Da heute der „Tag des Hundes“ ist, muss diese kleine Aufmerksamkeit für des Menschen besten Freund auch mal sein. Ich hoffe, dein Tag war nett, Piti!

Blöderweise ist heute Sonntag, d. h. das Wochenende ist irgendwie schon vorbei. Wie auch immer das so schnell passieren konnte. Die letzten Tage der vergangenen Woche waren auch recht stressig. Der Termindruck war heftig – auch wenn die Termine selbst größtenteils erfreulich waren.

Einer davon trieb am Freitag Max und mich – aufgrund eines kurzfristigen Termins des Bauherrn – zusammen zu Volker Pispers in die Mainzer „Phoenixhalle“. Das war ein äußerst kurzweiliger, aber nichtsdestotrotz ziemlich langer Abend.

Samstag war der Himmel so hübsch. Ich schnappte mir die Kamera, eine Plastiktüte und eine Schere und beschloss eine Holunderblüten-Foto-Runde durch die Gemarkung zu drehen. Die Holunderblüten waren noch nicht soweit, in der Kamera war keine Speicherkarte und so fummelte ich hektisch am Handy, als einen Meter von mir entfernt, im Gelf ein Reh auftauchte, mich anscheute und dann ganz gemächlich Richtung Wald davontrabte. Ich hasse meine Speicherkartendummheit!

Heute hatte ich dann zwar eine Karte in der Kamera, aber als ich sie zückte, waren beide Akkus im Batteriegriff komplett ausgesaugt. Wie blöd kann man sein?! Ja. Ich weiß. Es ist echt schon peinlich. Und ich schäme mich auch zutiefst vor mir selbst.

Gut. Nicht ganz so sehr, wie ich mich gestern während der unglückseligerweise eingeschalteten zweiten Hälfte von „Wetten, dass…“ für Markus Lanz geschämt habe, aber trotzdem ziemlich stark. Lanz hätte vermutlich nicht nur Karte und Akkus vergessen, sondern diese anschließend zu Hause noch mit dummen Fragen belästigt und dazu gezwungen, ihre nicht vorhandenen Bauchmuskeln herzuzeigen. Waaahhh… Ich darf gar nicht daran denken!

Vielleicht helfen Eiswürfel in seiner Hose?! Vermutlich lacht dann aber nicht mal er selbst über den ‚großen Spass’…

Das war heute wirklich mit Abstand das seltsamste Erlebnis, das ich beim Kauf von Büchern je hatte. Nachdem ich in letzter Zeit Amazon abgeschworen und meine Lesestoffeinkäufe auf den Einzelhandel verlegt hatte, war ich prinzipiell davon überzeugt, dass das eine ausgesprochen gute Idee war.

Englischsprachige ÖPNV-Lektüre pflege ich seither im Wiesbadener Hauptbahnhof bei „Payot Libraire“ zu erwerben. Da sitzen Menschen drin, die lesen (!), bis man an der Kasse auftaucht. Für alles andere nutze ich gerne den inhabergeführten „Hexenbuchladen“ in Idstein. Nette Buchhändlerinnen, kompetente Beratung, ein ordentliches Angebot. Was nicht da ist, wird bestellt. Perfekt.

Heute hatte ich eigentlich geplant, in der Mittagspause flott in die Stadt zu laufen, um ein Buch zu kaufen. Eine Kollegin meinte allerdings, dass der Bahnhof – und der darin befindliche „Virgin“-Laden – doch viel näher lägen, und dort ein nicht vorhandenes Buch auch für den nächsten Morgen bestellbar sei. Gut. Einen Versuch war es wert.

Bei diesen einen Versuch wird es allerdings mit Sicherheit bleiben. Niemals mehr – nach dem morgigen Tag – werde ich diesen Laden betreten. Nicht mal für eine dringend benötigte und sonst überall vergriffene „Saveurs“-Ausgabe!

