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Hab‘ ich dich! Bei strahlendem Sonnenschein drehte ich eben erstmal eine Runde mit der Kamera durch den Garten. Die Krokanten blühen. Super! Und die Tulpen treiben wie verrückt aus. Der Topinambur wanderte aus dem Gläschen auf der Küchenfensterbank in einen Topf und darf auf der Terrasse die Sonne genießen.

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Ich werde mich ihm gleich anschließen, möchte aber ungern in meiner Begeisterung über das schöne Wetter draußen und den Ochsenbäckchengeruch drinnen vergessen, das Baudrexel-Rezept für die Ziegenfrischkäse-Crème-Brûlee zu bloggen. Die gab es gestern nämlich nochmals – allerdings in einer Dessertversion mit Himbeeren.

Sehr variabel, wohlschmeckend, simpel. Bitte sehr:

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ZIEGENFRISCHKÄSE-CRÈME-BRÛLÉE
Zutaten (für 8 Portionen):
180 ml Milch
180 ml Sahne
2 Zweige Thymian
etwas feines Meersalz
schwarzer Pfeffer aus der Mühle
etwas Zitronenabrieb
1 EL Honig
125 g Ziegenfrischkäse
1 Ei
2 Eigelb
brauner Zucker
Zubereitung:
Milch und Sahne aufkochen. Thymian, Salz, Pfeffer, Zitronenabrieb und Honig dazugeben. Fünf Minuten ziehen lassen. Durch ein Sieb passieren.
Ziegenkäse zerbröckeln und mit einem Pürierstab unter die Sahnemasse mixen. Ei und Eigelbe verquirlen und ebenfalls unter die Masse rühren.
Alles auf kleine Förmchen verteilen und bei 100°C Ober-/Unterhitze 35 Minuten auf mittlerer Schiene backen. Gut auskühlen lassen.
Vor dem Servieren mit dem braunen Zucker bestreuen und mit einem Brenner karamellisieren.
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Wie gesagt: sowohl vorspeisen- als auch dessertkompatibel! Ich habe sehr kleine, sehr flache Schälchen genommen. Das optimiert das Kruste-Crème-Verhältnis.

So. Und jetzt raus in die Sonne!

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Was für ein Abendessen! Schnell, unkompliziert – und sowas von lecker. An diesem Rezept klebt schon seit geraumer Zeit ein „Muss ich mal machen“-Zettel im Buch. Und da klebte er bislang ganz gut.

Bis heute Abend. Ausgelöst wurde die Zubereitung durch eine Anregung des Gatten, der für Ende des Monats nette Gäste eingeladen hat, die in ihrem – sich in sehr viel wärmeren Gefilden befindlichen Garten – gerade unter einer akuten Süßkartoffelschwemme in die Knie gehen.

Ich möge mir doch mal ein paar Sachen mit Süßkartoffeln ausdenken lautete die „Anweisung“. Jetzt hatte ich ja bereits ein paar zaghafte Versuche in diese Richtung unternommen, aber so richtig der Knaller war da jetzt irgendwie nicht dabei.

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Dank Yotam Ottolenghi hat sich dies eben schlagartig geändert. Ein Süßkartoffelparadies hat sich aufgetan. Bereits der erste Happen war so derartig köstlich, dass ich praktisch das Kunststück vollbrachte, trotz vor Staunen weit aufgerissenem Mund die komplette Portion in Rekordtempo zu verdrücken.

Die Kombination ist aber auch einfach genial. Kommt hinzu, dass ich heute nicht geizig zu mir selbst war, und den Rest der ersten der beiden gozitanischen Olivenoelflaschen opferte. Und das gute Mr.-Cini-Salz.

Ich habe mich im Prinzip sklavisch ans Rezept gehalten. Nur bei der Balsamicoreduktion habe ich dann einfach meine eigene genommen. Die Süßkartoffeln fanden das o.k. Wir sind jetzt Freunde.

