Sunday, 2. january 2011 7 02 /01 /Jan. /2011 15:37

Umland:Landschaft 0812bSchön, wenn auf zwei arbeitsfreie Tage ein Sonntag folgt. Das war heute so. Fein! Zu essen gab es allerdings nichts Leckeres, da ich erstmal meinen ranzengardistenwürdigen Leibesumfang etwas reduzieren muss. Gut für die Winterpokal-Bilanz, schlecht für die Ernährung des Bauherren. Der verlorene Sohn bekam bei seiner Heimkehr eine Tiefkühlpizza serviert. Der Bauherr beschied sich mit klassikbeschallten Wienern und Resten der Silvesterbrötchen.

Ich verspreche allerdings, die Herren unter der nur mir zugedachten Züchtigung durch Kalorienentzug nicht zu sehr leiden zu lassen. Kochen ist ja nicht verboten - nur zügelloses Essen. Dafür ist ja Ergometern erlaubt. Ich lade gerade den MP3-Player auf, damit ich mich während der Schinderei mit einem Hörbuch ablenken kann.

Und statt mich weiter am Rechner rumzudrücken, schwinge ich mich jetzt mal auf das Folterinstrument. Allabendlich eine Stunde mindestens ist der Plan. Wir werden sehen, wie weit die guten Vorsätze reichen... 

von MrsFlax - veröffentlicht in: Plan & Tat
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Saturday, 1. january 2011 6 01 /01 /Jan. /2011 19:11

falkenhof - radieschenEinen perfekteren Jahresanfang hätte es nicht geben können. Der heutige Tag war ein Tag, an dem alles funktioniert hat. Wir bestellt traf unser Rufbus an der Haltestelle ein und brachte uns nach Hahn zum Busbahnhof. Von dort ging es über Wiesbaden nach Eltville-Hattenheim, wo der Bauherr für uns einen Tisch in der "Adlerwirtschaft" reserviert hatte. Das Neujahrsmenue las sich schon auf der Karte sehr gut, auf dem Teller ließ es am Ende jedoch keine Wünsche offen.

Wir hatten den Plan gefasst, durch maximale Streuung der einzelnen Gänge möglichst viele verschiedene Sachen zu probieren. So suchten wir jeweils unterschiedliche Gerichte aus und probierten wechselseitig. Ein absolut genialer Plan!

Die "Grüße aus der Küche" - ein Tellerchen mit hausgemachtem Presskopf, Bentheimer Schinken-Spargelröllchen und Blätterteig-Sardellen-Häppchen und jeweils ein Tellerchen mit Gänseleberterrine und ein wenig Salat mit einer gar köstlichen Vinaigrette - und das Brotkörbchen (Da war es wieder - das Hammer-Kartoffelbrot!) mit Schmalz waren äußerst vielversprechend. Wir mussten uns bereits hier stark einbremsen, um uns nicht den Appetit auf das eigentliche Menue zu verderben.

Als ersten Vorspeisengang hatten wir "Feldsalat mit geschmolzenem Gruyère-Crouton" und "Blattsalate mit Schafskäsepralinen, getrockneten Tomaten & Balsamico-Honig-Vinaigrette" gewählt. Bereits für das Gruyère-Crouton hätte ich morden können. Der Bauherr war von seiner Wahl gleichermaßen begeistert. Es folgten "Schwarzwurzelragout mit gebratenem Saibling & Rotweinbutter" und "Hausgemachte Blutwurst auf Apfelkompott". Lecker, lecker, lecker. Der Fisch war so derartig perfekt, dass man fast die Schwarzwurzeln nicht mehr ausreichend würdigen konnte. Das wird mit Sicherheit demnächst am heimischen Herd ausprobiert.

Als Hauptgang folgten für mich "Gebratener Rücken vom hauseigenen Charolais, Sauce Bernaise, Rosmarinkartoffeln & geschmorte Schalotten" und für den Bauherrn "Gebratener Rücken vom Müritz-Lamm mit Kräuterkruste, Speckkartoffelpuffer & glaciertem Gemüse". Der Hammer war die Sauce Bernaise, die mit Estragon und Koriander zubereitet war. Die verlangt definitiv auch nach Tests in der Flax-Versuchsküche.

Den Todesstoß verpassten wir uns dann mit den Desserts. Auf "Schoko-Quark-Nocken mit Frauensteiner Kirschen" für mich und "Manjari Schokoladenkissen mit Vanillesauce & Mango-Koriander-Ingwer-Sorbet" für den Bauherrn folgten "Fourme d'Ambert Käsetarte mit Williamsbirne und eingelegten schwarzen Nüssen" (ich!) und "Rumtopf mit Lebkuchenparfait" (Chef!). Hier war das geschmackliche Highlight die Kugel Mango-Koriander-Ingwer-Sorbet. Ich werde an diesem Geschmackserlebnis arbeiten, bis ich es entweder hinbekomme oder zwangseingewiesen werde. Das war zu gut. Fast schon gemein gut. Der Bauherr streckte dann beim Rumtopf endgültig die Waffen, während ich unter Auferbietung meiner letzten Kräfte im Genuss des köstlichen, kleinen Käsetörtchens schwelgte. Geschafft! Puh! Jetzt einen Kaffee!

