Unser Pflaumenbaum zog dann auch endlich so richtig nach. Jetzt blühen alle Bäume. Schön. Und die Erdbeeren haben auch die ersten Blüten.

Was unbedingt nochmal gesagt werden muss: Der Löwenzahnhonig von gestern ist zwingend nachahmenswert. Meine Kollegin, die ich heute als Versuchsperson rekrutiert habe, war nach einem Honigbrötchen zum Frühstück komplett hin und weg und bereit, das nächste Glas zu bezahlen. Muss sie natürlich nicht.

Und trotz meiner inneren Löwenzahnblockade von gestern liebäugele ich bereits wieder mit der Herstellung einer zweiten Ladung am Wochenende. Schließlich blüht das Zeugs ja nicht ewig. Da heißt es: Jetzt oder nie!

Morgen werde ich allerdings wohl erstmal noch einen Plastiktütenspaziergang im Gonsenheimer Wald einlegen. Was für die Löwenzahnblüte gilt, trifft auch auf den Bärlauch zu. Das Pesto ist derartig köstlich geworden, dass ich da dringend nochmal nachlegen muss. Mit einem Löffel Frischkäse, ein paar gerösteten Pinienkernen und Nudeln bleiben wirklich keine Wünsche offen. Simpel und lecker.

Blöderweise war eben in der Wettervorhersage bereits wieder von heftigen Schauern im Laufe des Nachmittags die Rede. Andererseits: Nasser als letzte Woche kann ich nun auch nicht werden. Also – was soll’s?!

Vielversprechende Überschrift immerhin. Aber das heutige Projekt war auch echt extrem zeitaufwendig. Und zwischendurch auch ziemlich nervig.

Auf dem Plan stand die Herstellung von Löwenzahnhonig. Löwenzahn haben wir zur Zeit massenhaft im Garten. Das feuchte Wetter der vergangenen Tage hat ihn so richtig verwöhnt.

Und der sollte ja nun weg. Vor dem brutalen Entfernen wollte ich mir aber noch die Blüten unter den Nagel reißen. Blöderweise gingen die erst irgendwann nachmittags auf, als endlich die Sonne herauskam.

Bis dahin hatte ich – unter Anleitung des schwerkranken Bauherren – immerhin schon das Erdbeerbeet entunkrautet, teilweise neu bepflanzt und gewässert. Als sich dann endlich die Löwenzahnblüten öffneten, stürzte ich mich gierig auf die gelbe Pracht.

Nach dem Motto „Was ich jetzt abzupfe, fliegt immerhin hinterher nicht mehr“ erntete ich unseren Garten und den Hang zur Löwenzahnwiese unterhalb unseres Grundstücks ab. Die Vorgabe war, 300 Gramm Blütenblätter zu sammeln.

Das Sammeln war am Ende noch der nette Teil des Jobs. Das Rauszupfen der Blütenblätter aus den Blütenständen nervte deutlich mehr. Gut allerdings: Ich konnte es auf der Terrasse erledigen, und alle Vögel, über die ich  mich in den vergangenen Jahren gefreut hatte, schauten irgendwann mal vorbei: Meisen, Amseln, Grünfinken, Bluthänflinge und ein Rotkehlchen.

Nach mehrmaligen Abwiegen, Nachwiegen, Zwischenwiegen und entnervendem Reicht-noch-nicht-Weiterzupfen kam ich dann irgendwann auf meine 300 Gramm. Yippiiiieeeh!

Und während ich mich neben der Vorbereitung des Abendessens mit dem Abkochen des „Honigs“ befasste, war ich wirklich fasziniert. Das im Topf roch wie Honig, schmeckte wie Honig und hatte irgendwann auch die Konsistenz von Honig. Und das ganz ohne Bienen! Sensationell.

