Politics

Monday, 7. february 2011 1 07 /02 /Feb. /2011 17:16

43 - Rätselhaftes 8697So lautete das Motto des diesjährigen "Ball des Sports" in Wiesbaden. Und was ich da am Sonntag einer Sonderbeilage der FAZ entnehmen durfte, war teilweise wirklich äußerst bewegend! Und gleichzeitig faszinierend. Und doch irgendwie auch verstörend.

Beginnen wir mit dem Weltrekordversuch im Tandemgewichtheben, dessen Foto (siehe links) den Titel der Beilage ziert. Matthias Steiner und Almir Velagic traten als niedlicher Zweispänner an, um gemeinsam 333 Kilo zu stemmen. Statt der Gewichte hätten sie dazu auch einfach den ebenfalls anwesenden Reiner Calmund nehmen können, aber so sieht das Foto natürlich hübscher aus.

Dass zumindest Herr Velagic besser Gewichte heben als rechnen kann, verdeutlicht folgender Satz (Zitat aus BILD): "Das war ein Pfund!" Nein, lieber Schreihals im wahnsinnig kleidsamen, schwarz-rot-güldenen Presswurstanzug! Das war kein Pfund, das waren genau 666 Pfund. Den Unterschied sollte man eigentlich merken. Zumindest als Gewichtheber.

Pfundig im übrigen auch die Rückseite des Mantelteils: "Olympia ist einfach das Größte" wird da Kati Witt zitiert. Ich persönlich finde ja, dass es zumindest zwei Dinge gibt, die offensichtlich größer sind: Kati Witts Brüste nämlich (hier nochmal en detail). Da staunt der Laie und der Fachmann wundert sich! Allein eine Erklärung zur offensichtlich angewandten Quetschtechnik würde mich - natürlich aus rein wissenschaftlichen Gründen - einmal brennend interessieren.

Was mich ebenfalls brennend interessieren würde, ist die Frage, was eigentlich Roberto Blanco bei diesem Anlass zu suchen hat. Offensichtlich hat er massenhaft Lose gekauft. Oder geschenkt bekommen. Oder erbettelt. Wie auch immer. Beim Umblättern fragte ich mich jedenfalls zuerst, wieso er denn da schon wieder abgelichtet wurde. Bei genauerem Hinschauen wurde mir klar: Frei nach dem Motto "Ein bißchen Spass muss sein" hatte Jürgen Hingsen offensichtlich die letzten vier bis fünf Tage vor dem Großereignis unter dem Turbobräuner verbracht. Mit durchschlagendem Erfolg! Diesen Look-alike-Contest hat er definitiv gewonnen.

Und wo wir gerade bei den Paaren sind: Da wurde ja einiges geboten, z.B. mein Freund Thorsten Schäfer-Gümbel mit seiner Frau Annette Gümbel... ääähhh... Annette Schäfer... Schäfer-Gümbel... Gümbel-Schäfer... was weiß ich! Jedenfalls witzig irgendwie, die Beiden. Gab es bei Fielmann eigentlich kürzlich eine "Zwei Brillen zum Preis von einer"-Aktion? Keine Ahnung. Aber anscheinend gab es bei Familie Kamps "Zwei dumme Luder zum Preis von einem". Ist das Gülcan? Oder Gülcans Schwester? Oder doch nicht? Man könnte fast annehmen, dass die Ehefrau jünger als die Schwiegertochter ist. Oder wenigstens billiger. Da hat der Vater es dem Sohn aber echt mal richtig gezeigt.

Zurück zu den Politikern. Oder wenigstens zu den Ex-Politikern und Möchtegern-Politikerinnen. Ein wahrhaft berauschendes Foto der Eheleute Koch und Schröder findet sich im Innenteil. Frau Koch hält auch lieber mal ihre Handtasche fest, während ihr Gatte nach Sportlern mit Migrationshintergrund Ausschau hält. Frau Schröder dagegen ist in ihrer kindliche Naivität eigentlich nicht mal kommentarwürdig. Wenn da nicht ihr dämlicher, pseudo-patriotischer Kommentar zur Frage, warum sie noch nie vorher beim "Ball des Sports" anzutreffen gewesen sei, schriftlich festgehalten worden wäre. Seit der Ball in Wiesbaden stattfinde, seien ihr immer andere Termine dazwischen gekommen, wird sie da zitiert. "Und als er früher in Frankfurt war, bin ich natürlich aus Protest nicht hingegangen."

