Futterstelle & Nistkasten

Thursday, 27. may 2010 4 27 /05 /Mai /2010 17:49

35 - Nettes 7347Grün war heute irgendwie die Farbe des Tages. Trotz Regen und blödem Himmel. Bereits in der Mittagspause blieb das erste Grün an mir hängen. In unserer Stamm-Aldi-Filiale gabe es noch exakt eine Buchskugel. Ich wertete das als Zeichen des Schicksals und nahm sie mit. Schön grün übrigens.

Das nächste Grün erwartete mich bei meiner Rückkehr zum Haus: 80 Kirschlorbeer! Und alle etwas trocken von der "Anreise". Also erstmal raus mit meinen grünen Freunden aus dem Container, schön fürs Gruppenfoto nebeneinander aufgestellt - und dann ab unter die Dusche. Sie hatten es verdient. Am Wochenende werden sie an den zwei noch offenen Seiten des Grundstücks als Hecke angepflanzt werden. Derweil nimmt das Rhododendrenbeet Gestalt an. Die für heute eigentlich geplante Fertigstellung musste auf morgen verschoben werden. Es ist einfach noch zu nass und matschig. Auch die Stellplätze endgültig zu säubern hätte kaum Sinn gemacht.

Also fuhr ich erstmal zu Max' erstem Praktikumsbetrieb - dem Autoschrauber hier vor Ort - und machte einen Termin für die Montage neuer Bremsbeläge. Zu meiner Überraschung kann ich gleich morgen vorbeikommen. Direkt nach der Arbeit. Perfekt! Was daran grün ist? Der Fahrzeugschein!

Mit grünen Sachen konnten auch die Meerschweinchen eben etwas anfangen. Hennes und Egon vernaschten erstmal ein bißchen Petersilie, die ihnen außerordentlich gut zu schmecken schien. Als Nachtisch war pro "Mann" eine Erdbeere geplant, für die sie sich leider absolut nicht interessierten. Und das, obwohl meine Kollegin, die früher auch mal Meerschweinchen hatte, mir gerade Erdbeeren wärmstens empfohlen hatte. Rot kam irgendwie nicht an. Da es draußen gerade trocken war, ging ich noch ein wenig Löwenzahn pflücken, um ihn den Herren morgen früh zu verabreichen.

Ich legte ihn neben den Käfig, was die Beiden völlig außer Kontrolle geraten ließ. Der Geruch muss sie fast wahnsinnig gemacht haben. Sie turnten ständig an der Käfigseite, an der der Löwenzahn lag (außerhalb natürlich) herum und quietschten und hüpften aufgeregt durcheinander. Egon geriet derart außer sich vor Begeisterung, dass er Männchen machte und dabei rückwärts umfiel. Am Ende erbarmte ich mich und gab ihnen bereits vorab ein paar Blätter. Wie Fressmaschinen fielen sie darüber her. Absolut hemmungslos. Hennes war anschließend so erschöpft, dass er Ewigkeiten gähnend und fix und fertig im Eingangsbereich seines Häuschens herumlag. Inzwischen wurde er aus dem Häuschen geworfen, weil Egon sich darin auszubreiten gedachte. Hennes liegt jetzt davor. Beide machen ein Nickerchen.

Und zum Abschluss besuchten mich noch die Grünfinken, die offensichtlich auch einen ordentlichen Appetit haben. In den letzten beiden Tagen leerten sie mit den Meisen und den Spatzen gemeinsam den kompletten Silo des Futterhäuschens. Mit anderen Worten: ein Pfund Sommerstreufutter! Verstärkung haben sie neuerdings von den Amseln bekommen. Gestern konnte ich beobachten, wie sich eine Amsel in die eigentlich für sie etwas enge Öffnung zwängte. Wenn sie in den nächsten Tagen weiter zuschlägt, steckt sie wahrscheinlich irgendwann fest. Notfalls kann sie mit dem verfressenen Egon eine Selbsthilfegruppe gründen...

