Heute ging es also an die Kräuterreste von gestern. Und beim Abtauen des Gefrierfachs waren uns zusätzlich einige TK-Obstbeutel ins
Auge gefallen, die dringend vernichtet werden mussten. Mal ernsthaft: Was kann sich eine tiefgefrorene Erdbeere Schöneres wünschen, als in Zucker und Rum zu treiben? Den Traum wollte ich ihr
gerne erfüllen. So gesellten sich zu den geplanten Kräuterlikör-Ansätzen noch drei
verschiedene Sorten Fruchtlikör.
Die Erdbeeren und Himbeeren taten sich zusammen und bildeten die Grundlage für einen Beerenlikör. Zwei weitere Sorten entstanden aus Sauerkirschen und Mango. Alle drei kann man sicher als Aperitif-Grundlage benutzen und mit Secco aufgießen kann. Das testen wir bei Gelegenheit.
Die Fruchtliköre entstanden auf Grundlage des Brombeerlikörrezepts meiner Mutter, das bereits an dieser Stelle Blogthema war. Allerdings reduzierte ich die Zuckermenge etwas, verwendete Rohrohrzucker, der sich wirklich gut machte, und drittelte die Mengenangaben. Aus einer Flasche Rum entstanden so am Ende drei verschiedene Liköre, die auch gleich mal probiert wurden, was dafür sorgte, dass das fiese Wetter draußen irgendwann nicht mehr ganz so schrecklich wirkte.
Etwas langfristiger angelegt waren die anderen beiden hochprozentigen Ansätze - mit Salbei und Pfefferminz. Die müssen allerdings jeweils noch eine Weile ziehen, bis sie verkostet werden können. Hier die Rezepte:
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Salbei-Likör
Zutaten:
1 Flasche Grappa (0.5 l)
3 Stengel Thymian
25 Salbeiblätter
1 Stengel Pfefferminze
1 Stengel Rosmarin
125 g Rohrrohrzucker
Zubereitung:
Alle Zutaten in ein dicht schließendes Gefäß geben und mindestens vier Wochen durchziehen lassen. Schließlich abseihen und in Flaschen abfüllen.
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Pfefferminz-Likör
Zutaten:
5 größere Zweige frische Pfefferminze
2 Gewürznelken
1 Flasche Wodka
250 g Zucker
Zubereitung:
Pfefferminze bündeln und in eine gut verschließbare Flasche (IKEA hat z.B. welche mit "Plopp!"-Verschluss zu 1,99 €) quetschen. Ich habe sie
mit Zwirn an den Stielenden zusammengebunden, damit ich sie hinterher leichter wieder rausbekomme. Nelken dazugeben und alles mit dem Wodka übergießen. Flasche verschließen und mindestens vier
Wochen an einem nicht zu kalten Ort ziehen lassen. Dann Kräuter entfernen und Ansatz filtern. Zucker in einem Topf mit 150 ml Wasser unter Rühren und Erwärmen auflösen und die Lösung zum
Liköransatz geben. Nochmals eine Weile lagern.
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Bis Weihnachten sollte also alles gründlich gereift sein. Wenn die Ansätze am Ende funktionieren, lasse ich sie im kommenden Jahr in Serie gehen. Sobald der Waldmeister-Sirup von gestern ordentlich durchgezogen ist, werde ich auch aus einem Teil dieses Sirups noch einen Likör herstellen.
Nebenbei muss noch berichtet werden, dass das Rucola-Pesto mich gestern abend auf einer Portion Bandnudeln hocherfreut hat. Das war wirklich
oberköstlich! An dieser Stelle nochmals herzlichen Dank an Frau Bleistifterin, die mich auf diese Idee brachte. Hammer! Und das halbe Glas ist noch voll. Wie schön.
Der Rest des Tages ging dann mit dem Blanchieren und Einfrieren einer weiteren Ladung Spinat, dem Herstellen von Etiketten für meine Erzeugnisse und
einer Grundreinigung der Küche drauf. Das war aber nach den ausgiebigen Likörtests des Vormittags nicht mal schlimm. Die verschönerten nämlich die Arbeit ungemein, und selbst der gestern beim
Zitronen schneiden halb amputierte linke Zeigefinger tat nur noch ein bißchen weh - der bekannte Rosa-rote-Brillen-Effekt eben. Hicks!