Ja, klar, Frau Schröder. Aber jetzt mal im Ernst: Wieso sollte eine Wiesbadenerin, die in Mainz (!) studiert hat, ohne sich tagtäglich beim Überschreiten des Rheins vor Ekel zu schütteln, nicht an einer Veranstaltung in Frankfurt teilnehmen können? Vielleicht wäre es ehrlicher gewesen zuzugeben, dass einen Dinge wie Heiraten und Kinderkriegen ja auch erst interessiert haben, als sie von einem erwartet wurden.

Überraschend dagegen: BDR-Präsident Rudolf Scharping wurde anscheinend mittlerweile von seiner Pilati-Gattin aus dem Pool gezerrt. Da stehen sie jedenfalls. Und die zugehörige Bildunterzeile lautet: "Der Drahtesel blieb zu Hause..." Da ist man doch glatt geneigt zu fragen: "Und was bitte ist das dann da neben Herrn Scharping?!" Aber nein! So böse bin ich ja nun wirklich nicht. Ich verkneife es mir selbstverständlich!

Das absolute Highlight der Fotogalerie ist allerdings dieses Bild: Nehmt dies! Puh! Unfassbar auch die neckische Bildbeschreibung: "Superweib und Super-Manager: Veronica Ferres mit Carsten Maschmeyer und Reiner Calmund mit Ehefrau Sylvia". Lustig hier die Anordnung der Namen: Ferres MIT Maschmeyer (sie bringt ihn als Begleiter mit, aber immerhin werden noch beide mit vollem Vor- und Nachnamen genannt) und Calli MIT Ehefrau Sylvia (die hat ja da offensichtlich einen noch niedrigeren Begleiterrang als der Maschi!). Da darf man ja praktisch schon gespannt sein, wann man an ähnlicher Stelle lesen darf: "Veronica Ferres mit ihrem Carsten". Im übrigen würde es mich sehr freuen, wenn mir bei dieser Gelegenheit auch gleich der "Super"-Schwachsinn am Bildunterzeilen-Anfang erspart bliebe. Ein einfaches "Die meist überschätzte Schauspielerin Deutschlands und der Drückerkönig" hätte es auch getan. Vielleicht beim nächsten Mal? Bütte-bütte!

von MrsFlax - veröffentlicht in: Politics
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Thursday, 3. february 2011 4 03 /02 /Feb. /2011 18:31

26 - Schriftliches 4694Beim Verlassen des Hauses mit einem vollen Kaffee-to-go-Becher in der Hand auf dem Bauch zu landen, ist sicher nicht der perfekteste Beginn für einen Tag. Gottlob blieb mir das heute erspart. Allerdings nur knapp. Unsere Straße bedeckte eine zentimeterdicke Eisschicht, deren Existenz man erst bemerkte, wenn man sie fast schon geküsst hatte. Ich schlufte schließlich mit einem Bein durchs Rhododendrenbeet, um irgendwie zum Auto zu gelangen.

Dieses freizukratzen war dann allerdings auch nicht sehr lustig, aber irgendwann saß ich dann drin und versuchte schliddernd, fluchend und ungehemmt rutschend zur Bundesstraße vorzudringen. Der kurze Ausflug auf ein unbebautes Grundstück während eines Bremsvorgangs richtete glücklicherweise keinen größeren Schaden an. Pünktlich war ich dann natürlich nicht mehr - aber immerhin hatte ich ja den Kaffee nicht verschüttet. Und den trank ich beseelt, während ich bis Wiesbaden hinter einem Räumfahrzeug herglitt.

