Freitag, 25. juni 2010 5 25 /06 /2010 15:17

30 - Blumiges 8362... happy birthday to me, happy birthday, happy birthday, happy birthday to me..." Ein herrlicher Tag! Ich mag Geburtstage. Man ist dann nämlich "Bestimmer" und darf seine Umwelt mit Sonderwünschen traktieren. Und das Beste: Der Tag ist ja erst zur Hälfte vorbei. Es gab einige Geschenke, die im Garten eingegraben werden mussten, z.B. zwei wunderbare Echinacea (siehe links) vom Bauherren und einen riesigen Fingerhut von meiner Lieblingskollegin und ihrem Mann.

Ein Päckchen aus England traf ein. Juhuuu. Und dann packte ich noch ein Hörbuch und lavendelige Badezusätze aus. Max erklärte sich bereit, mit mir nachher nach Mainz zum Johannisfest zu fahren und über den Künstlermarkt zu schlendern, wo ich mir mein Geschenk selbst aussuchen darf.

Und als ich aus dem Büro zu Hause eintraf, standen drei riesige Rhododendren in Kartons auf der Terrasse. Da sie seit Tagen in einem DHL-Lager gestanden hatten, weil sie falsch adressiert worden waren und der Bauherr sie erst gestern ausfindig machen konnte, wirkten sie etwas gruselig. Die neuen Triebe sind ziemlich blass. Chlorophyll ist ja prinzipiell eine gute Sache, aber in völliger Dunkelheit relativ nutzlos.

Ihr blutleerer Anblick inspirierte mich zu den Namen Boris, Bela und Igor. Zu ihrer Rettung begab sich Max ohne Gezicke (und natürlich, weil ich das so bestimmt hatte) an die Arbeit und grub ihnen ein paar schöne Löcher in den total verdichteten Boden hinter den Stellplätzen. Diese wurden anschließend mit Torf und Rhododendrenerde aufgefüllt und schließlich ordentlich bewässert und bepflanzt. Das sollte den bleichen Jungs wieder Leben einhauchen.

Und jetzt lasse ich mich erstmal ein wenig weiter feiern und freue mich schon auf einen gemütlichen Terrassenabend. Oder was ich sonst so bestimmen werde. "For I'm a jolly good fellow, for I'm a jolly good fellow, for I'm a jolly good fellow, which nobody can deny..." *IrresBestimmerlachen"

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Donnerstag, 24. juni 2010 4 24 /06 /2010 20:13

35 - Nettes 5222Schwupp! Und da war auch sie weg: die zweite unwürdige Mannschaft aus dem letzten WM-Finale. Es muss einen Fußball-Gott geben. Und er ist groß und gerecht. Und der netteste Italiener von allen heißt nicht de Rossi, sondern nur Rossi.

Mal gespannt, was mir die Italiener für meine Gemeinheiten in diesem Artikel noch antun werden. Die Franzosen haben sich jedenfalls bereits gerächt. Mit einer Gebrauchsanleitung. Der Gebrauchsanleitung für die beiden neuen LED-Lampen für die Terrasse. Sehr hübsch übrigens. Sehen aus wie leuchtende Ostereier. Das Aufladen gestaltete sich jedoch wegen der miserablen Übersetzung recht schwierig.

Beispiele: "Abhaltung von lang Bleiben in dem Wasser, in dem Swimmingpool oder unter der Sonne: die Lebensdauer Ihrer Lampe wird optimiziert." Ja, okeeeeeh... Das sollte zu respektieren sein. Pool haben wir eh keinen und das Vogelbad wird keinen größeren Schaden anrichten können, wenn man die Lampe nicht direkt darin plaziert.

"Sie können diesen Apparat nicht mit Ihren häuslichen ausrangierten Gegenständen wegwerfen. Befragen Sie doch Ihre Gemeinschaft nach der beste Methode, den Apparat wichtig zu disponieren." Guuuut... Mach' ich. Danke für den Tipp.

Richtig schwierig wird es dann hier: "Die Firma XYZ wird nicht für eine ungeeignete Nutzung dieses Produkts, oder seine Verwandlung eines anderen Produkt, das für defekt, gefählig oder unangemessen befunden, verantwortlich sein." Mmmmhhh... Eigentlich mag ich ja diesen unerbittlich strengen Ton in Bedienungsanleitungen, aber es muss dabei schon klar sein, worum es eigentlich geht.

Fast poetisch mutet dagegen folgender Satz an: "Hierbei möge es die elektrische Gefahr verursachen oder die wasserdichte Funktion beschädigen." Ausgesprochen hübsche Verwendung des Konjunktivs. Bravo! Eine Mischung aus Krankenakte, Autorennen und Wocheneinkauf bietet dieser Satz: "Die in dem Pack belieferte Batterie ist gedächtnislos und bevor es völlige Power gegeben wird, braucht es 5 bis 6 Stunden, total auszuladen."

