Wednesday, 7. march 2012 3 07 /03 /März /2012 17:57

26 - Schriftliches 8432Manchmal... - ach, was sage ich! - ... fast immer ist er einfach genial. Schickte er mir doch gestern eine Mail, die mich heute in aller Frühe im Büro erreichte. Eine Mail mit einem Link. Und eine Aufforderung, das Verlinkte auf seine Kosten zu erwerben. Und was war es - fragt sich da der noch uninformierte Leser? Es handelte sich um Tickets für ein Billy-Bragg-Konzert im Mai im Wiesbadener Schlachthof! Das brachte den Tag dann gleich mal in die richtige Spur.

Da ich das arme Kind ja nicht völlig ausnehmen will, erwarb ich zwei Tickets auf meine Kosten. Allein der Hinweis erfreute das Mutterherz extrem. Vor allem nach den deprimierenden Erlebnissen des vergangenen Abends. Der Grund, warum ich die Mail nicht bereits da gelesen hatte, war nämlich der, dass ich während des Abbackens eines Brotes im wahrsten Sinne des Wortes ins Koma gefallen war.

Nach etwa fünfeinhalb Stunden bei 200°C gleicht es jetzt mehr einer Waffe oder einem Bodenbelag als einem Brot. Vielleicht wäre "Sicht-Brot" statt Sicht-Beton eine coole Geschäftsidee. Ein Bodenbelag für Menschen, die schon alles haben und auf der Suche nach dem ultimativen Baustoffkick sind. Ich besorgte mir am Wiesbadener Hauptbahnhof dann sicherheitshalber zwei Brötchen. Das Brot wäre sicher der Tod meiner ohnehin angeschlagenen Zahnsubstanz gewesen.

Aber beenden wir dieses unselige Thema jetzt lieber mal. Den Heimweg trat ich mit der etwas verspäteten S-Bahn an, die ich auch nur deshalb noch erreichte, weil sie eben verspätet war. In Wiesbaden hätte ich dann sogar den Partybus-out-of-hell noch erwischen können, ließ ihn aber ganz cool abfahren, da der nachfolgende Schnellbus zur gleichen Zeit in heimischen Gefilden andocken würde. Kurz zog ich die verlängerte Fahrtzeit allerdings als Chance in Betracht, hatte ich doch den neuen Javier Marías ("Die sterblich Verliebten") im Gepäck.

Ich las dann allerdings lieber an der Haltestelle. Das ersparte mir möglicherweise die brutale Schlagerbeschallung, die mich ohnehin nur aus der Fassung und vom Buch abgebracht hätte. Das erste Viertel ist schon mal sehr fesselnd. Ich bin begeistert.

Um dem Tag dann noch ein Sahnehäubchen zu verpassen, habe ich eben einen Rosenkohlauflauf in den Ofen geschoben. Und ich bin sicher, das ich nicht einschlafe, bevor er fertig sein wird. Sichtrosenkohl klingt auch irgendwie nicht gerade nach einer Revolution der Baustoffindustrie. Und: Ich hab' Hunger.

von MrsFlax - veröffentlicht in: Andere Baustelle
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Tuesday, 6. march 2012 2 06 /03 /März /2012 19:46

49---An-Zug-lich 8546Heute morgen wählte ich versuchsweise den langen Weg zum Bus. Matschfrei, aber nervig. Ich bin unschlüssig. So lange es nicht regnet, werde ich nochmal dem Feldweg eine Chance geben. Auf dem Heimweg eben habe ich mir die günstigste Route eingeprägt. Das sollte morgen machbar sein.

Bevor es ganz untergeht: Hier noch ein paar Fotos vom Wochenende - die U-Bahn-Station 'Bockenheimer Warte' in Frankfurt (klick-er-di-klack) und ein wenig 'Palmengarten' in bunt (klick-klick-klick) und in grün (klack-klack-klack). Das nur noch flott als Nachlese.

Der dienstägliche Heimweg beinhaltet eine 45minütige Wartezeit in Mainz, bevor die Regionalbahn nach Wiesbaden startet. Klar könnte ich auch einen Bus nehmen, aber das verlängert die Fahrtzeit unnötig.

Dann lieber mit der Kamera am Bahnhof herumlaufen und tolle Aktionen der 'Grünen' zur Mainzer OB-Wahl fotografieren. "Günter Beck fährt Elektrisch" heißt die Nummer. Scheint eine Nachfolgeaktion der für die etwas jüngeren Wahlberechtigten gedachten "Check the Beck"- und "Beck at Work"-Aktionen zu sein. Da fasst der Mainzer sein Glück nicht. 'Einfach emol für lau mit der Elektrisch' fahren. Und 'wischtische Leit' dabei. Und 'am End' gibt es vielleicht 'unnerweschs' sogar 'Weck, Worscht un' Woi'! Ab dafür! Die zur Zeit die Stadt überschwemmenden Plakate hier im Überblick: Beck-Klick!

