Saturday, 7. march 2009
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13:08
"Frühling läßt sein blaues Band
Wieder flattern durch die Lüfte
Süße, wohlbekannte Düfte
Streifen ahnungsvoll das Land
Veilchen träumen schon,
Wollen balde kommen
Horch, von fern ein leiser Harfenton!
Frühling, ja du bist's!
Dich hab ich vernommen!" - Eduard Mörike
Pünktlich zum 100. Blogartikel - unglaublich! - scheint die Sonne. Die Narzissen, Traubenhyazinthen und
Krokusse (Kroken? Krokanten? *hihi*) im Balkonkasten stehen seit heute morgen in voller Blüte. Seit längerer Zeit der erste Einsatz für mein geliebtes Canon EF 100mm f/2.8 Makro USM.
Das arme Ding ist über den Winter mangels Motiven im unteren Fach des Kamera-Rucksacks verstaubt. Gerne hätte ich ihm weitere Einsätze geboten. Da ich aber das Auto benutzen müsste, um aus der
Stadt rauszukommen, fällt das leider flach.
Man glaubt wirklich nicht, wieviel doch so ein bißchen Sonne und Wärme ausmachen. Die Welt sieht gleich ganz anders aus. Blöderweise fallen einem auch
gleich Dinge wie dringend mal zu putzende Fensterscheiben ins Auge. Da steht das Samstagsprogramm doch gleich mal fest. Heute ist also kein Neubau, sondern eher Altbausanierung angesagt.
Und nach getaner Arbeit sollten die Kräfte vielleicht noch für ein Läufchen langen. Das schöne Wetter muss ausgenutzt werden. Der Bauherr plant eine längere Radrunde. MaxFlax hat heute statt
Hallentraining eine Einheit auf dem Platz.
Morgen soll es wieder regnen - deshalb: Schluss mit Frühlingszeit-vor-dem-Rechner-vertrödeln!
Nachtrag bzw. "Was ich noch sagen wollte": Falls jemand zufällig Faxnummern der UCI, der AFLD (inkl. der Email-Adresse einer Mitarbeiterin) oder der Praxis der Dres. Schumacher braucht, sollte er
mal die "Dokumente" auf der Stefan-Schumacher-HP besichtigen. Interessant, dass die Arztpraxis der Eltern immer wieder an seiner Verteidigung beteiligt ist - und sei es - wie in
diesem Fall - nur durch den Versand irgendwelcher Dokumente. Nach all den Auffälligkeiten, deren Existenz der Herr Schumacher ja ständig bestreitet, fragt man sich doch, wie das mit ärztlicher
Ethik in Einklang stehen kann.
Und die Veröffentlichung der von Scharping unterzeichneten Einladung zum BDR-Festakt? Ein kleiner Gefallen für die "Freunde des Radsports"? Oder einfach nur ein weiterer Beleg für den konsequenten Anti-Doping-Kurs des BDR und seines Noch-Präsidenten? "Es
wäre uns eine Freude, Sie in Leipzig zu begrüßen und gemeinsam mit Ihnen einen festlichen Rahmen zu schaffen, um diese Feier zu einem Signal für den Aufbruch in eine neue Epoche des Radsports
werden zu lassen." Wenn es nicht so traurig wäre, könnte man darüber stundenlang albern kichern.
Ein weiterer interessanter Aspekt der Sache ist doch, wie ein mutmaßlich überführter Doper sich mittels Berufung auf Formfehler u.ä. aus der Affäre zu ziehen versucht. Allerdings könnten jetzt auch
mal etwas unterhaltsamere Erklärungsversuche folgen. Tyler Hamilton hat doch mit seiner Evil-Twin-Story vorgemacht, wie es geht. Hat
Schumacher eigentlich einen Hund? Der gehört doch wirklich zum Pflichtprogramm jeder großen "Menschenrechts-Aktivisten"-Geschichte.