Tolle Anleitung. Ich schätze, Domenech hat an der Übersetzung mitgearbeitet. Anders kann es nicht sein. Ich fürchte, auch seine Anweisungen vom Spielfeldrand hatten eine ähnliche Qualität: "Unterschiedliche Modi zu passen bei nacheinander Drücken. Farben rollieren. Wieder rollieren." So muss es gewesen sein. Das erklärt alles. 

von MrsFlax - veröffentlicht in: Andere Baustelle
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Mittwoch, 23. juni 2010 3 23 /06 /2010 19:49

37 - Vögelchen 8246Klingt spannend, isses aber (vielleicht) nicht. Bei den "tits" handelt es sich natürlich mal wieder "nur" um Meisen. Ich habe es nämlich heute endlich geschafft, die "neuen" Meisen an der Bürofutterstelle zu fotografieren und zu identifizieren. Es handelt sich um Tannenmeisen. Eine Mama mit ihren Kindern (siehe links).

Überhaupt herrschte heute reges Treiben am frisch bestückten Futterbaum. Neben den Tannenmeisen erschienen noch die Blaumeisen, ein paar Spatzen, eine Elster und zwei Eichelhäher. Da das Licht durch den Baumschnitt jetzt deutlich verbessert ist und das Wetter heute auch passte, gab es wirklich ein paar hübsche Fotos.

Und jetzt geht es gleich weiter mit dem deutschen WM-Spiel, das bereits in aller Frühe einige Kollegen in helle Aufregung versetzt hatte. Sie okkupierten in einem unbewachten Augenblick die Hauslautsprecheranlage und sangen ein ziemlich unmelodisches Stadionlied. Als Belohnung für diese "Mutprobe" hatte ein anderer Kollege drei Schland-Trikots ausgesetzt. Die wechselten anschließend den Besitzer.

Hier allerdings der echte Hammer-Dialog des Tages. Kollegin1: "Tja, jetzt sind sie weg, die Frankreicher..." - Kollegin2: "Und wegen denen sind die Irländer ausgeschieden..."

Überhaupt ist die Aufregung ja jetzt ganz groß. Fußball bestimmt ca. 95 % der Gespräche. Auch zwischen Leuten, die ansonsten keinerlei Interesse an diesem Thema haben. Die anderen 5 % entfielen heute übrigens auf die schwedische Hochzeit und die offizielle Verlobung von Prince Albert. Verlobt... Prince Albert... Lustisch...

Zurück zum Männerthema: Vollbeflaggung ist angesagt. Selbst ansonsten penible Autobesitzer geben alles - ohne Rücksicht auf Ästhetik und / oder Lack. Und da das Spiel gerade beginnt, werde auch ich mich jetzt Richtung Fernseher bewegen. Achtelfinale oder nicht - das ist hier die Frage. Immerhin: Was die Engländer geschafft haben, kann ja eigentlich so schwer nicht sein, oder?  

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Dienstag, 22. juni 2010 2 22 /06 /2010 21:38

26 - Schriftliches 8206Und da waren sie weg, meine französischen Ex-Freunde. Macht nix. Ein schönes Beispiel für Dummheit, die bestraft wird. Ein schönes - und ein sehr erfreuliches. Kommt ja selten genug vor...

Lag wahrscheinlich ausschließlich an Balthazar bzw. seinem Fehlen. Tierschützer... Pah! Wahrscheinlich hatte der Gute ohnehin keine Lust, sich für derart niedere Zwecke missbrauchen zu lassen. Auch ein Hahn hat sowas wie Ehre und Selbstwertgefühl. Und offensichtlich mehr davon als die meisten französischen Spieler.

Der Tag im Büro verging heute ebenfalls recht kurzweilig. Eine Feueralarmübung am Morgen trieb alle Mitarbeiter auf einen benachbarten Parkplatz. Nach dem Durchzählen durften wir alle wieder zurück an die Schreibtische. Dort hielt es mich jedoch angesichts der verzweifelten Situation unserer Bürovögel nicht lange. Futter musste raus. Ich kletterte also mit Meisenknödeln, Streufutter und Erdnussbeutel bewaffnet auf die Fensterbank und hüpfte geschmeidig ins Außengelände. Der (halbe) Baum wurde bestückt, was jetzt leider nicht mehr vom Fenster aus bewältigt werden konnte. Am Ende schaffte ich tatsächlich völlig unerwartet mit Hilfe meiner Lieblingskollegin wieder den recht komplizierten Einstieg. Geht doch!

Vom Büro aus begab ich mich zum Max-Einsammeln auf die Autobahn. Der Herr hatte heute einen Probearbeitstag, der offensichtlich ganz erfreulich verlaufen war. Und dann hieß es in der Rhein-Main-Rush-Hour flott nach Hause. Besuch stand an. Besuch, auf den ich mich sehr freute, weil lange nicht gesehen. Eine ehemalige Klassenkameradin und Freundin, die jetzt in Frankfurt wohnt, wollte nach Äonen von Lichtjahren vorbeischauen. Tat sie auch. War wirklich ein schöner Abend. Wie gesagt: Nicht zu lange warten bis zum nächsten Mal!

