Tuesday, 7. february 2012
2
07
/02
/Feb.
/2012
21:22
Vom Einkaufen beabsichtigte ich heute einen Rotkohl auf Wunsch des Bauherren und einen Spitzkohl für meine eigenen egoistischen
Bedürfnisse mitzubringen. Spitzkohl war aus. Verdammt!
Ersatzweise schleppte ich einen Weißkohl an. Für die Zubereitung von Rotkraut brauche ich mehr Zeit, als ich dienstags - nach einem knapp zehnstündigen
Arbeitstag - zu opfern bereit bin. Als kam erstmal der Weißkohl dran.
Ein Auflauf mit Lachs schwebte mir vor. Vier Filets befanden sich noch in der Gefrierung. Hervorragend. Um mich nicht permanent zu wiederholen,
beschloss ich, eine etwas tomatige Soße herzustellen. Nicht dass ich nicht etwas, das mir schmeckt, wochenlang täglich essen könnte, aber ich möchte doch essenstechnisch zumindest den Herren
etwas Abwechslung bieten.
Hier meine Ooops!-Schon-ganz-schön-spät!-Jetzt-aber-schnell!-Kreation von heute:
______________________________________________
Lachs-Weißkohl-Auflauf
Zutaten:
4 Lachsfilets
etwa 1 kg Weißkohl (ein kleiner Kopf)
30 g Butter
Mehl
reichlich Tomatenmark (je nach Geschmack)
400 ml Gemüsefond
300 ml Milch
200 ml Crème fraîche
Zitronensaft
Salz, Pfeffer, gemahlene Chiliflocken
geriebener Gouda
Zubereitung:
Lachs säubern, säuern, salzen. Weißkohl waschen, putzen (Strunk entfernen!) und in sehr feine Streifen
schneiden. Kohl zur Hälfte in einer großen Auflaufform verteilen, Fischfilets darauf legen, restlichen Kohl darübergeben.
Aus Butter und Mehl eine Mehlschwitze herstellen, Tomatenmark kurz mit anschwitzen, mit Fond und Milch ablöschen und zuletzt Crème fraîche einrühren. Mit Zitronensaft, Salz, Pfeffer und Chili
abschmecken, kurz aufkochen und über den Kohl geben.
Mit etwas geriebenem Käse bestreuen und bei 180°C Umluft etwa 60 Minuten überbacken.
_______________________________________________
Wie es letztendlich geschmeckt hat? Sehr lecker. Die Tomatenmarkidee war wirklich eine gute. Da ich den Kohl ja vorab nicht blanchiert habe, braucht er reichlich Flüssigkeit. Das nur zur
Erklärung, falls sich wer über die Soßenmenge wundert. Ich werde es bei Gelegenheit mal mit einem Schuss Weißwein zusätzlich testen bzw. dafür die Milchmenge etwas reduzieren.
Habe ich bereits erwähnt, dass es seit heute Nachmittag schneit? Nein? O.k. - es schneit seit heute Nachmittag. An sich ganz hübsch, so unverhofft. Blöd
nur, das wieder alle Autofahrer in heller Panik und mit schweißnassen Händen nur noch maximal 30 km/h auf der Landstraße zu fahren bereit sind. Ich bin ja schon eher der defensive Fahrtyp - aber
das geht selbst mir zu weit. Morgen werde ich wohl etwas zeitiger aufbrechen müssen. Und das wegen ein paar paranoider Sommerreifenfetischisten. Blöd...
von MrsFlax
-
veröffentlicht in: Am Herd
0
Friday, 13. january 2012
5
13
/01
/Jan.
/2012
17:33
An diesem Wochenende durfte der etwas kränkelnde Bauherr entscheiden, was auf den Tisch kommt. Nachdem
ich den Linseneintopf, nachdem er zur Zeit geradezu süchtig zu sein scheint, aus Übersättigung an demselben kategorisch abgelehnt hatte, entschied er sich heute für 'irgendwas mit Fisch und
Lauch'. Und für morgen wünscht er sich ein Zürcher Geschnetzeltes. Da wollen wir doch mal sehen, was wir für ihn tun können.
