Tuesday, 23. february 2010
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20:39
... Norbert Maus?
Der gebürtige Perser versetzte die Welt einige Male in Staunen und Erschrecken und blickt auf ein äußerst bewegtes Leben zurück.
Herr Maus, werden Sie auf der Straße noch erkannt?
Ehrlich gesagt möchte ich das nicht, weshalb ich auch meist eine Sonnenbrille trage. Und meine Zeiten "auf der Straße" liegen auch lange hinter mir.
Ist das Hüftspeck? Das kannte man doch früher nicht von Ihnen!
In letzter Zeit habe ich wenig auf mein Gewicht geachtet. Es ist Winter. Da gilt für mich die Gleichung: Mehr Speck = weniger Frieren.
Warum hört, liest und sieht man nichts mehr von Ihnen?
Ich lebe mittlerweile recht zurückgezogen in einem kleinen Ort im Untertaunus und bin nach bewegten Zeiten endlich zur Ruhe gekommen. Den Stress und die Abenteuer früherer Jahre vermisse ich
nicht.
Wenige werden sich noch daran erinnern können, aber sie haben den Begriff "Mausoleum" geprägt. Wie ist das für Sie?
Nun... Im 4. Jahrhundert vor Christus - einer Zeit, aus der ich nicht mehr viele Freunde habe - führte ich als König Mausolos von Karien ein recht angenehmes Leben. Mausoleum? Das war ein Zufall.
Das ist nichts, das ich mir persönlich anrechnen könnte.
So bescheiden, Herr Maus? Worauf sind sie denn wirklich stolz oder woran erinnern sie sich besonders gern zurück?
Stolz bin ich noch heute darauf, einige Literaten zu großen Werken inspiriert zu haben: Sei es 1785 Robert Burns, mit dem mich eine enge Freundschaft verband, und der mir "To a mouse" widmete. Sei
es das Jahr 1924, in dem ich mit Franz Kafka (Norbert Maus hält kurz inne...) an dessen letztem Werk "Josefine, die Sängerin oder das Volk der Mäuse" arbeitete. Oder sei es John Steinbecks
wundervolle Novelle "Of mice and men" aus dem Jahre 1937, an der ich zugegebenermaßen nicht ganz unbeteiligt war.
Wie fanden Sie von der Literatur ihren Weg zur Datenverarbeitung?
Von der Schreibmaschine zum Computer war es nicht gerade ein beschwerlicher Weg. Anfangs gefiel es mir ausgesprochen gut, mit modernen Kommunikationsmitteln zu arbeiten. Mein letzter Job in diesem
Bereich (als "Optische Mouse" - Anmerkung der Redaktion) erfüllte mich dann aber am Ende mit einer Mischung aus Langeweile und Selbsthass. Es fiel mir schwer, mich weiterhin damit
abzufinden, dass tagtäglich schwitzige fremde Hände an mir herumfingerten. Wechseln wir das Thema. Bitte!
Was verschlug Sie in den 70er Jahren zum Film?
Ja, da beschäftigte ich mich eine Weile parallel mit verschiedenen Themen. Wie Sie wissen, arbeitete ich damals unter dem Decknamen Werner Mauss als Privatdetektiv. Belassen wir es fürs erste bei
dieser Berufsbezeichnung. Als ich 1977 das Angebot bekam, in "Bernhard & Bianca, die Mäusepolizei" die männliche Hauptrolle zu spielen, sagte ich ohne langes Zögern zu, weil ich mit dem Umfeld
ja bereits vertraut war. Nach 1987 - nennen wir es mal das Jahr meines "Badewannen-Fundes" - verging mir dann allerdings der Spass an Detektivgeschichten und ähnlichem. Von meiner Zeit in
Österreich als Travestie-Künstlerin an der Seite von Richard Lugner reden wir am besten erst gar nicht. Dieser Opernball. Unfassbar öde! Und die Grabscherei wurde im Vergleich zu meiner EDV-Phase
auch nicht wirklich besser.
Und dann? Was dann?
