Tuesday, 13. december 2011 2 13 /12 /Dez. /2011 16:52

28 - Advent, Weihnachten & Silvester 5300Das mit den mißlungenen Kipferln konnte und wollte ich natürlich so nicht auf mir sitzen lassen. Bereits um kurz nach sechs in der Frühe knetete ich einen neuen Teig. Ohne Eiweiß... Und am Ende sahen die Kipferl wie Kipferl aus und schmeckten auch so. Erledischt!

Parallel wurden Teige für Max' geliebte Zitronenherzen (siehe links mit Orange als Deko) und die Lieblingsplätzchen meiner Lieblingskollegin - Schoko-Kirsch-Hörnchen - hergestellt. Ich werde ihr eine größere Menge davon zu Weihnachten schenken. Sie hat sich zwar das Rezept geben lassen, aber da sie nicht so wahnsinnig versessen aufs Backen ist, hoffe ich, dass sie keine eigenen produziert.

Die Schoko-Kirsch-Hörnchen wurden kurzerhand zu Schoko-Kirsch-Talern, da ich das ohnehin recht arbeitsintensive Rezept etwas weniger aufwendig gestalten wollte. Das Ergebnis war voll in Ordnung. Ich werde die Dinger jetzt nur noch so backen. Aus den übrig gebliebenen Eiweißen bastelte ich wie immer Baisers (50 g Puderzucker auf ein Eiweiß).

Und da ich mich heute abend etwas erkältet fühle - die Herren sind bereits seit Tagen wechselweise todkrank -, beende ich das hier jetzt mal und lege nur noch die Rezepte nach. 
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Schoko-Kirsch-Hörnchen
(aus: 'essen&trinken Für jeden Tag' 12/2010)
Zutaten:
125 g getrocknete Sauerkirschen
3 EL Kirschwasser
270 g Mehl
50 g Kakao
120 g Puderzucker
1 Prise Salz
200 g kalte Butter
1 Ei
Schokolade oder Kuchenglasur
Zubereitung:
Sauerkirschen grob hacken und mit Kirschwasser mischen. Eine Stunde unter gelegentlichem Rühren einweichen.
Mehl, Kakao, Puderzucker, Salz, Butter, Ei und Kirschen erst mit den Knethaken des Handrührgeräts, dann mit den Händen zu einem glatten Teig verkneten. Den Teig vierteln, zu Rollen formen und in Klarsichtfolie gewickelt zwei Stunden kalt stellen.
Die Teigrollen nacheinander aus dem Kühlschrank nehmen und jeweils auf einer leicht bemehlten Arbeitsfläche zügig zu etwa 1,5 Zentimeter dicken Strängen formen und in sechs Zentimeter lange Stücke schneiden. Vorsichtig zu Hörnchen biegen und auf mir Backpapier belegte Bleche geben. Nacheinander im heißen Ofen bei 180°C (Umluft: 160°C) etwa zwölf Minuten abbacken. Auf einem Gitter abkühlen lassen.
Kuchenglasur (oder Schokolade) schmelzen. Die Hörnchen mit den Spitzen in die Glasur tauchen, abstreifen und auf Backpapier (ich bevorzuge Alufolie) trocknen lassen.
(ergibt etwa drei Bleche) 
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Zitronenherzen
(aus: 'Dr. Oetker - Die besten Plätzchen')
Zutaten:
250 g Weizenmehl
1 Msp. Backpulver
100 g gesiebter Puderzucker
geriebene Schale einer Bio-Zitrone
150 g weiche Butter oder Margarine
1 Eiweiß
Puderzucker und Zitronensaft zum Glasieren
Zubereitung:
Für den Knetteig Mehl mit Backpulver in einer Rührschüssel mischen. Zitronenschale, Butter (oder Margarine) und Eiweiß zugeben. Die Zutaten mit dem Handrührgerät mit Rührbesen auf mittlerer Stude unterarbeiten.
Den Teig auf die leicht bemehlte Arbeitsfläche geben und mit den Händen zu einem glatten Teig verkneten. Den Teig zu einer Rolle formen, in Frischhaltefolie wickeln und mindestens zwei Stunden in den Kühlschrank stellen.
Backbleche mit Backpapier belegen. Den Backofen vorheizen (Ober-/Unterhitze: 180°C, Umluft: 160°C).
Ein Drittel des Teiges auf der bemehlten Arbeitsfläche etwa drei Millimeter dick ausrollen. Herzen mit einer Ausstechform ausstechen und auf das Blech legen.
Die gebackenen Herzen mit dem Backpapier vom Backblech auf einen Kuchenrost ziehen. Für den Guss gesiebten Puderzucker mit Zitronensaft verrühren, sodass ein dickflüssiger Guss entsteht. Den Guss auf die Plätzchen streichen und trocknen lassen.
(ergibt etwa drei Bleche)
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Bevor ich endgültig zum Sofa wanke, singe ich nochmal flott: "Happy birthday to you, Happy birthday to you, Happy birthday, dear Ralli, Happy birthday to you!"