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Friday, 14. may 2010 5 14 /05 /Mai /2010 17:01

26 - Schriftliches 6559Nachdem ich die Elster in den letzten Tagen mehrfach dabei beobachtet habe, wie sie mit arrogant-dämlichem Getöse in "Platz-da!-Jetzt-komm'-ich!!!"-Pose auf dem Galgen gelandet ist, muss ich mich dem Bauherren anschließen. Das Vieh muss weg! Dieses dämliche Super-Star-Gehabe nervt gewaltig. Sobald sie auftaucht, müssen meine netten, kleinen Meisen den Abflug machen, weil sie keine anderen Vögel neben sich duldet. Damit ist jetzt Schluss. Ich habe sie heute bereits dreimal vertrieben. Mal sehen, wer den längeren Atem hat. Angeblich kommen die Biester nicht mehr wieder, wenn man sie ein paar mal so richtig erschreckt hat.

Zudem fiel mir heute eine frappierende Ähnlichkeit auf, nachdem ich dieses Foto gesehen hatte. Daraf wirkt sie exakt wie Wilhelm Buschs Rabe Hans Huckebein nach dem ersten Glas Likör (s.o.). Und als er sich schließlich mit dem Strickzeug der Tante selbst gerichtet hat, lautet die Moral:
"'Die Bosheit war sein Hauptpläsier,
Drum', spricht die Tante, 'hängt er hier'"
Ich will ja nicht gleich, dass sie am Galgen baumelt, die Elster, aber es langt jetzt. Am Ende vertreibt sie meine netten, possierlichen Singvögel noch von der Futterstelle. Schlimm genug, dass ich um ihr Hobby, die Nesträuberei, weiß.

Jedenfalls wird das nun ein Ende haben. Der Bauherr murmelt bei ihrem Anblick schon ständig etwas in Richtung "eine Ladung Schrot verpassen" und "Drecksvogel!". Und ich muss zugeben, dass sie zur Zeit Futter vernichtet wie eine Fressmaschine. Ich fürchte schon, dass mich die Unmengen von Spatzen, die neuerdings auf einen Snack vorbeischauen, auf Dauer finanziell ruinieren werden. Da kann ich nicht noch alle zwei Tage ein frisches Insektenbuffet für eine Vogelbaby-Mörderin bereitstellen. Oder - um nochmal auf Wilhelm Busch zurückzukommen:
"Doch Huckebein verschleudert nur
Die schöne Gabe der Natur."

Auf dem Heimweg wurden die heimischen Futterreserven aufgestockt. Ich teste als nächstes ein Vogelbuffet mit Orange (klang so sonnig...) und diverse Sommerknödel. Mit denen kann die Elster ohnehin nichts anfangen, weil sie leider nicht über die den Meisen eigene Grazie und Gelenkigkeit verfügt. "Zu fett fürs Ballett" sage ich da mal. Pech!     

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Friday, 7. may 2010 5 07 /05 /Mai /2010 17:33

27 - Tierisches 5362Heute wurde gezählt. Für den NABU und die "Stunde der Gartenvögel". Eine prima Aktion, an der man leicht teilnehmen kann - vor allem, wenn man ohnehin den ganzen Tag nicht viel anderes macht, als ein Teleobjektiv auf ein Vogelhäuschen zu richten. Im Prinzip ganz einfach: Man setzt sich eine Stunde lang ins Freie (besseres Wetter wäre jetzt wünschenswert...) und zählt, was da so vorbeischaut.

An Futterstellen ist die Ausbeute natürlich besonders hoch. Um das Zählen zu erleichtern bzw. es auch Menschen mit einem etwas beschränkten Kurzzeitgedächtnis (wie mir) zu ermöglichen, gibt es hier eine Zählhilfe als PDF zum Herunterladen und Ausdrucken.

Blöderweise ließen sich in der von mir beobachteten Stunde die Bluthänflinge nicht blicken. Dafür schauten aber sämtliche üblichen Verdächtigen vorbei. Meisen, Amseln, Elstern, Stare, Rotschwänzchen und sogar die Bachstelze. Vielleicht hat ja der ein oder andere Lust und / oder Gelegenheit, sich zu beteiligen. Die Ergebnisse können online gemeldet und anschließend gleich angeschaut werden. Im Laufe des Tages gab es bereits viele Meldungen. Und es folgen ja noch zwei Zähltage. Zu gewinnen gibt es übrigens auch ein paar nette Preise.