Auf die Fisch-und-Lauch-Sache hatte ich auch richtig Lust. Lauch passt einfach perfekt in die Jahreszeit und ist immer wieder köstlich. An der
Fischtheke meines Vertrauens gab es heute Steinbeißer - allerdings nur noch ein einziges Filet. So nahm ich noch zwei kleine Rotbarschfilets mit. Das passt schon.
Das Lauchgemüse habe ich mit noch vorhandenen Zutaten aufgepeppt und improvisiert - es war köstlich. Hier ein über den Daumen gepeiltes "Rezept" - vor
allem als Gedächtnisstütze für mich bei einer garantiert zu erwartenden Wiederholung.
______________________________________
Lauchgemüse mit Senfsoße
Zutaten:
3 Stangen Lauch
1 Bund Frühlingszwiebeln
350 Cherrytomaten
Butterschmalz
1 Schuss Noilly Prat
1 guter EL Dijon-Senf
Salz, Pfeffer, Zucker, Muskat
Balsamicoreduktion
Zubereitung:
Lauch und Frühlingszwiebeln in Ringe schneiden, Tomaten halbieren. Butterschmalz in der Pfanne erhitzen, Lauch und Frühlingszwiebelringe zugeben und kurz anschwitzen. Mit etwas Wermut
ablöschen.
Bei geringerer Hitze Tomatenhälften und Senf zugeben und mitdünsten lassen. Mit Salz, Pfeffer, Zucker und Muskat abschmecken. Zuletzt noch etwas Balsamicoreduktion einrühren.
______________________________________
Dazu gab es die Fischfilets - schnell, hüftfreundlich und trotzdem sehr lecker. Der Bauherr war zufrieden mit der Ausführung seiner Bestellung. Besonders, als ich ihm noch sein lange nicht
zubereitetes Kaffee-Dessert präsentierte. Ich denke, das sollte seine Genesung deutlich vorantreiben.
Wer noch Lesestoff für heute Abend sucht - die taz hat heute den Spieß umgedreht: "Mit
Bitte um rasche Antwort". Wer sich vor Ablauf der Herrn Diekmann und seinem Blättchen gesetzten Frist schon mal an unlustigen Pseudo-Witzchen ergötzen will, der lese die wahnsinnig komische
Antwort des "wichtigsten Journalisten des Landes": "Wulff-Spott und eine Zeile Ernst". Alle anderen warten besser. Und ersparen
sich solch nicht mal laue Scherzchen.
von MrsFlax
-
veröffentlicht in: Am Herd
0
Saturday, 7. january 2012
6
07
/01
/Jan.
/2012
20:14
Wochenende! Zeit zum Kochen! Dessert war noch ausreichend von gestern übrig, sodass ich mich lediglich um
einen warmen Hauptgang kümmern musste.
Bereits gestern hatte ich das riesige Stück Rinderbraten aus dem Gefrierfach zum Auftauen im Kühlschrank deponiert. Bis heute Mittag hatte es dann auch
die Schneidbarkeitsgrenze erreicht und war verarbeitungsbereit.
Was ich bereits seit längerem im Auge hatte, war die Herstellung eines Gulaschs mit Bier. Schwarzbier scheint sich gut zu eignen. Nach längeren
Überlegungen entschied ich mich für Guinness. Was Iren mögen, kann ja nicht falsch sein! Und einen Versuch schien es wert, einmal etwas anderes als Rotwein zu verwenden.
Am Ende kam folgendes Rezept zustande - und für morgen ist, selbst mit einem Esser mehr, immer noch ausreichend übrig:
________________________________________
Gulasch mit Guinness
Zutaten:
2 Bund Suppengrün
2 Petersilienwurzeln
Oel, Salz
1 kg Rindergulasch
175 g Schinken
3 Zwiebeln
Paprika, Pfeffer, Salz
4 EL Tomatenmark
1 EL Senf
150 g Tomaten
1 l Guinness
1 l Rinderfond
3 Zweige Majoran
3 Zweige Thymian
Sahne, kalte Butter
Zubereitung:
Suppengrün und Petersilienwurzeln würfeln, in Oel kurz anbräunen und mit 1,5 l Wasser ablöschen. Salzen und auf etwa 1 l Brühe einreduzieren lassen. Durch ein Sieb passieren und beiseite
stellen.