Die Verspätung holte ich nach Feierabend locker wieder rein, da mich ein verzweifelter Kollegenanruf ca. zwanzig Minuten kostete. Immerhin war das Problem dann gelöst. Und ich auf dem Heimweg. Ein Zwischenstopp bei der "Villa Culinaria" in Orlen brachte mir u.a. einige Gläser Wildfond zum Schnäppchenpreis ein. Rind war aus, aber ich trug mich in die neuerdings ausliegende Mailingliste ein, um gleich eine Info zu erhalten, wenn der Rinderfond wieder verfügbar sein würde. Vielleicht sollte ich beginnen, selbst welchen einzukochen. Bei dem Verbrauch, den ich in den letzten Wochen hatte, könnte das durchaus lohnend sein. Andererseits bekomme ich dort Lacroix für einen Euro das Glas. Ob sich das dann am Ende wirklich rechnet?

Immerhin habe ich jetzt eine Kollegin gefunden, die mir die zahllosen leeren Gläser für ihre Marmeladenproduktion abnimmt. Ich finde es immer etwas schade, die zum Glascontainer zu bringen, habe aber mittlerweile reichlich für den Eigenbedarf gehortet. Selbst wenn unsere winzigen Obstbäume unfassbare Ernten abwerfen sollten, werde ich kaum in Bedrängnis geraten. Und bis zum Sommer wird sicher noch einiges an Altglas anfallen.

Möglicherweise könnte noch deutlich mehr Altglas anfallen, und ich könnte nochdeutlich aktiver gegen den Winter vorgehen, wenn ich die von BILD empfohlene "Volks.Arznei" zu günstigen 9,99 € einnehmen würde. Hat Klosterfrau Melissengeist tatsächlich 79 Vol.-% Alkoholgehalt?! Das wäre ja Stroh-Rum-Level! Da zieht sich der Regulator ja freiwillig weinend in die Softdrink-Ecke zurück! Apropos Stroh Rum: Lustig die Kommentare zum Produkt auf www.spirituosen-superbillig.com: "Im Urlaub in Österreich kennen gelernt und lieben gelernt trinken ihn eiskalt mit absinth gemischt" oder "Ein Rum von aussergewöhnlichem Alkoholgehalt doch ansonsten ein reinrassiger Megafusel. Selbst in kräftigem Tee dominieren lange anhaltende Aromen uralter, in Phenol aufgelöster, staubiger Fernsehgeräte. Ein Hauch polychlorierter Biphenyle im Abgang bereiten schonend auf das folglich eintretende edle Sodbrennen vor und erinnern an tagelange Migräne, welche wohl nur durch intensiven Konsum verbotener Schädlingsbekämpfungsmittel übertroffen werden könnte." oder auch "Super und nur zum pur geniessen. am Morgen nen Schluck und der Tag ist gerettet. Mein Lieblingsrum, da er viele % hat...".

Das sollte doch den potentiellen "Volks-Produkte"-Käufer mehr als motivieren. Besonders angesichts der Tatsache, dass er für den Liter Rum 26,05 € (zzgl. 4,90 € Versandkosten) berappen muss, während er fürs das gleiche Geld gleich drei Packungen "Volks-Arznei" bekommt! Den Tee, den Honig und den Löffel kann man ja gleich vor der Apotheke in den Mülleimer werfen.

Schön, dass BILD keinen Hehl daraus macht, welchem Zweck die "Volks.Produkte" eigentlich dienen: 365 Tage Fußball-WM pro Jahr! Ansonsten untragbare politische Entscheidungen lassen sich sicher auch deutlich besser tolerieren, wenn man mit reichlich Alkohol an der "Besserung des Allgemeinbefindens (bzw. Stärkung oder Kräftigung) bei Belastung von Nerven und Herz und Kreislauf mit innerer Unruhe und Nervosität" gearbeitet hat. Vielleicht ein Tipp für die nächste Neujahrsansprache der Kanzlerin?

Runter mit dem Kram! Am besten vor dem Frühstück! Und anschließend noch je einen kräftigen Schluck auf Rosi Mittermaier und Christian Neureuther hinterher! Nervige Chefs, Hartz-IV-Kürzungen, dummes TV-Programm, allgemein freudloser Alltag - ein Fläschchen Klosterfrau auf nüchternen Magen sorgt für einen angenehm sorglosen Tag. Danke, BILD! Danke, Rosi! Danke, Christian! Hicks!!!

von MrsFlax - veröffentlicht in: Politics
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Monday, 24. january 2011 1 24 /01 /Jan. /2011 16:43

43 - Rätselhaftes 8336Jetzt fahre ich schon seit Tagen an diesen FDP-Plakaten vorbei, mit denen Wiesbaden flächendeckend bepflastert wurde. Und jedesmal frage ich mich, was mir der Autor damit sagen will. Ein Satz ist das nicht. Und den Regeln gängiger orthografischer Gepflogenheiten entspricht es auch nicht.