Und zum Frühling passt der beste Freund des Menschen auch hervorragend. Hätte ich einen Hund, würde ich jetzt mit ihm spazieren gehen. Mitten durch die Krokanten. Ich hab' aber nur einen virtuellen
Hund. Und der lässt ausrichten, dass es "validieren" und nicht "validitieren" heißt, Herr Dr. Lehner. Braaav, Piti, guter Junge!
von MrsFlax
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Tuesday, 3. march 2009
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15:48
Wer erinnert sich nicht gern an
die "Freunde der italienischen Oper" aus Billy Wilders genialem Werk "Some like it hot"?
Unsterbliche Dialoge fallen einem ein:
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Spats Columbo: "Hello, copper. What brings you to Miami?"
Mulligan: "Heard you 'opera lovers' were having a convention, so I thought I'd better be around in case anybody decided to sing."
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Umso erfreulicher, dass es im Radsport nun anscheinend einen direkten Nachfolger gibt: die "Freunde des Radsports".
Vorrangiges Ziel scheint mir die Abwahl Rudolf Scharpings zu sein. Nicht, dass das nicht aller Ehren wert und längst überfällig wäre. Man fragt sich jedoch, inwieweit man Herrn Berkmann und seiner Gefolgschaft trauen kann. Vom Regen bis in die Traufe? Von Paris bis Nizza? Oder doch eine ganze Rundfahrt
lang?
Seine Ziele, die er in eben verlinktem rsn-Interview formuliert, klingen jedenfalls für den geübten Radsport-Interview-Deuter-und-gekonnt-zwischen-den-Zeilen-Leser ("Nein, manchmal
bedarf es keiner Urinprobe und keines Massenspektrometers, um zu wissen, ob diese Kerle bescheißen. Man muss nur sehr genau zuhören, was sie über Doping zu sagen haben." - Paul Kimmage in
"Tour de Farce") etwas seltsam.
Beispielsweise antwortet er auf die Frage nach seinen eigenen sportlichen Erfolgen (Olympiavierter 1976 im Radsprint & Vizeweltmeister im
Bahnsprint der Profis 1978 und 1979) und Erfahrungen mit Doping: "Ich kann dazu
nur sagen, dass ich den Radsport damals noch mehr als Hobby betrieben und auch recht früh mit 29 Jahren aus beruflichen Gründen meine Karriere beendet habe. Und flächendeckendes Doping wie heute
gab es damals noch nicht. Wir sind damals nicht mit Medikamenten groß geworden, wie es heutzutage der Fall ist."
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Joe: "We won't breathe a word!"
Spats Columbo: "You won't breathe nothin' - not even air."
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Bloß nie etwas sagen! Am besten das ganze Thema meiden. "Gab's damals nicht...", "Weiß ich nicht...", "Mag ja sein, aber hat mich nie betroffen..."
Nicht, dass wir uns falsch verstehen. Ich möchte hier wirklich niemandem den Gebrauch leistungssteigernder Substanzen unterstellen. Ich frage mich nur, wie der am Boden liegende, völlig verseuchte
und todkranke Radsport sich je wieder berappeln soll, wenn das eigentliche Problem immer weiter konsequent ignoriert wird. Und wie es angehen kann, dass jetzt ausgerechnet die um sein Lager stehen
und Erste Hilfe leisten wollen, die ihn überhaupt erst ins Krankenbett gebracht haben.
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Joe: We didn't see anything!
Jerry: We didn't hear anything either!
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Protagonisten aus der Vergangenheit wie der ebenfalls unter den "Freunden" gelistete Rudi Altig, der aus
dem Jahr 1962 wie folgt zitiert wird: "Wir sind Profis, wir sind keine Sportler."
Gut. Damals konnte man sowas ja noch sagen. Damals konnte man auch noch mit Kindern im Auto bei geschlossenen Scheiben zwei Päckchen Zigaretten rauchen, ohne Angst, beim Aussteigen von wütenden
Aktivisten angegriffen zu werden. Und damals fuhr man auch gerne noch mit mehr als 0,5 Promille Auto. Damals. Heute nicht mehr. Besser so - oder etwa nicht?!
Auch an Bord bei den "Freunden des Radsports": Didi Thurau. In den 80ern insgesamt viermal auf Amphetamine und einmal auf Nandrolon positiv getestet und immer wieder gern wie folgt zitiert:
"Wir haben alle was genommen. Aber ich kann von mir sagen, dass ich es zum Glück immer unter Kontrolle
hatte".
