Da ist das Wetter doch heute tatsächlich so sonnig wie angekündigt. Unfassbar. Und doch kann man nicht draußen sitzen, weil es so wahnsinnig windig ist. Verdammt! Und abends kohlenhydratfrei essen kann man auch nicht, wenn man parallel an seinen Bratkartoffelskills arbeitet. Zur Begrüßung des Gatten, der am Freitag nach fünf Tagen, die kulinarisch gesehen selbst einer deutschen Kantine unwürdig gewesen waren, aus Rom zurückkehrte, gab es Spargel, Lachs und ebendiese Kartoffeln. Und eine Orangensoße mit Thymian. Um genau zu sein mit Zitronenthymian aus dem Garten. Der gibt sich nämlich gerade große Mühe, der Kleine. weiterlesen

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Gut… Bis auf einen spektakulären Regenbogen gestern. Und bis auf die Tatsache, dass vorgestern offensichtlich ein monströser Vogel mit exorbitantem Verdauungstrakt im Flug über dem Liegestuhl auf der Terrasse seine Ladung fallen ließ… Regenbogen und Vogelschiss – jetzt nicht so die Megaaction, über die es sich zu berichten lohnt. weiterlesen

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Geranien, eine Flagge und ein Gitter, das einem in den schlimmsten Albträumen erscheinen könnte, beleidigten heute Morgen bereits in aller Frühe mein Auge. Ich gerate ins Grübeln. Nachdem ich seit gestern ja nun endgültig der Meinung bin, dass der Ausgang der noch folgenden EM-Spiele von der Auswahl meines Abendessens abhängt, habe ich jetzt ein Problem. Befördere ich den Autofähnchenwahnsinn auf meinem Arbeitsweg, oder koche ich etwas Leckeres – und eine Mannschaft, die ich noch nie leiden konnte, bleibt im Turnier?! weiterlesen

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Solange noch Schmorwetter ist, muss das ausgenutzt werden. Zumal ich beim letzten Besuch im Hofladen des Aartalhofs das Glück hatte, vier Schweinebäckchen zu erbeuten. Da wurde nicht lange gefackelt. Ab in den Korb!

Und heute wurde dann geschmurgelt. Mit Portwein. Stundenlang durften die Bäckchen es sich in der Schmortopfwanne bequem machen.

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Währenddessen machte ich mich daran, etwas Leckeres aus dem Lemon Curd zu basteln, das ich letzthin aus den mallorquinischen Zitronen hergestellt hatte. Ein Sonntag ohne Dessert ist ein verlorener Sonntag. Erst recht, wenn man mittendrin im Schneesturm zum Kumulieren und Panaschieren aufbrechen muss.

Und bevor wir unser Wahlrecht ausübten und brav unsere Kreuzchen setzten, wurde noch ein Zitronentörtchen probiert. Das gab Kraft für den Weg und das Falten des riesigen Wahlzettels. Das hatte was von „Die Zeit“ in der vollbesetzten S-Bahn lesen. Derweil kühlten die Törtchen ab und die Bäckchen blubberten weiter leise vor sich hin. Sehr friedlich und wohlriechend heute in der Küche.

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Das Törtchenrezept stammt aus der aktuellen „Sweet Dreams“ und heißt eigentlich Limetten-Curd-Minis auf Keksboden“. Ich kürzte es auf etwa zwei Drittel zusammen, tauschte Limetten Curd gegen Lemon Curd und Buttermilch gegen griechischen Joghurt. Für den Boden nahm ich Digestives. Hier meine Variante:

