Andere Baustelle

Saturday, 11. july 2009 6 11 /07 /Juli /2009 19:12
Das sind nicht meine eigenen Worte, sondern es handelt sich um ein Zitat. Ein Zitat von Dieter. Dass er Dieter heißt, weiß ich nur, weil Sabine ihm ca. fünf Minuten vor seinen fiesen Worten "Dieter, warte!!! Dieter, bleib' mal hier!" schreiend über den Lidl-Parkplatz hinterhergerannt war, als ich gerade dabei war, die Einkäufe im Kofferraum zu verstauen.
Der Mann am Auto neben mir meinte: "Ooooh... Da besteht wohl deutlicher Klärungsbedarf..." Ja, das schien mir auch so. Sabines Eselsgalopp über den Parkplatz zeigte leider nicht den gewünschten Effekt. Dieter drehte nicht um. Er winkte genervt ab und ging weiter seines Weges. Sabine folgte ihm schreiend. Ebenfalls gefolgt von einer Freundin mit vollem Einkaufswagen. Eine recht witzige Prozession.
Irgendwann blieb Dieter stehen und ließ sich in ein ziemlich lautstark geführtes Gespräch verwickeln. Warum ich da immer noch stand? Ganz einfach. Ich wartete auf den Bauherrn, der sich im Getränkemarkt nebenan aufhielt. Sabine beteuerte unterdessen, dass sie das (was auch immer "das" gewesen sein mochte) ja gar nicht getan habe. So schrie man sich eine Weile Ausflüchte, Beteuerungen, Unverständnis und Bully Herbigsche "Unzufriedenheit mit der Gesamtsituation" entgegen.
Als der Bauherr endlich um die Ecke bog, gab Dieter gerade auf. Er folgte grummelnd den beiden Frauen über den Parkplatz zurück zum Supermarkt. Als Sabine zu einem weiteren "Aber ich..." ansetzte, raunzte er nur noch halblaut und resigniert: "Sabine, halt's Maul!" Und Ruhe war. Irgendwie erleichtert trottete er anschließend hinter den Frauen her.
Manchmal ist Einkaufen wirklich ein Erlebnis! Danke, Dieter! Danke, Sabine! Danke, namenlose Freundin mit dem Einkaufswagen!
Zu Hause ging es dann deutlich ruhiger zu. Wir verbrachten den Tag mit Regalbefüllungen, Wäschewaschen und Pappentsorgung. Nichts spektakuläres also. Nichts, von dem es sich lohnen würde, Fotos zu machen. Die Bestückung der Würfelregale schreitet fort. Das Gästebad, in dem die Bücher zuletzt zwischengelagert worden waren, leert sich wieder.
Die nächsten Tage werden wohl noch für Ein-, Aus- und Aufräumarbeiten draufgehen. Ziemlich nervig mittlerweile, aber leider unvermeidlich.
von MrsFlax - veröffentlicht in: Andere Baustelle
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Friday, 3. july 2009 5 03 /07 /Juli /2009 20:06
Nachdem ich meiner Lieblingskollegin heute im Büro erzählt habe, dass wir massenhaft Mohn auf unserer Limes-Außenanlage haben, meinte sie: "Aber nur roten, oder?" Ja. Nur roten. Stimmt. Wo ist eigentlich der weiße Mohn? Oder der rosafarbene? Weg!
Damit ist es klar: Meine unselige Generation hat ihn bei unzähligen "Engelchen oder Teufelchen?"-Spielen ausgerottet. Und wir haben uns echt nichts Böses dabei gedacht. Wie konnte das nur passieren? Prompt fällt mir natürlich bei dieser Gelegenheit auch wieder ein, dass wir damals Marienkäfer "gesammelt" haben. In gelochten Plastikdosen. Und einmal habe ich in meiner Nachttischschublade eine ziemlich ordentliche Marienkäferpopulation gefunden, die den Winter ohne Wasser und Futter leider nicht überlebt hatte. Luft hatten sie ja bekommen. Waren ja Löcher in der Dose...
Kartoffelkäfer gibt es irgendwie auch nicht mehr. Die gab es massenhaft. Und Zitronenfalter. Aber da bin ich mir ausnahmsweise mal keiner Schuld bewusst. Dass es keine Schallplatten mehr gibt, sondern nur noch CDs - daran sind wir auch nicht schuld. Ich habe mich bis zum bitteren Ende geweigert, einen CD-Player zu kaufen, aber irgendwann gab es nur noch die Alternative, sich auf Radiohören ("Der Ball ist rund" auf hr3, montags, 22 Uhr) und auf von Freunden zusammengestellte Kassetten zu beschränken oder doch endlich zu investieren.