Zwiebeln und Schinken scharf anbraten. Fleisch und gewürfelte Tomaten (ich halbierte noch vorhandene Dattelcherrytomaten) zugeben (eventuell portionsweise - je nach Topfgröße), würzen und
ebenfalls von allen Seiten scharf anbraten. Tomatenmark, Senf und Knoblauch zugeben und kurz mit braten. Mit Guinness ablöschen.
Flüssigkeit etwa auf die Häfte einkochen lassen. Fond, Gemüsebrühe, Rosmarin und Thymian zugeben und für mindestens zwei Stunden - bis zum Erreichen der gewünschten Konsistenz - weiter köcheln
lassen. Schließlich die Kräuterstiele herausfischen.
Zum Binden etwas kalte Butter einrühren. Mit einem Schuss Sahne, Salz und Pfeffer abschmecken.
________________________________________
Dazu gab es Rosenkohl und Kartoffelklöße. Mjam!
Was ich ansonsten heute noch getan habe? Nicht viel. Immerhin setzte ich meinen Plan um, die beiden leeren Pflanzkübel mit den übrig gebliebenen
Blumenzwiebeln (Narzissen, Schneeglöckchen, Krokanten) zu bestücken. Die Zwiebeln waren in ihren Beuteln im Kellerersatzraum mittlerweile ausgetrieben. Das wäre doch gelacht, wenn ich wieder
einen krokantenfreien Frühling erleben müsste, während die Dinger im Frankfurter Palmengarten bereits Anfang Januar
in voller Blüte stehen.
Und dann habe ich - angesichts der Tatsache, dass mich Regen und Sturm von der Kür abhielten - wenigstens die Pflicht erfüllt: Hamsterradeln im Haus.
Drei mühsam erkämpfte Punkte durfte ich mir eintragen. Morgen geht es aber auf alle Fälle raus. Das muss einfach sein.
von MrsFlax
-
veröffentlicht in: Am Herd
0
Friday, 6. january 2012
5
06
/01
/Jan.
/2012
18:08
... How can you say
I go about things the wrong way?
I am human and I need to be loved
Just like everybody else does..." - The Smiths
Und das, obwohl ich die Deadline des Jahrestippspiels um ganze sieben Stunden verpasst habe. Mein Clan - besser: mein Ex-Clan - wird mich hassen. Wo ist
ein Bolzenschussgerät, wenn man eines braucht? Und: Wie dämlich kann man eigentlich sein...? Gute Fragen! Un berechtigt noch dazu.
Ziemlich blöd jedenfalls. Ich habe jetzt ein Gnadengesuch eingereicht und warte noch auf die endgültige Entscheidung. Ich fürchte, meine "Kollegen"
lassen mich einschläfern, wenn es nicht angenommen wird. Andererseits haben sie ohne mich und mein peinliches Franzosenteam wahrscheinlich ohnehin bessere Karten. Beim Jahrestippspiel ist es wie
früher beim Kickern. Ich bin für den besten Spieler das Handicap, damit die Anderen eine Chance haben. So hat halt Jeder seinen Platz im Leben. Und sei es auch nur als Klotz am Bein...
Einen Klotz anderer Art hatte ich heute Nachmittag am Bein. Er heißt Faulheit. Aus der fest eingeplanten Laufrunde wurde nichts. Ich wurde sozusagen auf
dem Sofa ohnmächtig und erwachte erst wieder, als die Sonne im Begriff war unterzugehen. Als Buße für all diese Beispiele menschlichen Versagens - neuerdings ist ja auch Korruption "irgendwie
menschlich"... - begab ich mich an die Herstellung eines Desserts zum aufgewärmten Abendessen.