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LEMON-CURD-TÖRTCHEN
Zutaten…
… für die Böden:
50 g Butter
90 g Digestives, fein zerbröselt
20 g Zucker
… für die Muffinmasse:
80 g weiche Butter
160 g Zucker
Zesten einer Zitrone
1 Ei, Größe L oder XL
120 g Mehl
1 geh. TL Backpulver
1 Prise Salz
150 g griechischer Joghurt
… für den Rest:
1 Glas Lemon Curd
100 ml Sahne
Puderzucker
Zubereitung…
… der Böden:
12er Muffinblech bereitstellen. In jede Mulde ein Papierförmchen geben. Butter auslassen und mit den Keksbröseln und dem Zucker mischen. Auf die Förmchen verteilen und als dünne Böden fest andrücken.
… der Muffinmasse:
Die weiche Butter mit dem Zucker und den Zesten cremig aufschlagen. Ei unterrühren. Mehl, Backpulver und Salz mischen und abwechselnd mit dem Joghurt ebenfalls unterrühren. Teig auf die Förmchen verteilen. Im vorgeheizten Ofen bei 180°C Ober-/Unterhitze gut zwanzig Minuten abbacken. Auskühlen lassen.
Endmontage:
Aus der Mitte jedes Muffins mit einem Teelöffel etwas Teig entfernen (Im Originalrezept steht an dieser Stelle „… anderweitig verwenden, z.B. für ein Trifle…“. Unsinn! Rein damit! Der Gatte und ich hatten null Schwierigkeiten, zwölf Löffelchen leckersten Teigs in Sekunden zu inhalieren. Sch*** auf das Trifle! :D)
Lemon Curd in die Vertiefungen füllen. Sahne steif schlagen, dabei etwas Puderzucker nach Geschmack einrieseln lassen. Geschlagene Sahne in einen Spritzbeutel mit kleiner Sterntülle füllen und Törtchen rundum ringförmig mit kleinen Tuffs verzieren. Mit ein paar Zesten garnieren.
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Der Teig ist genial. Total luftig und fluffig und zitronig-frisch. Ich weiß jetzt schon, was mit dem restlichen Lemon Curd passieren wird.

Anschließend galt die Aufmerksamkeit dann wieder voll den Bäckchen. Im Zuge der Resteverwertung sollte es dazu eine Ofensüßkartoffel (in Spalten mariniert in Gozo-Olivenoel, Salz und Szechuanpfeffer) und einen Testlauf der letztes Wochenende eingelegten Balsamicozwiebeln geben. Und damit der Teller nicht monochrom wird, und weil er da seit Wochen einsam und verlassen im Hochbeet steht, darf der letzte Grünkohl der Saison ran.

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Blanchiert, mit Schalotten in Olivenoel angeschwitzt und mit etwas trockenem Weißwein und Sahne abgelöscht. Und auf die Teller damit, solange er noch grün ist.

Die Schweinebäckchen werden sich in guter Gesellschaft befinden. Apropos: Die müssen jetzt mal raus aus ihrem kuscheligen Bad. Wir wollen ja schließlich noch ein Sößchen einköcheln. Foto folgt.

Nachtrag, Schweinebacke!

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Von Valentinstag hält hier irgendwie niemand etwas. Lassen wir es also einfach und ignorieren es. Anderswo mag es beherzte Törtchen und herzige Deko geben. Brauchen wir nicht. Weg damit!

Dafür haben wir ein Herz für Amseln. Also ich. Das da oben ist „meine“ Amsel. Zumindest sehe ich das so. Die Amsel denkt wahrscheinlich: „Oh! Da ist ja mein Mensch!“ Die Amsel hat auch eine Frau. Die Frau der Amsel kann aber anscheinend nicht kochen. Wieso sonst sollte meine Amsel ständig an der Meisenfutterstelle rumlungern?!

Und auf meiner Bank. Aber vielleicht denke ich auch nur, dass es meine Bank ist. In Wirklichkeit ist es wahrscheinlich die Bank der Amsel, die ich ab und an mal benutzen darf. Zumindest benimmt sie sich, als ob es ihre Bank sei. Abwischen darf ich sie dann allerdings hinterher…

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Die Amsel hat noch keinen Namen. Bekanntermaßen neige ich ja dazu, allem um mich herum Namen zu geben. Ich muss wohl mal intensiv nachdenken. Vorschläge?!

Und wo wir gerade schwarz sehen: Als ich meine Tarte au citron meringuée aus dem Ofen holen wollte, wo sie eigentlich nur kurz unter dem Grill von oben Farbe bekommen sollte, stellte ich fest, dass zwei Minuten vielleicht doch zu lange waren. Egal. Nach der ganzen Arbeit sage ich mir jetzt einfach, dass ich das genau so wollte. Cross. Crosser als üblich. Schmeckt auch kein bißchen verbrannt. Ehrlich!