von MrsFlax - veröffentlicht in: Am Herd
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Monday, 12. december 2011 1 12 /12 /Dez. /2011 15:45

28 - Advent, Weihnachten & Silvester 5232Wie blöd! Aber beginnen wir bei Nummer 3 des Plätzchenmarathons: Mokka-Marmor-Kringel. Eigentlich wollte ich wieder die Mokkastangen aus dem letzten Jahr backen, aber als ich in aller Frühe über dieses Rezept stolperte, entschied ich kurzerhand einen Tausch.

Die Herstellung verlief absolut reibungslos. Die Dinger sehen auch super aus (siehe rechts), aber - und da muss ich mich dem Bauherren anschließen - die wesentlich aufwendigeren Mokkastangen schmecken auch deutlich leckerer. Nicht, dass diese ein Reinfall gewesen wären, aber es fehlte ihnen am Ende doch das gewisse Etwas.

Im Anschluss machte ich mich an die bereits mehrfach erfolgreich hergestellten Vanillekipferl, die Lieblingsplätzchen des Bauherren. Bereits nach Fertigstellung des Teiges kamen mir Zweifel. War der immer so 'matschig'? Nö, oder? Ich stellte ihn erstmal kalt. Aber auch danach fühlte er sich noch seltsam an. Anders als sonst.

Ich prüfte nochmal das Rezept. Alles wie gehabt. Der einzige Unterschied zu den vorangegangenen Jahren war die Verwendung geschälter und gemahlener Mandeln. So verlangte es eigentlich das Rezept. Ich hatte vorher jedoch stets auf die billigeren ungeschälten Mandeln zurückgegriffen. Ob es daran lag? Keine Ahnung.

Das Formen der Kipferl war wie immer nervig, diesmal sogar noch nerviger wegen des klebrigen Teiges. Ich gab trotzdem alles und schob schließlich die ersten beiden Bleche in den Ofen. Vorher waren das Kipferl, hinterher blieben nur unförmige Klumpen, da der Teig sehr stark zerlief. Der Geschmack ist zwar o.k., aber das sind definitiv keine Vanillekipferl. Vielleicht Vanilleflatscherl. Oder so...

Sehr unschön jedenfalls. Zwei weitere wohlgeformte Ladungen landeten im Ofen und verließen ihn als Cookies. Den Teig für die letzten beiden Bleche rollte ich dann frustriert nur noch zu Kugeln. Das Ergebnis war nahezu identisch. Fürs Foto fand ich ein paar halbwegs akzeptable Exemplare, aber das Gesamtergebnis war doch frustrierend.

