Jetzt kann / darf / sollte er kommen - der versprochene Regen. Nachdem gestern bereits alle Pflanzen an ihre endgültigen
Bestimmungsorte gezogen waren (hier ein Foto von der Grundstücksecke), haben wir es heute morgen tatsächlich
geschafft, den Rest des Geländes einzuebnen und in eine Form zu bringen, die in etwa dem endgültigen Geländeverlauf entsprechen sollte. Das war nochmal ein echt harter Arbeitseinsatz, aber er hat
sich gelohnt. Die Amsel begutachtete zwischendurch die Sache, äußerte sich jedoch nicht weiter.
Zusätzlich haben wir anschließend zwischen Nutzgarten und dem zukünftigen Rasen-Blümchen-Bereich ein Dahlienbeet angelegt. Die vor längerer Zeit erworbenen Knollen machten mittlerweile eine recht verzweifelten Eindruck und begannen bereits in ihren Tüten auszutreiben. Sie wurden von ihren Qualen erlöst, aus den Tüten befreit, im Boden versenkt und reichlich gewässert. Jetzt kann's losgehen.
Weitere Aktion des Tages, die über das gestern festgelegte Ziel hinausging: das Anlagen des Kräuterbeets. Nachdem der Salbei und der Schnittlauch bereits im Balkonkasten vor sich hinblühten, und der Basilikum auf der Fensterbank schon ziemlich verzweifelt wirkte, fiel die Entscheidung leicht: ab ins Beet damit! Sie bekamen Gesellschaft von den selbst aus Saatscheiben gezogenen und ordentlich angewachsenen Kräutern. Bis auf den letzthin beigesetzten Rosmarin sollte jetzt alles da sein, was ich so in der Küche benötige. Da wird sich dann in den nächsten Tagen eine Neuerwerbung hinzugesellen dürfen.
Als Belohnung hatten wir eine Zwei-Mann-Grillparty geplant. Die Würstchen lagen bereit. Holzkohlebriketts hatte ich auch besorgt, nachdem man mich letzthin wegen meiner Holzkohle so geschmäht hatte. Bei strahlendem Sonnenschein schleppte der Bauherr den Grill neben die Terrasse. Ich verteilte Anzünder (Ooops! Irgendwie feucht geworden... Bloß nix anmerken lassen...) und Holzkohlebriketts im Grill und hielt das Feuerzeug dran. Der Effekt war... bescheiden... Und er blieb es auch. Selbst als die Anzünder endlich brannten, schafften sie es nicht, für ausreichend Glut zu sorgen. Der Himmel bezog sich langsam.
Der Grill musste endlich Betriebstemperatur erreichen, wollten wir heute noch ein Würstchen essen. Also vergaßen wir mal die guten Vorsätze und die Öko-Grillanzünder und griffen zur Brachialmethode. Ab dafür! Und kurz darauf gleich noch ein zweites Glas hinterher. Als sich die Flammenhölle wieder einigermaßen gelegt hatte, waren wir höchst erfreut zu sehen, dass nun ein wenig Glut vor sich hin glimmte. Der Himmel wurde dunkler und dunkler.
Die ersten Würste landeten auf dem Grillrost - und es passierte eine sehr lange Zeit über erstmal gar nichts. Das hier wurde bereits frenetisch als Zwischenerfolg bejubelt. Von Ferne drang bereits Gewittergrollen herüber, als
der Grill endlich in Schwung kam. Ab da war es nur noch eine Frage der Zeit. Würden die Würstchen durch sein, bis der erste Tropfen fiel? Es wurde ein echtes Kopf-an-Kopf-Rennen Wurst gegen
Regen. Ich stand mit Grillzange und Teller bewaffnet vor dem Grill, bis es losging.
Und es ging los. Während ich unter Anfeuerungsrufen des Bauherrn, die bereits im Klatschen des Starkregens untergingen, in bester "Spiel ohne Grenzen"-Manier die letzten Würste vom Grill klaubte und mich völlig durchnässt ins Haus rettete, versank die Welt hinter mir in einer beispiellosen Sintflut.
Hatte ich mir nicht heute morgen noch etwas Regen gewünscht? Keine gute
Idee!