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Ich hätte schließlich auch ein Stück von der deutlich helleren Seite fotografieren können. Hab‘ ich aber nicht. Die ist super so. Und dank der herausragenden Zitronen schmeckt sie auch überhaupt nicht sauer, sondern eher total fruchtig. Zu den Zitronen: Nach ausgiebigen Tests hier die Bezugsadresse: Fet a Sóller. Wirklich lecker, schneller Versand – und am Ende auch nicht wesentlich teurer als im Supermarkt. Empfehlenswert.

Fehlt noch das Tarte-Rezept:

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TARTE AU CITRON MERINGUÉE
Zutaten (für eine Tarteform):
…für den Mürbeteig:
125 g Butter auf Zimmertemperatur
100 g Puderzucker
1 Prise Salz
1 Ei
250 g Weizenmehl
…für die Zitronenmasse:
2 große (oder 3 kleinere) unbehandelte Zitronen
125 g Puderzucker
200 ml Sahne
5 Eier
… für den Baiserdeckel:
2 frische Eiweiße
1 Prise Salz
80 g Zucker
Zubereitung:
Für den Teig Butter, Puderzucker und Salz mit den Knethaken des Handrührers verkneten. einarbeiten. Mehl zugeben und unterkneten. Teig platt drücken und in Frischhaltefolie für zwei Stunden kalt stellen.
Backofen auf 200 Grad Ober-/Unterhitze vorheizen. Den Teig auf einer bemehlten Arbeitsfläche ausrollen und in eine gefettete Tarteform (Springform geht auch) legen. Boden und Rand der Form mit dem Teig auslegen und gut andrücken. Teig mit einer Gabel mehrmals einstechen.
Im vorgeheizten Ofen auf der unteren Schiene etwa 25 Minuten backen. Aus dem Ofen nehmen und in der Form auf einem Kuchengitter kurz abkühlen lassen. Den Ofen auf 140 Grad stellen.
Von zwei Zitronen Schalen mit der Reibe entfernen. Saft von allen Zitronen auspressen – Saftmenge: etwa 150 ml. Zitronensaft, Zucker und Sahne verrühren. Eier verquirlen und mit den Zesten unterheben. Füllung in den Tarteboden gießen, etwa vierzig Minuten abbacken. Herausnehmen und auf einem Rost auskühlen lassen.
Eiweiße und Salz steif schlagen, Zucker einrieseln lassen und weiterschlagen, bis sich der Zucker aufgelöst hat. Den Eischnee auf der vorgebackenen Creme verteilen und Spitzen formen, indem man diese mit der Rückseite eines Löffels nach oben zieht.
Gaaanz kurz (!) unter den vorgeheizten Backofengrill geben, bis die Spitzen gebräunt sind.
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Apropos „Spitzen“: Gerade macht das letzte Suppenhuhn der Saison seinen Freischwimmer in meinem Kochtopf. Köpfchen in das Wasser, Schwänzchen in die Höh‘!

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Gleich wird es zerlegt. Ich freue mich jetzt schon auf den Herbst. Die Suppenhühner to be sind allerdings jetzt erstmal mit Eierlegen beschäftigt. Gönnen wir ihnen einen schönen Sommer. Der Bornhof schlachtet ein Jahr später als üblich – also nach zwei Sommern. Und man schmeckt es auch. Bwark!

Zuletzt noch ein Blick auf meine Erbsen. Nach sechs Tagen sieht das so aus:

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Wer schnelle Erfolge mag, ist bei Erbsen richtig. Ich finde das toll. Das ist fast wie ein später Gruß vom zweitbesten Mann (Max, du bist ein Kind. Kein Mann! :D) meines Lebens – meinem Opa Toni. Und an dieser Stelle wird es jetzt doch irgendwie valentinig. Ungewollt. Ich glaube, ich werde ihn immer vermissen.