Aber von Anfang an: Ich suche erst kurz selbst nach dem gewünschten, keineswegs völlig unbekannten Buch, das ich bereits selbst in Englisch gelesen habe. Die deutsche Ausgabe wurde bereits vor Monaten in der FAZ besprochen. Da es sich um ein Geschenk handelt, gehe ich hier mal nicht weiter in die Details.

Ich finde es jedenfalls nicht, begebe mich zum Verkaufstresen und grüße die dort offensichtlich sehr beschäftigte Verkäuferin freundlich. Sodann äußere ich meinen – ziemlich präzisen – Wunsch: „Ich suche Buch XYZ von Autor ABC“. Prinzipiell keine unlösbare Aufgabe für die Angestellte eines Buchladens. Die Antwort: „Kenne ich nicht.“

Das war es dann aber auch. Sie fährt mit dem fort, das sie getan hatte, bevor ich frecherweise aufgekreuzt bin. Ich starre sie fassungslos an. Ich: „Ähhh… Haben Sie es vielleicht trotzdem da?“ Sie „Müsste ich nachschauen…“ Und dann zu ihrer Kollegin, die mittlerweile aufgetaucht ist: „Schau mal nach!“

Diese hackt den Titel in die Tastatur, nuschelt in meine Richtung „Erscheint erst Ende August“ und wendet sich ebenfalls von mir ab. Ich: „Das kann nicht sein. Das gibt es bereits seit Monaten.“ Sie: „Hier steht ‚Ende August‘.“ Ich: „Vielleicht ist das das Erscheinungsdatum der Paperbackausgabe. Als Hardcover sollte es das aber geben.“ Sie tippt. Sie schaut. Und sagt: „Stimmt. Gibt es.“ Es folgt ein erneutes, aber sehr intensives Schweigen.

Auf ihren leeren Blick hin wage ich es, ein zaghaftes „Und? Haben Sie es da?“ anzubringen. Sie: „Nein. Haben wir nicht.“ Ich erinnere mich an die Worte der Kollegin, wobei ich ehrlich gestehen muss, dass ich mich mittlerweile schwarz ärgere, in diesem Augenblick nicht einfach gegangen zu sein, und riskiere noch ein „Könnten Sie es vielleicht bestellen?“

Sie „Ja. Schon. Aber es ist dann erst morgen um 8:30 Uhr da…“ Ich: „Gut. Das reicht mir.“ Wieder ein langes Schweigen. Schließlich sie: „Ja, soll ich es dann bestellen?“ In diesem Augeblich ziehe ich ganz kurz die Möglichkeit in Betracht, über den Tresen zu springen, sie zu würgen und anschließend – begleitet von meinen Worten „Ja, warum glaubst du denn, dass ich hier noch stehe, du blöde Kuh?!“ – ohnmächtig in sich zusammensinken zu lassen.

Tue ich natürlich nicht. Stattdessen quetsche ich mir ein mühsam beherrschtes „Ja. Bitte.“ heraus. Sie notiert die Bestellung, hält dann aber mittendrin inne, um mir ängstlich zu gestehen: „Das kostet aber 22,90 Euro…“ Zu mehr als einem „Das ist o.k.“ reicht es dann bei mir auch nicht mehr. Mit einem Durchschlag des Bestellzettels in der Hand verlasse ich fassungslos den Laden.

Natürlich werde ich es morgen abholen. Aber wie gesagt: Das war es dann auch mit mir und „Virgin“. Da kaufe, wer will. Ich jedenfalls nienienie mehr. Lieber lese ich Telefonbücher. Oder Kassenbons. Oder gar nichts.

Nach zahllosen verregneten und düsteren Tage kam heute tatsächlich mal die Sonne raus. Und sie blieb den ganzen Tag über da, wo sie hingehört: oben! Ein perfekter Tag für Gartenarbeit. Und das war es dann auch, was für heute auf dem Plan stand.

