Heute morgen waren zwei meiner Tomaten reif. Unfassbar! Singet und tanzet!!! Dass ich das noch erleben darf… Gut. Heute drehe ich praktisch durch vor Begeisterung. Erfahrungsgemäß kommt dann aber ganz bald der Augenblick, in dem ich um Gnade flehen werde. Weil ich der Tomatenlawine nicht mehr wirklich gewachsen bin. weiterlesen

… Pärdscheiß‘ rond – jett en schöne Kirmesbond!“

Ich übersetze das mal nicht in Hochdeutsch, weil es schon auf Platt meine Mutter regelmäßig in Wallung brachte. Jedenfalls, wenn mein Vater das zitierte. Dann schallte ihm stets ein entsetztes „Jupp!“ entgegen. Manchmal gar gefolgt von einem „Versündisch dich net!“ Heftigere Reaktionen löste nur das bisweilen – im Nachhinein betrachtet regelrecht rebellische – „Kain schlug seinen Bruder Abel mit der Gabel auf den Schnabel, dass er flog bis in den Chausseegraben“ meines exmessdienernden Vaters aus. weiterlesen

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Eigentlich habe ich ja Schiss vor offenem Feuer in der Küche. Von Gasherden mal abgesehen. Ein bißchen Flambieren ist in Ordnung, aber das hier heute… Hätte ich einen Dunstabzug mit Filtermatte, wäre die garantiert in Flammen aufgegangen. Da mein Dunstabzug allerdings ausschließlich aus Metall besteht, wurde er einfach nur ziemlich heiß.

Für den Abend hatte ich bereits gestern ein Dessert avisiert. Und da da noch Orangen von der Kaffee-Orangen-Reduktion von letztem Wochenende lagen, war deren Schicksal praktisch besiegelt. Orange und Schokolade – eine meiner absoluten Lieblingskombinationen!

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Bei der Schokoladensuche stieß ich auf 200 Gramm Valrhona, die für einen besonderen Anlass gebunkert worden waren. Immer bei besonderen Anlässen war ich dann allerdings der Meinung gewesen, dass für das, was ich gerade vorhatte, auch eine 70%ige Schoki aus günstigerer Quelle ausreichen würde. Das führte nun dazu, dass die gute Valrhona gerade abgelaufen war. Pah! Wer gibt schon ernsthaft etwas auf Verfallsdaten?! Eben.

Jetzt landete sie dann allerdings im Topf. Mit Butter. Schmelzenderweise. Und roch sensationell schokoladig. Und am Ende roch die ganze Küche schokoladig und orangig. Und da stand ein ausgesprochen leckerer Kuchen.  

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Ich poste jetzt mal das Originalrezept von April Bloomfield aus „A Girl and her Pig“, möchte dazu aber noch folgendes anmerken: Ich hatte den Kuchen im Dampfgarer bei 180°C in einer kleinen Form (Hälfte der Teigmenge) und die Backzeit war trotzdem nicht ausreichend. Unbedingt deutlich verlängern!

Statt des Bourbon, der in diesem Haushalt nicht vorrätig ist, stieg ich auf Cognac um. Passte. Über 100 ml kostbaren Single Malts wollte ich da jetzt ungern abfackeln.

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Chocolate-Orange-Cake with Bourbon
Zutaten (für eine reguläre Springform):
225 g Butter plus Butter zum Fetten der Form
350 g Schokolade 70%
200 g Zucker
5 große Eier
225 ml Bourbon
2 TL fein abgeriebene Orangenzesten
Zubereitung:
Blech in die Mitte des Ofens geben. Ofen auf 190°C vorheizen. In die Springform Backpapier einklemmen (Boden der Form) und die komplette Form großzügig buttern.
Butter und Schokolade über einem heißen Wasserbad schmelzen und verrühren.
100 g Zucker mit den Eiern etwa sieben Minuten lang aufschlagen, bis sich die Masse etwa verdreifacht hat.
100 ml Wasser mit den restlichen 100 g Zucker in einem Topf erhitzen, bis sich der Zucker aufgelöst hat. Beiseite stellen. Bourbon langsam auf dem Herd erhitzen, anzünden und warten, bis die Flamme erloschen ist (Anm.: … kann dauern… 😀 )
Wasser-Zucker-Mischung und Orangenzesten in den Bourbon geben. Mischung unter die Eimasse rühren. Anschließend Schokoladen-Butter-Masse ebenfalls unterrühren.
Teig in die gefettete Form geben. Im Wasserbad 30 bis 40 Minuten abbacken. Aus dem Ofen nehmen und im Wasserbad komplett auskühlen lassen.
Auf eine Kuchenplatte stürzen.
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Blöderweise ist das geniale Vanilleeis vom vergangenen Wochenende alle. Ich hätte schnell noch welches gemacht, aber mir waren leider die Eier ausgegangen. Verdammt!

Ansonsten gibt es hier nahezu täglich irgend etwas „Letztes“: die letzten Tomaten, den letzten Spinat, die letzten Kräuter aus dem Garten. Erfüllt schon ein wenig mit Wehmut. Und eben fand ich sogar noch eine letzte Karotte, die ich übersehen haben musste.

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Dafür brennt jetzt aber die erste Kerze von vieren. Und gestern gab es die ersten Hirschwürstchen vom Jäger zum ersten Wirsing der Saison. Dazu das erste Petersilienwurzelpüree des Winters.

Das hatten wir uns auch verdient, nachdem der Samstag mit lustigen Bastelarbeiten vergangen war.

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Letzthin hatten wir bei einem Restaurantbesuch eine Wand gesehen, die mit Holztäfelchen beplankt war. Das sah sehr hübsch aus. Und auch sehr passend für ein Holzhaus. Der Gatte forschte. Und wurde fündig. Und orderte.