Und dann folgte schließlich noch der Abschied von meinen anderen "Freunden"... sorry!... meinen guten Freunden von der Akropolis. Rehakles und seine Gruseltruppe durften sich ebenfalls verabschieden - γεια σου, Jungs! Bis denne! Darauf einen Ouzo. Doppelt, bitte. Danke.

Und das war es auch schon für heute. Da ich mein Cooles-Titelfoto-Pulver bereits heute verschossen habe, muss ich für morgen etwas anderes finden, obwohl das hier vielleicht ganz gut gepasst hätte. Da findet sich schon was. Da bin ich sicher.

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Montag, 21. juni 2010 1 21 /06 /2010 18:01

26 - Schriftliches 6222bErkenntnisse des gestrigen Tages: Kaká ist ein Asi - zwar einer aus gutem Hause, aber trotzdem ein Asi. Soll es ja durchaus geben. Ribéry auch, und Anelka sowieso - allerdings keine Edel-Asis wie Kaká, sondern besonders primitive Proll-Asis. Die landen jetzt erstmal auf meiner privaten "Schwarzen Liste". Da ist dann auch leider keinerlei Rehabilitation mehr möglich.

Französische Fußballer müssen offensichtlich ohnehin vor ihrer Berufung in die Nationalmannschaft ihre Eignung mittels IQ-Test (Soll-Wert maximal 75) nachweisen (anscheinend alle bis auf Gourcuff, Toulalan und Lloris, die die Tester ausgetrickst haben). Sogar französische Schiedsrichter sind irgendwie seltsam und lachen hinterher über ein doppeltes Handspiel-Tor mit dem Torschützen. Frankreich, du brichst mir das frankophile Herzchen!

Jetzt fehlt nur noch, dass Voeckler beim Blutdoping erwischt wird. Oder dass sich herausstellt, dass der gute Bordeaux des Bauherren (der für besondere Anlässe) gepanscht ist. Oder, dass Edith Piaf ein ähnlicher Bluff wie Milli Vanilli war. Es ist echt traurig.

Erkenntnisse abseits der Grande Nation: Ich möchte erstmal drei bis vier Tage lang das Wort "effektiv" nicht mehr hören. Ich würde gerne Günter Netzer mal so richtig brutal foulen. Ich werde nie wieder bei Tippspielen Sympathietipps abgeben, auch wenn mich das auf lange Sicht sicher wahnsinnig machen wird (aber was habe ich schon zu verlieren?! *irresLachen*). Außer der "Hand Gottes" gibt es auch den "Oberarm Gottes" bzw. die "Schulter Gottes" - gut zu wissen. Nach einem Elfmetertor Italiens würde es vielleicht einfach mal Spaß machen, im Vorbeifahren an einem italienisch beflaggten Auto den eigenen Beifahrer dazu zu animieren, das Fähnchen mit Flüssiggrillanzünder zu besprühen und mit einem Streichholz danach zu werfen.

Und heute? Was lehrt uns der heutige Tag? Erstens: Traue keinem Gärtner, der eine Astsäge in der Hand hat. In der Grünanlage vor dem Bürofenster tauchten heute gleich zwei von den Jungs auf. Und sie hatten offensichtlich null Hemmungen. Anfangs war ich über die Ausdünnung des Regenwalds noch erfreut, weil das deutlich besseres Fotolicht versprach, aber dann ging es eindeutig zu weit. Sie legten Hand bzw. Säge an unseren Futterbaum. Am Ende war die Hälfte weg - und zwar die vor unserem Fenster. Von der Fensterbank aus komme ich nun jedenfalls nicht mehr an irgendwelche Äste, um Meisenknödel u.ä. aufzuhängen. Danke, Jungs! Ganze Arbeit! Mal flott nebenbei ein intaktes Biotop zerstört. Die armen Vögel!!! Abgesehen vom Baum wurde auch gleich der komplette Bodenbewuchs entfernt. Sieht aus wie in der Steppe.

Zweitens: Die Engländer sind auch nicht viel besser als die Franzosen. Dafür dementieren sie schneller und geben keine Sun-Interviews über Kabinentalk. Mal gespannt, was da noch Peinliches ans Licht kommt.

Drittens: Abhauen ist manchmal doch die beste Lösung. Wenn ich das richtig gesehen habe, spielten die vier verschwundenen (und dann angeblich doch anwesenden) Nordkoreaner heute beim Portugal-Spiel allesamt wieder nicht. Doch weg? Und: Wieviele verschwinden nach dieser geradezu vernichtenden Niederlage noch? Oder ärgern sich, dass sie es nicht bereits vorher getan haben? Und: Wie wird die Willkommensfeier in der Heimat ausfallen, wenn das letzte Vorrundenspiel nicht halbwegs ansehnlich wird? Ich fürchte, Pak wird seine Aussage nach dem Brasilien-Spiel ("Nordkoreas Fußball wird die Welt weiter schockieren") nochmals überdenken müssen.

Und ich gehe mal kochen. Schon um mich abzulenken.   

von MrsFlax - veröffentlicht in: Sports
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