Apropos "Kassetten": Bei "Aldi" an der Kasse gibt es bereits seit Ewigkeiten keine mehr. Vor kurzem sind dann auch die Videokoassetten verschwunden. O.K. - es ist beim Autofahren schon praktischer, nicht immer auf gut Glück zurückspulen zu müssen, weil man das gleiche Lied nochmal hören will. Man konnte es natürlich an den Seitenanfang packen. Dann war es einfacher. Andererseits hatte das auch irgendwie Charme. Beim Ausräumen meiner Wohnung fand ich eine Riesenkiste mit von mir oder Freunden aufgenommenen Kassetten. Ich hab' sie mitgenommen. Vielleicht höre ich sie demnächst mal durch. Und die Platten auch.
Weißer Mohn, Kartoffelkäfer, Musikkassetten. Alles weg. Menno! Die Kamillen sind noch da. Und das, obwohl wir sie für winterliche Dampfbäder massenhaft gesammelt haben, aber wo ist das Wiesenschaumkraut? Hauptbestandteil der Blumensträuße meiner Kindheit.
Wieso sind alle diese eigentlich schönen Dinge verschwunden? Und wieso gibt es noch Brennnesseln, Stechmücken, Elektriker und sich nicht selbst entpackende Umzugskartons?!
von MrsFlax - veröffentlicht in: Andere Baustelle
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Tuesday, 16. june 2009 2 16 /06 /Juni /2009 19:27
Es ist ja schon irgendwie witzig, ein wenig in den eigenen Blog-Statistiken zu wühlen. Besonders interessant finde ich die "google"-Suchbegriffe, die eingegeben wurden, bevor der Suchende meist mehr oder weniger zufällig auf meine Seite stieß.
Richtig originell wird es allerdings erst dann, wenn ganze Fragen in die Suchmaschine eingegeben wurden. Viele Leute scheinen zu denken, dass da im Kabel jemand sitzt - z.B. ein kleiner Mann, der Herr Google heißt - und Antworten auf alles hat. Um Herrn Google, der meiner Meinung nach ein sehr distinguierter und gebildeter, älterer Herr ist, etwas unter die Arme zu greifen, und einige der drängendsten Fragen aus meinen Statistiken zu beantworten, werde ich dieser Angelegenheit jetzt mal ein paar Zeilen widmen.
"Wie lange muss der Kühlkrug im Gefrierschrank liegen?" Eine gute Frage! Leider weiß ich das nicht so genau, da ich mir das Ding bei der "Modernen Hausfrau" ja nicht bestellt habe. Und sicher auch nie bestellen werde. Wozu den Krug in die Kühlung, wenn man auch einfach das Bier kühlen kann? Diese alte Sitte hat sich doch mittlerweile bei zahlreichen Anlässen bewährt. Falls der Kühlschrank zu klein ist: Badewanne mit eiskaltem Wasser volllaufen lassen (Perfektionisten fügen noch Eiswürfel hinzu - je nach Dringlichkeit der Kühlung), Bier in Flaschen oder Dosen rein, fertisch! Vielleicht würde Herr Google die Sache anders angehen und mit einem alten Sprichwort antworten: "Der Kühlkrug liegt so lange im Gefrierschrank, bis er platzt!" oder so ähnlich. 

Eine weitere, nicht minder interessante Frage lautet "Wie wird man richtige Hausfrau?". Mmmmhhh... Wenn ich das mal wüsste. Und ich schätze, auch Herr Google wäre damit etwas überfordert. Ich könnte meine Mutter fragen. Die ist "richtige Hausfrau", aber wie ist sie das geworden? Eine Ausbildung gibt es da wohl nicht. Wie wäre es als Antwort mit: jung heiraten, Kinder bekommen und dann einfach munter loslegen. Hier ein bißchen putzen, da ein wenig kochen, den Garten nicht vergessen, von der Schwiegermutter nicht entmutigen lassen und das dann alles ständig wiederholen, intensivieren, perfektionieren. So könnte es gehen. Am Rande bemerkt würde mich eher eine andere Frage interessieren: "Wie wird man richtiger Elektriker?"
Was erwartet eigentlich jemand, der ins "google"-Eingabefeld schreibt "Hat jemand Bilder von Wedi-Platten?". Vermutlich sollten dann mehrere kleine Herr Googles völlig enthusiasmiert "Hier! Ich!" oder "Ich auch!!!" oder "Ich habe aber schönere!" rufen, den Fragesteller an der Hand nehmen und ins Wedi-Platten-Reich entführen. Immerhin kann ich diese Frage auch beantworten und man hilft ja gerne: Hier ist ein Bild unserer Wedi-Platte im OG-Bad vor dem Verfliesen.