Doch mit dem Kaffee kam er um die Ecke: der Tod durch "Crème brulée mit Schoko-Rum-Mousse" in den Händen der überaus sympathischen, und freundlich lächelnden Bedienung. Jeweils eine Portion landete vor Jedem von uns. Was soll's?! Das musste auch noch rein. Und es lohnte sich in der Tat. Der Schoko-Geschmack war so intensiv, dass ich hinterher noch wohlig seufzend im Zug saß und mit offenen Augen von der Fluffigkeit dieses kleinen Schokobällchens und der knackenden Karamelschicht auf der Crème brulée träumte.

Das war wirklich ein ausgezeichneter Jahresbeginn, der am Ende dadurch gekrönt wurde, dass der Rufbus von Idstein aus pünktlich eintraf und uns wohlbehalten nach Hause brachte. Wenn keiner der folgenden 364 Tage qualitativ zu diesem wesentlich abfällt, kann ich jetzt schon prophezeihen, dass das aktuelle mein Lieblingsjahr werden wird. Weiter so, 2011! Bravo!

von MrsFlax - veröffentlicht in: Andere Baustelle
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Friday, 31. december 2010 5 31 /12 /Dez. /2010 16:02

43 - Rätselhaftes 7825Schwupp! Und da isses auch schon wieder vorbei - das gestern noch "Neue Jahr 2010". Ging ziemlich flott, und war gar nicht mal übel. Und zum Abschied hat das Jahr nochmal einen von diesen lustigen Eiskristalltagen hingelegt, an dem alles draußen mit Zacken überzogen war: Meisenknödel, Zaun der Daltons, Abdeckung des Pfirsichbäumchens, Hibiskus.

Ansonsten war das ein echter Tag zum Erholen, so richtig angenehm. Max feiert aushäusig, der Bauherr und ich werden uns nachher einen Wildlachs aus dem Ofen mit Risotto genehmigen.

Hinterher - und das "hinterher" an Silvester ist ja erfahrungsgemäß recht lang - gibt es ein paar kleine Häppchen (z.B. Graved Lachs mit Filo-Ziegenkäse-Schnittlauch-Häppchen oder mit eben noch hergestellten Dinkel-Vollkorn-Brötchen mit Schinken, Käse und Röstzwiebeln und einer Petersilienbutter) und Snacks zum Wein, den der Bauherr gestern bei seinem letzten Langlauf-Trip besorgt hat.

Da muss ich nachher nur die Blätterteig-Sardellen-Stäbchen (à la Michel Roux) in den Ofen schieben. Für den Bauherrn gibt es Filo-Stäbchen mit Frischkäse-Kräuterfüllung. Das 'große Fressen' sparen wir uns dann für morgen auf.

Und das war es auch bereits. Ich wünsche allen Lesern einen erfreulichen, lustigen und angenehmen Jahreswechsel. Feiert schön und habt eine gute Zeit! 

von MrsFlax - veröffentlicht in: Andere Baustelle
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Thursday, 30. december 2010 4 30 /12 /Dez. /2010 19:03

26 - Schriftliches 6707-zerquetschtDa ist das Jahr fast zu Ende - und ich wollte doch eigentlich noch mit der Meenzer Fassenacht in Gestalt der Ranzengarde abrechnen. Die Diskussionen zum Thema sind ja nun wahrlich nicht mehr ganz neu, aber da nun am 02.01.11 die alle zwei Jahre stattfindende Überreichung des Ehrenpreises dieser Garde wieer ansteht, wird die Sache auch für Nicht-Fassenachter interessant. 2009 bekam diesen Preis nämlich Thilo Sarrazin verliehen. Und der soll nun die Laudatio auf den neuen Preisträger Lars Reichow halten.

So weit die eigentliche "Handlung". Als erhellenden Hintergrundbericht kann ich folgenden Beitrag der 3sat-Kulturzeit empfehlen: "Fassenacht und keiner lacht". Bei den Diskussionen, die dieses Ereignis ausgelöst hat, gewinnt man nun mehr und mehr den Eindruck, dass einigen Beteiligten ihr gesunder Menschenstand abhanden gekommen bzw. "in de Ranze" gerutscht ist. Allen voran und mit lautem Getöse der Herr Generalfeldmarschall Johannes Gerster, der mir irgendwie das Gefühl vermittelt, der Auftritt Sarrazins sei das schönste Geschenk, das man ihm zu seinem 70 Geburtstag (just am Tag der Preisverleihung) hätte machen können. 

Auf einen Kommentar von Joachim Knapp in der Mainzer Rhein-Zeitung (an dieser Stelle: "Danke!") antwortet er mit einem - aus meiner Sicht - derart peinlichen Leserbrief, dass sich einem die Fußnägel aufrollen. Besonders niedlich der Rückgriff auf mein Lieblingsargument 'Sozialneid': "(...) Jedenfalls kann der Journalist von Bucherfolgen eines Sarrazin und von vollen Hallen wie Reichow allenfalls träumen (...)" Na klasse, Herr Gerster! Und im nächsten Satz folgt dann sein zweites Top-Argument 'Humorlosigkeit'.

