Die Dosen sind voll, die Kiste mit den Zutaten ziemlich leer. Die Weihnachtsbackstube hat für dieses Jahr ihre Pforten geschlossen. Zehn Sorten Plätzchen sind es geworden. In insgesamt 15 Dosen. Sollte für einen Zwei-Personen-Haushalt ausreichen… weiterlesen

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Die Adventszeit ist ja eher eine besinnliche Zeit. Eine Zeit des Wartens und der Langmut. Und so habe ich es heute morgen geschafft, mich zu überwinden und meinen Frieden mit dem Bambiteig zu machen.

Ich stellte Tiere mit kräftigen Beinen her. Eine kleine Rache am Bambi. Kamele, Elche, Elchbabies. Und nach drei Blechen war ich stolz auf mich. Ich war nicht ausgerastet, obwohl zweimal ein Elchgeweih abbrach.

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Da es den ganzen Tag regnete, nieselte oder sonst wie niederschlagte, dauerte es Stunden, bis die Hufglasuren abgetrocknet waren. Aber ich bin ja geduldig. Ich kann warten.

Der Teig ist übrigens für einen Ausstechteig richtig lecker. Ich habe ihn aus dem Teig für die Schneeflocken von vor zwei Jahren improvisiert. Das Bambi sollte ja braun sein. Das Bambi… Hrrrrrrr…

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Bambiteig ohne Bambi
Zutaten:
375 g Mehl
250 g warme Butter
125 g Puderzucker
1 Eigelb
2 EL Kakao
1 EL brauner Rum
Zubereitung:
Alle Zutaten verkneten, zu einer Kugel formen, in Frischhaltefolie wickeln und erstmal für einige Stunden ordentlich durchkühlen lassen.
Teig vierteln. Immer nur einen Teil bearbeiten – auswalzen und ausstechen – Reste sofort wieder in den Kühlschrank geben.
Gut ausrollen lässt sich der Teig in einem aufgeschnittenen Gefrierbeutel. Plätzchen am besten in der Ausstechform auf ein mit Backpapier ausgelegtes Blech transportieren und dort vorsichtig aus dem Förmchen lösen.
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Die Kamele mit der Lieblingsausstechform des Gatten wurden auch ganz reizend. Einatmen… Ausatmen…

Ich betrachtete am Ende mein Werk und war dann doch ganz zufrieden mit diesem Abschluss der Backwoche. Auf alle Fälle zufriedener als der Sigmar mit dem Abstimmungsergebnis von gestern. Was für ein erbärmlicher Parteitag… Erinnerte mich an unsere vorletzte Betriebsversammlung. Da wurde auch eine Azubine vom Vorstand abgebügelt, als sie ihre Meinung sagte. Nach allen Regeln der Kunst. Kotz!

Jetzt bin ich schon wieder ärgerlich, obwohl das Wort „Bambi“ im letzten Absatz gar nicht vorkam… Vielleicht sollte ich mal beim Hausarzt nachfragen, ob ich auch das haben kann, was dem Sigi gestern abend verschrieben wurde für das Gespräch mit Marietta Slomka.

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Themenwechsel! Besser isses. Im Anschluss an den Eierkauf beim Bornhof schaute ich noch beim Bäcker und bei drei verschiedenen Discountern vorbei. Momentan ist ja gerade Premiumproduktzeit. Da muss man die Prospekte besonders genau studieren.

Ich schleppte Stilton, Cheddar, Kubebenpfeffer, Wolfsbarsch, Zander, Vitelotte und La Ratte an. Danke an dieser Stelle an die Schwester für den Kartoffeltipp. Bei meiner Rückkehr stellte ich allerdings fest, dass die Kartoffelkiste noch bis zur Hälfte mit Möhren und Sellerie aus der Ökokiste gefüllt war.

Ich schnippelte sie klein und packte sie ins Gefrierfach. Erfahrungsgemäß ist man ja hocherfreut, wenn man nach eines anstrengenden Tages Werk zu Hause eintrifft und nicht stundenlang Gemüse schnippeln muss, um etwas Nahrhaftes auf den Tisch zu bringen.

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Anschließend wurde noch der Rosenkohl aus der aktuellen Ökokiste geputzt, blanchiert und eingefroren. Mit den Schwarzwurzeln und dem Wirsing sollten die nächsten Abendessen verplant sein, zumal wir morgen eingeladen sind.

Und wenn es jetzt trocken bleibt, schaffe ich es gleich vielleicht, den Gatten zu überreden, mit mir in den Nachbarort zu laufen, um einen Blick auf ein total aufgetakeltes Weihnachtshaus zu werfen, das laut Insiderinformationen der Friseurkundin neben mir schon in der „Blöd“ war. Hechel…

Nachtrag: Und da isses auch schon…

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Da hatte ich mir aber jetzt echt mehr versprochen. So Chevy-Chase-Atomkraftwerk-in-die-Knie-zwing-mäßig. Da war ja manche Mietwohnung in der Mainzer Neustadt auf die Quadratmeterzahl gerechnet deutlich übler illuminiert als das da. Und dafür eine Stunde bergauf und bergab… Pffff…