Friday, 13. january 2012 5 13 /01 /Jan. /2012 17:33

fischfilet mit lauch-gemüseAn diesem Wochenende durfte der etwas kränkelnde Bauherr entscheiden, was auf den Tisch kommt. Nachdem ich den Linseneintopf, nachdem er zur Zeit geradezu süchtig zu sein scheint, aus Übersättigung an demselben kategorisch abgelehnt hatte, entschied er sich heute für 'irgendwas mit Fisch und Lauch'. Und für morgen wünscht er sich ein Zürcher Geschnetzeltes. Da wollen wir doch mal sehen, was wir für ihn tun können.

Auf die Fisch-und-Lauch-Sache hatte ich auch richtig Lust. Lauch passt einfach perfekt in die Jahreszeit und ist immer wieder köstlich. An der Fischtheke meines Vertrauens gab es heute Steinbeißer - allerdings nur noch ein einziges Filet. So nahm ich noch zwei kleine Rotbarschfilets mit. Das passt schon.

Das Lauchgemüse habe ich mit noch vorhandenen Zutaten aufgepeppt und improvisiert - es war köstlich. Hier ein über den Daumen gepeiltes "Rezept" - vor allem als Gedächtnisstütze für mich bei einer garantiert zu erwartenden Wiederholung.
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Lauchgemüse mit Senfsoße
Zutaten:
3 Stangen Lauch
1 Bund Frühlingszwiebeln
350 Cherrytomaten
Butterschmalz
1 Schuss Noilly Prat
1 guter EL Dijon-Senf
Salz, Pfeffer, Zucker, Muskat
Balsamicoreduktion
Zubereitung:
Lauch und Frühlingszwiebeln in Ringe schneiden, Tomaten halbieren. Butterschmalz in der Pfanne erhitzen, Lauch und Frühlingszwiebelringe zugeben und kurz anschwitzen. Mit etwas Wermut ablöschen.
Bei geringerer Hitze Tomatenhälften und Senf zugeben und mitdünsten lassen. Mit Salz, Pfeffer, Zucker und Muskat abschmecken. Zuletzt noch etwas Balsamicoreduktion einrühren.
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Dazu gab es die Fischfilets - schnell, hüftfreundlich und trotzdem sehr lecker. Der Bauherr war zufrieden mit der Ausführung seiner Bestellung. Besonders, als ich ihm noch sein lange nicht zubereitetes Kaffee-Dessert präsentierte. Ich denke, das sollte seine Genesung deutlich vorantreiben.

Wer noch Lesestoff für heute Abend sucht - die taz hat heute den Spieß umgedreht: "Mit Bitte um rasche Antwort". Wer sich vor Ablauf der Herrn Diekmann und seinem Blättchen gesetzten Frist schon mal an unlustigen Pseudo-Witzchen ergötzen will, der lese die wahnsinnig komische Antwort des "wichtigsten Journalisten des Landes": "Wulff-Spott und eine Zeile Ernst". Alle anderen warten besser. Und ersparen sich solch nicht mal laue Scherzchen. 

von MrsFlax - veröffentlicht in: Am Herd
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Wednesday, 11. january 2012 3 11 /01 /Jan. /2012 19:31

32 - Erbauliches 3921Das schien heute irgendwie kein Problemlösungstag zu sein. Im Gegenteil. Gar seltsame Fragen tauchten im Büro auf und gestalteten den Arbeitstag extrem bunt. Wie sollte es auch anders sein, wenn fünfzehn Menschen gleichzeitig ihre Schreibtische ausräumen und allerlei Vergessenes zu Tage fördern?

Faszinierend hier besonders die Fragen der Verbalschänderin, die sich von "Was mache ich denn jetzt mit dem 17 Jahre alten Verzeichnis der Schweizer Bankleitzahlen?!" über "Gibst du mir mal bitte einer von der gelben Klammern? ... Ääähh... Grün... Äääähhh... Rot - meine ich..." (Es gibt nur rote und sie lagen direkt vor ihr) bis hin zu "Da oben komme ich nicht dran. Kann ich das morgen machen?" (Wahrscheinlich rechnet sie damit, über Nacht zwanzig Zentimeter zu wachsen...) bewegten.

Der Meenzer sagt hier meist: "Wer lang' fracht, geht lang' err". Deshalb warf ich auch schweigend vor zehn Jahren abgelaufene Hustenpastillen und einen Haufen porös gewordener Gummifinger weg. Bloß nicht drüber nachdenken! Erfreulicherweise ist mein Rollcontainer einer der wenigen, die über eine funktionierende Schlietechnik samt noch vorhandenem Schlüssel verfügen. Diejenigen Kolleginnen, denen irgendwann mal eine Fünf-Minuten-Terrine hinter die Schubladen gerutscht war, und die diese dann unter Anwendung roher Gewalt und mittels Einsatz diverser Einbruchswerkzeuge wieder ans Tageslicht gezerrt hatte, standen wesentlich bescheidener da. Futsch ist futsch! Und neu gibt es erstmal nicht.