Damit könnten also prinzipiell auch Veganer etwas anfangen, die zwar keine Tiere, aber dafür Pflanzen ausbeuten und den Tieren das Futter wegessen. Das nur so nebenbei. Wie ich das gemacht habe? Bitte sehr:

Löwenzahnhonig

Zutaten

  • 300 g Blütenblätter vom Löwenzahn (Nur das Gelbe, das Grüne ist böse und muss weg!)
  • 1 Tütchen Zitronensäure
  • 1 ,5 l Wasser
  • 3 kg Zucker

Zubereitung

  • Löwenzahnblüten sammeln, die Blütenblätter abzupfen - dabei möglichweise auf Gummihandschuhe zurückgreifen. Meine Hände sehen schrecklich aus.
  • Blütenblätter mit der Zitronensäure und dem Wasser aufkochen und etwa eine halbe Stunde köcheln lassen. Durch ein Passiertuch geben.
  • Den Sud in einen hohen Topf geben, mit dem Zucker auffüllen und nochmals etwa 45 Minuten köcheln lassen. Gläser derweil sterilisieren und den Honig in die noch heißen Gläser einfüllen und sofort verschrauben.
  • Gläser auf den Kopf stellen und abkühlen lassen.

Dankenswerterweise hatten meine Kolleginnen in den letzten Monaten – meine Vorgabe lautete „Nur kleine Gläser, auch sehr kleine!“ – einiges an winzigen Honiggläschen angeschleppt. Die kamen jetzt zum Einsatz. Dazu noch einige mittlere Größen. Der Bauherr war begeistert, als ich sie aus dem Carport entfernte. Das auf dem Foto ist übrigens nur ein Bruchteil der Gesamtproduktion des „Tags der Arbeit“. Feierabend!

Wenn mich jemand fragen würde, wie das Wochenende war, würde ich wohl kurz und knapp mit „Grün. Sehr grün.“ antworten. Dank des ergiebigen, stundenlangen, nicht endenwollenden Regens sieht es jetzt draußen aus wie in Irland. Oder in Schottland. Es regnete so lange, dass man sich kurz in Noah hineinversetzen konnte, der am Ende des Regens eine Taube durchstarten ließ.

Unsere Taube spaziert zur Zeit wieder gutgelaunt durch den Garten und gurrt vor sich hin. Von Oelbaumzweigen keine Spur. Aber wie gesagt: Irgendwann heute hörte es ja dann auch auf zu regnen.

Direkt links von der Taube ist übrigens – wie ich gerade feststelle – ein kleiner Löwenzahn. Da werde ich mal durchgreifen müssen. Prinzipiell hatte ich ja mal geplant, mich an einem Löwenzahnpesto zu versuchen, aber nach der Herstellung von Rucolapesto und Grie-Soß-Pesto am Samstag (nicht zu vergessen das Bärlauchpesto vom Freitag!) gönnte ich dem Pürierstab heute mal eine kleine Pause.

Und während mich das Wachstum meines Kerbels auf der Fensterbank mit großer Freude erfüllt, erschreckt mich das Wuchern der winterharten Kresse im Kräuterbeet zunehmend. Ich habe mal den Großteil der neuen Triebe ausgegraben und für meine Lieblingskollegin eingetopft. Da muss dringend so etwas wie eine Rhizomsperre her! Dringend.

Und wo wir gerade beim Thema „Kräuter“ sind: Seit wann heißt eigentlich Koriander „Koreander“? So stand es gestern auf der Speisekarte. Und so stand es auf meinem Töpfchen Koriander, das ich eben ins Kräuterbeet gesetzt habe.

„Koreander“?! Nord- oder Südkorea?! Ist das jetzt eine politische Frage? Und falls ja: Heißt das dann jetzt Südkoreander für Kapitalisten und Nordkoreander für Kommunisten? Ich glaube, ich benutze ab sofort wieder den lateinischen Namen dieser Pflanze. Da ist jedenfalls ein „i“ drin.

Überflüssig zu fragen, was es heute zu essen gibt. Nach der Völlerei von gestern natürlich etwas Einfaches. Und etwas Grünes.

