Es begann mit dem Marktfrühstück in Mainz. Und exakt für den Samstagmorgen hatte sich der Herrgott (also der, der „en Meenzer soi“ muss) überlegt, man könne ja mal für einen halben Tag die Sonne anwerfen und den Regen kurz abschalten. Schön war’s! ‚Weck, Worscht un Woi‘ und ausgezeichnete Stimmung. Auf dem Weg zum Treffpunkt ergatterte ich noch vier interessant aussehende Basilikumsorten an einem Marktstand. Guuut… Die schleppte ich dann den ganzen Morgen mit mir herum und quetschte mich mit ihnen bis zum Weinstand durch. Gibt Schlimmeres! weiterlesen

Auch am Tag der Arbeit passt ein Eberhofer-Zitat. Vor allem gilt es für die Blaumeisenerziehungsberechtigten, die wirklich den ganzen Tag ununterbrochen damit beschäftigt sind, ihre faule Brut im Nistkasten vor meinem Küchenfenster zu päppeln. Und wehe, das undankbare Gesocks fliegt an einem Arbeitstag aus! Alle Akkus aufgeladen, großen Telezoom gestern noch gereinigt. Jetzt können die Biester gefälligst auch bis zum kommenden Wochenende warten. weiterlesen

39 - Zoo 9504Nachdem meine neue Nachbarin tagelang abgängig war, ist sie seit heute wieder da. Und ist gleich mal zum Antrittsbesuch aufgetaucht. Vivien!

Eigentlich heißt Vivien Stella, aber irgendwie hatte ich mich anfangs verhört und war tagelang der irrigen Annahme, es hätte tatsächlich jemand seiner Katze einen so blöden Namen wie Vivien gegeben.

Seither heißt sie in diesem Haushalt allerdings so, da der Bauherr sich Bemerkungen wie „Sie rufen nach ihr, aber sie wird nicht kommen, denn wir und Vivien wissen ja: Sie heißt Vivien – und nicht Stella“ nicht verkneifen kann.

Nach zwei Wochen dachte ich nun wirklich, sie sei gekidnappt, tot oder Schlimmeres, aber eben tauchte sie ganz locker wieder auf. Und warf sich schnurrend auf unsere Fußmatte.

Ich hoffe, sie bleibt bis zum Wochenende. Da darf sie mir dann wieder beim Zeitunglesen auf der Terrasse Gesellschaft leisten. Ach, Vivien, ich hab‘ dich richtig vermisst!

37b - Mehr Vögelchen 3956Den ganzen langen Arbeitstag über war ich – abgesehen vom ohnehin gerade recht hohen Streßlevel im Büro wegen chronischer Unterbesetzung und überdurchschnittlich hoher Anzahl an Nerv-Mails und -Anrufen – damit zu kämpfen, dass ich mir vorstellte, heute Abend einen leeren Nistkasten vorzufinden.

So flauschig, wie die Dinger gestern schon aussahen, kann es sicher nicht mehr lange dauern, bis sie den Abflug machen.

Der erste Blick bei meiner Rückkehr richtete sich also sofort aus dem Küchenfenster. Aaah! Fütterung! Sie sind noch da. Umsonst der Schweißausbruch.

Da ich den Rest der Woche über erst spät nach Hause kommen werde, hoffe ich auf morgen. Das wäre perfekt. Da bin ich mittags zu Hause und könnte mich auf die Lauer legen.

Wenn das zu früh sein sollte, muss sich die Brut halt bis Samstag gedulden. Ich bezweifle allerdings, dass sich auch nur einer von diesen nimmersatten Schreihälsen an meinen Wünschen orientieren werden wird. Auf die Meisen im vergangenen Jahr war deutlich mehr Verlass. Die flogen immerhin extra für mich an einem Feiertag aus.

165 20130625So. Da isser wieder vorbei, der Geburtstag. Schön war’s. Er endete in einer Ladies‘ Night mit ein paar Häppchen und Gateau au chocolat und drei Sorten Eis. Ooops! Habe ich etwa den Sekt vergessen?

Mein persönliches Essenshighlight war ein Versuch mit karamellisierten Kirschtomaten. Da hätte ich mich reinlegen können. Die sind bald mal wieder fällig. Und das, obwohl ich nun wirklich kein Fan von rohen Tomaten bin.

War wirklich nett mit euch, Mädels. Da sollte man mal über eine Neuauflage nachdenken. Zumal heute mein Geschenk an mich selbst endlich eingetroffen ist: eine Eismaschine mit Kompressor. Man gönnt sich ja sonst nichts.

Und es ist ja auch keineswegs ein egoistisches Geschenk. Da haben alle was von. Dazu gönnte ich mir noch zwei echte „Eisbibeln“: „The Ultimate Ice Book“ von Bruce Weinstein und „The Perfect Scoop“ von David Lebovitz. Allein beim Lesen gerät man derart ins Schwitzen, dass man glaubt, sofort eines der Rezpte ausprobieren zu müssen. Aber darauf kommen wir sicher bei Gelegenheit noch mehrmals zurück.

166 20130626Gestern gingen dann die Festivitäten in eine weitere Runde. Ich traf mich mit Max im Mainzer Schlossbiergarten, den wir im Prinzip für uns ganz allein hatten.

Und es war nochmals ein richtig, richtig lustiger Abend. Außer meinem Geburtstag gab es immerhin noch Max‘ ersten Arbeitsvertrag – abgesehen vom Ausbildungsvertrag – zu feiern. Da lohnt sich das Bierchen doppelt.

Heute war dann wieder Normalität angesagt. Im Büro gibt es aufgrund der durch Urlaub und Krankheit stark dezimierten Mitarbeiterzahl reichlich zu tun. Immerhin vergeht dann die Zeit schneller und man wundert sich fast, wie so flott Feierabend sein kann. Auch nicht schlecht irgendwie…

Und während auf dem Herd ein Schnitzelschweinchen schmurgelt, habe ich im Garten mal Ausschau nach geeigneten Plätzen für die Geburtstagsgeschenke mit Wurzeln gesucht. Ich bin sicher, sie erhalten alle einen würdigen Platz.

167 20130627Derweil geht die Aufzucht unserer Jungspatzen in die finale Runde. Seit gestern sieht man Schnäbel in der Einflugschneise. Gierige Schnäbel. Und der arme – offensichtlich alleinerziehende – Vater gibt den ganzen Tag über wirklich alles.

Ich hoffe doch sehr, dass sie noch vor dem Urlaub ausfliegen. Falls nicht, hole ich sie eigenhändig daraus, bevor unser Flieger geht.

Es ist doch hoffentlich nicht zuviel verlangt, sich mal kurz fotografieren zu lassen, wenn man wochenlang mietfrei einen Nistkasten besetzt hat, unter dem allzeit frische Erdnüsse in einem Beutel zur Stärkung der Eltern bereitgestellt wurden.

Dass gnä‘ Frau nach Eiablage und Brut jetzt offensichtlich mit einem anderen Spatzenhirn durchgebrannt ist, ist ja schließlich nicht meine Schuld. Mir wäre allerdings in der einen abartig-heißen Juniwoche auch der Spaß im winzigen, extrem gedämmten Nistkasten vergangen.

Aber ich bin ja auch kein Spatz. Ich habe immerhin eine Eismaschine, um etwas dagegen zu tun, dass ich wegschmelze, wenn mir heiß wird.