Nichtsdestotrotz hier die beiden Rezepte:
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Mokka-Marmor-Kringel
(aus: 'essen&trinken Für jeden Tag' 12/2011)
Zutaten:
4 Tl lösliches Espressopulver
125 g weiche Butter
125 g Zucker
Salz
2 Eier
250 g Mehl
Zubereitung:
Espressopulver in 1 EL warmem Wasser auflösen. Butter, Zucker und eine Prise Salz mit den Quirlen des Handrührers fünf Minuten sehr cremig rühren. Die Eier einzeln jeweils 1/2 Minute gut unterrühren. Mehl ebenfalls unterrühren.
Teig in zwei gleich große Portionen teilen, die Espressomischung unter eine Portion rühren. Hellen und dunklen Teig nebeneinander in einen Spritzbeutel ohne Tülle (einen Gefrierbeutel - Ecke abschneiden) füllen. Auf Bleche mit Backpapier Kringel spritzen. Etwa 30 Minuten kalt stellen.
Dann im heißen Ofen bei 180°C (Umluft 160°C) 13 bis 15 Minuten backen. Kringel auf Gitter setzen und abkühlen lassen.
(Zweifache Menge ergab vier Bleche)
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Vanillekipferl
(aus: 'Dr. Oetker - Die besten Plätzchen')
Zutaten:
250 g Weizenmehl
1 Msp. Backpulver
125 g Zucker
1 Päckchen Vanillzucker
3 Eigelb
200 g kalte Butter
125 g abgezogene, gemahlene Mandeln
50 g Puderzucker, 1 Päckchen Vanillzucker zum Bestäuben
Zubereitung:
Bleche mit Backpapier belegen. Den Backofen vorheizen (Ober-/Unterhitze 180°C, Umluft 160°C).
Für den Teig Mehl mit Backpulver in einer Rührschüssel mischen. Übrige Zutaten für den Teig hinzufügen und alles mit den Knethaken des Handrührgeräts kurz auf niedrigster, dann auf höchster Stude zu einem Teig verarbeiten. Dann den Teig mit den Händen zu einer Kugel formen.
Aus dem Teig bleistiftdicke Rollen formen, in 5 - 6 cm lange Stücke schneiden, die Enden etwas dünner rollen und hörnchenförmig auf das Backblech legen. Blech in den Ofen schieben und die Kipferl etwa zehn Minuten abbacken.
Die übrigen Kipferl wie beschrieben vorbereiten. Puderzucker sieben und mit Vanillzucker mischen. Die gebackenen Kipferl mit dem Backpapier vom Blech auf einen Kuchenrost ziehen. Die warmen Kipferl mit der Zuckermischung bestäuben und erkalten lassen.
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Und während ich so lustig das Rezept für die Vanillekipferl abtippe, wird mir schlagartig klar, was da schief gelaufen war. Ich hasse mich! Da steht "Eigelb", Flax!!! Und nicht "Eier"!!! Waaaah! Dass der Teig etwas zu feucht war, war klar, aber ich hatte die ganze Zeit nur überlegt, ob vielleicht zu wenig Mehl drin sein könnte. Oder zu wenig Mandeln. Verdammt!

Immerhin ist das jetzt geklärt. Ich kann also gleich beruhigt nochmal gemahlene Mandeln einkaufen und die ganze Aktion morgen ein zweites Mal durchziehen. So schnell gebe ich nicht auf.

von MrsFlax - veröffentlicht in: Am Herd
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Sunday, 11. december 2011 7 11 /12 /Dez. /2011 12:32

28 - Advent, Weihnachten & Silvester 5230Nach dem gestrigen Essen und vor dem Plätzchenbacken war allerdings heute erstmal eine ausgedehnte Runde durch den heimischen Mischwald angesagt. Ein jämmerliches Bild muss ich da abgegeben haben, wie ich mich an den italienischen Vorspeisen auf der einen und dem Rinderfilet auf der anderen Hüfte abschleppte. Und dabei habe ich die Desserts, den Käse und die zusätzlich mitgeschleppte Kamera nicht mal erwähnt. Kalorienvernichtend pflügte ich mich unerbittlich über gefrorene Waldwege (Klick! Klick! Klick!). Schlimm...