Da waren noch Würstchen vom Charolaismetzger. Und da lagern unzählige Gläschen mit Pesto im Kühlschrank. Ich habe mich für Rucolapesto entschieden. Schon aus reiner Neugier, habe ich es doch diesmal mit Pistazien zubereitet.

Mal gespannt, wie das schmeckt. Im Prinzip sind dem Pürierstab und seinem menschlichen Halter beim Pesto ja kaum Grenzen gesetzt. Und das von einer Person, die vor drei Jahren Pesto noch „irgendwie seltsam und doof“ fand.

Heute finde ich es die perfekteste Lösung zur Verarbeitung jeglichen Grünzeugs. Hier ein wenig Oel, da ein bißchen Hartkäse, und dann etwas Nussiges dazu – einfacher geht es wirklich nicht. Und zu Nudeln gibt es auch wenig Leckereres. Vor allem, wenn dann noch ein Löffel Frischkäse mit in den Topf wandert. Ich finde es klasse!

Und vom Geschmack des Rucola-Pistazien-Pestos werde ich mogen berichten. Versprochen.     

Das Dessert, das da vor mir stand, ist mein diesjähriges Highlight. Das sage ich jetzt – Ende April – schon mal so. Da kann nichts wirklich viel Besseres mehr kommen. Und ich habe es nicht fotografiert. Mistmistmist! Zum Dessert-Zeitpunkt standen wir nämlich bereits stark unter Zeitdruck, da wir einen Rufbustermin im Nacken hatten.

Der Name dieses kalt-warmen Traums? „Orangencrèpe, Campari-Quarkmousse- & Honig-Bergamotte-Crèmeeis“ – der Hammer! Da werde ich bei Gelegenheit mal versuchen, mich ganz dezent heranzutasten.

Falls nicht der Bauherr dem Koch doch noch das Rezept aus den Rippen leiern kann.  Ich habe selten etwas Leckereres gegessen. Und das war schließlich nicht mein erstes Dessert.

Aber beginnen wir mal von vorne. Wir waren in „Fraunds Restaurant im Zehntenhof“ in Oestrich-Winkel und haben einen wirklich schönen Abend verbracht, wenn man mal vom Sprint zum Bahnhof absieht…

Auf dem Foto ganz oben posiert das „Amuse gueule“, ein Fischsüppchen. Sehr lecker. Als Vorspeise hatte ich „Thunfisch in Koriander-Pfefferkruste, Sobanudeln und Mango-Chili-Salat“. Der Bauherr entschied sich für „Soufflierten Stockfisch und Blutwurstkrapfen, Gurken-Radieschen-Salat mit Joghurt-Schwarzkümmel-Dressing“.

Was den Hauptgang angeht, hatte ich mich recht früh auf das „Onglet vom Savannenrind“ eingeschossen. Da war die Enttäuschung groß, als die – übrigens sehr freundliche – Bedienung  mich darüber in Kenntnis setzte, dass es keines mehr gebe. Richtig schlimm wurde es, als ich feststellte, dass die Dame am Nebentisch das letzte erwischt hatte. Grrrr!

Ich schwenkte kurzentschlossen auf Fisch um: „Heilbutt mit grüner Marsalakruste, Ananas-Rote-Zwiebel-Relish und Kokosgnocchi“ (siehe links) klang dann doch recht verlockend. Der Chef entschied sich für „Lammschulter ‚Sous vide‘ mit Pinienkern-Lauch-Kruste, Paprika-Mangold & Grieß-Markwürfeln“. Wir waren beide sehr zufrieden.

Die Weine, die es optional zum Drei-Gang-Menue gab, passten gut. Und – das muss ja auch mal gesagt werden – der Preis war äußerst human.

Wirklich schlimm finde ich jetzt allerdings, dass ich die Desserts nicht fotografiert habe. Nicht, dass die Anrichtetechnik jetzt wahnsinnig innovativ gewesen wäre, aber vielleicht würde ich mich mit einem Foto doch im Nachhinein besser an den Geschmack erinnern können. Zu spät…

Erkenntnis des Tages: Gutes Essen ist toll, hilft aber nicht wirklich über das erniedrigende Gefühl hinweg, anschließend entmenscht schnaufend in öffentlichen Verkehrsmitteln zu sitzen. Für Sprints mit Absätzen im Nieselregen bin ich einfach zu fett. Auch ohne Absätze und Nieselregen wahrscheinlich. Und es sind nur noch zehn Wochen bis zum Urlaub. Schwitz!