Abgesehen vom Gartenvogel-Zählen war der Tag komplett für die Tonne. Zuviel Arbeit im Büro, blödes Wetter und die definitive Absage der für morgen geplanten Bodenarbeiten. Es ist wirklich frustrierend. Noch frustrierender wäre es allerdings gewesen, wenn ich heute nicht zufällig in einer Aldi-Filiale, die ich nur zufällig aufsuchte, auf einen letzten eckigen Terrazzo-Kübel gestoßen wäre. Jetzt ist die Reihe an der Stellplatzseite komplett. Wenigstens etwas, auch wenn ich mir von Max, den ich bei der Gelegenheit an seinem letzten Praktikumstag im Betrieb einsammelte, anhören musste, dass ich eine sehr kranke und offensichtlich schwerst kübelsüchtige Frau sei. Ich ließ ihm seine wirklich völlig absurden Ansichten und ergab mich weiter kindlich-unschuldiger Freude an meiner Beute.

Eben bin ich dann noch im flickr-Blog auf eine interessante Sache gestoßen. Hier die Kurzbeschreibung: "Reverse Lense Technique Tutorial". Nicht, dass es mir an einem Makro-Objektiv mangeln würde, aber es klingt schon irgendwie interessant. Morgen wird die Sache mal getestet. Ich werde berichten.    

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Wednesday, 5. may 2010 3 05 /05 /Mai /2010 18:03

27 - Tierisches 5952bIrgendwie entgleitet mir das hier etwas. Vielleicht hätte ich das Blog "VOGELhaus" nennen sollen. Jedenfalls reiht sich zur Zeit ein spannenendes ornithologisches Erlebnis an das andere. Heute sorgten wieder die Amseln für Furore. Sie führten uns ihr Junges vor, das offensichtlich gerade das Nest verlassen hat. Deshalb auch die Aufregung in den letzten Tagen, wenn der Eichelhäher auftauchte.

Glücklicherweise hatte ich die Kamera dabei und es gelang mir, ein paar hübsche Fotos der Jungamsel zu machen. Sogar von der Fütterung durch Frau Amsel. Meine Lieblingskollegin und ich waren stolz wie Oskar. Irgendwie war das ja auch unser Kind. Stimmungstechnische Störfeuer chronisch übellaunigen Kolleginnen, die uns wahrscheinlich nur unseren Bruterfolg neideten, ignorierten wir generös.

"Ein Vogelbaby wird niemals satt,
weil es immer, immer, immer, Hunger hat.
Ein Vogelbaby, das macht sich ran,
und es macht den Schnabel auf,
ja, es macht den Schnabel auf,
ja, es macht den Schnabel auf,
So oft es kann..."

Ein kritische Situation entstand, als der Eichelhäher auftauchte. Wir zogen kurz in Erwägung, ihn zu verscheuchen, beschlossen dann aber, lieber nicht einzugreifen. Die Amseleltern bekamen das dann auch mit mehreren Luftangriffen unter Kontrolle. Der arrogante Fiesling verzog sich schließlich. Richtig schwierig wurde es erst, als zum ersten Mal zwei Elstern auf der Bildfläche erschienen. Die hatten offensichtlich keinerlei Respekt vor den aufgebrachten Amsel-Eltern und stürzten sich brutal auf sie. Die Amseln ergriffen die Flucht - vermutlich, um die Elstern von ihrem schutzlosen Nachwuchs abzulenken - und die blöden Elstern, die ich seit heute nicht mehr so sehr mag wie vorher, verfolgten sie.

"... Ein Vogelbaby frisst wie ein Bär,
und will immer, immer, immer noch viel mehr.
Ein Vogelbaby ist gar nicht dumm,
und es hüpft den ganzen Tag,
ja, es hüpft den ganzen Tag,
ja, es hüpft den ganzen Tag,
im Nest herum..."

Meine ursprünglich für genial gehaltene Idee mit dem Riesen-Meisenknödel erweist sich jetzt als Schuss ins Knie. Der ist derartig groß, dass sogar die bösen Vögel es schaffen, davon zu fressen. Sein Eigengewicht macht ihn deutlich weniger instabil, sodass selbst der Eichelhäher gemütlich darauf Platz nehmen kann. Ab morgen hängen wir nur noch kleine Knödel raus. Und den großen werde ich an einem dünneren Ast befestigen, damit die fetten Deppen des Vogelreichs nicht mehr rankommen.