Nachdem das schlechte Gewissen sich etwas gelegt hatte, war ich dann auch wieder in der Lage, mich der Produktion neuen Hüftspecks zu widmen. Eine Sorte sollte es werden. Zwei wuden es am Ende. Damit ist die "Cookies"-Fraktion erstmal abgehandelt. Hier die Rezepte:
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Erdnuss-Cookies
(aus: Lidl 'emotion' 03/2011 - Foto)
Zutaten:
150 g Erdnusskerne, gesalzen
125 g herbe Schokolade, 60%
125 g Haferflocken
50 g Weizenmehl
1 TL Backpulver
175 g weiche Butter
1 Prise Salz
200 g brauner Zucker
1 Päckchen Vanillzucker
1 Ei
Zubereitung:
Erdnüsse und Schokolade grob hacken. Mit Haferflocken, Mehl und Backpulver mischen. Butter, Salz, Zucker und Vanillzucker cremig rühren. Ei unterschlagen. Mehlgemisch kurz unterkneten.
Etwa walnussgroße (ich: haselnussgroße) Teigportionen mit reichlich Abstand auf mit Backpapier belegte Bleche setzen und im vorgeheizten Backofen bei 180°C ca. zwölf Minuten abbacken. Auf dem Blech abkühlen lassen.
(Die doppelte Teigmenge ergab bei mir viereinhalb Bleche)
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Double-Choc-Cookies
(aus: 'Lecker Christmas Special' Sonderheft 2011 - Foto)
Zutaten:
75 g + 50 g Zartbitterschokolade
50 g Vollmilchschokolade
60 g weihe Butter
Salz
75 g Zucker
1 Päckchen Vanillzucker
1 Ei
125 g Mehl
1 gestrichener TL Backpulver
1/2 TL Kakao
Zubereitung:
75 g Zartbitterschokolade hacken, im heißen Wasserbad schmelzen und ca. fünf Minuten abkühlen lassen.50 g Zartbitter- und 50 g Vollmilchschokolade grob hacken. Zwei Backbleche mit Backpapier auslegen. Backofen vorheizen (Ober-/Unterhitze: 175°C, Umluft 150°C).
Butter, 1 Prise Salz, Zucker und Vanillzucker mit den Schneebesen des Rührgeräts schaumig rühren. Erst Ei und dann flüssige Schokolade unterrühren. Mehl, Backpulver und Kakao mischen und kurz unterrühren. Die gehackte Schokolade unterheben.
Mit zwei Teelöffeln aus dem Teig kleine Häufchen auf die Backbleche setzen und dabei genügend Abstand zwischen den einzelnen Häufchen lassen. Im heißen Backofen zehn bis zwölf Minuten abbacken. Auskühlen lassen.
(Die doppelte Menge ergab knapp vier Bleche)
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Beide Sorten schmecken sehr lecker. Die Erdnuss-Cookies hatten wir ja bereits vor zwei Wochen aus der Backstube der Schwester probieren dürfen. Die sind toll. Und die Schoko-Cookies sind sehr schokoladig. Die gibt es auf Max' Wunsch hin. Morgen sind dann die Traditionsrezepte fällig.

Nach dem Laufen natürlich! 

von MrsFlax - veröffentlicht in: Am Herd
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Saturday, 10. december 2011 6 10 /12 /Dez. /2011 19:48

26 - Schriftliches 5060Auf dem Weg zum Waldparkplatz wollte ich heute morgen noch flott das Altglas beim Container vorbeibringen. Zwei Minuten nach diesem Entschluss stand ich in einer abschüssigen Straße mit dem Puntili quer und war in Schweiß gebadet, ohne auch nur einen Meter gelaufen zu sein. Verdammt! Total glatt draußen!

Wie auf Eiern fuhr ich im Schneckentempo weiter. Der Weg vom Parkplatz in den Wald war nur auf dem Gras am Rand zu bewältigen. Zwei Punkte brachte ich am Ende doch mit nach Hause. Die Waldwege waren gut benutzbar. Dem Bauherren riet ich, seine geplante Radtour vielleicht doch bis nach Mittag zu verschieben. Das tat er dann auch.

Ein Besichtigungsgang durch den Garten ergab dann erstaunlicherweise, dass an meinen Physalispflanzen weitere Früchte gereift waren. "Mitten im kalten Winter, wohl zu der halben Nacht..." Man glaubt es kaum, aber die Dinger haben immer noch nicht aufgegeben. Vielleicht schaffe ich ja noch ein zweites Gläschen Marmelade.