Wie gesagt: andere Zeiten. Da nahm man auch den Tierschutz gerne mal etwas
lockerer.
Kommen zwei weitere einschlägig bekannte Namen auf der Liste hinzu: Gerhard Strittmatter & Olaf Ludwig. Weiterhin Dirk Baldinger (Zimmerkollege von Jaksche bei Polti -> spiegel.de-Link: "Am Abend besuchte er mich auf dem Hotelzimmer, das ich
mit Dirk Baldinger teilte. Stanga nahm mir Blut ab und maß meinen Hämatokritwert, um herauszufinden, ob ich Epo genommen hatte. Ich hatte einen 41er Wert, relativ niedrig. Ich schaute Baldinger an:
Was macht der da? Was bedeutet das? Ist das gut oder schlecht?") und Jochen Dornbusch (auch hier ein Link -> rsn: "Frage: 'Die Doping-Diskussion tangiert den Frauenbereich bisher nicht?'
Jochen Dornbusch: 'Nein, das ist toi, toi, toi nicht geschehen. Ich lege auch für alle meine Mädels die Hand ins Feuer, dass sie clean sind. Das hat ethische wie finanzielle Gründe. Die
Sportlerinnen können sich nicht vorstellen, zu betrügen.'")
Da sitzen nun also u.a. alle diese bekannten Menschen an
einem Tisch (o.k. - einem virtuellen Tisch...) und wollen sich für die Zukunft des Radsports engagieren. Weil sie seine Freunde sind. Da sollte man sich doch eigentlich freuen. Der potentielle neue
Präsident formuliert das so: "Die negative Entwicklung der letzten Jahre im Radsport und die unklare Linie des BDR beunruhigen mich in
zunehmendem Maße. Im Umgang mit der Dopingproblematik etwa wurde sehr viel verkehrt gemacht, da gab es keine klare Linie."
Wenn
ich so richtig darüber nachdenke, bin ich mir nicht sicher, ob ich genaueres über die geplante "klare Linie des BDR im Umgang mit der Dopingproblematik" erfahren will.
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Little Bonaparte: "Thank you, fellow opera-lovers. It's been ten years since I
elected myself president of dis organization - an' if I say so myself, you made duh right choice. Let's look at duh record: In duh lass fissel year we made a hundred an' twelve million dollars
before taxes - only we ain't paying no taxes!"
von MrsFlax
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Tuesday, 17. february 2009
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/2009
17:29
... ist die Tastatur nicht wert,
auf der er getippt wurde! Aber dazu kommen wir etwas später. Erstmal das Baunews-Telegramm:
Der Bauherr hat den Herrn mit dem lustigen Namen bei der Unteren Baubehörde heute erreicht. Die Unterlagen scheinen dort tatsächlich nicht vorzuliegen. Entweder gibt es irgendwo eine
Phantom-Akte, die außer allen Unterlagen des Statikers auch die Mail des Bauherren an einen Herren mit einem weniger lustigen Namen enthält, oder die Sachen sind irgendwo auf irgendeinem Weg
verloren gegangen. Die Sache bleibt rätselhaft. Der Statiker wird alles nochmals einsenden. Hoffen wir mal, dass es dann auch dort ankommt, wo es hin soll.
Zudem erreichte uns eine Mail des Wolfinators. Der Inhalt war etwas verwirrend. Der Bauherr war schon wieder am "Den bring' ich um!"-Punkt. Ein Telefonat ergab dann aber, dass das
alles ganz anders gemeint als geschrieben war. Nuuuun... Er bat uns in seinem Schreiben, "bis Mittwoch ggf. noch die Platten im Technikraum zu montieren". Bei dem bereits erwähnten
Telefonat stellte sich dann heraus, dass mit den Stromversorger-Tiefbauern vor Freitag ohnehin nicht zu rechnen sei. Und das auch nur bei Temperaturen, die Erdarbeiten erlauben.
Bei den Prognosen für die kommenden Tage sieht das aber eher dürftig aus - würde ich mal meinen. Keine Ahnung, inwieweit es dann wieder zu einer Kollision mit dem Fußbodenheizungs- und dem
Estrichtermin kommt...