Da bleint der SPD-Kandidat "ME" Michael Ebling etwas farblos. Obwohl... Wenn man den AZ-Artikel ("Mit Mombacher Klebekraft") zum Mombacher Kandidaten liest, wird es schon hart. Irgendwie. "Richtige Bewerbungscastings gab’s in der Wohngemeinschaft. An der Brunnenstube, das 'pralle Leben ging durch die Küche' – und manchmal auch ganz woanders hin. Einmal habe man den fußverletzten Freund einer Mitbewohnerin mit Schnaps abgefüllt, erinnert sich Ebling. Der habe sich mit seiner Krücke in der Toilette verkeilt. Solche Späße kann man sich als Bildungsstaatssekretär natürlich nicht mehr erlauben." Ähemm... Ja...

Waren wir nicht alle mal irgendwie cool? Schon, oder?! Wobei mir immer noch nicht ganz klar ist, was "...und manchmal auch ganz woanders hin" denn nun eigentlich bedeuten mag. Um genau zu sein: Ich will es auch gar nicht wissen. Jedenfalls nicht so genau.

von MrsFlax - veröffentlicht in: Politics
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Monday, 5. march 2012 1 05 /03 /März /2012 17:57

49---An-Zug-lich 8330Ja, ich hab's getan. Ich bin heute offiziell vom Auto auf den Öffentlichen Personennahverkehr umgestiegen. Man fasst es nicht. Selbst ich nicht.

Bevor ich allerdings den Bus zum Wiesbadener Hauptbahnhof besteigen konnte, hatte ich die ganze Sache schon wieder gründlich satt. Der Plan, den Feldweg zur Haltestelle zu nehmen, war kein guter. Bei völliger Dunkelheit watete ich blind durch knöcheltiefen Schlamm, den Verlauf des Weges konnte ich nur vage erahnen. Überflüssig zu erwähnen, dass es nieselte.

Ich brauchte am Ende zwar nur fünf statt der als Sicherheitsreserve veranschlagten 15 Minuten, aber es war einfach schrecklich. Da muss ich mir für morgen etwas einfallen lassen. Im Sommer sollte es kein Problem sein, aber momentan geht das so definitiv nicht.

Dass der Bus überfüllt war und ich bis Wiesbaden stand, war dagegen nicht weiter schlimm. Die Regionalbahn nach Mainz war auch flott gefunden. Ich ließ mich erschöpft in einen überraschend bequemen Sitz in einem völlig leeren Zugabschnitt sinken und kämpfte einen verzweifelten, aber aussichtslosen Kampf gegen die Schlammspritzer in meiner schwarzen Hose.

Am Vierersitz nebenan war eine große "1" angebracht. O.k.... Sitz Nr. 1... Am Vierersitz dahinter allerdings auch, wie ich kurz danach feststellen musste. Ähemm... War der Wagen etwa nur deshalb so friedlich und bequem, weil es sich um einen Abschnitt der 1. Klasse handelte? In der Tat. Dann mal nix wie ab in die Sitze für Normalsterbliche. Kurz darauf tauchte auch schon eine uniformierte Zugbegleiterin auf, um meine FirmenCard nebst "Dienstausweis" zu kontrollieren. Aber da befand ich mich bereits auf einem Sitzplatz, der meiner tatsächlichen sozialen Stellung entsprach. 

Pünktlich traf ich am Ende in Mainz ein. Die Verbindung ist für meine Bedürfnisse absolut perfekt - vom Feldweg einmal abgesehen. Da überlege ich mir nachher noch was. Für den Rückweg wählte ich - Variatio delectat! - spontan eine S-Bahn nach Wiesbaden. Anhand der etwas kryptischen Haltestellenpläne um Wiesbadens Hauptbahnhof herum hatte ich mir bereits in der Mittagspause per Internet einen groben Überblick über den Abfahrtsort meines Busses Richtung Heimat verschafft. Schwierig... Sage ich mal so...

Am Ende wurde ich kurz vor der Kapitulation doch noch fündig und hatte die Wahl: Schleichbus, der sofort kommt, oder Schnellbus, auf den ich noch etwas hätte warten müssen. Mmmhhh... Die Tatsache, dass der Schleichbus fast direkt vor unserer Haustür anhalten würde, gab den Ausschlag. Ich stieg gutgelaunt ein. Die gute Laune hielt etwas zweieinhalb Minuten lang an.

Woran das lag? Einesteils am Busfahrer beziehungsweise an dessen Musikgeschmack. Ich saß in einem der vorderen Sitze und sein Radioprogramm trieb mich an den Rand des Wahnsinns. Kurz bevor wir Wiesbaden verließen, stieg gottlob ein junges Paar mit Baby ein, dem ich äußerst dankbar war, da das sein Geschrei die letzten Zeilen von Boney M.s "Brown Girl in the Ring" abtötete. Schrei, Kind, schrei!!!

