Garten, Regen, Zypern und Brötchen

Die gute Nachricht: Im Garten geht gerade alles raketenmäßig ab. Die schlechte Nachricht: Das betrifft auch das Unkraut. Und den Kirschlorbeer. Wir haben gestern echt alles gegeben, um Unerwünschtes zu töten und Erwünschtes zu pampern.

Es war hart, aber wir waren auch hart. Die Hecke zum netten Nachbarn ist jetzt unter Kontrolle. Die Hecke zu den nervigen Nachbarn nicht. Aber die haben schon wieder angefragt, wie hoch wir sie wollen, weil sie von ihrer Seite aus – wie im letzten Jahr – selbst schneiden wollen. Dank deren Grundstücksplanung kommen wir ja von dieser Seite auch nicht mehr ran. Egal.

Wir warten erstmal ab, was sie wegschneiden und reagieren dann. Das Agieren haben wir großzügig abgegeben. Stattdessen haben wir Stauden freigeschnitten. Meine Begeisterung über das allgegenwärtige Gesprieße kannte zwischenzeitlich kaum Grenzen.

Und die Bäume! Der Weinbergpfirsich (s.o.) geht ordentlich ab, Benedicte hat sechs (in Zahlen 6!) Blüten (eine davon auf dem Foto ganz unten). Wir sind froh, dass sie überhaupt noch lebt. Sie hatte ein schweres 2017.

Das Mandelbäumchen ist startklar, die Pfingstrosen treiben wie blöd, das Kräuterbeet ist seit heute komplett bestückt.

Und die erste Tulpe blüht! Zeit an Essen zu denken! Zumal unsere Gartenarbeiten irgendwann ein jähes Ende fanden, da es begann zu regnen und erstmal nicht mehr aufhören wollte.

Es stand „Stifado“ auf dem Plan, ein zypriotisches Rinderschmorfleisch. Ich orientierte mich bei der Herstellung am Franz-Keller Rezept in „Verführerisches Zypern“ und an Discover Cyprus. Heraus kam das hier:

Stifado

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Zutaten

  • Olivenöl
  • 1 Kilo mageres Rindfleisch, in Würfel geschnitten
  • 1 Gemüsezwiebel, in Streifen geschnitten
  • 2 Knoblauchzehen, gehackt
  • Rotwein
  • 2 Zimtstangen
  • 2 Lorbeerblätter
  • 1 Teelöffel ganze Nelken
  • 1 Teelöffel Anis- oder Fenchelsamen
  • 800 Gramm gehackte Tomaten aus der Dose (hier selbsteinkochte Ofentomaten aus dem letzten Sommer)
  • 250 Milliliter Rinderbrühe
  • Salz und Pfeffer

Zubereitung

  • Fleisch mit den Gewürzen zusammen in Rotwein marinieren. Etwa fünf Stunden ziehen lassen. Fleisch aus der Marinade nehmen, Marinade auffangen und durch ein Sieb geben.
  • Olivenöl in einem Gusstopf erhitzen und das Fleisch portionsweise darin anbraten.
  • Zwiebelringe (Zwiebelhalbringe - gibt es das?!) zugeben und schonend mitgaren, bis sie goldbraun und karamellisiert sind. Mit der Marinade ablöschen.
  • Knoblauch, Brühe und Tomaten zugeben. Salzen und pfeffern.
  • Das Stifado im geschlossenen Topf für etwa zwei Stunden schmoren lassen. Deckel abnehmen und einkochen, bis die Soße die gewünschte Konsistenz hat.
  • Mit Bulgur oder Kartoffelspalten servieren.

Da brachten es echt die Anissamen, die ich übrigens aus Zypern mitgebracht hatte. Und der Zimt. Ausgesprochen schmackhaft. Dazu gab es Bulgur nach zypriotischem Rezept. Zu spät fiel mir auf, dass sich keine Vermicelli im Haus befinden. Ich ersetzte sie duch passend zurechtgebrochene Cappellini. Doof darf man sein, man muss sich nur zu helfen wissen – das hat man mir bereits als Kind eingetrichtert. Hat funktioniert!

Auf dem Teller sah das dann so aus:

Parallel wurde der Brötchenteig fürs Synchronbacken „zusammengenagelt“. Mein Rezept und die Fotos gibt’s am Mittwoch.

Da gerade die Sonne herauskommt, und da wir mittlerweile hinreichend gestärkt durch die Brötchentests sind, geht’s jetzt erstmal draußen weiter.

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