Wie die meisten Ihrer Leser wissen werden, stand ich nach meinem Disney-Debut nochmals für zwei Hollywood-Produktionen ("Stuart Little" und "The Green Mile" - Anm. d. Red.) vor der Kamera,
aber ich muss zugeben, dass das nicht meine Welt war. Klar machte das eine Weile Spass... die schönen Autos... die schnellen Frauen...
Das brachte mich dann schließlich auch dazu, zwei Ausflüge in den Leistungssport zu unternehmen. Sagt Ihnen "Ratinho, die Zaubermaus" oder "Mighty Mouse Martinez" etwas?
DAS waren Sie auch, Herr Maus?! Beeindruckend!
Ja. Aber heute ist mir ein gutes Stück Käse allemal lieber. Sicher könnte ich mir ohne meine Vergangenheit kaum das sorglose Leben leisten, das ich nun führe, aber ich muss zugeben, dass es mir nie
so gut ging wie heute. Ich war nie so frei und nie so unbeschwert.
Und sonst? Projekte? Grüße?
Keine langfristigen Pläne. Zumindest nicht momentan. Nur eins noch: Hunger!!! Fräulein Flax!!! Futter!!!
von MrsFlax
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veröffentlicht in: Futterstelle & Nistkasten
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Thursday, 11. february 2010
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20:15
Da habe ich mir doch gestern Abend den ultimativen Eichhörnchentest ausgedacht und Norbert drei Walnüsse neben seinen
überdachten Napf gelegt.
Eine Maus dürfte damit wohl irgendwie wenig anfangen können, wohingegen ein Eichhörnchen sie wahrscheinlich umgehend verschleppen würde.
Der Plan war gut - aber es fiel derartig viel Schnee, dass selbst ein sehr cleveres Eichhörnchen die Nüsse nicht mehr gefunden hätte. Immerhin bewachte der Bauherr heute die Futterstelle, um
Norbert vielleicht zu Gesicht zu bekommen. Fehlanzeige. Kein Norbert.
Erst als er sich am späten Nachmittag daran machte, die Einfahrt für meine Heimkehr freizuschippen, passierte es: Norbert marschierte vorbei! Der Bauherr meinte, wenn er selbst eine Katze gewesen
sei, hätte er ihn locker gefressen, bis er irgendwo im Schaumglasschotter auf der Höhe unseres Briefkastens verschwand. Er latschte wohl recht gemächlich übers Grundstück.
Kein Wunder bei dem, was der Herr Norbert in den letzten Tagen so alles gefressen hat! Wie soll er da auch rennen? Jedenfalls handelt es sich definitiv um eine kleine Maus. Der Bauherr fand ihn
zwar irgendwie niedlich, aber nicht überragend hübsch. Er meinte ein paar Merz-Spezial-Dragees für kräftiges Fell könnte er schon vertragen.
Währenddessen saß ich im Büro vor meinem beluftballonten Bildschirm und machte
zwischendurch Fotos von den Meisen vor meinem Fenster. Gottlob hat mich niemand dabei ertappt, wie ich mit dem
Tele-Zoom anlegte. Man hätte mich wahrscheinlich einweisen lassen.
Jedenfalls gelangen mir einige hübsche Aufnahmen vom heute zum ersten Mal aufgetauchten Rotkehlchen, vor dem
die Meisen wohl offensichtlich Respekt haben. Mit den Spatzen haben sie sich im Kampf um die Erdnüsse noch angelegt, dem Rotkehlchen haben sie kampflos die Fressstellen überlassen. Erstaunlich!
Ansonsten verlief der Schwerdonnerstag eher ruhig. Um 11:11 Uhr gab es die alljährlichen Vorstandskreppel - kurzfristiges Stimmungshoch. Kostümierungen gab es keine. Die kommen wohl erst am
Dienstag zum Einsatz. Morgen muss ich mich also ein letztes Mal durch den Schnee ins Büro kämpfen. Dann sind erstmal drei Tage Pause angesagt. Elternpause wegen Norbert sozusagen.
von MrsFlax
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veröffentlicht in: Futterstelle & Nistkasten
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Thursday, 4. february 2010
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20:52
Is it a plane? No, it's a Norbert! Er ist zurück. Und er hatte
offensichtlich mächtigen Hunger. Das Abschmelzen der Schneemassen auf Grundstück und Terrasse hat ihm ermöglicht, zu seinem Napf zurückzukehren. Norbert-Schatziiiii!