Am Ende des Tages, war alles gepflanzt, was gepflanzt werden sollte, das Kräuterbeet entunkrautet, alles aufgelockert und umgegraben – und es konnte reichlich Rucola geerntet werden, der ins Abendessen wanderte.

Man kann ja über das Wetter im nun vergangenen Mai viel Schlechtes sagen, aber dem Garten hat es gefallen. Nie war mein Kräuterbeet dichter besiedelt, nie war es grüner in den Beeten. Und der Rasen sieht fast aus wie vor Ballindalloch Castle. Fast.

Was am Wochenende ebenfalls erledigt wurde, sind Herstellung und Abfüllung von reichlich Pfefferminz- und Waldmeistersirup. So langsam gehen mir aber jetzt auch die Fläschchen aus. Für die bevorstehende Holunderblütensirupproduktion werde ich mich mal nach geeignetem Leergut umschauen müssen. Im Notfall hätte ich da noch eine Kiste 0,25er Proseccofläschchen mit Plopp!-Verschluss. Dann müssen die eben dran glauben.

So. Für mehr reicht die Kraft jetzt nicht mehr. Das Sofa ruft. Ich folge dem Ruf.

O.k. – ich habe mich getäuscht. Das muss man ja auch mal zugeben können. Was da vor dem Küchenfenster herumturnt ist kein schwules Spatzenpärchen.

Es handelt sich um zwei männliche Spatzen, die zwei Nester in den beiden Nistkästen bauen. Wir sind also zum ersten Mal ausgebucht.

Die Beiden sind ziemlich aufgeregt und schleppen ununterbrochen Pflanzenreste an. Die Damen schauten nur mal kurz gelangweilt vorbei. Wirkliches Interesse kann man das wohl nicht nennen.

Wenn ich mir das so anschaue, frage ich mich, weshalb ich eigentlich damals beim Innenausbau geholfen habe. Offensichtlich ist das Männersache. Mist! Zu spät!

Heute verließ ich kurzentschlossen das Büro vor der Zeit. Hatte ja noch Überstunden. Ansonsten wäre das geplante Abendessen niemals etwas geworden. Auch so wurde es ziemlich spät. Die Spargelmousse brauchte eine deutlich längere Kühlzeit als gedacht.

Hier erstmal das Rezept von Vincent Klink:

Kräuter-Lachs mit mariniertem Spargel und Spargelmousse

Zutaten

Für den Spargel

  • 500 g weißer Spargel
  • etwas Salz, Zucker, Pfeffer
  • etwas sehr fein geschnitte Ringe vom grüneren Teil einer Frühlingszwiebel
  • 2 getrocknete rote Chilischoten, sehr klein und nur mittelscharf
  • etwas Butter
  • 3 Blatt Gelatine
  • 150 g Sahne
  • 1/2 Bund Kerbel
  • 1 TL Weißweinessig
  • 1/2 TL Senf
  • 2 EL Olivenöl

Für den Lachs

  • 1/2 Bund Kerbel
  • 1/2 Bund Dill
  • 3 EL weiche Butter
  • etwas Salz, Pfeffer
  • 30 g Panko
  • 2 frische Lachsfilets ohne Haut à 150 g
  • 2 EL Olivenöl

Sonst so

  • 1 Handvoll Cashews, in der Pfanne geröstet
  • 6 Cocktailtomaten, in Salz, Pfeffer, Olivenöl und etwas Honig geschmort