Das brave Kind knatschte und plärrte auch eine Weile tapfer gegen Bata Illic und die Erste Allgemeine Verunsicherung an. Die jungen Eltern stiegen jedoch in einem Ort weit vor meiner Haltestelle aus. Verdammt! Die Mutter meinte beim Aussteigen "So. Jetzt hast du genug geschrieen. Der nette Busfahrer nimmt uns bestimmt nie wieder mit", woraufhin 'der nette Busfahrer' erwiderte: "Ach was. Es gibt Schlimmeres..." Ja. Das gibt es in der Tat! Deinen Musikgeschmack zum Beispiel, netter Busfahrer!!!

Luftlinie war ich jetzt nicht mehr weit von zu Hause entfernt, aber da diese irrwitzige Buslinie sämtliche Misthaufen im Untertaunus ansteuert, zog sich die Sache doch ziemlich hin. Und mein Nervenkostüm war irgendwann auch nicht mehr das Stabilste. Als wir kurz vor meinem Ziel zu den Klängen von Andy Borgs "Adios Amor" nochmals links vom direkten Weg abbogen, um völlig sinnloserweise zwei vermutlich seit Jahren nicht mehr geleerte Mülltonnen anzufahren, sank ich schmerzverzerrt und halb bewusstlos in meinem Sitz zusammen.

Doch das furiose Finale dieser vom Satan selbst ersonnenen Linie folgte noch. Der Bus fuhr praktisch an unserer Haustür vorbei, bog kurz vorher rechts ab, nahm einen weiten Schlenker durch unseren gesamten Wohnort und sollte dann noch einmal kurz durch den Nachbarort kreisen, bevor er endlich zur Landung an "meiner" Haltestelle ansetzen würde. Ich verlor die Nerven. Ich glaube, es waren die Flippers, die mich vorzeitig aus dem Bus trieben. Ach, was. Das war kein Bus. Das war wie eine Chartertour mit dem "Partyschiff Libelle" (Schwesterschiff der "Möwe") auf dem Rhein. Das hält man einfach nicht aus. Das gebietet schon ein letzter Rest von Selbstachtung im von Bürostunden und Schlagerparade geschwächten Körper.

Ich stieg jedenfalls vorzeitig aus und lief das letzte Stück nach Hause. Vielleicht hat mir das wenigstens Helene Fischer erspart. Oder noch Schlimmeres. Eins steht fest: Mit diesem Bus fahre ich niemals wieder. Nie, nie, nie mehr! Nur, wenn es gar nicht anders geht, und wenn die einzige Alternative eine Übernachtung in Wiesbaden wäre.       

von MrsFlax - veröffentlicht in: Bus & Bahn
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Sunday, 4. march 2012 7 04 /03 /März /2012 21:05

33 - Grünliches 8375Überraschenderweise schlug der Bauherr bereits gestern einen Sonntagsausflug in den Frankfurter Palmengarten vor. Und das, obwohl wir in zwei Wochen bereits wieder zur "Garten 2012" dort sein werden. Wir starteten recht früh - und es war herrlich leer. Im übrigen auch die Regionalbahn, die wir nahmen. Erster Test für meine brandneue FirmenCard. Wir wurden auf Hin- und Rückweg kontrolliert, und ich durfte meinen "Dienstausweis" vorzeigen.

Morgen werde ich ja dann zum ersten Mal Richtung Mainz pendeln. Vielleicht sollte ich mir gleich doch mal ernsthaft die Verbindung anschauen. In Wiesbaden muss ich umsteigen. Das Gleis zu wissen könnte ein nicht zu unterschätzender Vorteil sein.

Aber zurück zum Palmengarten. Mit Montag beschäftige ich mich erst Montag. Schon aus Prinzip. Ich habe jedenfalls heute weder Speicherkarten noch Akkuladen vergessen. Und so gab es einiges an Fotos zu bearbeiten. Habe ich auch getan. Brav!

Die Fotos sind zwar mittlerweile in Form gebracht - und es gibt auch einige brauchbare Exemplare - aber die zeige ich erst morgen. Jetzt ist Feierabend. Und Sofa.   

von MrsFlax - veröffentlicht in: Andere Baustelle
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Thursday, 1. march 2012 4 01 /03 /März /2012 19:03

48 - Aushäusig 5638 Ich war heute noch mit dem Puntili unterwegs. Und das werde ich morgen auch noch so handhaben. Ab Montag starte ich dann mit dem Bus durch. Und mit der S-Bahn. Momentan habe ich noch Angst, mit meinem "Rücken" an einem Bahnhof zu stranden und wie ein Klappmesser zusammengefaltet auf Hilfe warten zu müssen.

Ansonsten war das heute einer der arbeitsreicheren Tage. Fast schon beängstigend arbeitsreich. Ich bin mir nicht sicher, wieviele Sachen ich in Schweiß gebadet mit einem "Ach, egal... Morgen... Oder so..." beiseite gelegt habe.

Aber darum kümmere ich mich dann halt morgen. Und bis dahin werde ich einigermaßen risikolos erst auf dem Sofa und dann im Bett liegen. Das sollte klappen. Interessantes gibt es dann erst wieder "morgen... oder so..."

von MrsFlax - veröffentlicht in: Andere Baustelle
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