Egal! Die Inhalte zählen! Jörg-Uwe Hahn als hessischer Peter Zwegat ist ja schon mal echt ein Pfund im Wahlkampf. Ein Ausrufezeichen hinter einer wahllos zusammengestückelten Auswahl von Worten sozusagen.

Nur zur Info: Das auf dem Plakat ist nicht Jörg-Uwe Hahn! Das wäre viel zu jung, um zur Privatinsolvenz zu raten und anschließend zur Entspannung eine Kippe vor der Haustür zu rauchen.

Niedliches, blondes Kind übrigens. Vielleicht eine Sneak Preview auf das kommende hessische Superbaby, das in Frau Schröder heranreift? Das hat Schwester Inkompetenzia ja übrigens ganz famos hinbekommen. Just im Augenblick des Offenbarwerdens ihrer völligen politischen Unzurechnungsfähigkeit (... jetzt sollte es ja dann langsam auch der Letzte bemerkt haben...), zeigt sie, dass sie wenigstens eines begriffen hat: das MuSchG - das Mutterschutzgesetz. Bravo!

Allerdings: ein Mädchen?! Angela Hannelore? Helmutine? Doppelnamen sollte man vielleicht vermeiden, denn wenn sie bereits jetzt loslegt, kann ihr Ziel nur eines sein: ihre Vorgängerin zu toppen. Wenigstens im Hinblick auf Fruchtbarkeit. Acht Kinder hätte allerdings etwas von "Ätschi-kalätschi!", also sollten es schon neun sein. Besser zehn. Das schaffst du, Krissi! Zieh durch!

Ich hoffe ja nicht, dass es sich nur um eine dieser sich unter V.I.P.s zur Zeit größter Beliebtheit erfreuenden Leihmutterschaften handelt, und Krissi am Ende nur das Kind von Angie und Annette Schavan austrägt. Oder gar ein Kind für ihr Idol Helmut (Taufpaten: Leo Kirch und Kai Diekmann!). Fiese Verdächgtigungen. Ich weiß. Aber was traut man nicht alles einer Frau zu, die Sätze wie diese von sich gibt: "Als ich 12 war hat mich der Mauerfall total fasziniert. Die in meiner Klasse haben für Pferde geschwärmt, ich für Helmut Kohl. Dann bin ich mit 14 in die Junge Union eingetreten. Politik wurde mein größtes Hobby. Und 2002 hatte ich dann die große Chance, mein Hobby zum Beruf zu machen."? Genau! Nichts Gutes! Vielleicht macht das meine Gehässigkeit etwas nachvollziehbarer.

Und vielleicht bin ich auch einfach nur bösartig und gereizt, weil ich heute sowohl Kamera als auch großes Tele im Büro dabei hatte, und trotzdem das Foto des Jahres verpasst habe. Mein Telefon klingelte - und während ich mit einem Kollegen sprach, fiel ein Schwarm... o.k. etwas übertrieben... naja, eine Gruppe von vier bis fünf Schwanzmeisen in den Futterbaum ein. Da saßen sie! Schwanzmeisen!!! Und der Kollege laberte und laberte. Wild gestikulierend machte ich meine Lieblingskollegin auf diese sensationelle Entdeckung aufmerksam, aber sie verstand nicht recht, was ich von ihr wollte. Endlich war das Gespräch beendet. Ich riss die Kamera unter dem Tisch hervor - und exakt in diesem Augenblick verschwanden die Vögelchen wieder.

