Kuchen noch mit Orangensirup tränken. Auch das steht noch auf dem Plan.

Als ich die fertig pürierte Orangenmasse vorsichtig probierte, dachte ich noch „Möööp! Fehler!“, ignorierte das dann aber und bastelte unbeeindruckt den Teig zusammen. Abgebacken war der Kuchen dann absolut köstlich. Puh!

Nach einer ersten Kostprobe entschied ich, auf das Tränken mit Sirup zu verzichten. Der war so süß genug. Bei einem weiteren Versuch demnächst werde ich die Zuckermenge im Teig leicht reduzieren und die Sirupsache ausprobieren. Schmeckt nach Sommer!

So. Jetzt aber ab in den Garten! Schluss mit dem Gelungere vor dem Rechner. Eine Online-Sucht zusätzlich zu meiner Bärlauch-Sucht kann ich mir jetzt nicht leisten.

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