Zudem werde ich wahrscheinlich wahnsinnig, wenn ich noch ein einziges Mal den meist nölig vorgebrachten Satz "Hier isses so ungemütlich..." hören muss. Hallo?! Hier Büro - hier ungemütlich! Schon von Natur aus! "Gemütlich" findet - wenn überhaupt - zu Hause statt. Wer will sich denn am Arbeitsplatz kuschelig fühlen? Im Prinzip bestätigt der bevorstehende Umzug allerdings nur eins: Ich bin einen Großteil meiner Lebenszeit von wahnsinnigen Irren umgeben.

Zwei weitere Fragen, die ich heute in den Suchanfragen dieses Blogs fand, bestätigten diese Meinung nur noch. Wieso kommen Menschen, die solche schwerwiegenden Fragen haben, damit ausgerechnet zu Mr. Google und mir?! "An den Feiertagen möchte ich Krem Brulee machen kann ich das schon 1 - 2 Tage vorher machen?" Ich habe keine Ahnung! Kannst du das überhaupt?! Falls nicht, dann wahrscheinlich auch nicht zwei Tage vorher. Oder - um in ähnlicher Diktion zu antworten: Ja man kann die Krem schon vorher machen aber nicht zu lange vorher und den Zucker darf man erst kurz vorher abbrennen und man muss sie die ganze Zeit vorher kühl lagern wegen der Eier und so. Sach' ich jetzt mal so. Beantwortet das die Frage?

Schlimmer: "Werden die Brüste größer, wenn man Kaffee trinkt?" Ist das jetzt Angst oder Hoffnung, die aus dieser Frage spricht? Und: Von wievielen Körbchengrößen reden wir hier? Einfacher: Sollten sie?! Oder auch: Ich habe keine Ahnung. Wieso fragst du mich?!

Ansonsten stelle ich mir derzeit selbst die Frage, ob wir irgendwie abartig sind. Die abgetakelten Christbäume werden hier am kommenden Samstag abgeholt. Wir lassen unseren bis Freitag stehen. In vollem Ornat. Unsere Nachbarn hatten die Dinger teilweise bereits zwei Wochen vor Weihnachten in vollem Glanz im Wohnzimmer stehen. Uns seit dem zweiten Weihnachtstag liegen sie lieblos vor den Häusern. Hat man nicht für den Advent einen sogenannten Adventskranz? Und beginnt die Weihnachtszeit nicht erst an Weihnachten?

O.k. - wir überschreiten die Weihnachtsbaumphase praktisch um eine Woche, aber der Baum sieht einfach noch zu gut aus, nadelt nicht und erfreut uns allabendlich bei unserer Heimkehr. Wieso also vorzeitig verschrotten? Wahrscheinlich, um Platz für die Osterdekorationen zu machen. Oder vielleicht auch nur, um Platz zu schaffen wegen des durch übermäßigen Kaffeekonsum zu erwartenden Oberweitenwachstums...  

von MrsFlax - veröffentlicht in: Andere Baustelle
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Monday, 9. january 2012 1 09 /01 /Jan. /2012 19:02

32 - Erbauliches 6195b-bw

"... It's easier to leave than to be left behind,
Leaving was never my proud,
Leaving Hechtsheim never easy,
I saw the light fading out..." - R.E.M.

So. Noch zwei Wochen bis zu unserer Zwangsverlegung in die Mainzer Innenstadt. Überall im Büro stehen gepackte Umzugskartons mit dem Inhalt unserer Schränke und Schreibtische herum. Es scheint unausweichlich: Wir ziehen um.

Massen von Papier werden auf Einhaltung von Aufbewahrungsfristen kontrolliert. In den Schreibtischen tauchen Dinge auf, die man seit Jahren nicht mehr gesehen hat. Und alle zehn Minuten fragt irgendein Kollege aus einer anderen Abteilung, wann es denn soweit sei.

Am meisten werden wir - neben der bequemen Anreise per Auto - wohl den Kaffeeautomaten vermissen. Wir werden wohl nach Alternativen Ausschau halten müssen. Mit Thermoskanne reise ich im Zug jedenfalls nicht an.

Der spannendste Augenblick wird ohnehin der sein, indem man feststellen wird, dass die mitgereiste Technik nicht funktioniert. Das könnte ein echtes Highlight werden. Abgesehen von den lustigen Stempeln, die in den letzten Tagen aus diversen Rollcontainern aufgetaucht sind. Sehr faszinierend. Das lenkt zumindest kurzfristig vom Abschiedsschmerz ab.

Verlassen wurde auch Max. Und zwar von der vorderen Hälfte des grünen Klapprads. Die hat wohl jemand am Bahnhof abgebastelt und mitgenommen. Und mit der hinteren allein fährt es sich recht schlecht. Eine ziemliche Schweinerei jedenfalls. Zumal man mit der vorderen Hälfte allein ja nun auch nicht wirklich etwas anfangen kann. Danke auch...

Ansonsten war das heute einer der ereignislosesten Tage der letzten Monate. Geradezu erschreckend ereignislos. Und da das so ist, war es das auch schon. Legen wir ihn also einfach "@acta", wie eine Kollegin heute mehrfach sagte.