Ich lauerte eine Stunde auf ihre Rückkehr, aber sie ließen sich nicht mehr blicken. Schließlich stieg ich aus dem Fenster und verteilte neues Futter im Baum. Vergebens! Wirklich blöd. Wenigstens habe ich sie gesehen. Ähnlich schmerzhaft muss es sein, wenn man die 12jährige Kristina Schröder ist, konzentriert an einem Geschichtsreferat über den Mauerfall arbeitet, und dabei das Klingeln von Helmut Kohl an der Haustür überhört. Verdammt!

von MrsFlax - veröffentlicht in: Politics
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Sunday, 16. january 2011 7 16 /01 /Jan. /2011 19:38

36 - Garten 8235Offensichtlich gönnt uns ein gnädiges Schicksal momentan an jedem Wochenende einen echten Tag zum Auftanken. Das war heute wieder perfekt. Selbst, wenn es in einer Woche wieder schneien sollte, bin ich nach heute jedenfalls überzeugt, dass das nicht lange anhalten kann. Der Frühling wartet schon. Obwohl erst Januar ist. Immerhin sprießen gerade überall Tulpen, Krokusse und andere Frühblüher aus den 352plus Zwiebeln, die ich im Herbst versenkt habe.

Und der Feldsalat genießt auch die Sonne und wächst eifrig vor sich hin. Vielleicht gibt es da ja doch noch eine Ernte einzubringen. Apropos "Lebensmittel": Da hatte Peter Hahne sich am vergangenen Wochenende ja bereits durch einen Kommentar ("Gift in unserem Essen - wer billig kauft, hat selber Schuld") zum aktuellen Dioxin-Skandal in der BILD am Sonntag unsterblich gemacht - und das ganze abends noch bei Anne Will vertieft. 

Nachdem er nun damit aber offensichtlich auf heftige Kritik gestoßen ist, legt er heute nochmal nach: "Hier antwortet Peter Hahne seinen Kritikern und...". Mir ist nicht ganz klar, ob Peter Hahne vor seinem Einkaufsbummel mit dem BAMS-Fotografen überhaupt schon einmal einkaufen war. Es klingt jedenfalls sehr nach erstem Versuch. "Vor dem Urlaub brauchte ich diesmal nur ein paar Kleinigkeiten für das Abendessen und Frühstück." Für diese Kleinigkeiten gab der Herr immerhin "gut acht Euro" aus. Mal abgesehen davon, dass das ungefähr der Betrag ist, den ein Hartz-IV-Empfänger für die Nahrungsmittel von zwei Tagen zur Verfügung hat, ist mir nicht ganz klar, was aus den eingekauften Dingen entstehen soll.

Eier, Bauernsalami, Äpfel, Käse, Suppengemüse... "Ich habe gute Qualität eingekauft, kann mit gutem Gewissen essen". Äääähhh... und was? Gemüsebrühe mit Bauernsalami-Einlage zu Abend? Zum Frühstück ein Ei, einen Apfel und ein Stück Käse? Wahrscheinlich nährt da das 'gute Gewissen' zusätzlich. Die Rezepte hätte ich trotzdem gern. "Doch dann sehe ich vor dem Discounter in meiner Nähe die Billig-Einkäufer im Jogginganzug, an einem Ohr das Handy, in der Hand die Zigarette, vor der Tür das Auto – da fällt mir gar nichts mehr ein..."

Na, dann... Jogginganzug, Handy, Kippen, Auto - was für ein Leben! 'Spätrömische Dekadenz' nennt man das wohl. Klar, dass da kein Geld für Suppengemüse aus biologischem Anbau mehr drin ist! Prasser! Ich frage mich, wie sich diese von völliger Ahnungslosigkeit diktierten Zeilen mit Hahnes Selbstbild als Christ vertragen. Aber wahrscheinlich muss man das nicht verstehen. Hat ja auch Zeit. Er ist ja jetzt estmal in Urlaub... 

von MrsFlax - veröffentlicht in: Politics
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Thursday, 13. january 2011 4 13 /01 /Jan. /2011 17:42

26 - Schriftliches 6442So einfach hat das einst "Vorsicht Falle!" auf den Punkt gebracht. Da wurde vor Kleinkriminellen gewarnt, die alte Omas austricksten. Inzwischen sind die "Kleinkriminellen" gesellschaftsfähig geworden und busseln alles, was in Politik, Wissenschaft und Society Rang und Namen hat.

