Friday, 1. january 2010
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19:12
Weihnachtsgeschenke sind ja wirklich etwas Schönes. Manchmal sind sie aber auch ein bißchen zu schön. So geht es uns zum Beispiel gerade mit den wirklich mehr als
angenehmen Kuscheldecken, die uns die Bauherrinnenmutter in bester Absicht verehrt hat.
Sie sind toll. Wirklich. Aber wenn man einmal darunter liegt, ist der Tag bzw. Abend definitiv gelaufen. Seit Weihnachten ist es uns bereits ein paar mal passiert, dass einer von uns mitten in der
Nacht vom Sofa hochschreckte, weil wir beide dank der überaus behaglichen Kunstfelldinger mit Mikrofaserschmuseunterseite direkt in Morpheus' Armen gelandet waren.
Eine ganz gefährliche Sache, diese Decken. Heute nachmittag beispielsweise hätte ich fast Maddin Schmitts zweiten Sprung in Garmisch-Partenkirchen verpasst, weil ich gerade in sanften Schlummer
glitt, als er über den Schanzentisch ging. Schlimme Sache!
Warum ich das alles in epischer Breite erzähle? Weil außer dösen, Reste essen und abhängen heute im Hause Flax wenig passiert ist. Oder - um der Wahrheit die Ehre zu geben: Es ist eigentlich gar
nichts passiert. Und irgend etwas muss ich ja schließlich schreiben.
Apropos "Reste vernichten": Immerhin habe ich noch zwei Fotos vom gestrigen Abend. Eins von den Sardellen-Crostini und eins von des Bauherren selbstgebackenem Ciabatta, das ich dafür in Auftrag gegeben hatte. Erkenntnis des Abends: Der Bauherr und die kleinen, salzigen
Fischlein werden wohl in diesem Leben keine Freunde mehr werden.
Zwei Bisse genügten, um mich den Rest des Abends der Ciabatta- und Büffelmozzarella-Schändung zu bezichtigen, und mir damit zu drohen, die nächsten Sardellen, die er in seinem Kühlschrank fände,
dazu zu benutzen, an einem kalten Wintertag wie heute die Haustreppe eisfrei zu halten. Unglaublich!
Ich werde mir ein geheimes Sardellen-Versteck außerhalb des Hauses suchen müssen. Auf gar keinen Fall bin ich dazu bereit, fortan ein anchovifreies Leben zu führen! Pah!
Sehr beeindruckend im übrigen auch die Neujahrsansprache unserer herrlichen Kanzlerin. Wie bereits im vergangenen Jahr hatte man ihre Hände fest mit der Tischplatte verklebt. Da man aber
offensichtlich aus den Fehlern der Vergangenheit gelernt hatte, inszenierte man sie diesmal etwas anders. Deutlich mehr Nahaufnahmen! Sehr ungünstig, weil sie dadurch irgendwie lebendiger wirkte.
Und weniger einstudiert. Die dämliche Ansprache hatte einen deutlich geringenen Unterhaltungswert als in all den Jahren zuvor - wieviele waren das nochmal? Hundert? Tausend? *gähn*
Die Enttäuschung darüber spülten wir mit einer Flasche Bordeaux aus den Bauherren geheimem Holzkisten-Vorrat herunter. Wenn einem soviel Gutes wird beschert...
von MrsFlax
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veröffentlicht in: Andere Baustelle
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