Da ist das Wetter doch heute tatsächlich so sonnig wie angekündigt. Unfassbar. Und doch kann man nicht draußen sitzen, weil es so wahnsinnig windig ist. Verdammt! Und abends kohlenhydratfrei essen kann man auch nicht, wenn man parallel an seinen Bratkartoffelskills arbeitet. Zur Begrüßung des Gatten, der am Freitag nach fünf Tagen, die kulinarisch gesehen selbst einer deutschen Kantine unwürdig gewesen waren, aus Rom zurückkehrte, gab es Spargel, Lachs und ebendiese Kartoffeln. Und eine Orangensoße mit Thymian. Um genau zu sein mit Zitronenthymian aus dem Garten. Der gibt sich nämlich gerade große Mühe, der Kleine. weiterlesen

Vielleicht einer der besten meines Lebens. Ich habe die Überstunden für drei freie Frühlingstage mit herrlichem Wetter fast ausschließlich im Winter zusammengespart. An düsteren Nachmittagen. Und früh morgens, wenn man eh nichts mit der Zeit anfangen konnte – außer schlafen. Und jetzt hat mir das drei ausgezeichnete und total freie Sonnentage beschert. Genial! weiterlesen

Vorletzten Freitag kurz vor Feierabend hatte ich meinen persönlichen Cameron-Frye-Gedächtnis-Moment. So muss sich das angefühlt haben, als der Ferrari 250 GT Spyder California seines Vaters durch die Panoramascheibe flog. Ich kann leider nicht in die Details gehen, aber die Auswirkungen waren bis vergangenen Donnerstag spürbar. Das hat mir denn doch einige schlaflose Nächte bereitet. Seit Donnerstag bin ich wieder mehr im Ferris-Bueller-Modus. Fühlt sich auch deutlich besser an. weiterlesen

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Was für ein Abendessen! Schnell, unkompliziert – und sowas von lecker. An diesem Rezept klebt schon seit geraumer Zeit ein „Muss ich mal machen“-Zettel im Buch. Und da klebte er bislang ganz gut.

Bis heute Abend. Ausgelöst wurde die Zubereitung durch eine Anregung des Gatten, der für Ende des Monats nette Gäste eingeladen hat, die in ihrem – sich in sehr viel wärmeren Gefilden befindlichen Garten – gerade unter einer akuten Süßkartoffelschwemme in die Knie gehen.

Ich möge mir doch mal ein paar Sachen mit Süßkartoffeln ausdenken lautete die „Anweisung“. Jetzt hatte ich ja bereits ein paar zaghafte Versuche in diese Richtung unternommen, aber so richtig der Knaller war da jetzt irgendwie nicht dabei.

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Dank Yotam Ottolenghi hat sich dies eben schlagartig geändert. Ein Süßkartoffelparadies hat sich aufgetan. Bereits der erste Happen war so derartig köstlich, dass ich praktisch das Kunststück vollbrachte, trotz vor Staunen weit aufgerissenem Mund die komplette Portion in Rekordtempo zu verdrücken.

Die Kombination ist aber auch einfach genial. Kommt hinzu, dass ich heute nicht geizig zu mir selbst war, und den Rest der ersten der beiden gozitanischen Olivenoelflaschen opferte. Und das gute Mr.-Cini-Salz.

Ich habe mich im Prinzip sklavisch ans Rezept gehalten. Nur bei der Balsamicoreduktion habe ich dann einfach meine eigene genommen. Die Süßkartoffeln fanden das o.k. Wir sind jetzt Freunde.

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Gebackene Süßkartoffeln & frische Feigen
(aus: „Jerusalem“ von Yotam Ottolenghi & Sami Tamimi)
Zutaten (für vier Portionen):
4 kleine Süßkartoffeln (1 kg)
5 EL Olivenoel
40 ml dunkler Balsamico
20 g Zucker
12 Frühlingszwiebeln (der Länge nach halbiert und in vier Zentimeter lange Stücke geschnitten)
1 rote Chilischote (in feine Ringe geschnitten)
6 frische, reife Feigen (240 g), geviertelt
150 g weicher Ziegenkäse, zerkrümelt
Maldon Sea Salt oder Fleur de Sel und schwarzer Pfeffer
Zubereitung:
Den Backofen auf 240°C vorheizen.
Die Süßkartoffeln waschen, der Länge nach halbieren und die Hälften in jeweils drei Spalten schneiden. In einer Schüssel mit drei Esslöffeln Olivenoel, zwei Teelöffeln Salz und etwas Pfeffer vermischen. Die Spalten mit der Schale nach unten auf einem Backblech verteilen und 25 Minuten im Ofen rösten, bis sie weich sind (sie dürfen aber nicht zerfallen). Anschließend herausnehmen und abkühlen lassen.
Den Balsamico in einem kleinen Topf mit dem Zucker aufkochen.Die Wärmezufuhr verringern und die Mischung zwei bis vier Minuten köcheln lassen, bis sie eindickt. Sobald der Essig die Konsistenz von sehr flüssigem Honig hat, den Topf vom Herd nehmen. Die Reduktion dickt beim Abkühlen noch weiter ein. Wird sie zu dick, mit etwas Wasser verdünnen, bevor sie über das Gericht geträufelt wird.
Die Kartoffeln auf einer Servierplatte anrichten. Das restliche Oel in einem kleinen Topf erhitzen. Frühlingszwiebeln und Chilischote hineingeben und bei mittlerer Hitze vier bis fünf Minuten unter Rühren anbraten, dann mit dem Oel auf den Süßkartoffeln verteilen. Die Feigen zwischen den Kartoffelspalten anordnen, das Ganze mit der Balsamicoreduktion beträufeln, nach Belieben den Käse darüberstreuen. Das Gericht lauwarm servieren.
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