Mißtrauisch beäugt vom Bauherrn (O-Ton: "Wenn die kleine Ratte die Terrasse versaut, ...") geriet ich beim Anblick frisch geknackter Sonnenblumenkerne regelrecht in Euphorie.
Er lebt! Und es geht ihm gut!
Viel Zeit, mich darüber zu freuen blieb nicht. Max musste nach Mainz. Eine Einladung von Doris Ahnen in den Landtag mit anschließendem Imbiss als Anerkennung für das Erringen des
Junioren-DM-Titels.
Die Herren fanden es nicht so wahnsinnig prickelnd und hoffen, dass die kommenden beiden Ehrungstermine (Stadt Mainz und Landessportbund) spannender werden. Immerhin musste bereits ein weißes Hemd
angeschafft werden. Wir werden sehen...
Nach dem Landtagstermin stürzten wir uns noch in den seit Jahren eigentlich nicht mehr existenten WSV, um Max eine Winterjacke zu kaufen. Die im Herbst erstandene sieht mittlerweile aus wie ein
aufgeplatzter Fernsehsessel. Da fusselt überall die Füllung raus. Seltsam...
Nach langem Hin und Her ("Du bist schlimmer als ein Mädchen!" - "Aber nicht schlimmer als du!") fiel dann doch noch eine für beide Seiten akzeptable Kaufentscheidung.
Und damit war es das auch schon für heute. Ich muss Norbert noch pitti "Grüne Ringies" rauslegen. Mal sehen, ob er die mag. Mein süßer, kleiner, wiederauferstandener Norbert!
von MrsFlax
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Monday, 1. february 2010
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17:07
"... Un-do this hurt you caused
When you walked out the door
And walked outta my life
Un-cry these tears
I cried so many nights
Un-break my heart, my heart
Take back that sad word good-bye
Bring back the joy to my life
Don´t leave me here with these tears
Come and kiss this pain away
I can´t forget the day you left
Time is so unkind
And life is so cruel without you here beside me..."
- Toni Braxton
Um es kurz zu machen: Norbert weilt weiterhin aushäusig. Entweder hat er den Weg nicht gefunden, den ich ihm quer übers Grundstück angelegt habe, oder
er futtert woanders. Und es schneit und schneit immer weiter. So werden wir nie wieder zueinander finden...
Ich werde wohl versuchen müssen, über den Verlust hinweg zu kommen. Es hätte so schön werden können mit uns, aber es soll wohl nicht sein.
Schnief!
Stattdessen flattert ständig ein kleiner Vogel in lustigen Schlangenlinien über die Terrasse, den man leider schlecht identifizieren kann, weil er so
schnell ist. Ungefähr blaumeisengroß, aber braun. Und ziemlich knuffig. Ich werde ihn im Auge behalten. Erstaunlich genug, dass sich überhaupt ein Vogel auf unser Grundstück verirrt hat.
Vielleicht ist er desorientiert?
Gestern im Wald stießen wir auf einer Lichtung übrigens auf diese überaus abscheuliche Futterstelle: Klick! Kein Wunder, dass die geschmacksverirrten Biester lieber im Wald bleiben, wenn sie dort riesige
Komfortfutterhäuser mit handgeschnitzten Sinnsprüchen aufgestellt bekommen. Und ein Gefühl für gutes Design haben sie auch nicht. Dieses rustikal-bajuwarische Kitschding würde ein Vogel mit
erlesenem Geschmack erst betreten, wenn er sich in absolut auswegloser Lage befände. Schlimm, wie hier mit der Not einiger edler Geschöpfe Schindluder getrieben wird!
