Die Kommode war aufgebaut. Smart Jim ging aushäusig seiner smarten Tätigkeit nach. Neuneinhalb-Finger-Joe hatte Urlaub. Und er war motiviert bis an die Zähne. Bereits seit drei Tagen lag die Tapete bereit. Joe begann bereits kurz vor Morgengrauen – Jim hatte gerade das Haus verlassen-, die alten Schränke in der Garderobe auszuräumen und zu entfernen. Die alten Schränke wussten schlagartig, dass ihr letztes Stündlein geschlagen hatte. Joe wusste das auch. weiterlesen

021/365 20140121Da wurde doch heute tatsächlich mal wieder gewerkelt. Den Chef gelüstete es nach LED-Lichtleisten in seinem Würfelbüro, das Material stand bereit, ich hatte früher Feierabend – was hätte uns aufhalten sollen?! Nach kurzer Planungsphase legten wir los.

Im Prinzip ist das keine Hexerei. Nach den ersten beiden Metern von heute sind wir so schlau, dass der Rest praktisch ein Kinderspiel sein sollte.

Was doof ist: alle paar Zentimeter kann man diese Lichtbänder an markierten Stellen abschneiden. Genau an der Stelle, an der die Zwei-Meter-Leiste perfekt ausgefüllt gewesen wäre, jedoch nicht. Wer denkt sich sowas aus? Feinde des metrischen Systems?!

Und: Auf unserer Fünf-Meter-Rolle waren definitiv keine fünf Meter Band drauf. Da fehlten etwa zwanzig Zentimeter. Na, danke!

würfel-led türkisWir haben uns dann für heute mal mit einer Zwei-Meter-Teststrecke begnügt. Als der Stecker schließlich National-Lampoon-mäßig mit feierlicher Geste in der Steckdose landete, folgte das obligatorische „Aaaah!“ und „Ooooh!“.

Die Dinger können blinken, farbwechseln und sich dimmen lassen. Spülen und putzen können sie leider nicht, aber ich sehe bereits reihenweise Einmachgläser in rosafarbenem Licht vor meinem inneren Auge. 

Fazit: Sieht echt ganz gut aus, wenn man nicht gerade Leselicht benötigt, oder wenn man einfach mal auf die Flutlichtbestrahlung durch Deckenlampen verzichten möchte. Der Farbwechselkram mit Fernbedienung ist natürlich Männerspielzeug. Türkis ist nett. Grün auch. Mit Blau kann man leben.

würfel-led grünWenn allerdings Rot zum Einsatz kommt, wirkt der komplette Raum wie eine Mischung aus Frankfurter Bahnhofsviertel und Ferkelbucht mit Wärmelampe.

Welche Auswirkungen das aggressive Rot auf die Psyche des Bauherrn hat, wird sich wahrscheinlich erst in ein paar Wochen herausstellen.

Keine Ahnung, was die Nachbarn denken, wenn im Würfelanbau abends die Moulin-Rouge-Beleuchtung angeht. Aber wen stört das schon? Eben. Niemanden.

Richtig schlimm finde ich nur die Farbwechsel-Einstellung. Da wartet man praktisch auf die Stimme aus der grellbunten Lautsprecherbox, die einem ein launiges „Das ist toll, das macht Spaaaaaß! Diiiieeeee nächste Fahrrrrrrt geht rrrrrückwärtsssss!“ zuschreit. Muss ja nicht… 

46 - Doofes & Fieses 1959Trotz des eigentlich arbeitsfreien Sonntags starteten wir voller arbeitsintensiver Vorsätze in den Tag. Die Lampe im HWR sollte abgebastelt und eventuell repariert werden. Irgend etwas stimmte da nicht. Beim Betätigen des Schalters flogen sämtliche Sicherungen im Haus raus.

Ein roter Streifen Gafferband verhinderte in den letzten Tagen das ständige gedankenlose Lichtanschalten beim Betreten des Raums. Die Lampe wurde abgebastelt, die Kabel in einer Lüsterklemme verstaut. Damit sollte eigentlich das „Great Blackout“-Problem bis zum Kauf einer neuen Lampe erledigt sein. Denkste!

Der rote Aufkleber wurde entfernt. Als der Bauherr kurz darauf den HWR betreten wollte, und seine Hand automatisch zum Lichtschalter ging, verabschiedete sich erneut die komplette Elektrik im Haus. Das war nicht die Lampe. Der Schalter ist schuld. Vermutlich ein letztes Vermächtnis unseres unfähigen und bocklosen Elektrikers. Wer weiß, was er da angestellt hat?! Wir dürfen also in nächster Zeit einen neuen Elektriker in unserem Räumen begrüßen. An Steckdosen und Schaltern rumspielen ist selbst mir zu riskant, die ich eigentlich ansonsten recht sorglos mit 220 Volt umgehe.