Es ist also nicht erforderlich, heute Abend noch flott ein wenig im Technikraum herumzuplanken. Das war nämlich unser erster Gedanke. Mittwoch ist schließlich morgen. Immerhin wurde der
Vor-Ort-Termin mit dem Wolfitekten und Tom-yes-we-will-definitely-be-there bestätigt und nicht in letzter Sekunde noch verschoben oder gecancelled. Das ist doch auch mal was!
Das Abarbeiten der Liste in meinem Moleskine wird einige Zeit in Anspruch nehmen. Desweiteren sollen die Übergänge von Fliesen zu Parkett besprochen werden. Unser "Mann für ästhetische
Baubetreuung" riet uns heute zu Fliesen im Esszimmer. Kommt natürlich absolut nicht in Frage! Wie doof sieht das denn hinterher aus?
So. Und jetzt zurück zur Überschrift, die sich im folgenden erklären wird:
Interessanterweise kam Lance Armstrong in Kalifornien zu einem ähnlichen Ergebnis wie ich in Mainz. Er findet mich Scheiße und ich ihn (siehe den letzten Satz dieses Spiegel-online-Artikels).
Und dann findet er noch Paul Kimmage Scheiße, der 'den Stuhl nicht wert sei, auf dem er sitze'. Das war jedenfalls seine Antwort auf dessen sehr berechtigte Frage bei der
Pressekonferenz zum Start der Amgen Tour of California:
"You've spoke recently about the return of Ivan Basso and Floyd Landis, who have returned after their suspensions, compared to David Millar - that they should be welcomed back like he was. But
there was one obvious difference in that Millar admitted his doping whereas these guys have admitted to nothing. What is it about these guys that you seem to admire so
much?"
Schon dafür könnte ich dann Paul Kimmage umarmen, knuddeln und ihm leckere Sachen (meinethalben auch irische
Spezialitäten...) kochen. Der Mann ist einfach grandios. Am Abend nach der Pressekonferenz gibt er ein Interview, das sich auf youtube findet. Dafür gibt es gleich nochmal eine weitere Kuscheldecke und Nachschlag bis zum Abwinken.
Seine jahrelangen und erbitterten Querelen mit David Millar waren sozusagen nur das Trainingslager für den Fight mit dem Großmeister. Was für ein perfider Plan! Ich bin gespannt wie ein
Flitzebogen, wie das weitergeht. Go, Paul, go!!!
Lustig auch mein spezieller Freund Floyd Landis. Ach, wie habe ich 2006 bei der Bergankunft in La Toussuire seinen Anblick genossen, als er mit unglaublichem Rückstand völlig ausgepumpt am
Hinterrad von Axel Merckx (wie deprimierend muss das sein?) um die Kurve gehechelt kam. Gut, am Tag danach gab es dann eine kurze Unterbrechung der privaten Freudenfeste durch diese blöden
"Floyd aus der Asche"-Schlagzeilen in l'Equipe, aber der glücklichste Moment - der, indem seine Testosteronwerte bei der "Phoenix"-Etappe bekannt wurden - folgte ja noch. Ein
Sport, der solche Protagonisten hat, ist den Asphalt nicht wert, auf dem er ausgeübt wird, Mr. Armstrong!
Aber jetzt ist ja alles in Ordnung. Oder - um mit Floyd, dem hüftkranken Testomonster, zu sprechen: "Die besten Fahrer starten in diesem Jahr bei den besten Rennen. So soll es
sein." (Zitat aus dem oben verlinkten spon-Artikel). Da stellt sich die Frage: Wo bleibt die Lawine, die Gott für die Doper aufgehoben hat? Die Pius-Brüder können doch nicht schon
alles gewesen sein.
von MrsFlax
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Monday, 16. february 2009
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/2009
17:23
Irgendwie tobt ja überall das
Chaos. Da musste ich doch gestern über Baustellenradio erfahren, dass sich die Biathleten bei der WM in Südkorea verlaufen
haben. Unter ihnen der wie üblich heftig speichelnde Ole Einar Björndalen, der erst dachte, er habe den WM-Titel gewonnen, dann doch nicht und dann doch wieder.