Ebenfalls sehr handwerklich und sehr konkret: "Wie spachtelt man Decke Rigips?" Da das Spachteln ja nun bekanntermaßen nicht gerade meine heimliche Leidenschaft ist, kann ich hier nicht wirklich mit Rat und Tat zur Seite stehen. Seien wir ehrlich: Am Spachteln - ob Wand oder Decke spielt dabei keinerlei Rolle - bin ich dermaßen kläglich gescheitert, dass man die Artikel, die sich damit beschäftigen, eigentlich in den tiefsten Tiefen des Blogs versenken und nie wieder ein Wort darüber verlieren sollte. Wir wissen nicht, was der freundliche Herr Google (jetzt rümpft er wahrscheinlich gerade die Nase und wirft einen verächtlichen "Ich?! Spachteln?!"-Blick in meine Richtung) empfiehlt, aber ich fürchte, er ist auch keine bessere Hilfe als ich bei der Beantwortung dieser Frage. Kurz gesagt: Wenn man es beherrscht, sieht es am Ende so aus. Wenn man es nicht beherrscht, sollte man tunlichst keine Fotos davon ins Netz stellen.
So. Zwischendurch mal eine einfache Frage: "Was heißt 'Die Sendung wurde im Zustell-Paketzentrum bearbeitet?'" Das ist ja nun wirklich nicht schwer. Es handelt sich um einen Satz aus der DHL Sendungsverfolgung. Und die nachzuvollziehen, ist für jeden halbwegs mit Vernunft begabten Menschen kein wirklich undurchschaubares Mysterium. Falls beim Versand alles ohne größere Probleme vonstatten geht, gilt folgende Reihenfolge: (1) "Elektronische Sendungsdaten liegen vor", d.h. der Absender hat das Paket im DHL-System registriert; (2) "Die Sendung wurde im Einlieferungs-Paketzentrum bearbeitet", d.h. das Packstück wurde gescannt, als es - wahrscheinlich verängstigt und widerwillig - in das wahrlich undurchschaubare DHL-Versand-Labyrinth geschoben, gezerrt oder geworfen wurde - oder einfacher: sein Schicksal liegt jetzt in den Händen der "Deutschen Post DHL"; (3) "Die Sendung wurde im Zustell-Paketzentrum bearbeitet", d.h. alles ist in Ordnung, das Paket wurde Richtung Empfänger bugsiert - wie auch immer - und wartet nun auf einen dieser großen LKWs, der es zur nächsten Station seiner aufregenden Reise befördert; (4) "Die Sendung wurde in er Zustellbasis bearbeitet", d.h. jetzt wird es hart für das Paket, da es im Kleintransporter eines dieser größtenteils recht waghalsigen und furchtlosen Fahrer gelandet ist, der es zu seinem endgültigen Bestimmungsort bringen soll; (5) "Die Sendung wurde ausgeliefert", d.h. der Empfänger sollte mal kurz damit aufhören, Fragen in "google" einzugeben, und stattdessen dem bereits ungeduldig klingelnden Paketmann die Tür öffnen, mit dem virtuellen Stift auf dem kleinen grauen pad unterschreiben und sein Paket in Empfang nehmen.
Oops! Ein echt gutes Gefühl, auch mal eine Frage richtig locker beantworten zu können!
Als weitere Beispiele hätte ich noch zwei Fliesen-Fragen. Die erste lautet "Wie verlegt man Fliesen richtig?". Ganz ehrlich: "Fliesen-, Platten- und Mosaikleger" ist nicht umsonst ein anerkannter IHK-Ausbildungsberuf. So funktioniert das nicht: "Komm', Schatzi, heute verlegen wir mal so richtig Fliesen!" Sollte man allerdings entweder ein Fliesen-Wunderkind sein oder sehr geringe Ansprüche an die Qualität des Endprodukts haben, kann man es vielleicht einfach mal probieren. Herr Google nickt. Aber, dass mir hinterher keine Beschwerden kommen!
Die zweite Fliesen-Frage stammt sicherlich von einer Frau (die erste hat definitiv ein Mann gestellt!): "Welche Fliesen sind schön für die Küche?" Nuuuun... Mmmmhhhh... Keine Ahnung! Herr Google blättert wild in Katalogen. Er hat offensichtlich einen völlig anderen Geschmack als ich. Ich würde erstmal fragen "Für welche Küche denn genau? Meine? Deine? Irgendeine?". Die Art der Fragestellung lässt auf eine sehr, sehr unentschlossene Fragestellerin schließen. Ich möchte nun wirklich niemandem meinen Geschmack aufdrängen. Was also antworten? Ehrlich? Keine Ahnung! Und präziser: Die schönsten sind meine!