Mit der Kohle der abgerippten Omas in der Tasche lässt es sich offensichtlich äußerst entspannt leben. Für alle, die (wie ich) gestern den NDR-Panorama-Beitrag "Der Drückerkönig und die Politik" über die lustigen Methoden des AWD und seines kongenialen "Erfinders" Carsten Maschmeyer verpasst haben: hier der entsprechende Link zur Mediathek. Äußerst sehenswert. Weiterhin: lesenswert auch die Kommentare zum Beitrag auf dem Panorama-Blog.

Nachdem ich mir das Benehmen der Beteiligten, das von verächtlich über hilflos bis hin zu peinlich variiert, angesehen habe, brauchte ich erstmal eine halbe Stunde und ein Glas Rotwein, um meinen Blutdruck wieder in akzeptable und halbwegs gesunde Bereiche zu navigieren. Es ist wirklich unfassbar, wieviel Macht der Bussi-bussi-Gesellschaft vom "Volk" gegeben wurde, und mit welch geradezu widerlicher Nonchalance auf Nachfragen zu den Hintergründen reagiert wird (von "Keine Antwort ist auch eine Antwort" bis hin zur Verunglimpfung der Nachfragenden durch Herrn Rürup als 'geisteskrank').

Neu ist dabei natürlich nicht das Wissen um die Sachverhalte als solche. Neu ist die Dreistigkeit und Frechheit, mit der "uns" diese Sachverhalte präsentiert werden. Da lässt sich der Herr Maschmeyer von Gottschalk bei einer ZDF-Spendengala (was ist das eigentlich für ein fieses Wort?) unter anerkennendem Nicken unseres herrlichen Außenministers für die Großzügigkeit feiern, mit der er das - gutgläubigen Anlegern aus der Tasche gezogene - Geld zur Steigerung des eigenen Images wohltätigen Zwecken spendet! Und die Öffentlichkeit klatscht hirnlos und begeistert Beifall! 

Einen - vorläufigen - Höhepunkt erreicht der Beitrag für mich nach zweimaliger Einspielung eines Maschmeyer-Zitats über duftende Rosen, die mit stinkender Jauche gedüngt werden müssen, damit sie im kommenden Jahr besonders gut duften. Das duftet nicht, Herr Maschmeyer! Das stinkt zum Himmel! Da möchte man die stinkende Jauche ganz gerne über eine der Charity-Parties ausgießen, auf denen sich die Gewinnler und Unterstützer der Abzocke gegenseitig auf die Schulter klopfen. Bravo, Jungs!

(Randbemerkung: Wieso taucht eigentlich an der Seite prinzipiell korruptionsverdächtiger Promis aus Politik und Wirtschaft immer Klaus Meine auf? Er scheint fast so etwas wie ein Lackmus-Teststreifen zu sein. Lustig, wenn es nicht so erschreckend wäre...)

Ehrlich gesagt bin ich trotz der Verschnaufpause und des Rotweins immer noch genauso empört wie vor einer Stunde. Wie kriegt man das wieder weg? Gar nicht, oder? Oder vielleicht nur mit Hilfe "externer Kompetenz". Netter Ausdruck, den meine Landsmännin Frau Schröder da in ihrer ganzen Hilflosigkeit ins Spiel bringt. Das funktioniert in allen Ministerien so?! Gut zu wissen! Das sollte dann auch die letzten Zweifler klar sehen lassen. Und die letzten Skrupel beseitigen. 

Was nämlich dabei völlig offenbar wird, sind die Gründe für den (absolut verdienten!) Untergang der SPD und die einzige verbliebene Funktion der Gewerkschaften, nämlich ihren Funktionären den Weg in lukrative Wirtschaftspositionen zu ebnen. Und genau dessen sollte man sich endlich klar werden. Und sich dann aufregen. So richtig aufregen. Ansonsten haben wir wirklich die Politik, die wir verdienen. Und das kann und will ich noch nicht so recht glauben. Denn wenn ich über meine Schulter schaue, steht da noch nicht Klaus Meine. Und so lange ich da nicht Klaus Meine sehe, gebe ich die Hoffnung auch nicht auf.

von MrsFlax - veröffentlicht in: Politics
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