Damit hatten unsere hochtrabenden Pläne erstmal einen empfindlichen Dämpfer erlitten. Und der rote Klebestreifen landete erneut am Schalter. Der Angriff auf die beiden anderen schon ewig verschleppten Dauerbaustellen „Regaltüren im Bauherrenwürfel montieren“ und „Spiegelbeleuchtung im Bad anbringen“ scheiterte bereits im Ansatz. Der letzthin endlich aufgetauchte Beutel mit den vermeintlichen Regalscharnieren entpuppte sich als unbrauchbar, da es sich offensichtlich um die Scharniere des in der Ankleide zu Regalen verbauten Kleiderschranks handelt. Verdammt!

Die Badlampen waren dann zu allem Überfluss nicht auffindbar. So ist das, wenn man die Sachen auf die lange Bank schiebt. Wir disponierten um. Der Bauherr beschäftigte sich in seinem Büro, während ich mich an die Beräumung meines Ex-Zimmers machte, das in Kürze zum Gästezimmer werden soll. Überflüssig zu erwähnen, dass dabei auch die Badlampen wieder auftauchten. Bloß hatte zu diesem Zeitpunkt kein Mensch mehr Lust, sie noch anzubringen.

Ganz fertig wurde ich am Ende mit dem Gästezimmer dann auch nicht. Aber zur Zeit stehen ja auch keine Gäste vor der Tür, die in Tränen aufgelöst um Asyl bitten. Ich habe den Rest einfach auf kommenden Samstag verschoben. Das Wetter soll ja ohnehin schlechter werden. Vielleicht schaffe ich es ja, meine guten Vorsätze in die Tat umzusetzen. Die Badlampen liegen ja irgendwie hier jetzt auch noch rum…

26 - Schriftliches 4089Heute und morgen feiere ich Überstunden ab. Wobei „feiern“ nicht ganz die richtige Beschreibung für das, was ich tue, ist. Ich nutze nämlich die beiden freien Tage, um endlich Max‘ verlassenes Zimmer zu entrümpeln und – falls es dazu morgen tatsächlich kommen sollte – dort mit Nähmaschine, Laptop und Kochbüchern einzuziehen.

Wie gesagt: Noch ist kein Land in Sicht. Nachdem Max sich ja nun nicht gerade gestern Richtung Mainz abgesetzt hat, habe ich die Tür geschlossen und erstmal nicht mehr geöffnet. Das Zimmer – präziser: die „Kammer des Schreckens“ – wurde ja nun nicht gerade dringend benötigt.

Andererseits ist es ja nett, ein nicht von meinem eigenen Kram belagertes Gästezimmer zu haben. Das soll nämlich eigentlich am Ende aus „meinem Zimmer“ werden. Dafür muss allerdings erstmal mein kompletter Krempel umziehen. Und dafür wiederum muss Max‘ Zimmer irgendwie in einen – momentan nur schwer vorstellbaren – Wohlfühlzustand versetzt werden.

Eben habe ich bereits einen lange vermissten Teller, Leergut im Wert von etwa zwei Euro und allerlei Elektronikspielzeug entfernt. Von den zwei angebrochenen Nutella-Gläsern unter dem Bett ganz zu schweigen. Aber das wird schon. Irgendwann. Max! Falls du das liest: Das war KEIN geordneter Auszug!

Gut, dass hier nur einmal und nur ein Kind auszieht. Eine Wiederholung braucht kein Mensch. Andererseits soll es ja auch ordentliche Kinder geben. Sagt man… Max ist jedenfalls keins davon. Leider.

Statt ausdauernd zu jammern sollte ich lieber weitermachen. Sonst wird das nie was.

37 - Vögelchen 3462Endlich! Gestern regnete es abends bereits. Heute ging es lustig weiter. Jetzt ist der Garten endlich mal wieder richtig nass geworden. Besonders der Rasen sah heute Abend schon deutlich lebendiger aus als gestern noch. Kleiner Blick aufs Rhododendronbeet vor dem Haus: 2010 um diese Zeit -> die weiße Blüte -> jetzt blüht es rosa.

Pünktlich zur „Stunde der Gartenvögel“ und während meines Zähleinsatzes, der kurzfristig von gestern auf heute verschoben werden musste, stellten mir die Grünfinken ihr Baby (s.o.) vor. Die Alten waren etwas nervös, aber die Katze war weit und breit nicht zu sehen. Sogar die neuerdings nicht mehr sehr scheue Amsel ließ sich blicken.

Den Großteil des Tages verbrachte ich dann mit den Arbeiten an des Bauherrn Wetterhäuschen. Die drei Lamellentüren wurden zerlegt und wieder neu zusammengesetzt. Der Lamellenanstellwinkel wurde allerdings deutlich verändert (vorher -> nachher). Jetzt ist für eine gute Durchlüftung gesorgt. War allerdings eine ziemliche Fummelei. Der Zusammenbau der Häuschens wird sicher etwas flotter vonstatten gehen. Bauabschnitt zwei ist für kommendes Wochenende angesetzt. Das Ergebnis des heutigen Tages im Überblick: Klick!

Und da ich gestern genug getippt habe, war es das dann jetzt auch. Wochenende vorbei… Blöd…