Damit begegnet er ja grundsätzlich jedem der "Mucker und Philister", die seine Begeisterung für den Auftritt seines Idols nicht teilen. Angesichts seiner beiden Aussagen aus dem 3sat-Beitrag ("Wir verleihen einen Preis für Originalität, Witz und schwarzen Humor. Und da passt Sarrazin rein." und "Wir bewerten doch keine politischen Inhalte. Sondern wir zeichnen Menschen aus, die in der modernen Gesellschaft Unkonventionelles auch auf witzige Weise zum Ausdruck bringen. Da gehört Sarrazin dazu.") kann mir der lustige Ranzengardist von nebenan vielleicht einmal erklären, was genau an Rassismus und absurden Gen-Theorien denn jetzt so irrsinnig witzig, originell und humorig ist.

Da würden mir spontan noch ein paar würdige Preisträger für die Zukunft einfallen. Möglicherweise auch posthum. Herr Reichow würde sicher die richtigen Worte für seine Laudatio in zwei Jahren finden. Da mache ich mir keine Sorgen.

Angesichts des völligen Unsinns, den der überaus witzige Herr Sarrazin da unters Volks streut, um sich anschließend in der  Weihnachtsausgabe der FAZ ganzseitig selbst zu beweihräuchern, bleibt mir jedenfalls das Lachen im Halse stecken. Ach ja... Klar... Wahrscheinlich bin ich auch nur eine von diesen blöden Spaßbremsen, die den lustigen Fassenachtern die Redefreiheit absprechen wollen. Von denen, die mit ihrer "humorlosen und grauen Unduldsamkeit" eine Hexenjagd auf Menschen, die mutig kontroverse Themen aufgreifen, anzetteln. 

Wahrscheinlich kann man das alles aber auch nur verstehen, wenn man einen Titel wie "Seine Excellenz Generalfeldmarschall Dr. h.c. Johannes von Gerster Hin- und Herzog von Mainz nach Jerusalem. Kommandeur aller dicken Bäuche. Ritter von Quellkartoffel und Hering. Erstersteiger des Gutenbergdenkmals und Träger des Führerscheins Klasse 3" trägt - und darüber auch noch lachen kann. Welche Art von Humor ist das?

Kann man das nur verstehen, wenn man sich während Fußball-WMs Deutschland-Fähnchen ans Auto bastelt? Oder wenn man Grönemeyer toll findet und in einem Kegelclub ist? Oder muss man dafür im Spanien-Urlaub bereits um fünf Uhr morgens kampfbereit mit dem Handtuch am Pool auftauchen? Eigentlich passt Sarrazin so richtig gut zur Tradition der Mainzer Fassenacht - da hat Gerster schon recht. Beiden gemein ist jener "Herrenreiter-Humor", den die Sieger der Geschichte an den Tag legten, wenn sie ihre Opfer dazu aufforderten, sich "nicht so zu haben" und ihre eigene Vernichtung mit einem Lachen zu quittieren. In dieser Form traten ja bereits einige Büttenredner der 70er und 80er Jahre auf, um den gröhlenden Mob in den Sälen und Straßen gegen Ausländer, Studenten, Feministinnen, Gewerkschafter und andere "Mucker und Philister" aufzubringen.

von MrsFlax - veröffentlicht in: Politics
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Wednesday, 29. december 2010 3 29 /12 /Dez. /2010 18:46

43 - Rätselhaftes 7797Seit drei Tagen kein Schnee?! Schwächelt der Winter etwa schon? Und heute ist sogar die Effektlackierung an meinem Auto weggetaut. Was sich allerdings hartnäckig hält, ist die kunstvolle Schneeverwehung am Würfeldach, die über die Weihnachtsfeiertage entstanden ist. Und die lustigen Spuren im Schnee, anhand derer man die Kontrollgänge der Nachbarskatze zu unserem Futterhäuschen nachvollziehen kann.

Über den Jahreswechsel werden wir übrigens nicht unbeschäftigt bleiben. Gestern traf das Melitta-Kaffeetest-Paket ein. Es gilt, drei Kilo Kaffee in drei verschiedenen Sorten zu testen und sich ein Urteil darüber zu bilden. Ich denke, das ist keine unlösbare Aufgabe. Heute morgen mahlte unsere Maschine bereits den "Epresso", der geschmacklich zwar voll in Ordnung war, aber etwas wenig Crema produzierte.

Ich werde über den Fortgang der Tests berichten. Angesichts der dem Paket beigefügten Melitta-Tasche meinte der Bauherr übrigens: "Ah! War ja klar, dass man dich mit einer Tasche ködern kann!" Sagen wir es so: Eine Tasche ist eine relativ sichere Methode, mich zu ködern. Wobei das den Kaffee natürlich nicht besser und nicht schlechter macht. Und Kaffee ist am Ende etwas, das man zum Überleben notwendiger braucht als Taschen. Obwohl... 

von MrsFlax - veröffentlicht in: Andere Baustelle
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