Anschließend ging es ans Einkaufslistenschreiben für die Weihnachtsplätzchen. Eigentlich wollte ich ja in diesem Jahr aus Figurgründen darauf verzichten, aber ich halte es leider nicht aus. Und da ich - dank einem Rechenfehler in meinem Aufzeichnungen - überraschenderweise noch zwei Tage Urlaub übrig habe, legte ich noch einen Tag aus Überstunden drauf, und habe so Montag, Dienstag und Mittwoch ausgiebig Zeit für die Weihnachtsbäckerei. 

Sieben Sorten Plätzchen stehen auf meiner Liste, einige erprobt und beliebt. Dazu zwei neue Kandidaten. Mehr dazu dann wohl in den kommenden Tagen. Das Weihnachtsessen nimmt auch langsam Gestalt an. Die Spannung steigt.

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Thursday, 8. december 2011 4 08 /12 /Dez. /2011 16:34

35b - Netteres 5070Für heute hatte eine Kollegin im Büro ein sogenanntes "Schrottwichteln" angesetzt. Jeder sollte etwas Überflüssiges aus seinem Haushalt einpacken und mitbringen. Die "Geschenke" wurden so lange untereinander getauscht, bis niemand mehr wusste, wer was angeschleppt hatte. Dann ging es ans Auspacken.

Mit Entsetzen stellte ich fest, dass ich eine kleine, mit einem roten Scarlett-O'Hara-Kostüm bekleidete Schneiderpuppe bekommen hatte, die dazu diente, allabendlich die Preziosen auf dem Nachtisch daran zu drapieren, damit man morgens nicht nach Teilen des edlen Familiengeschmeides suchen muss. Gulp! Im Nachgang meinte eine Kollegin dann zu mir, das sei doch eigentlich ganz nett, woraufhin ich sie fragte, ob sie es haben wolle. Vielleicht tauschen? Was sie denn bekommen habe?

Angewidert meinte sie: "Das willst du garantiert nicht! Einen total hässlichen Rumtopf!" Und wie ich den wollte! Und das doofe, kopflose Ding war ich dabei auch gleich los. Der Rumtopf ist im übrigen für durchschnittlich-deutsche Rumtopf-Verhältnisse nicht mal übel. Da habe ich schon deutlich Schlimmeres gesehen. Gut... Der ellenlange Text auf der Rückseite könnte aus der Feder unserer Verbalakrobation stammen (Originaltext: "Nimmt man nur gut reife, also aromatische Früchte, wie sie im Laufe eine Jahres anfallen. Zuerst gründlich gewaschene Erdbeeren, die, bis sie vollgesaugt sind, vielleicht noch einen Tag oben schwimmen, ...") , aber ansonsten ist das Teil tadellos. Ein nie benutztes Hochzeitsgeschenk übrigens. Die Ehe besteht noch.

Immerhin bin ich dafür eine Jan-Ullrich-Tasse losgeworden. Mit einem Glas Rumtopf drin, damit man sie sich schöntrinken kann. Wohl bekomm's! Echt ein guter Tausch, wie ich finde. Die Tasse hat eine Kollegin bekommen, die sie wahrscheinlich beim nächsten Polterabend zum Einsatz bringen wird. Mach's gut, Tasse! Eigentlich ein recht erfolgreicher Tag bis dahin.

Der Nachmittag verging wegen erhöhten Arbeitsaufkommens recht flott. So lässt sich das aushalten. Mein Rumtopf und ich traten halbwegs pünktlich den Heimweg an. Die 45 Minuten, die ich anschließend ergometernd in meinem Zimmer verbrachte, ließen sich allerdings nur mit eiserner Disziplin und aus der Angst heraus, WP-technisch endgültig abgehängt zu werden, absolvieren. Hamsterradeln ist als Sportart - vor allem, was Selbstüberwindung angeht - definitiv unterbewertet. Ich werde wieder auf Hörbücher beim Ergometern zurückgreifen müssen, um es halbwegs erträglich zu gestalten. Ach, was soll's? Hauptsache, die Ulle-Tasse ist weg. Jedenfalls eine von zweien.

von MrsFlax - veröffentlicht in: Andere Baustelle
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