 "... Ein Vogelbaby das singt um piept,
will, dass es immer, immer, immer noch was gibt.
Ein Vogelbaby gibt keine Ruh',
und es macht nur wenn es schläft,
ja, es macht nur wenn es schläft,
ja, es macht nur wenn es schläft,
den Schnabel zu."
- Rolf Zuckowski: 'Die Vogelhochzeit'

Meine Güte! Seit dem letzten Mal, dass ich dieses Lied gehört habe, sind ungefähr fünfzehn Jahre vergangen. Lustigerweise 'frisst' mein "Vogelbaby", mit dem ich das Lied endlos oft gesungen habe, mittlerweile seitdem von Jahr zu Jahr auch "immer, immer, immer noch viel mehr". Beängstigend - aber ich denke nicht, dass ich ihn noch vor einer Elster beschützen muss. 

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Tuesday, 4. may 2010 2 04 /05 /Mai /2010 19:04

27 - Tierisches 5198Was für ein nerviger Tag! Seltsame Kunden, begriffsstutzige Kollegen, eine nervige Schulung im Haus, deren Teilnehmer ununterbrochen den Kaffeeautomaten blockierten... Und als Sahnehäubchen blödes Wetter.

Einziges Highlight: erbitterte Kämpfe Amsel gegen Eichelhäher im Baum vor unserem Büro. Ich vermute, die Amseln haben in unmittelbarer Nähe zu unserer Futterstelle ein Nest gebaut und sind nun in Panik um ihren Nachwuchs. Gestern gingen sie schon zu zweit auf den arroganten Kackvogel los. Heute stürzte sich das Männchen todesmutig mehrfach auf ihn, um ihn zu vertreiben. Was letztendlich auch von Erfolg gekrönt war.

Ein einziges Mal versuchte er sich zu wehren und ging auf die Amsel los. Die ließ sich aber keineswegs beeindrucken und machte mutig weiter mit ihren Sturzflügen auf ihn. Am Ende gab er genervt auf und verzog sich. Bravo, Amsel, bravissimo!!! Riesenaktion. Respekt!

Morgen schleppe ich mal wieder die Kamera mit, um die Kämpfchen eventuell zu fotografieren. Falls ich dazu komme. Heute war ich mit der Arbeit komplett ausgelastet. Mehr als komplett. Dabei fiel mir auch ein Auftrag in die Hände, dessen Empfänger "Italian Islands" hieß, vermutlich ein Reiseveranstalter. Die Zahlung sollte nach Großbritannien gehen. Bei dem letzten Auftrag an den gleichen Empfänger hatte mich meine derzeit im Urlaub befindliche Kollegin noch gefragt: "Ja, was denn jetzt? Italien oder Island?!"

Ansonsten verfolge ich derzeit im Stundentakt alle verfügbaren Online-Wetterservices in der Hoffnung, einen zu finden, der vor Samstag keinen Regen voraussagt. Ich will Mutterboden! Zwar hat sich die Zahl der Regentage vor dem Wochenende seit gestern von zwei auf eins reduziert, aber das reicht nicht. Da möchte man doch in guter Woodstock-Tradition ein stundenlanges "No rain! No rain! No rain!" anstimmen. Nicht, dass ich damals dabei gewesen wäre, ich war schließlich gerade mal zwei Jahre alt und meine Eltern hätte mir niemals eine Reise nach Delaware finanziert oder erlaubt, aber ich kann eben die Gefühle von Menschen, die Endlos-Regen satt haben sehr gut verstehen. Weg damit.

Ich bin für eine Stunde starken, aber nicht zerstörungswütigen Sommerregen pro Tag. Den Rest des Tages hat gefälligst die Sonne zu scheinen und es sollten immer so um die 22 Grad Celsius sein. Das wäre genehm. Tolles Wetter und keine Zeitverschwendung durch endlose Gartenbewässerungsaktionen. So stelle ich mir das vor. Und Winter gehört sowieso verboten. Oder wenigstens ordentlich gekürzt.   

von MrsFlax - veröffentlicht in: Futterstelle & Nistkasten
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