Wednesday, 11. august 2010 3 11 /08 /Aug. /2010 14:44

36 - Garten 1798Hah! Der große Tag der Rasenaussaat war heute gekommen. Bereits in aller Frühe widmeten wir uns den Vorbereitungen. Die gesamte Fläche wurde zum ca. hundertsten Mal geharkt, es wurden weitere Steine entfernt, nochmal geharkt und glattgezogen. Schließlich kam die vom Bauherren ausgeliehene Walze zum Einsatz. Und dann sein Saatwagen. Und schließlich wurde noch ordentlich gewässert.

Ab jetzt sind wir nur noch Zuschauer und die Show findet ohne uns statt. Wir können im Prinzip ab heute gemütlich auf der Terrasse sitzen und dem Rasen beim Wachsen zuschauen. Klingt nach einer lösbaren Aufgabe.

Bevor die Sonnenblumen demnächst verblüht sein werden, habe ich heute ein Foto gemacht, auf dem man sie mal richtig sieht. Die Monstersonnenblume in der Mitte habe ich anschließend vermessen. Sie ist 2,37 Meter hoch. Geht doch. Mit ein bißchen gutem Willen.

Der Nutzgartenteil unseres Außengeländes wirkt ohne Schneckenfraß auch gleich viel fruchtbarer. Die Kohlrabipflanzen sehen schon richtig "kohlrabig" aus, und das seltsame Ding, das sich aus dem Kompost selbst ausgesät hat, und dass ich für eine Gurke oder Zucchini halte, macht sich auch prächtig. Jetzt hat es immerhin eine Größe erreicht, die es dem Bauherren nicht mehr ganz leicht macht, seine Vernichtung mit "Oops! Hab' ich nicht gesehen..." zu erklären.

Als Belohnung für die Arbeit des Tages gab es hinterher einen Dessert-Test. Mokka-Mascarpone auf Schokobiskuit im Weck-Gläschen. Improvisiert, aber ziemlich gelungen. Da werde ich bei Gelegenheit nochmal ein bißchen dran basteln und dann das Rezept veröffentlichen. Falls ich dazu komme, denn jetzt werde ich mich erstmal einer sehr zeitintensiven Aufgabe zuwenden: der Beobachtung des Rasenwachstums.

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Tuesday, 10. august 2010 2 10 /08 /Aug. /2010 18:58

rs - radieschensalat fertisch!Das war heute ein richtig schöner Urlaubstag. Die Sonne schien bereits morgens. Mein aktuelles Buch war bis mittags beendet. Es lag nichts Wichtiges an. Ein echter Tag zum Genießen. Nachmittags drehte der Bauherr eine Harke-und-Dünger-Runde durch den Garten. Ich säte noch ein wenig Pflücksalat. Die Schnecken hatten von zwei Reihen exakt drei Pflänzchen übrig gelassen. Die machen wohl niemanden mehr satt.

Ergänzt wurde die Saataktion durch zwei Reihen Frühzwiebeln, die allerdings erst im nächsten Frühjahr erntefähig sein werden, und zwei neue Reihen Radieschen. Die erste Ladung ist nämlich jetzt definitiv reif. Ich habe heute wahre Monster-Radieschen geerntet. Und zu einem Radieschen-Salat verarbeitet. Mit Frühlingszwiebeln, Joghurtdressing und Birne. Eigentlich sollte da ein Apfel rein, aber da noch zwei Birnen "weg mussten", nahm ich eben die. Lecker!

Ich genieße es wirklich sehr, Sachen aus dem Garten in die Küche zu schleppen und dann etwas daraus zu basteln. Allein schon die Tatsache, das man jederzeit frische Kräuter zur Hand hat, ist nicht hoch genug einzuschätzen.

Ach, ja... Die "Planänderung"! Nachdem der Bauherr sich heute eingehend mit den Wettervorhersagen für die kommenden Tage beschäftigt hat, steht sein Entschluss fest: Morgen wird Rasen gesät! Ich bin schon ganz aufgeregt. Bis auf den Carport, der irgendwann in nächster Zukunft kommen soll, war es das dann auch erstmal. Außengelände fertisch!



von MrsFlax - veröffentlicht in: Im Garten
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Monday, 9. august 2010 1 09 /08 /Aug. /2010 22:50

Paris 1663Heute schreibe ich nichts mehr. Oder jedenfalls nicht mehr sehr viel. Ich habe nämlich bereits genug geschrieben. So! Und über den Tag verteilt mehr als 1.600 Fotos bearbeitet. Jetzt langt es. Das schafft ja mehr als ein Fußmarsch quer durch eine europäische Hauptstadt!

Paris war toll. Und wir waren mit Sicherheit nicht zum letzten Mal dort. Schon jetzt fallen uns noch jede Menge Orte ein, die wir uns gerne angeschaut hätten. Und das werden wir auch noch tun.