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Gebackene Süßkartoffeln & frische Feigen
(aus: „Jerusalem“ von Yotam Ottolenghi & Sami Tamimi)
Zutaten (für vier Portionen):
4 kleine Süßkartoffeln (1 kg)
5 EL Olivenoel
40 ml dunkler Balsamico
20 g Zucker
12 Frühlingszwiebeln (der Länge nach halbiert und in vier Zentimeter lange Stücke geschnitten)
1 rote Chilischote (in feine Ringe geschnitten)
6 frische, reife Feigen (240 g), geviertelt
150 g weicher Ziegenkäse, zerkrümelt
Maldon Sea Salt oder Fleur de Sel und schwarzer Pfeffer
Zubereitung:
Den Backofen auf 240°C vorheizen.
Die Süßkartoffeln waschen, der Länge nach halbieren und die Hälften in jeweils drei Spalten schneiden. In einer Schüssel mit drei Esslöffeln Olivenoel, zwei Teelöffeln Salz und etwas Pfeffer vermischen. Die Spalten mit der Schale nach unten auf einem Backblech verteilen und 25 Minuten im Ofen rösten, bis sie weich sind (sie dürfen aber nicht zerfallen). Anschließend herausnehmen und abkühlen lassen.
Den Balsamico in einem kleinen Topf mit dem Zucker aufkochen.Die Wärmezufuhr verringern und die Mischung zwei bis vier Minuten köcheln lassen, bis sie eindickt. Sobald der Essig die Konsistenz von sehr flüssigem Honig hat, den Topf vom Herd nehmen. Die Reduktion dickt beim Abkühlen noch weiter ein. Wird sie zu dick, mit etwas Wasser verdünnen, bevor sie über das Gericht geträufelt wird.
Die Kartoffeln auf einer Servierplatte anrichten. Das restliche Oel in einem kleinen Topf erhitzen. Frühlingszwiebeln und Chilischote hineingeben und bei mittlerer Hitze vier bis fünf Minuten unter Rühren anbraten, dann mit dem Oel auf den Süßkartoffeln verteilen. Die Feigen zwischen den Kartoffelspalten anordnen, das Ganze mit der Balsamicoreduktion beträufeln, nach Belieben den Käse darüberstreuen. Das Gericht lauwarm servieren.
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Falls ja, habe ich dann wohl ein Problem. Vitelottismus. Vitelottophilie. Oder so ähnlich…

In meiner Begeisterung habe ich eine nicht haushaltsübliche Menge der lila Kartoffeln erstanden. Gibt’s ja sonst nie. Menno! Jedenfalls sollte das den Vitelotte-pro-Kopf-Verbrauch dieses Landes auf etwa das Doppelte des Wertes der Vorjahre gehoben haben.

Ich finde die Farbe einfach so super. Selten machte „Mit Essen spielen“ so viel Spaß.

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Und mit Kartoffeln kann man ja auch irgendwie so viele verschiedene und so viele leckere Sachen machen. Die Standards sollte ich jetzt durchhaben: Bratkartoffeln, Püree, Hasselbacks, ChipsTarte Tatin

Zuletzt kamen noch Gnocchi dazu. Und gestern dann Waffeln. Schon die Farbe des Teigs war toll. Leider verlor sich das beim Abbacken etwas – zumindest an den stark erhitzten Stellen. Macht aber nix. Trotzdem hübsch.

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Und mit Räucherlachs und ziegiger Grie Soß auch noch äußerst schmackhaft.

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Vitelotte-Waffeln
Zutaten:
500 g Vitelotte
120 g ausgelassene Butter
5 Eier
Salz, Pfeffer
180 g Dinkelmehl, Type 1050
1 gestr. TL Backpulver
200 g Crème fraîche
Zubereitung:
Kartoffeln kochen, ausdampfen lassen und schälen. Anschließend durch eine Kartoffelpresse drücken. Fluchen ist bei Vitelotte hier ausdrücklich erlaubt.
Während die Kartoffelmasse abkühlt, Butter auslassen. Alle Zutaten zu einem hoogenen Teig verarbeiten. Zu einem homogenen, altroséfarbenen Teig.
Im Waffeleisen ausbacken.
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Und um im kommenden Jahr nicht wieder auf Supermarktangebote angewiesen zu sein, starte ich einen zweiten Versuch, sie selbst zu ziehen. Im vergangenen Jahr scheiterte das an der übermäßig langen Keimdauer und zuletzt an den verfluchten Wühlmäusen. Wenn es nicht sogar ein in direkter Linie von Norbert abstammender Mäuserich war, der sich allnächtlich am frischen Blattwerk gütlich getan hatte. Grrrr…

Diesmal bin ich schlauer. Sechs Stück landeten in Gläschen. Die Erntedankvorbereitungen 2016 laufen seit dem 02.01. auf Hochtouren!