Letztendlich soll damit die Wand hinter dem Fernseher verschönert werden. Testweise starteten wir an einer kleinen Wand im Eingangsbereich. Die Hälfte der Wand sieht jetzt exakt so aus, wie wir uns das vorgestellt haben. Der Rest ist auf den Zeitpunkt verschoben, zu dem die frisch georderte Gehrungssäge hier eintreffen wird. Mit der Stichsäge war das ein elendes Gefriemel. Und ich bin mir noch nicht ganz sicher, wie wir die Kanten am Ende exakt glatt kriegen werden.

Egal. Wird schon! Nett, mal wieder zu heimwerken – wobei ich froh bin, dass die Innenausbauzeiten vorüber sind. Mal so eine kleine Wand ist halt doch etwas anderes als ein komplettes Haus mit OSB und Rigips zu beplanken…

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Heute zogen überraschend in den linken Nistkasten erstmals Untermieter ein. Diesmal wieder Blaumeisen! Wie schön! Hatten wir ja vor drei Jahren schonmal. Ich bin schon wieder ganz aufgeregt…

Zudem habe ich heute morgen mal die Lauchstange und den Staudensellerie 2.0 in Töpfe gepflanzt, die ich aus den Resten wiederbelebt hatte. Vor zwei Wochen hatten sie schon ordentlich Wurzeln gezogen. Heute machen sie immer noch einen recht motivierten Eindruck. Ich hoffe mal, das bleibt so.

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Auf der Küchenfensterbank stehn jetzt wieder Frühlingszwiebelreste und ein weiterer Lauchversuch im Wasser. Und heute morgen habe ich mal versuchsweise einen Fenchelboden dazu gestellt. Versuch macht kluch. Und in den Kompost werfen kann man’s ja immer noch.

Da ich gerade so im Pflanzrausch war, habe ich gleich mal noch drei Sorten Kürbisse in Töpfchen gesetzt: Muskatkürbis, Hokkaido und Green Hokkaido. Mal gespannt, wer da am schnellsten austreibt.

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Gestern entdeckte ich im Gefrierschrank noch Sticky-toffee-pudding-Reste. Flott die Soße angesetzt. Diesmal etwas hell, da mir der Muscovado ausgegangen war und ich auf hellen Rohrzucker zurückgreifen musste. Memo to myself: Morgen in der Mittagspause losrennen, um Nachschub zu besorgen!

Nachdem ich vorletzten Freitag nach längerer Zeit mal wieder „Küchenschlacht“ geschaut hatte – dummerweise ausgerechnet mit Horst Lichter… -, machte mich die Reaktion des Jurors auf das Finaleis schon ein wenig heiß. War das Mario Kotaska? Keine Ahnung mehr. Jedenfalls war es jemand, dem ich ausnahmsweise mal vertraue.

Und die Kandidatin hatte die Zutaten einfach einzeln in die Eismaschine geworfen. Und es schmeckte offensichtlich trotzdem. Her mit dem Rezept!       

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Quarkeis
Zutaten (für eine halbe Eismaschinenfüllung):
250 g Quark (hier: 40% Fett!)
75 g Zucker
75 g Sahne
2 EL Vollmilch
Saft und Schale einer Bio-Zitrone
Zubereitung:
Alle Zutaten zusammen aufschlagen. Masse in die Eismaschine geben. Abwarten!
Das kürzeste Rezept aller Zeiten – aber bei weitem nicht das Schlechteste.
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Um genau zu sein: Ein superleckeres, neutrales Eis, das extrem flott zuzubereiten ist und einfach zu allem passt: Früchte, Schoki, Kuchen. Perfekt! Gibt es sicher noch sehr häufig.

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Und für heute wünschte sich der Gatte – man nennt es „wünschen“, wenn man per Mail ein Rezept geschickt bekommt – einen Chocolate-Cheesecake. Und wer bin ich, dass ich diesem Wunsch nicht sofort nachkäme?! Kaufmännisch gesprochen „ohne schuldhaftes Zögern“.

Das Originalrezept (von Christian Rusicka auf hr1) musste zwar den Kühlschrankinhalten und der kleineren Form etwas angepasst werden, aber das hier war es dann:

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Chocolate-Cheesecake
Zutaten (für eine kleine Springform – halbe Menge der Original 24cm):
100 g Digestives
1 1/2 EL Kakao
75 g zerlassene Butter
200 g Frischkäse
250 g Mascarpone
75 g Puderzucker
Mark einer halben Vanilleschote
2 Eier
100 g Schokolade, 70% Kakao
Zubereitung:
Digestives in einem Gefrierbeutel mit einem Fleischklopfer bearbeiten. Das geht deutlich besser als mit den Original-Butterkeksen aus dem Rezept. Butterkekse sind aber eine gute Alternative. Kakao untermischen. Butter auslassen und ebenfalls untermischen. Masse auf dem Boden einer mit Backpapier ausgelegten und am Rand gefetteten Springform verteilen. In den Kühlschrank stellen.
Frischkäse, Mascarpone und Puderzucker verrühren. Eier nacheinander unterrühren. Vanillemark zugeben. Schokolade im Wasserbad schmelzen und zweimal mit einem Löffel der Frischkäsemasse verrühren, dann alles unterheben. Masse auf den abgekühlten Boden geben. Zwei Bahnen Alufolie um die Form wickeln.
Ofen auf 150 °C vorheizen. Größere Schüssel mit Wasser darin erwärmen. Kuchenform hineinstellen. Wasserbad sollte etwa zwei Drittel der Kuchenform erreichen. Vierzig bis fünfzig Minuten abbacken. Abkühlen lassen und hinterher noch im Kühlschrank – oder bei diesen Außentemperaturen – auf der Terrasse abkühlen lassen.
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