Fast zeitgleich verfuhr sich beim Giro della Provincia di Grosseto das gesamte Peloton, weil ein Streckenposten
völlig desorientiert in der Gegend herum stand und sich schließlich total überrascht vor dem nahenden Feld mit einem beherzten Sprung in Sicherheit bringen musste. Das Rennen gewann dann wohl
Daniele Pietropolli, der eigentlich am Ende des Feldes fuhr, aber relativ schnell gerafft hatte, dass das die falsche Richtung war.
"Fassungslos über soviel Dreistigkeit" sind laut der Süddeutschen heute die deutschen und schwedischen Biathleten.
Es geht um die aufgeflogenen russischen Läufer und die an diese absolut skandalösen Geschehnisse anknüpfenden "Morddrohungen" gegen sogenannte "Dopingkritiker". Diese "Kritiker" stammen witzigerweise
alle aus den Reihen der Biathlon-Aktiven.
Zitat Süddeutsche: "Kati Wilhelm sagt: 'Das ist schon starker Tobak, wie die Saitsewa hier auftritt.' Und Magdalena Neuner erzählt
über die Kollegen aus Russland: 'Die haben Superstimmung, sie sagten, sie hätten den dreien 'schönen Heimflug und viel Spaß' gewünscht. Wir sind manchmal fassungslos über so viel Dreistigkeit.'
Gleichzeitig wachse die Ungewissheit über die eigene Glaubwürdigkeit. 'Ich habe oft Angst, dass sich viele Zuschauer abwenden, von den Radfahrern sind sie ja auch schon verarscht worden', sagt
Wilhelm."
Eine berechtigte Angst - würde ich mal sagen. Aber auch irgendwie witzig. Als
(Ex-)Radsportfan hat man das ja alles schon hinter sich. Die Entwicklung jetzt im Biathlon zu beobachten, entbehrt nicht eines gewissen morbiden Charmes. Erst kommen die Schwüre und Beteuerungen.
Dann positive Proben. Und dann entweder die Flucht in ein Paralleluniversum ("Ich habe nie jemanden betrogen - und das ist ganz groß!") oder öffentliche Reue und der Versuch eines Neustarts wie z.B. in den Fällen Jaksche und
Sinkewitz. Aus dem Neustart wird dann leider nichts, solange das System noch besteht und funktioniert. Und es funktioniert immer noch. "Lancer the Cancer" macht es schließlich vor.
Dafür haben sie ihm bei der Amgen Tour of California (schon allein die Tatsache, dass ein Pharma-Unternehmen ein Radrennen sponsort, schlägt ja irgendwie dem Fass den Boden aus...) die
Zeitfahrräder geklaut. Zumindest berichtet er das beim launigen Twittern. Konnte er gerade noch so einschieben zwischen einer Meldung über
Dopingkontrolle #19 und einer Kurzinfo über Burger in Sausalito. Nun denn...
Weitere lustige News gibt es aus Österreich. Harry-Potter-Hasser und Schwulen-Heiler Wagner bricht unter massivem Druck von allen
Seiten offenbar ein. Oops!
(Nebenbei muss ich feststellen, dass ich heute ein Faible für "Süddeutsche"-Verlinkungen habe. Und weiterhin nebenbei muss ich feststellen, dass mein Frankfurter-Skyline-Foto viel schöner ist
als die in deren Artikel verwendeten.)
Zudem "droht" die Regierung neuerdings den "Großverdienern". Auch sehr witzig irgendwie. Wer hat die "Großverdiener"
nochmal in die komfortable Lage gebracht, "Großverdiener" zu sein? Aber gut. Jetzt schwimmt man halt mit dem von Bild (die uns mit der genialen Wortschöpfung "Gier-Banker" beglückt!) und Konsorten angestachelten Volkszorn. Bis zur Wahl dauert
es ja nicht mehr sehr lange. Da volkstümelt es sich auch gerne mal so superbillig dahin. Angie hat ja alles im Griff: den Papst, den Klimaschutz, die Rettung von Arbeitsplätzen und die
"Gier-Banker". Wie hieß das noch damals in "Hart aber herzlich"? "Das ist Mrs. Merkel - eine Traumfrau. Einfach toll!"