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Am Freitag habe ich offiziell die diesjährige Rosenkohlsaison eröffnet. Das Kilo aus der Ökokiste wurde dabei zu allerlei Versuchen mißbraucht. Rosenkohl im Garten hatte ein einziges Mal. Für meinen Geschmack nimmt er zuviel Platz für einen zu geringen Geschmacksunterschied zum gekauften ein. Also kaufe ich ihn jetzt wieder.

Er ging in drei Varianten an den Start: einmal in Blättchen gezupft, in Butter geschwenkt und etwas scharf angemacht; einmal in kleinen Röschen karamellisiert und in wenig Balsamicoreduktion geschwenkt; einmal – und das waren die nicht ganz so schönen Röschen bzw. auch die Reste von den gezupften Blättern – mit Kartoffeln zusammen als Rosenkohlstampf.

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Ehrlich? Die Blätter haben uns etwas enttäuscht. Für das endlose Gezupfe waren sie geschmacklich irgendwie nicht so der Hammer. Ich halte das nach diesem Versuch ein wenig für eine Schickimickivariante, die optisch etwas hermacht, aber ein Rosenkohl ist das irgendwie nicht mehr. Schade…

Der Stampf stand schon länger auf der To-do-Liste. Und er wurde super. Mit Butter gestampft und mit etwas Parmesan, Meersalz, schwarzem Pfeffer und Muskat abgeschmeckt. Köstlich.

Genauso lecker die karamellisierten Röschen. Sie hätten nur ein wenig länger vorgegart sein können. Ich hatte zuviel Angst um die schöne, grüne Farbe. Beim nächsten Mal riskiere ich mehr.

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Freundlicherweise hatte der liebe Gatte mir die Biohofrunde am Samstag abgenommen, da ich kurzfristig zum Kaffee verabredet war. Den Mann kann man schicken! Während „die Damen“ plauschten, erwarb er sensationell leckere Bratwürstchen beim Aartalhof Hertling und eine geräucherte Forelle beim Eierkauf auf dem Bornhof direkt um die Ecke.

Die Würstchen gibt es heute zu Möhrenkartoffelstampf. Da könnte ich mich reinlegen. Das ist echt sowas, das ich als Kind schon heiß und innig geliebt habe. Max habe ich damit auch stets erfreuen können, wenn es schnell gehen musste. Butter dran und viiieeel frische Petersilie, Salz, Pfeffer und fertig!  

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Die Räucherforelle erhielt Gesellschaft von einer Rote-Bete-Mousse mit Meerrettich. Test für die Gäste am kommenden Wochenende bestanden. Ist auch farblich ein echter Knaller. Dazu etwas Postelein durch Balsamicoreduktion gezogen und ein paar knusprig gebratene Austernpilze. Mjam.

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Rote-Bete-Mousse mit Meerrettich
Zutaten:
250 g rote Bete
2 EL frisch geriebener Meerrettich
120 g Frischkäse
Meersalz
schwarzer Pfeffer aus der Mühle
1 1/2 Blatt Gelatine
100 ml Sahne
Zubereitung:
Rote Bete garen (wenn die Zeit ausreicht im Ofen, ansonsten im Topf), abziehen und grob würfeln. Meerrettich fein reiben.
Beides mit dem Frischkäse, dem Salz und dem Pfeffer in einen hohen Pürierbecher geben und zu einer glatten Masse pürieren.
Gelatine einweichen, ausdrücken und in etwas Rote-Bete-Saft (auffangen beim Schneiden) auflösen. Zwei Löffel der Frischkäsemasse einrühren. Dann alles zusammen zur restlichen Masse geben und kräftig verrühren.
Sahne schlagen und unter die Masse heben. Für mehrere Stunden kalt stellen – am besten über Nacht. Zum Servieren Nocken abstechen oder gleich in Förmchen in die Kühlung geben.
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Leider war die Mousse noch nicht ganz so durchgekühlt, wie ich sie gerne gehabt hätte, aber zum Testen langte es. Forelle unbedingt rechtzeitig aus dem Kühlschrank nehmen und auf Zimmertemperatur bringen.

Der Rest der – mittlerweile von der Konsistenz her perfekten – Mousse landete in einem zweiten Testlauf heute Abend auf einem Rösti. Irgendwas hatte mir gestern gefehlt. Etwas Warmes. Und irgendwie auch etwas Knuspriges – die Austernpilze waren nicht das, was ich mir vorgestellt hatte. Und ich glaube, genauso kann ich das am Samstag auf den Tisch bringen:

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