Und jetzt werde ich nur noch eins tun: Rechner herunterfahren und es mir gemütlich machen. Nur noch vier Urlaubstage liegen vor mir. Und von denen werde ich sicher nicht noch einen vor dem Bildschirm verbringen. Für heute: Bonne nuit!

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Sunday, 8. august 2010 7 08 /08 /Aug. /2010 22:00

Paris 1640Sonntag. Unser letzter Tag. Nach einem ausgiebigen Frühstück ging es gleich wieder ab in die Metro. Nachdem der Koffer wieder am Gare de l'Est in der Gepäckaufbewahrung deponiert war, ging es weiter. Erstes Tagesziel war der Père Lachaise. Über Stalingrad. Damit man auf dem riesigen Gelände auch den Toten seiner Wahl findet, hat die Stadtverwaltung freundlicherweise einen Plan erstellt. Alternativ kann man auch einfach herumlaufen und zu den Stellen gehen, an denen sich geführte Reisegruppen versammeln.

Das hilft natürlich nur bei den A-Promis wie Oscar Wilde oder Jim Morrison. Oscar Wilde hat übrigens das erschreckendste Grab auf dem gesamten Friedhof. Der komplette Grabstein ist bedeckt von Lippenstift - und ich glaube nicht, dass das Herrn Wilde wirklich gefallen würde -, um das Grab herum liegen Hunderte von Fahrkarten mit Widmungen. Falls er also mal nach Stalingrad möchte - eine Fahrkarte hätte er schon mal.

Dagegen sieht es bei Jim Morrison direkt gepflegt aus. Ob er sch das so vorgestellt hat? Ich bezweifle es. Ich bezweifle auch, dass Gilbert Becaud gerne auf dem kleinen blauen Flügel spielen würde, den man ihm freundlicherweise zur Verfügung gestellt hat.

Für Gertrude Stein scheint sich hingegen niemand zu interessieren. Ähnlich ergeht es Honoré de Balzac und Eugène Delacroix. Bekannte vom Vortag trafen wir auch: Théodore Géricault, der ziemlich entspannt auf seinem Grab herumlag. Bei Edith Piaf standen immerhin Blümchen. Etwas länger dauerte es, bis der Bauherr das Grab von Jean François Lyotard gefunden hatte. Schlicht und geschmackvoll. Und es bot ein sehr schönes Fotomotiv. Mehr vom Père Lachaise unter "Paris".

Nachdem wir genug vom Almauftrieb des Promi-Leichen-Tourismus' hatten, beschlossen wir, als Kontrastprogramm zuerst einen Abstecher in den Parc de la Villette zu machen. Über Stalingrad. Optisches Highlight ist definitiv das Kino "La Géode". Wir spazierten etwas über das sehr weitläufige Gelände, als Musik an unsere Ohren drang. Der Bauherr überlegte. Und überlegte. Und meinte dann, ob das nicht vielleicht Abu Dhabi Irgendwas oder so sein könne. Da ich nicht die geringste Ahnung von Jazz, dafür aber ein gutes Teleobjektiv habe, ließ sich die Sache zwar nicht durch Wissen, aber durch Zoomen lösen. Ja. Es war Rabih Abu Khalil. Der Bauherr war begeistert. Leider war ihm nur der Soundcheck vergönnt. Das Konzert begann erst später, wenn wir bereits auf dem Heimweg sein würden.

Nachdem Hugo seit Freitag deshalb nervte, fuhren wir anschließend noch zum Montmatre. Über Stalingrad. Bevor es tatsächlich Richtung Moulin Rouge ging, erklommen wir allerdings gemeinsam mit wahren Touristenmassen - der Bauherr konstatierte völlig richtig, Montmatre sei offensichtlich das Rüdesheim Frankreichs - den Hügel zur Basilika Sacré-Cœur. Rein in die Kirche, während des Gottesdienstes mit Hunderten von Touristen einmal durchgequetscht, keine Kerze für 10 Euro entzündet und nix wie raus! Schade, dass man diesen Ort nicht einmal in einem ruhigen Moment anschauen kann. Würde sich sicher lohnen, ist aber offensichtlich völlig unrealistisch.