Zubereitung

  • Den Spargel schälen und die holzigen Enden abschneiden. Von den Spargelstangen das untere Drittel abschneiden und zusammen mit den Schalen mit wenig leicht gesalzenem Wasser 10 Minuten, mit einem Deckel abgedeckt, dämpfen.
  • Dann alles durch ein Sieb passieren und den Fond zur Seite stellen.
  • Die Spargelstangen in mit Salz, Zucker und einem Teelöffel Butter gewürztem Wasser ca. fünf Minuten kochen, herausnehmen, abtropfen lassen und kalt stellen. 250 ml vom Spargelstangen-Kochfond mit dem Kochfond der Abschnitte in einen Topf geben, auf 200 ml einkochen und abschmecken.
  • Die Gelatine in kaltem Wasser einweichen, dann ausdrücken und in dem heißen, auf 200 ml eingekochten Spargelfond auflösen.
  • Die Sahne steif schlagen und unter den leicht abgekühlten Gelatinefond mischen. Die Frühlingszwiebel- und Chiliringe ebenfalls untermischen.
  • Die Masse in eine Schüssel füllen und im Kühlschrank fest werden lassen.
  • Kerbel abspülen, trocken schütteln und fein hacken. Aus Essig, Senf und Öl eine Marinade rühren, mit Salz und Pfeffer abschmecken und den Kerbel unterrühren. Gekochten Spargel in 2-3 cm große Stücke schneiden und damit marinieren.
  • Für den Kräuter-Lachs Kerbel und Dill abspülen, trocken schütteln und fein schneiden. Weiche Butter mit etwas Salz, Pfeffer und den Kräutern gut vermischen. Dann das Panko zugeben.
  • Die Lachsfilets mit Salz und Pfeffer würzen und auf der ursprünglichen Hautseite ca. 1/2 cm stark mit der Kräutermasse bestreichen.
  • Die Grillschlange des Backofens auf 230 Grad vorheizen.
  • Lachsfilets in einer Pfanne mit 2 EL Olivenöl auf der Unterseite kurz anbraten, dann auf eine hitzebeständige Form geben und im Backofen unter der Grillschlange garen, bis die Kruste goldbraun ist .
  • Aus der Moussemasse Nocken abstechen und mit dem marinierten Spargel zum Lachssteak servieren.
  • Mit den Tomaten und den (eventuell gehackten) Cashews ausgarnieren.

Nachdem ich das Rezept gestern intensiver studiert hatte, kamen doch Zweifel auf. Mousse ist kalt, Spargel ist kalt… Mmmhhh… Da war ich mir ehrlich gesagt nicht ganz sicher, ob ich das mögen würde. Nach der ersten Gabel stand allerdings fest, dass ich das sehr mochte. Das war geschmacklich wirklich eine geniale Kombination, die es sicher bald wieder geben wird. Vor allem der marinierte Spargel war köstlich. Und die Lachskruste – ein Gedicht. Einem Klink-Rezept sollte man halt wirklich blind vertrauen.

Das waren des Bauherren Worte, als wir heute nach getaner Arbeit auf der Terrasse saßen. Recht hat er. Und morgen soll der Himmel schon wieder deutlich weniger blau sein als heute. Was für ein blöder, kurzer Frühling!

Blau war der Himmel heute vor allem auf dem Heimweg. Immerhin gelang mir im Wiesbadener Stadtverkehr ein Handyfoto von dem überaus seltsamen Tier, das sich auf meiner Windschutzscheibe niedergelassen hatte. Und das ganz ohne Auffahrunfall!

Zudem gibt es Seltsames vom Nistkasten zu vermelden. Die Kohlmeisen, die zeitweise heiße Aspiranten für den Untermietertitel waren, machen sich in letzter Zeit sehr rar. Dafür hängt jetzt erneut Nistmaterial aus dem Kasten. Und es hocken Spatzen auf dem Zaun.

Was daran seltsam ist? Nun… Es sind zwei männliche Spatzen. Prinzipiell habe ich natürlich nichts gegen gleichgeschlechtliche Beziehungen – auch nicht in von mir zur Verfügung gestellten „Wohnungen“ -, aber mir graut schon jetzt vor der Enttäuschung der beiden, wenn einer von ihnen versucht, Eier zu legen. Warten wir es ab. Notfalls lade ich sie auf einen Prosecco auf die Terrasse ein. Stößchen!