Nachdem wir uns den Rumtopf (und viel von ihm ist nicht mehr übrig...) ständig ausschließlich als Beigabe zu Vanilleeis oder verschiedenen Parfaits
einverleibt hatten, und angesichts einiger dringend vernichtungsbedürftiger Lebensmittel im Kühlschrank, beschloss ich einen mutigen Versuch:
________________________________________
Mascarpone-Crème mit Rumtopffrüchten
Zutaten (für zwölf Weckgläschen à 160 ml):
150 g Amarettini
Rumtopffrüchte und etwas Flüssigkeit zum Einweichen der Amarettini
200 ml Schlagsahne
150 ml Joghurt
250 g Mascarpone
500 g Magerquark
150 g Puderzucker
Kakao / Schokolade
Zubereitung:
Amarettini zerbröseln (Gefrierbeutel und brutale Gewalt), dabei 12 Stück für die Garnitur zurück lassen. Ich hatte diese kleinen Exemplare. Bei Benutzung der größeren vielleicht einfach zwölf
schöne Bruchstücke weglegen. Brösel gleichmäßig auf die Gläschen verteilen und mit jeweils etwa zwei Eßlöffeln Rumtopf begießen. Rumtopffrüchte - Menge nach Geschmack - darauf geben.
Sahne steif schlagen. Joghurt, Mascarpone und Quark mit dem Puderzucker aufschlagen. Schlagsahne unterheben. In einen großen Gefriebeutel füllen, Ecke abschneiden und in die Gläschen spritzen.
Zwei Stunden durchkühlen lassen. Mit Amarettini und Kakao (oder geraspelter Schokolade... oder... oder...) garnieren.
________________________________________
Ob das schmeckt werden wir - und der geneigte Leser - leider erst morgen erfahren, da die Gläschen derzeit noch zwecks Kühlung in unserem großen, silbernen Freund deponiert sind. Ich werde
berichten. Ebenso von der Antwort auf mein Tippspiel-Gnadengesuch.
"... When you say it's gonna happen 'now'
Well, when exactly do you mean?
See I've already waited too long
And all my hope is gone..."
von MrsFlax
-
veröffentlicht in: Am Herd
0
Sunday, 1. january 2012
7
01
/01
/Jan.
/2012
14:49
Der erste Tag des neuen Jahres verlief schon mal recht ordentlich. Der prognostizierte Dauerregen blieb aus. Meine
Eichhörnchenrunde wurde zwar durch reichlich Schlamm auf den Waldwegen etwas erschwert, aber ich zog sie gnadenlos durch.
Und anschließend tat ich noch etwas, an das ich selbst so langsam nicht mehr geglaubt hatte: Ich packte zwei Päckchen und machte sie versandfertig! Ich
weiß, es klingt unglaublich, aber ich habe es getan. Und am Dienstag werden sie verschickt. So läuft das!
Da ich nun in meinen Augen schon mal die Königin der Selbstüberwindung war, begann ich gleich auch noch damit, mein Zimmerchen aufzuräumen. Man geht ja
gerne mit gutem Beispiel voran, wenn man das Kind zu Ähnlichem auffordert.
Und danach gab es aus Resten aus dem Kühlschrank dieses Abendessen:
________________________________________
Lachsfilet mit Ruccola-Ziegenfrischkäse-Linguine
Zutaten (für zwei Personen):
300 g frisches Lachsfilet
Olivenoel
Salz, Pfeffer, Chili
75 g Ruccola
Olivenoel
30 g Pinienkerne
20 g geriebener Parmesan
1 Knoblauchzehe
Salz, Pfeffer
300 g Linguine (oder andere Bandnudeln / Spaghetti)
125 g Ziegenfrischkäse
Zubereitung:
Lachsfilet - falls vorhanden - von der Haut befreien und in Tranchen schneiden. Mit Olivenoel, Salz, Pfeffer und Chili aus der Mühle würzen und etwa eine Stunde marinieren lassen.
Ruccola, Oel, Pinienkerne, Parmesan und Knoblauch (leicht gehackt) mit Salz und Pfeffer in einem hohen Becher mit dem Pürierstab bearbeiten, bis ein geschmeidiges Pesto entsteht.
Nudeln in Salzwasser bissfest garen und abgießen. Dabei etwas vom Kochwasser auffangen. Nudeln in einen Topf geben. Bei schwacher Hitze Pesto und Ziegenfrischkäse unterrühren. Je nach Bedarf mit
Salz und Pfeffer abschmecken und ggf. etwas vom Kochwasser zugeben.
Lachsfilets kurz anbraten und mit den Nudeln anrichten.
________________________________________
Unkompliziert, flott gemacht und sehr, sehr lecker. Ein guter Anfang für ein neues Jahr.
von MrsFlax
-
veröffentlicht in: Am Herd
0