Nebenbei bemerkt haben die Büromeisen übers Wochenende in ihrer unendlichen Gier vier Meisenknödel und fast das ganze Netz mit den Sonnenblumenkernen
weggeatmet. Es ist unglaublich. Morgen werden wir schon wieder für Nachschub sorgen müssen. Ich hoffe, ich überstehe die erneute Fensterbankkletterei (Alternativsportpunkte, wenn ich länger als
30 Minuten da draußen hänge?) wieder unbeschadet. Außer mir meldet sich ja kein Freiwilliger - warum wohl? Mmmmhhh...
Norbert verloren und von den Kolleginnen geknechtet. Ach, Janett! Wie wär's mal wieder mit einem
Frauenabend?
von MrsFlax
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veröffentlicht in: Futterstelle & Nistkasten
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Sunday, 31. january 2010
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15:47
Seit Freitag war er nicht mehr da: der kleine Norbert. Der Schnee scheint nun doch zuviel für ihn zu sein. Nach reiflichen
Überlegungen habe ich beschlossen, ihm ein wenig zu helfen. Ich habe ihm an der Stelle, an der er zuletzt Richtung Terrasse marschiert war, einen Weg freigeschippt und einen kleinen Wegweiser aufgestellt.
Das sollte ihm wohl helfen, sich zum Futternapf durchzukämpfen. Hoffe ich. Sehr. Die Vorstellung, dass er am Ende irgendwo da draußen einsam verhungert und erfriert, macht mir doch sehr zu
schaffen.
Ich habe seinen Napf nochmal gefüllt und hoffe, dass es heute Nacht nicht wieder schneit.
Heute Mittag hörte es endlich auf und die Sonne kam heraus. Blauer Himmel! Lange nicht gesehen! Der Bauherr und ich beschlossen, uns umgehend auf einen Spaziergang zu begeben. Wer weiß schon, wie
lange das Wetter hält? Die Temperaturen waren auch erträglich. Es war herrlich.
Das einzige, das das Vergnügen etwas schmälerte, waren die tief verschneiten Wanderwege, die offensichtlich vor uns an diesem Tag noch niemand beschritten hatte. Der Spur des Bauherrn vor mir zu folgen erwies sich teilweise als etwas schwierig.
MrFlax: "Wie läufst du denn? Das ist kein Schwebebalken!" MrsFlax: "Ich versuche, in deine Fußstapfen zu treten." MrFlax: "Daran sind schon ganz andere zerbrochen..."
Ich schaffte es dennoch - wenn auch nur wortwörtlich und nicht sinnbildlich. Immerhin! Und das mit Kamera und trotz heftigen Gejammers meinerseits, wenn es im Tiefschnee bergauf ging. Aber daran
ist er ja mittlerweile gewöhnt, nachdem er mich zu Fuß über die Dolomiten und auf dem Rad durch die französischen Alpen getrieben hat.
Jedenfalls lohnte sich die Anstrengung mal wieder sowohl fototechnisch (Klick! Klick! Klick! Klick! Klick!) als auch in Hinsicht auf körperliches Wohlbefinden. Eine Weile in der Sonne zu sein holt einen
doch wieder etwas aus der Winterdepression heraus.
Das einsetzende Tauwetter tat ein übriges und bescherte das ein oder andere nette Fotomotiv. Ein wirklich gelungener Sonntag nach all den grauen, kalten und nebligen
Januartagen.
Jetzt wäre eigentlich alles super, wenn sich morgen früh nur wieder kleine Pfotenabdrücke auf der Terrasse finden würden. Norbert! Komm nach Hause!!!
"Norbert, komm bald wieder, bald wieder nach Haus.
Norbert, lauf nie wieder, nie wieder hinaus.
Ich mach mir Sorgen, Sorgen um dich.
Denk auch an morgen, denk auch an mich.
Norbert, komm bald wieder, bald wieder nach Haus.
Norbert, lauf nie wieder, nie wieder hinaus!" - Nobby Quinn
von MrsFlax
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veröffentlicht in: Futterstelle & Nistkasten
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