Ach! Stimmt ja! Das ist ja ein BAUblog!!! Verdammt! O.k. - es gibt nichts Neues zu berichten. Ein Anruf des Bauherrn bei der Baubehörde verlief ergebnislos, da der betreffende Sachbearbeiter sein
Telefon erst gar nicht abnahm. Ich würde jetzt wirklich zu gerne dessen Nachnamen hier zum Besten geben, weil der ist einfach... Hammer! Liegt irgendwo zwischen den Bildschen
"Gier-Bankern" und Ede Zimmermanns "Nepper, Schlepper, Bauernfänger". Nein! Ich sag's lieber nicht. Am Ende wird deshalb das Zwangsgeld fällig. Und dann bin ich schuld daran. Und
das will ja sicher niemand *hihi*
von MrsFlax
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Friday, 9. january 2009
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/2009
18:13
... bis zum nächsten
Arbeitseinsatz! Na endlich!
Morgen geht es weiter. Die wichtigsten Vorbereitungen sind getroffen: Es wurde ein nahrhaftes Abendessen zubereitet, mit dessen Hilfe die Herren morgen in der Lage sein sollten, hart und ausdauernd
zu arbeiten. Zudem wurde Max darauf vorbereitet, dass er um ca. 8 Uhr aufstehen muss, falls er um 15 Uhr von der Baustelle aus direkt zum Training gefahren werden möchte. Das Stöhnen und Wehklagen
war groß, aber da die Ferien erst seit zwei Tagen zu Ende sind, sollte die Kraft noch reichen - trotz gesellschaftlicher Verpflichtungen am Vorabend...
Eben habe ich ein paar Fotos, die Harry beim Richten des Hauses gemacht hat, in den Ordner "Richtwoche" geladen. Da gibt es also sogar
heute noch etwas hausmäßig Neues.
Off-topic-neu ist die Kunde, die mich heute erreichte, und nach der mein Lieblingsradler Thomas Voeckler Vater geworden ist. Freut mich wirklich. Glückwunsch!
Witzigerweise wird ja gerade auch sein amerikanischer "Freund" Lance Vater. Da ich seit mehreren Jahren ein "Livewrong"-Wristband trage - auf die Originalseite kann man nicht mehr verlinken, da Mr. Armstrong in seiner gewohnt
sympathischen Art die netten Jungs platt gemacht und die Bändchen verboten hat - ist das natürlich wahnsinnig interessant. Man muss den "Feind" schließlich kennen, um ihn zu bekämpfen. Und wer sich
selbst mit dem offiziellen Titel "cancer survivor and seven times winner of the Tour de France"
auszeichnet, darf sich eigentlich selbst über die fieseste Reaktion auf seine Person nicht wundern. Das zufällige Überleben einer Krankheit als Sieg über diese zu verkaufen, statt sich in Demut zu
üben, weil man dem Tod von der Schippe gesprungen ist bzw. dieser einen gnädigerweise hat von der Schippe springen lassen, finde ich eine ziemlich fiese Art damit umzugehen. Was wirft das für ein
Licht auf jene, die den Krebs nicht "besiegt" haben? Alles willensschwache Weichlinge? Sorry... Eklig... Paul Kimmage hatte vollkommen recht, als er bei der Nachricht von Armstrongs Comeback
schrieb: "The cancer is back in cycling."
Dieses Jahr wird wahrscheinlich das erste Jahr seit ewigen Zeiten sein, in dem ich die Tour de France nicht eine Sekunde lang verfolgen werde. Im letzten Jahr habe ich mich bereits auf ein paar
landschaftlich schöne Alpen-Bergetappen beschränkt. 2006 und 2007 waren wir während der Tour jeweils in Frankreich - einmal zum Radfahren in Savoien und einmal zum Badeurlaub an der Côte d'Azur.
2006 nahmen wir noch zwei Bergetappen live vor Ort mit, 2007 beließen wir es schon bei fiesem Gefeixe während der "l'equipe"-Lektüre. Ernst nehmen kann meine ehemalige Lieblingssportart
jedenfalls schon lange niemand mehr, der noch einen Rest Verstand besitzt. Schade eigentlich...
von MrsFlax
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