Das ist ja wieder typisch! Während der Arbeitswoche schleppt man sich allabendlich noch entkräftet von einem anstrengenden Tag hinaus in den Garten, um den staubigen Acker etwas zu wässern.

Während man am Schreibtisch saß, war natürlich draußen perfektes Terrassenwetter, von dem man natürlich rein gar nichts hatte, weil man ja am Schreibtisch saß.

Heute dann die Kehrtwende: Pünktlich zur Laufrunde begann es zu regnen – und das nicht zu knapp! Und der Gedanke, sich nach Feierabend noch mit einem Buch auf die Terrasse setzen zu können, war bereits zu diesem Zeitpunkt etwas, das ins Reich der Phantasie gehörte.

Gewässert muss der Garten heute jedenfalls nicht mehr werden. Immerhin. Gewässert wurden dagegen Heike und ich, und das so richtig gründlich. Die große Runde wurde erst verkürzt, und dann schließlich nach Einsetzen immer stärkeren Regens und einem gierigen Überfall auf die letzte Woche entdeckte Bärlauchstelle abgebrochen. Da waren wir aber schon nass bis auf die Haut.

In unserer Tüte schleppten wir immerhin fast ein Kilo Bärlauch aus dem Wald. Pah, Regen! Nicht mit uns! Nur die Harten kommen in den (Bärlauch-)Garten! Nach Aufteilen, Waschen und Aussortieren lag schließlich ein gutes Pfund duftender Blätter in meinem Sieb. Strrrike! Ich verarbeitete die komplette Ladung zu Pesto. Statt Pinienkernen oder Walnüssen probierte ich es diesmal mit gerösteten und gesalzenen Cashews. Funktionierte fervorragend.

Bärlauchpesto

Zutaten

  • 500 g Bärlauch
  • 100 g Parmesan
  • 150 g gesalzene Cashewkerne
  • 250 ml Olivenoel
  • wenig Salz
  • Pfeffer

Zubereitung

  • Alle Zutaten in ein geeignetes Gefäß (großer Pürierbecher oder Schüssel) geben und ordentlich mit dem Pürierstab bearbeiten, bis alles fein gemahlen ist. Ich habe erst die Hälfte zubereitet, dann den Rest dazugetan und ebenfalls püriert. Ansonsten wäre meine Schüssel zu klein gewesen.
  • Derweil Twist-Off-Gläser in einer passenden Größe sterilisieren (Dampfgarer oder Topf), Deckel abkochen und Pesto in die noch heißen Gläser füllen. Hier ist es gut, wenn man auf einen Trichter mit breitem Ablauf zurückgreifen kann. Eventuelle Pestoreste am Glasrand entfernen und die Gläser mit Olivenoel auffüllen. Sofort fest verschrauben.
  • Gläser im Kühlschrank lagern.

Bärlauchpesto hält sich auf diese Weise recht lange, aber wer will das schon. Jetzt ist Bärlauchsaison! Jetzt schmeckt er am besten! Und es gibt genug Einsatzmöglichkeiten: als Fleischmarinade (hatte ich letzthin mit dem Grie-Soß-Pesto getestet – perfekt!), auf Nudeln, zum Spargel, für Soufflées. Und… und… und…

Ich glaube, ich ziehe nächste Woche nochmal los. Dann vielleicht bei besserem Wetter. Die „Früchte meiner Arbeit“ landeten heute auf Bandnudeln. Dazu gab es schon wieder Lachs. Die Reste mussten weg. Passte gut, schmeckte und sah dazu noch hübsch aus. Mehr kann man von einem Essen wirklich nicht erwarten.