Anschließend machten wir uns dann auf den Weg zum Bahnhof. Moment! Es reichte natürlich noch für einen kurzen Zwischenstopp beim Moulin Rouge, das allerdings sehr zu Hugos Leidwesen noch geschlossen hatte. Dank perfekten Zeitmanagements erreichten wir pünktlich unseren Zug. Natürlich waren wir wieder über Stalingrad gefahren. Und dann noch über Mannheim. Aber das ist wohl kein großer Unterschied. 

von MrsFlax - veröffentlicht in: Andere Baustelle
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Saturday, 7. august 2010 6 07 /08 /Aug. /2010 22:00

Paris 1105Samstag war unser einziger kompletter Tag. Logischerweise stopften wir ihn wieder voll mit Programm. Morgens - nach dem wirklich für französische Verhältnisse reichhaltigen Petit Déjeuner - machten wir uns zeitig auf die Socken, um dem Massenansturm am Louvre zuvorzukommen. Klappte auch einigermaßen. Die ersten Reisebusse voller Asiaten waren zwar bereits vorgefahren, aber der Andrang hielt sich noch in überschaubaren Grenzen.

Wir lernten, dass im Louvre Menschen in zwei Kategorien eingeteilt wurden: "avec sac" und "sans sac". Da wir mit reichlich Fotoequipment unterwegs waren, gehörten wir zur ersten Kategorie. Wir lernten im Verlaufe des Tages allerdings noch einiges mehr. Zum Beispiel, dass Babe Ruth keineswegs der erste Power Hitter der Baseballgeschichte war. Oder dass man böse Menschen auf den ersten Blick erkennen kann. Oder dass "La Liberté" einen deutlich ansprechenderen Lebensstil hat als "La Charité". Oder auch dass man sich den Anblick von Mona Lisa definitiv sparen kann. Das Gedränge wurde plötzlich ziemlich groß. Und ein auf drei Meter abgesperrtes, von zwei Sicherheitsleuten bewachtes Gemälde hinter einer spiegelnden Glasscheibe ist Wartezeiten zwischen schubsenden und fotografierenden Menschen definitiv nicht wert.

Gelernt haben wir auch, dass man sich gegenseitig vor allem möglichen fotografieren kann. Wir habn es gelassen. Sympathisch allerdings das indische Paar zwischen den römischen Skulpturen. Einen ähnlichen Auflauf wie bei der Mona Lisa gabe es dann nochmal wegen der Venus von Milo. Mit Mühe gelangen mir einige wenige Fotos, bei denen nicht gerade Spanier oder Chinesen ins Bild sprangen, die sich gegenseitig mit Handies oder brandneuen Spiegelreflexkameras davor aufnahmen.

Faszinierend auch das Gebäude. Man könnte sicher Wochen darin verbringen ohne sich auch nur eine Minute zu langweilen. Allein mit architektonischen Details, den kunstvollen Decken und den Treppenauf- und -abgängen hätte ich mich Stunden um Stunden beschäftigen können. Mehr davon im Ordner "Paris". Wir rissen uns dann doch noch vom Louvre los, als das Besucheraufkommen erschreckende Ausmaße annahm. Man muss allerdings feststellen, dass es in derart großzügigen Räumlichkeiten selbst bei extremem Andrang noch auszuhalten ist. Das gilt im übrigen auch für die ganze Stadt. In den riesigen Parks und auf den breiten Boulevards verläuft sich das doch auf sehr angenehme Weise. London fand ich persönlich in vieler Hinsicht deutlich "enger".

Vom Louvre aus marschierten wir durch die Tuileries Richtung Arc de Triomphe. Hugo wollte natürlich nach bester Touristenmanier davor fotografiert werden. Wenn es den Herren glücklich macht... Bitte sehr! Das gleiche Spiel hatten wir dann nochmal am Eiffelturm. Nun denn... Der Bauherr und Hugo wären auch gerne hinaufgefahren, aber die Schlange war - mal wieder - zu lang. Zudem weigerte ich mich standhaft. Sorry, aber das ist nichts für mich. Ich bekomme schon Schweißhände, wenn ich nur darüber schreibe.

In der Nähe des Eiffelturms fanden wir dann schließlich einen Inder, der uns vorzüglich bewirtete. Alle in Paris ansässigen Italiener hatten sich offensichtlich für den gesamten August in die Heimat aufgemacht und ihre Läden geschlossen.

Gestärkt begaben wir uns schließlich zum Tour Montparnasse, den man laut Reiseführer zwingend hinauffahren sollte, weil sein Dach der einzige Ort in der Stadt ist, von dem aus man ihn selbst nicht sehen muss. Gesagt, getan. Aufzug fahren schaffe ich gerade noch so. Von oben hatte man einen herrlichen Blick über die gesamte Stadt. Glücklicherweise waren wir oben, bevor das Wetter schlechter wurde und man im Nieselregen am Ende nicht mal mehr den Eiffelturm sehen konnte. Vorher machte ich allerdings ein paar Fotos.

Und nachher fuhren wir ins Hotel zurück. Schade, dass uns niemand Kilometergeld gezahlt hat. Das hätte sich gelohnt.         

von MrsFlax - veröffentlicht in: Andere Baustelle
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