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Sunday, 8. january 2012 7 08 /01 /Jan. /2012 20:05

35b - Netteres 5809Für heute hatte ich mir unter anderem vorgenommen, eine Stunde auf die Zählung meiner Futterhäuschen-Gäste zu verwenden. Die alljährliche "Stunde der Wintervögel" (bzw. im Sommer die der Gartenvögel) stand nämlich an.

Diesmal gibt es allerdings nichts zu vermelden. Kein einziger Vogel ließ sich blicken. Nicht mal eine doofe Meise. Das einzig Gefiederte, das mir begegnete, war das Rotkehlchen auf meiner Kaffeetasse (ein Weihnachtsgeschenk meiner Lieblingskollegin). Pah!

Und das, obwohl wir heute morgen endlich das Wetterhäuschen und die Futterstellen, die 'Joachim' letzthin komplett in Schieflage gedrückt hatte, wieder gerade rückten. Ich verteilte sogar großzügig frische Erdnusssäckchen. Undankbares Vogelvolk! Böse Vögel! Aus! Sitz! Platz!!!

Aus meinem fest eingeplanten Läufchen wurde auch nichts. Und das, obwohl der Bauherr eine zweieinhalbstündige Ausfahrt unternahm. Mehr als 30 Minuten Hamsterradeln waren in mir heute nicht drin. Und jetzt stellt sich nur noch die Frage: Mehr Punkte oder 'Tatort'? Keine schwere Entscheidung für Jemanden, der schon auf die 30 Minuten keine Lust hatte...

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Saturday, 7. january 2012 6 07 /01 /Jan. /2012 20:14

guinness-gulaschWochenende! Zeit zum Kochen! Dessert war noch ausreichend von gestern übrig, sodass ich mich lediglich um einen warmen Hauptgang kümmern musste.

Bereits gestern hatte ich das riesige Stück Rinderbraten aus dem Gefrierfach zum Auftauen im Kühlschrank deponiert. Bis heute Mittag hatte es dann auch die Schneidbarkeitsgrenze erreicht und war verarbeitungsbereit.

Was ich bereits seit längerem im Auge hatte, war die Herstellung eines Gulaschs mit Bier. Schwarzbier scheint sich gut zu eignen. Nach längeren Überlegungen entschied ich mich für Guinness. Was Iren mögen, kann ja nicht falsch sein! Und einen Versuch schien es wert, einmal etwas anderes als Rotwein zu verwenden.

Am Ende kam folgendes Rezept zustande - und für morgen ist, selbst mit einem Esser mehr, immer noch ausreichend übrig:
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Gulasch mit Guinness
Zutaten:
2 Bund Suppengrün
2 Petersilienwurzeln
Oel, Salz
1 kg Rindergulasch
175 g Schinken
3 Zwiebeln
Paprika, Pfeffer, Salz
4 EL Tomatenmark
1 EL Senf
150 g Tomaten
1 l Guinness
1 l Rinderfond
3 Zweige Majoran
3 Zweige Thymian
Sahne, kalte Butter
Zubereitung:
Suppengrün und Petersilienwurzeln würfeln, in Oel kurz anbräunen und mit 1,5 l Wasser ablöschen. Salzen und auf etwa 1 l Brühe einreduzieren lassen. Durch ein Sieb passieren und beiseite stellen.
Zwiebeln und Schinken scharf anbraten. Fleisch und gewürfelte Tomaten (ich halbierte noch vorhandene Dattelcherrytomaten) zugeben (eventuell portionsweise - je nach Topfgröße), würzen und ebenfalls von allen Seiten scharf anbraten. Tomatenmark, Senf und Knoblauch zugeben und kurz mit braten. Mit Guinness ablöschen.
Flüssigkeit etwa auf die Häfte einkochen lassen. Fond, Gemüsebrühe, Rosmarin und Thymian zugeben und für mindestens zwei Stunden - bis zum Erreichen der gewünschten Konsistenz - weiter köcheln lassen. Schließlich die Kräuterstiele herausfischen.
Zum Binden etwas kalte Butter einrühren. Mit einem Schuss Sahne, Salz und Pfeffer abschmecken.
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Dazu gab es Rosenkohl und Kartoffelklöße. Mjam!

Was ich ansonsten heute noch getan habe? Nicht viel. Immerhin setzte ich meinen Plan um, die beiden leeren Pflanzkübel mit den übrig gebliebenen Blumenzwiebeln (Narzissen, Schneeglöckchen, Krokanten) zu bestücken. Die Zwiebeln waren in ihren Beuteln im Kellerersatzraum mittlerweile ausgetrieben. Das wäre doch gelacht, wenn ich wieder einen krokantenfreien Frühling erleben müsste, während die Dinger im Frankfurter Palmengarten bereits Anfang Januar in voller Blüte stehen.

Und dann habe ich - angesichts der Tatsache, dass mich Regen und Sturm von der Kür abhielten - wenigstens die Pflicht erfüllt: Hamsterradeln im Haus. Drei mühsam erkämpfte Punkte durfte ich mir eintragen. Morgen geht es aber auf alle Fälle raus. Das muss einfach sein.

von MrsFlax - veröffentlicht in: Am Herd
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