Und da sind wir auch schon am Ende des heutigen Artikels. Nein. Nicht ganz. Fehlt noch die letzte Frage! "Warum schlechte Nachrichten statt gute?" Das ist richtig schwer. Herr Google gibt auf und reicht seinen Rentenantrag ein. Fast so schwer wie "Warum Pest statt Cholera?" oder "Warum Arbeit statt Freizeit?" oder "Warum Hartz IV statt sich Magnum-Champagner-Pullen über den Kopf kippen und sich lallend von RTL2 dabei filmen lassen?". Was soll man darauf antworten? "Warum schlechte Nachrichten statt gute?" Ich weiß es nicht. Sorry. Absolut keine Ahnung.
Ach, und vom Bau gibt es auch keine Nachrichten. Weder schlechte noch gute. Morgen sollen die Innentüren endlich, endlich, endlich eintreffen und montiert werden. Dann gibt es Nachrichten. Hoffentlich nur gute...
von MrsFlax - veröffentlicht in: Andere Baustelle
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Wednesday, 10. june 2009 3 10 /06 /Juni /2009 20:43
Da kann ich heute mal nicht stundenlang am Rechner rumspielen, Fotos bearbeiten oder mich mit ähnlichem beschäftigen. Es gibt auch eigentlich keine Baunews, die zu erwähnen sich lohnen würde.
Einzige Neuigkeit ist die Auswahl der Drückerplatten für die WCs. Diese Frage wurde heute endgültig geklärt. "Betätigungsplatte" unserer Wahl wurde die Geberit "Sigma50 in Glas grün satiniert / Edelstahl gebürstet". Cooles Wort übrigens: Betätigungsplatte... Hier zu besichtigen: Link! (die dritte von oben).
Und damit der gemütliche Teil des Abends endlich starten kann, belasse ich es jetzt auch dabei. Heute wollen wir nichts mehr von Elektrikern, Baumängeln und Eigenleistung wissen. Heute konzentrieren wir uns auf positive Dinge. Zum Teufel mit dem Trockenbau! Vergiss' den Kalkputz! Auf in einen Abend ohne Steckdosenbemusterung!
"
Happy birthday to you
Happy birthday to you
Happy birthday Mr Bauherr
Happy birthday to you
Thanks, Mr Bauherr
For all the things you've done
The battles that you've won
The way you deal with screws of steel
And our problems by the ton
We thank you so much
Everybody, happy birthday"
- Marilyn Monflax

von MrsFlax - veröffentlicht in: Andere Baustelle
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Thursday, 28. may 2009 4 28 /05 /Mai /2009 19:26
Heute war ein bautechnisch denkbar unspektakulärer Tag. Keine neuen Hiobsbotschaften, keine Baustellenbesichtigung, nicht mal eine Antwort auf die Mail an den Bauleiter.
Eigentlich habe ich lediglich vorsichtig versucht, mich an das neue Hessen-Feeling zu gewöhnen. Passende regionale Gerichte für die Zubereitung in der neuen Küche wurden vorgemerkt: Weinlesersupp, Backhauskuchen, Sektcreme und Bohneneintopf mit Kartoffelkreppel klingen doch schon einmal ganz gut. Dazu ein SV Wehen-Fähnchen als Tischdeko - perfekt!
Ansonsten hat sich eigentlich nichts dramatisch verändert. Ich fühle mich irgendwie auch gar nicht hessisch. Eigentlich war ich vorher fest der Meinung gewesen, Gefühle wie Heimweh, Selbstverleugnung und Verrat empfinden zu müssen. Nichts dergleichen ist der Fall.
Wahrscheinlich ergibt sich das sowieso erst, wenn der Umzug endgültig verzogen ist. Nur ein kleiner Aufkleber auf dem Personalausweis stürzt einen ja nicht gleich in eine Sinnkrise.
So. Morgen noch Büro - und dann liegen drei Haus-Arbeitstage vor uns. Und dann gibt es sicher auch wieder etwas zu berichten. Für heute lasse ich es jetzt mal gut sein. Vielleicht ist meine totale Uninspiriertheit und Lustlosigkeit beim Bloggen aber auch tatsächlich eine Nebenwirkung des Wechsels der Rheinseite. Ooooch nöööö...
von MrsFlax - veröffentlicht in: Andere Baustelle
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